Folgen Sie uns

Devisen

Dank IWF: Währungskollaps in Ägypten für die „Wettbewerbsfähigkeit“

In Ägypten ist die Währung, das ägyptische Pfund, seit gestern um mehr als 48% kollabiert. Das geht zurück auf die Freigabe der Währung durch die dortige Zentralbank, womit der Wechselkurs nun frei…

Avatar

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

In Ägypten ist die Währung, das ägyptische Pfund, seit gestern um mehr als 48% kollabiert. Das geht zurück auf die Freigabe der Währung durch die dortige Zentralbank, womit der Wechselkurs nun frei schwanken darf. Es passierte genau das selbe wie früher in diesem Jahr in Argentinien, als die künstliche Verzerrung der Währung aufgehoben wurde. Die Währung kollabierte sofort, wertete also drastisch ab. Das ist in solchen Ländern immer der Fall, weil in der Regel nur die Länder ihre Währungen einfrieren, die eine weitere Abwertung verhindern wollen.

Aber was war passiert? Ägypten hat gerade einen Kreditantrag beim IWF am Laufen. Dabei geht es um 12 Milliarden US-Dollar für drei Jahre. Im Rahmen der Verhandlungen hatte der IWF Ägypten darum „gebeten“ doch bitte für einen flexibleren Währungskurs zu sorgen. Das soll offiziell natürlich keine Bedingung gewesen sein, aber letztlich waren die Andeutungen eine Aufforderung. Dem wurde nun folge geleistet. Die Notenbank gab dann gestern die Währung frei, die drastische Abwertung folgte sofort. Was passiert in der Folge automatisch? Da umgekehrt alle Hauptwährungen wie Euro, Dollar usw drastisch teurer werden für ägyptische Käufer, werden auch alle in diesen Währungen abgewickelten Produkte deutlich teurer.

Alles, was Ägypter für den Alltagseinkauf benötigen, und was aus dem Ausland importiert werden muss, wird nun für den Bürger drastisch teurer werden, und das wohl in ganz kurzer Zeit. Daher hat bereits die Notenbank den Leitzins um 3% auf 14,75% erhöht – denn die Inflation entsteht unweigerlich durch die drastische Währungsabwertung. Kredite werden also in Ägypten auch deutlich teurer! Aber nicht nur das: Der Regierung ist anscheinend bewusst, welchen sozialen Sprengstoff man damit ausgelöst hat, auch wenn die Zentralbank formal unabhängig ist. Obwohl man den Zuckerpreis um 40% angehoben hat, hat die Armee angekündigt 8 Millionen Pakete mit verbilligten Lebensmitteln auszugeben. Ob das reichen wird bei 92 Millionen Menschen?

Ägypten hatte für die Stützung der Währung bereits Milliarden sinnlos verpulvert. Jetzt muss man abseits der Währungsfreigabe ebenfalls die „üblichen“ Bedingungen des IWF erfüllen. Wie in zahlreichen anderen Fällen ist auch hier von weiteren drastischen Reformen wie zum Beispiel dem Abbau von Subventionen die Rede. Das bedeutet was? Soziale Unruhen sind fast vorprogrammiert! Das einfache Leben der Bürger wird drastisch teurer, und das wie gesagt über Nacht, ohne Vorbereitung. Es ist kaum anzunehmen, dass die Löhne im gleichen Ausmaß nachziehen, oder? (Scherzfrage)

Die Vorteile dieser Währungsfreigabe: Der Tourismus dürfte, wenn die Ausländer die Angst vor dem Terror wieder verlieren, kräftig anziehen, da ja Europäer mit ihrer nun deutlich größeren Kaufkraft viel billiger in Ägypten Urlaub machen können. Das ist gut für die ganze Industrie, und bringt wohl langfristig mehr Arbeitsplätze. Ebenfalls dürfte die ägyptische Exportindustrie in großem Umfang profitieren, da ausländische Abnehmer (von hauptsächlich landwirtschaftlichen Produkten?) deutlich günstiger in Ägypten einkaufen können. Fazit: Per sofort wird das Leben der Bürger drastisch teurer. Mittel- und langfristig profitieren dürften der Tourismus, die Exportindustrie und auch die Bürger über neue Jobs -aber eben erst mittel- und langfristig. Den Preisanstieg bekommt man sofort!

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    4. November 2016 09:43 at 09:43

    Sehr interessanter Beitrag. 48% Abwertung, das ist heftig. Grundsätzlich ist eine freie Währung zu begrüßen, aber bei so einer abrupten Abwertung birgt das natürlich Sprengstoff. Die Inflation dürfte enorm steigen, da Ägypten einen enormen Importüberschuss hat. Da werden wohl zig Millionen Ägypter hungern müssen. Und diese IWF-Politik soll gut sein?

  2. Avatar

    bauer

    4. November 2016 10:13 at 10:13

    Sollte hier in Thailand(so wie 1997) der Thai.baht fallen wg.der Regierung z.B.,dann fahre ich nat.mit meinen Goldunzen sehr gut.
    Dieser Beitrag bestätigt mir zu Recht,daß ich für die Zukunft auf der sicheren Seite bin.
    1997 war damals 1DM 18 Baht…kurz danach waren es 29 Baht!
    Ich hatte damals meine harte D-Mark getauscht und ein Haus gebaut.
    Ab einer gewissen Summe rentiert es sich kurzfristig.

  3. Avatar

    Forexmonkey

    4. November 2016 10:17 at 10:17

    IWF ist schlimmer wie unsere EZB, noch politischer geht es kaum.

    • Avatar

      bauer

      4. November 2016 10:30 at 10:30

      Eine nicht vom Volk gewählte Organisation!
      Finanz-Diktatur eben

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Mit Devisen können Sie der Nullzins-Falle entgehen!

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Devisen - Beispielbild Geldscheine

Anleger haben es derzeit nicht leicht. Die Europäische Zentralbank intensiviert ihre Nullzinspolitik und die amerikanische Fed senkt bereits wieder die Zinsen. Die Renditen für festverzinsliche Anlagen sinken und sinken und wohlhabende Geldbesitzer müssen inzwischen bei vielen Banken bereits Zinsen auf ihre Kontoguthaben zahlen. Doch es gibt Alternativen zu Euro und US-Dollar. Andere Staaten zahlen teilweise noch üppige Zinsen für ihre Guthaben. Mit Devisen können Sie also der Zinsfalle im Euro und US-Dollar entgehen. Das hat Vorteile wie Nachteile.

Anlagen in Devisen sind heutzutage schnell und mit wenigen Mausklicks erledigt. Manche Banken in Deutschland bieten Fremdwährungskonten an, auf denen Sie Zinsen bekommen, wie sie im Land der Fremdwährung herrschen. Transferieren Sie Ihre Euros auf solch ein Fremdwährungskonto, können Sie auf jeden Fall von den Wechselkursschwankungen profitieren. Nicht immer werden Ihnen jedoch auch die im Land der Fremdwährung üblichen Zinsen gutgeschrieben. Prüfen Sie also vorher, ob Ihre Bank die Zinsen einbehält oder an Sie weitergibt.

Devisen – Zinsdifferenzen zum Euro von 14% und mehr sind möglich

Die Zinsdifferenzen können es dabei durchaus in sich haben. So beträgt der Leitzins in der Türkei derzeit 14%, in Russland 6,5%, in Brasilien 5% und in China 4,2%. Da der Leitzins in der Eurozone bei 0% bzw. für Kontoguthaben sogar oft darunter liegt, ergeben sich also Zinsvorteile von bis zu 14%.

Wenn eine Zentralbank einen üppigen Leitzins festsetzt, kann das an hoher Inflation liegen. Oder auch an einem starken Wirtschaftswachstum, das die Zentralbank mit höheren Zinsen gern steuern und beruhigen möchte, um eine Konjunkturüberhitzung zu vermeiden. Denkbar ist auch, dass das Land unter einer Knappheit an Devisen leidet und mit hohen Zinsen den Devisenabfluss eindämmen möchte. Es liegt auf der Hand, dass der Grund für die höheren Zinsen in Ihre Entscheidung für eine Fremdwährungsanlage einfließen sollte. Denn je nach Grund für die Zinsen ergeben sich für Sie auch Nachteile.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Devisen

Powell-Rede: So reagieren, Dax, Dow, Euro, Ölpreis und Goldpreis

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Fed-Chef Jerome Powell hat vorhin seine Rede begonnen, aber der Redetext wurde ja bereits vor 90 Minuten veröffentlicht. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Aussagen. Am Wichtigsten ist sein Statement, dass die Zinsen unverändert bleiben, wenn sich die Konjunkturlage nicht überraschend verändert. Die Wirtschaft laufe robust, auch wenn Risiken durch den Handelskrieg bleiben (verkürzt zusammengefasst). Und was hat der Markt bis jetzt aus diesem Statement gemacht? Die Aktienindizes reagieren positiv, Dow +99 Punkte, Dax +20 Punkte. Im folgenden Chart sieht man den Dow seit Ende letzter Woche. Mit dem kleinen aktuellen Anstieg kann er die Verluste seit gestern Abend wieder aufholen. Aber mal ehrlich. Gut 100 Punkte ist keine große Bewegung. Alles in allem sagt Powell das, was man ungefähr auch erwarten konnte.

Dow 30 seit Ende letzter Woche

Der WTI-Ölpreis steigt um 56 Cents, und damit wie so oft in direkter Parallelbewegung zum US-Aktienmarkt. Eine robuste US-Konjunktur bedeutet robuste Öl-Nachfrage, was Öl am Terminmarkt jetzt für diesen Moment etwas nach oben hilft. Im folgenden Chart sieht man den Ölpreis-Verlauf der letzten zehn Tage. Unglaublich aber wahr. Trump-Rede und Powell-Rede sind insgesamt gesehen so langweilig, dass der Ölmarkt die tagelange Seitwärtsrange nicht verlassen will.

Ölpreis seit 10 Tagen

Euro zum US-Dollar bleibt unverändert zum Zeitpunkt vor Veröffentlichung des Redetextes. Der US-Dollar Index hat seitdem 0,02 Indexpunkte eingebüßt. Der Goldpreis zeigt sich unterm Strich mit 1.463 Dollar robust nach vorher 1.462 Dollar – auch wenn er seit dem tatsächlichen Start der Rede 3 Dollar gefallen ist. Gold konnte vom Risk Off Trade seit gestern ein wenig profitieren. Kann er dieses Niveau halten und über Nacht einen kleinen Boden ausbilden? Und zu guter letzt werfen wir einen Blick auf die zehnjährige US-Anleiherendite. Die hat sich mit 1,87% nicht bewegt in den letzten 90 Minuten.

weiterlesen

Devisen

Schweizer Franken und Goldpreis profitieren von Risk Off Trade nach Trump-Rede

Avatar

Veröffentlicht

am

Schweiz Bergpanorama

Der Schweizer Franken zeigt aktuell klare Anzeichen des Risk Off Trades. Aber auch der Goldpreis zeigt eine Reaktion auf Donald Trump. Entspannung in Sachen Handelskrieg hatte sich der Markt von der gestern Abend gehaltenen Rede von Donald Trump erhofft. Aber es gab jede Menge Selbstlob, heiße Luft… und rund um den Handelskrieg blieb er vielleicht absichtlich ohne klare Aussage. Nur den Ist-Zustand und die Vergangenheit beschrieb er – wie schlimm die USA doch ausgenutzt wurden durch ausländische Handelspartner, was die vorigen US-Regierungen zugelassen hätten. Und so weiter, und so weiter (lesen Sie hier die wichtigsten Punkte seiner gestrigen Rede).

Schweizer Franken und Goldpreis profitieren von Trump-Rede

Aber was hat das alles mit dem Schweizer Franken zu tun? Nun, eine Entspannung im Handelskrieg hätte Aktienkursen und dem Ölpreis beim Ansteigen geholfen. Jetzt aber bleibt die Ungewissheit im Markt, dass es vielleicht doch eine Verschärfung des Konflikts mit China kommt. Und auch eine Verschärfung der Lage in Sachen Autozölle gegen die EU ist denkbar. Unsicherheit bedeutet, dass oft (aber nicht immer) der Risk Off Trade (hier genauer erklärt) anspringt, dass also große Investoren sich aus riskanten Anlagen wie Aktien oder Staatsanleihen aus Schwellenländern zurückziehen. Dafür „flieht“ man dann in den „Sicheren Hafen“, was in der Linie der Schweizer Franken ist, aber auch Gold.

Und so ist der Schweizer Franken gegen den Euro schon seit mehreren Tagen gestiegen. Seit Ende letzter Woche begann langsam die Aufwärtstendenz, die dann gestern Mittag an Fahrt aufnahm. Euro vs Schweizer Franken ist seitdem gefallen von 1,0975 auf aktuell 1,0898. Eine spürbare Franken-Aufwertung also! Der Goldpreis ist seit Wochen am Schwächeln, und konnte dank der gestern Abend nicht verschwundenen Unsicherheit ab 20 Uhr steigen von 1.453 auf jetzt 1.465 Dollar. Im folgenden Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit Mai. Der Kurs scheint aktuell zügig Richtung Tiefstpunkt aus September zu laufen, der bei 1,0811 lag. Wird die Schweizerische Nationalbank demnächst wieder am freien Devisenmarkt intervenieren um die Franken-Aufwertung zu bremsen? Laut aktueller Meinung von CityIndex kam es bei EURCHF zu einem Bruch unter eine Schlüsselunterstützung, nachdem das Währungspaar eine 3-Wellen-Korrektur abgeschlossen hat. Der Schweizer Franken gewinne gegen seine Konkurrenten leise an Bodenhaftung.

Euro vs Schweizer Franken seit Mai

Schweizerische Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat gestern Abend bei der US-Börsenaufsicht SEC per Pflichtmitteilung bekanntgegeben, wie viel Volumen an US-Aktien man hält. Weil die Schweizer Notenbanker ja immer mehr Schweizer Franken drucken und sie zur Franken-Schwächung gegen Euro und Dollar verkaufen, besitzen sie auch immer mehr dieser Devisen. Und dieses Geld muss irgendwo arbeiten. Und so wird die SNB ein immer bedeutenderer Aktionär an den US-Märkten. So ist ihr US-Aktienbestand auf derzeit 94,1 Milliarden Dollar angestiegen, ein neues Rekordhoch. Schon der letzte Wert im Vorquartal mit 92,7 Milliarden Dollar war ein Rekordwert.

Laut aktuellen Berichten aus der Schweiz gab es Gespräche zwischen dem Schweizer Bundesrat und SNB-Offiziellen. Diesbezüglich sind Aussagen getätigt worden, dass sich das Wirtschaftswachstum in der Schweiz zwar fortsetze, aber dass sich die Aussichten eintrüben. Die Gefahr einer Verschlechterung der Weltkonjunktur sei groß. Das internationale Umfeld an Niedrigzinsen habe sich verfestigt. Der Schweizer Franken sei laut SNB-Chef Thomas Jordan nach wie vor hoch bewertet. Daher sei die aktuelle Geldpolitik der SNB (deftiger Negativzins + Intervenieren am freien Devisenmarkt) weiterhin notwendig.

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen