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Das aktuelle Drama um Theresa May – britisches Pfund fällt weiter

Gestern traf Theresa May wichtige EU-Vertreter, unter anderem den Rats-Chef Donald Tusk. Der brachte es in seinem aktuellsten Tweet auf den Punkt. Frei übersetzt kann man sagen: Schön, dass Du uns besucht hast Theresa. Wir würden Dir gerne helfen. Nur wir wüssten nicht wie wir Dir helfen sollen, denn alles ist ja bereits verhandelt, und entgegenkommen können wir Dir nicht mehr.

Also wusste wohl niemand so recht, warum sie gestern in Brüssel war. Es war wohl nur der krampfhafte Versuch von Theresa May irgendeine Art von Aktivität zu zeigen, für die Parlamentarier in London. Schaut her, ich verhandele nochmal nach. Nur es gibt nichts nachzuverhandeln. Das machte gestern auch Jean-Claude Juncker deutlich.

Und jetzt? Ganz aktuell wird bekannt, das sich Theresa May wohl noch heute einem Misstrauensvotum in London stellen muss, wie mehrere britische Medien übereinstimmend berichten. May soll heute Mittag vor dem Parlament in London sprechen. Die erforderliche Zahl an konservativen Abgeordneten sei nun erreicht worden, um diese Abstimmung durchführen zu können. Was für ein Desaster für diese Frau, die offenbar von allen Seiten attackiert wird.

Die Abstimmung selbst könnte wohl heute Abend stattfinden. Aktuell hört man von May´s Justizminister Gauke, dass der Artikel 50 (also der Brexit) verschoben werden müsse, wenn May verliert und ein neuer Premier eingesetzt wird. Das Chaos in London scheint perfekt zu sein. Wer aktuell das britische Pfund handelt, wird wohl im Laufe des heutigen Tages und auch morgen extrem starke Nerven benötigen.

Wie wir gestern schon schrieben, war der Weg für das britische Pfund nach unten frei, nachdem das Tief bei 1,2670 aus August gestern brutal unterschritten wurde. Im aktuellen Chart sieht man die gestrige Fake-Erholung, und den aktuellen neuen Absturz. In den letzten zwei Tagen hat das Pfund gegen den US-Dollar 250 Pips verloren.

Pfund vs USD - Theresa May-Debakel
GBPUSD seit 6. Dezember.



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1 Kommentar

  1. In den letzten Wochen habe ich in manch langem Kommentar über die Voraussetzungen für eine Jahresendrallye gesprochen (Entspannung Handelskrieg, „dovishe“ Fed, kein weiterer deutlicher Einbruch der Frühindikatoren, Abbau des Optimismus u.w.) gesprochen. Derzeit hat sich vieles in diese Richtung entwickelt. Vor allem hat der Dax mit seinem 3000-Punkteeinbruch ein Gutteil Wachstumsschwäche eingepreist. Sollte sich diese Gemengelage kurzfristig nicht verschlechtern und es in der sehr pessimistischen Stimmung (kaum einer erwartet kurzfristig mehr steigende Kurse) noch zu Eindeckungen kommen, was mit jedem weiteren Anstieg immer wahrscheinlicher wird, wird sie tatsächlich noch kommen – die von vielen gehasste JER/JAR.
    Was aber noch nicht viel am Gesamtbild ändert.

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