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Das Anti Bargeld-Virus grassiert weltweit – nur an einem Ort regt sich Widerstand

Redaktion

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FMW-Redaktion

Erst Wolfgang Schäuble, dann andere europäische Funktionäre, dann die EZB, dann der Ex US-Finanzminister Larry Summers. Irgendwie haben alle über Nacht und auch noch gleichzeitig gemerkt, dass die Kriminellen und Terroristen dieser Welt das Bargeld bzw. die größten Geldscheine als Geiseln halten. Und jetzt springt dieser Anti Bargeld-Virus über nach Australien…

Bargeld
Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

Erst vorgestern berichteten wir darüber, dass Larry Summers darauf drängt, dass die USA einfach aufhören sollen den 100 Dollar-Schein zu drucken. Das wäre in der Praxis natürlich einfach umsetzbar und würde die Note schleichend abschaffen. Ein Großteil des gesamten Bargeldes wäre damit dem Bürger entzogen.

Und jetzt Australien. Auch dort will man plötzlich gemerkt haben, dass die Notenbank mehr große Banknoten druckt als im freien Umlauf sind. Wir denken es ist ein Virus, dass sich schnell verbreitet – Wissenschaftler, Politiker und Notenbanker werden davon innerhalb weniger Stunden angesteckt und verbreiten es immer weiter. Die Schlussfolgerung von Steve Worthington, Professor an der Swinburne University laut einem australischen Pressebericht: Die 100 Dollar-Noten (Australischer Dollar) werden von dunklen Mächten, also Terroristen und Kriminellen gehortet.

Und da ist es, das Virus: Der Professor nimmt direkt Bezug auf die Diskussion in den USA und Europa. Dort würde bereits aktiv darüber diskutiert den 500 Euro-Schein und 100 US Dollar-Schein abzuschaffen. Der australische 100er werde an Geldautomaten kaum ausgegeben, er würde für Steuerhinterziehung und kriminelle Geschäfte benutzt. Die Notenbank drucke mehr 100er als da draußen im Umlauf wären, also wäre die Schlussfolgerung zu ziehen, dass sie von Leuten gehortet würden, die ihre Steuern nicht zahlen wollen oder von Kriminellen, die einfach Bargeld auf die hohe Kante legen wollen. Die Vermutung liege nahe, dass so hoch notierte Geldscheine auch benutzt würden um terroristische Aktivitäten zu finanzieren.

Also, wie sieht es aus? Gibt es bald eine „konstatierte Aktion“ der weltweiten Notenbanken gegen die bösen großen Zahlen auf den Geldscheinen? Dann schlagen wir endlich zurück gegen die Steuerhinterzieher, Kriminellen und Terroristen!?

Aber wie in einem bestimmten Comic gibt es einen kleinen Ort auf dieser Welt, wo gerade eine kleine Keimzelle der Gegenbewegung entsteht. Im Schweizer Kanton Zug haben Anfang der Woche laut „Neuer Züricher Zeitung“ zwei Kantonsräte (Regionalpolitiker) die Forderung aufgestellt, dass die Schweiz einen 5.000 Franken-Schein einführen soll! Aber hallo, jetzt geht´s los? 5.000 Franken als Gelschein? Die Zuger SVP-Kantonsräte Philip C. Brunner und Manuel Brandenberg nennen ihre Intitiative

„Standesintitiative zur Stärkung der Privatsphäre und Freiheit durch die Verankerung der Bargeldnoten im Bundesgesetz über die Wärung und Zahlungsmittel (WZG) und Einführung einer 5000-Franken-Banknote“.

Puhhh, was für ein Name. Der 5.000 Franken-Schein soll nach ihrer Initivative nicht nur eingeführt, nein es sollen auch alle Geldscheine per Gesetz festgeschrieben werden, da sie ja bislang durch die Schweizerische Nationalbank im Alleingang abgeschafft werden könnten. So extrem unwahrscheinlich ist die Einführung des 5.000ers in der Schweiz nicht, denn wie man weiß: dort ist das Volk der Chef. Kommt man damit zu einer Volksabstimmung, was sollte die Bürger davon abhalten dafür zu stimmen?

Die Initiative spricht von „Bargeld als persönliche Waffe der garantieren Freiheit“. Mit der gesetzlichen Verankerung würde Bargeld gestärkt werden, so Brunner und Brandenberg. Bargeld sei geprägte Freiheit und dazu geeignet „den Staat mit seinem immer wieder aufkommenden überbordenden Totalitätsanspruch in die Schranken zu weisen“.


7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Josch

    19. Februar 2016 10:20 at 10:20

    Nachdem die westlichen Eliten die Kontrolle über das weltweite Finanzsystem zu verlieren im Begriff sind, wird eben das Geld abgeschafft. Kein Bankrun, keine Schuldenbegleichung, Totalkontrolle aller Finanzströme- und Bewegungen und zugleich Russland und China, die auf riesigen Goldreserven sitzen, die ihnen dann nicht das Geringste mehr nützen würden. Bleibt abzuwarten, ob die Weltgemeinschaft sich diesem Diktat zu unterwerfen bereit sein wird.

  2. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    19. Februar 2016 11:20 at 11:20

    So ist es! Die sollen erst mal schauen, die Steueroasen und Steuerschlupflöcher der Großkonzerne und dem „Geldadel“ zu stopfen. Das bringen sie seit Jahren nicht zustande, aber das Bargeld abschaffen, da wären sich alle einig und wie es scheint auch schnell umsetzbar.
    Für mich gibt es da eine Kausalkette, die für Leute mit gesundem Menschenverstand, sehr leicht durchschaubar ist.

  3. Avatar

    oscar

    19. Februar 2016 12:07 at 12:07

    aber, aber, natürlich wird es durchgesetzt werden. seit wann hat der steuerzahler lemming hier in diesem land überhaupt noch was zu melden…ausser nazis und fremdenfeindliche zu hauf. alles was bisher angekocht wurde oder durch strohmänner verbal vorbereitet wurde, ist umgesetzt worden. mal zurüchschauen. was den meiste menschen halt lästig oder zu unbequem ist.
    solange wir diktaturen ala eu haben , vom eigenen schizophrenem land ganz zu schweigen, wird es genau so kommen. wie bitte soll der machtapparat problemlos an das geld der in sippenhaft genommenen michels, ähm sry souverän, kommen? das ist ultra kapitalistische, finanzdiktatur in reinkultur. und der bürger …er wird es akzeptieren…(müssen) ! ohne zu murren….dafür bauen wir ja auch mit hilfe der zügellosen einwanderung latent einen polizeistaat auf. mir wird gerade leicht übel.

  4. Avatar

    Argonautiker

    19. Februar 2016 13:08 at 13:08

    Stimmt, Terroristen werden sich sicherlich durch die Abschaffung der großen Geldnoten abhalten lassen und dann einfach friedlich. Wäre vielleicht noch zu klären, ob Terroristen schon als Terroristen zur Welt gekommen sind, oder ob Terroristen deshalb Terroristen wurden, weil die Herrschende Macht deren Lebensweise vollkommen unterdrückt haben, sodaß sie über die Jahre, außer aggressiv gegenüber ihren Unterdrückern zu werden, keine Lösung sahen.

    Überall große Noten abschaffen und in der Schweiz extra Große einführen, sieht mir eher nach einer Monopolschaffung zur Illegalität der Eliten aus. Die Schweiz bietet sich dazu doch geradezu an, da es ihrer Tradition entspricht, und sich die Sauberwestenillegalität gerade dort doch eh die Hand gibt. Also die Menschen, die zwar zum Beispiel Krisenherde bewaffnen, damit Terror dort so richtig mächtig werden kann, aber Gewalt natürlich zutiefst verabscheuen. Ist halt ein Geschäft. Was können sie dafür, was die Leute mit ihren Waffen dann machen? Vielleicht sollte man deren Kinder, wenn sie streiten, auch mal scharfe Waffen zum Spielen geben, aber dabei natürlich sagen, daß sie damit nur spielen dürfen, alles andere wäre von Übel, weil Gewalt wäre zutiefst verabscheuungswürdig.

    Auch, daß Bargeld auf einmal Freiheit bedeutet, halte ich gelinde gesagt für Blödsinn. Monopolisiertes Geld hat schon immer ein Sklavensystem erzeugt, weil einige Wenige, nämlich die Gelderzeuger, was dürfen was Andere nicht dürfen. Nämlich sich Geld drucken, obwohl sie noch nichts dafür geleistet haben. Es ist lediglich so, daß Bargeld gegenüber reinem Giralgeld ein weniger zwanghaftes Sklavensystem wäre, mehr aber auch nicht.

  5. Avatar

    bigben

    19. Februar 2016 13:15 at 13:15

    die ganze bargelddiskussion hat nach dem treffen zwischen merkel und draghi begonnen. ich liege daher wahrscheinlich falsch, wenn die ezb im märz den zins von 0,05 auf -0,1 senkt. ;)

    einfach mal ins kalkül einbeziehen, was währe wenn …

  6. Avatar

    EuroTanic

    19. Februar 2016 15:12 at 15:12

    Ich bin für Bohnen als gesetzliches Zahlungsmittel. Die kann man wenigsten notfalls essen

  7. Avatar

    Argonautiker

    19. Februar 2016 18:50 at 18:50

    Da kommen wir wieder hin, wenn „Die“ so weiter machen. Vielleicht wären Bohnen also die Lösung, um nicht „da hin“ zu kommen. :-)

    Es steht zu befürchten, das „Die“ aber genau da hin wollen, weil sie die Zeit seit Lehman dazu genutzt haben, und über die Hintertür mittels QE Geld, in echte Güter gegangen sind. Wie passend, daß die gerade so billig geworden sind.

    Es ist natürlich ebenso reiner Zufall, daß dieses billige Geld kaum in der produzierenden Wirtschaft oder beim Konsumenten ankommt. Wieso bloß?

    Wahrscheinlich ist es auch reiner Zufall, daß ein großer Krieg zum Anschub einer neuen Währung und zum formatieren der kollektiven Bewußtheit, schon bereit steht.

    Nein, mein Sieger, alle haben geraubt, gemordet und vergewaltigt, nur Du nicht, gut daß du gekommen bist, um uns zu befreien. Befiehl und wir folgen Dir.

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So tickt die Börse: Grenke, Wirecard und Steinhoff: Die Schwachstelle im System

Stephan Heibel

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am

Grenke droht nach Wirecard zum nächsten Debakel für die Börse zu werden, wenn das Unternehmen nicht schleunigst alle Vorwürfe entkräftet. Ich habe den Blick auf Gemeinsamkeiten mit Wirecard und Steinhoff geworfen und mit Hilfe eines Kunden die Schwachstelle im System gefunden, die Betrügereien zumindest ermöglicht. Ob Grenke die Schwachstelle genutzt hat, ist noch offen.

Nach Steinhoff und Wirecard spekuliert Fraser Perring nun auf betrügerische Machenschaften bei Grenke Leasing. Über seine Researchfirma Viceroy (Vize-König) hat er eine 64 Seiten lange Analyse zu Grenke veröffentlicht, die den Aktienkurs um über 50% hat einbrechen lassen. Das pikante daran: Perring selbst ist im Vorfeld der Veröffentlichung der Vorwürfe massiv short gegangen, verdient sich also eine goldene Nase an dem Kurseinbruch.

Inzwischen hat Firmenpatriarch Wolfgang Grenke zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Wir befinden uns meiner Einschätzung nach erst am Anfang einer Auseinandersetzung, die in den kommenden Wochen und Monaten mit immer neuen Details Anleger verunsichern wird. Ausgang ungewiss.

Da es sich um eine Masche handelt, die sich zu wiederholen scheint, habe ich mich ein wenig dahinter geklemmt, was nun wirklich das Problem ist. Stark geholfen hat mir dabei ein Kunde, der bei einem US-Unternehmen vor vielen Jahren entsprechende Machenschaften aufgedeckt hatte. Das System ähnelt sich immer wieder. Ich will versuchen, die Schwachstelle im System zu identifizieren, damit wir als Anleger das Risiko besser einschätzen können.

Es gibt verschiedene Wege, immaterielle Vermögensgegenstände zu Geld zu machen. Ich denke mir hier mal ein eigenes Beispiel aus: Die Software, die ich zum Betrieb des Heibel-Tickers entwickeln ließ, hat mich viel Geld gekostet. Da ich ohne die Software meinen Laden nicht betreiben könnte und ich sehe, was ich dadurch verdiene, ist die Software für mich subjektiv ein Vielfaches dessen wert, was ich dafür ausgegeben habe. Doch niemand möchte mir einen entsprechenden Geldbetrag dafür geben, denn für Dritte ist meine individuelle Software nahezu wertlos. Daher laufen Entwicklungskosten bei mir als Kosten und nicht als Investition. Einen Wert erschaffe ich damit nicht.

Wenn man nun hohe Wachstumsziele verfolgt und jeden Cent locker machen möchte, um ihn zu investieren, dann ärgern einen diese Kosten. Ich kann den Wert meiner Software nicht als Sicherheit hinterlegen, weil es niemanden gibt, der der Software einen in meinen Augen auch nur annähernd fairen Wert bemisst. Also könnte ich doch eine Auslandsgesellschaft gründen und diese kauft mir meine Software für meinen Wunschpreis ab. Das Geld für den Kauf erhält die Auslandsfirma aus einer anderen Abteilung meines Unternehmens und so fließen meinem Unternehmen Bargeld zu, während irgendwo anders eine Forderung entsteht. Die Forderung ist natürlich, und davon wäre ich als Unternehmensgründer überzeugt, durch den hohen Wert der Software sehr gut besichert.

Okay, hier verlassen wir meinen kleinen Heibel-Ticker als Beispiel, denn hier ist nun schon ein Konzern mit einer etwas komplexeren Struktur erforderlich.

Nun kommen die Wirtschaftsprüfer ins Spiel: Alle Gesellschaften, also sowohl die Konzernmutter in Deutschland als auch die Töchter in Luxemburg, Malta, Dubai und Brasilien (das sind nur zufällig Standorte von Grenke-Töchtern), werden dann von lokalen Wirtschaftsprüfern geprüft. Da kommen dann ein paar hochbezahlte und erfahrende Akademiker für mehrere Tage in die Räume des Unternehmens, drehen alles auf links und schauen nach, ob die jeweiligen nationalen Gesetze eingehalten wurden.

In Brasilien wird nicht geprüft, ob deutsche Gesetze eingehalten wurden. Es werden die jeweiligen Jahresabschlüsse nach den nationalen Gesetzen testiert.

Nun kommt der Konzernbilanzbuchhalter ins Spiel. Er übernimmt die Zahlen der einzelnen Landesgesellschaften und „konsolidiert“ sie in die Konzernbilanz. Bei diesem Vorgang würde dann der obige Softwarekauf herausgerechnet, da es sich um ein internes Geschäft handelt. Doch bei der Konsolidierung befinden wir uns in einem Bereich, den ich als anfällig bezeichnen würde: eine Schwachstelle.

Denn selbst im SAP-System gibt es noch kein ausgereiftes Modul, das diese Problematik zufriedenstellend gelöst hat. Bei meinen Recherchen habe ich in Erfahrung gebracht, dass SAP mit einem Partnerunternehmen derzeit ein solches System entwickeln möchte. Bis heute ist im SAP-System noch viel Handarbeit erforderlich, um die Konsolidierung umzusetzen. Viele Unternehmen haben an dieser Stelle eigene Lösungen entwickelt, die inzwischen vollautomatisch laufen, aber einen internationalen Standard gibt es noch nicht. Zu komplex sind die Anforderungen durch die Vielzahl der Geschäftsmodelle und die Vielzahl der beteiligten Länder bis hin zur Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten bzw. Handlungsspielräumen.

Wir haben es hier also mit testierten Zahlen zu tun, die im Zuge der Konsolidierung in einer Art verwendet werden, die nicht internationalen Gesetzen unterliegen. Es gibt Best Practice Vorschriften für Buchhalter, es gibt Empfehlungen und Leitlinien, aber meines Wissens riskiert ein Buchhalter, der im Rahmen der Konsolidierung „Fehler“ macht, nicht Kopf und Kragen, sondern erst einmal nur eine Rüge, sollte es auffliegen. „Hoppla, da ist mir wohl ein Fehler unterlaufen“.

Auch die Konzernbilanz wird natürlich geprüft. Doch ist es dem Prüfer nicht zuzumuten, sämtliche oben genannten Feinheiten zu überblicken. Er muss die konsolidierten Zahlen als gegeben hinnehmen und prüft deren Konsistenz, nicht aber Herkunft. Fragen über die Herkunft wird der Konzernbilanzbuchhalter beantworten und da können Sie von ausgehen, dass er eine plausible Erklärung hat, denn er kennt das Geschäft ja wesentlich besser als der Prüfer.

Auch die Herkunft wird jedoch geprüft. Der oben genannte Kunde erzählte mir aus seiner Erfahrung, dass alle 5-6 Jahre zwei Hochschulabgänger von der Konzernzentrale in einzelne Landesgesellschaften geschickt wurden, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Erfahrene Prüfer wurden kaum eingesetzt, da es sich hierbei um einen Pflichtbesuch handelte, nicht jedoch um eine Pflichtprüfung: Zur Pflichtprüfung würde es nur werden, wenn falsche Ergebnisse teuer würden. Mangels entsprechender internationaler Sanktionsmechanismen in diesem komplexen Umfeld ist es für Prüfungsgesellschaften ökonomisch sinnvoll, dort ein paar günstige Arbeitskräfte hinzuschicken. Diese Frischlinge hören sich dann vor Ort mit stauenden Augen die Hintergründe zu den Zahlen an und glauben letztlich alles, was ihnen erzählt wird.

Nach einigen Jahren könnte der Konzern dann die 100%ige Softwaretochter aus Brasilien wieder übernehmen und in den Konzern eingliedern. Die Softwarefirma hat eine Software im Bestand, die über Jahre einen stabilen Wert ausgewiesen hat. Der entsprechende Kredit der Firma wird dann vom Konzern unter gleichen Bedingungen mit der gleichen Bescherung weitergeführt. Über die Zeit bläht sich die Bilanz des Unternehmens auf.

Grenke nutzt eine Partnerfirma im Ausland, CTP, um Leasingfirmen im Ausland zu betreiben. Diese Leasingfirmen werden nur dann zu Töchtern (also gekauft), wenn sie sich als erfolgreich zeigen. So werde das Risiko ausgelagert, sagt Patriarch Wolfgang Grenke. Viceroy Research behauptet, diese Auslandstöchter würden keinen Gewinn abwerfen, sondern nur über immer höhere Kredite einer anderen Konzerntochter, Grenke Finance, subventioniert.

In der Telco wurde Grenke nach den Eigentümern von CTP von VOR 2020 gefragt und ist einer Antwort ausgewichen, was von Perring über Twitter sofort mit Wirecard verglichen wurde, die auch lange Zeit Fragen zu Verhältnissen zwischen Partnergesellschaften nicht beantworten wollte. Mann Oh Mann, echt spannend!

Natürlich dürften Unternehmensteile Verluste erwirtschaften, das macht das ganze System noch nicht korrupt. Beispielsweise könnte so strategisches Wachstum verfolgt werden.

Ich würde die Situation derzeit so beschreiben: Es ist durchaus möglich, über ein Netz von Auslandsgesellschaften Zahlen vorzutäuschen, die nicht der Wirklichkeit entsprechend. Es gibt deutliche Schwachstellen in unserem System und es gab immer wieder Unternehmen, die diese Schwachstellen betrügerisch ausgenutzt haben. Viceroy hat nun bei Grenke viele Elemente entdeckt, die auch Unternehmen ausgewiesen haben, die diese Schwachstellen betrügerisch genutzt haben. Das allein reicht jedoch noch nicht, um Grenke den Betrug nachzuweisen.

Wer jetzt in Grenke investiert, weil die Aktie „günstig“ ist, der sollte sich der Gefahr bewusst sein. Sollten sich die Vorwürfe als richtig herausstellen, ist die finanzielle Basis des Leasing-Anbieters gefährdet. Grenke ist nun gefordert, die Vorwürfe vollumfänglich zu entkräften. Das ist, sofern Grenke sauber wirtschaftet, ärgerlich, weil es ein Riesenaufwand bedeutet! Auf der anderen Seite ist es natürlich auch sehr riskant, wenn Grenke tatsächlich die oben genannte Schwachstelle das ein oder andere Mal genutzt haben sollte.

Wer also in Grenke spekulieren möchte, der sollte forensische Blanzprüfungsfähigkeiten haben, um sich eine Meinung zu bilden. Andernfalls gilt meine alte Regel: Bilanzierungsunregelmäßigkeiten = Finger weg! Warten wir’s ab, denn der Ausgang ist einmal mehr ungewiss.

Einer, der öffentlich darauf spekuliert, dass an den Vorwürfen nichts dran ist, ist Fondsmanager Hendrik Leber von Acatis. Mindestens genauso wichtig wie das, WAS gesagt wird, ist, WER sagt es. Acatis ist mit 5,02% Anteilen an Grenke einer der Großaktionäre des Konzerns. In der Situation, wie sie ist, hat Leber keine andere Wahl, als die Vorwürfe als haltlos zu bezeichnen. Er hatte drei Möglichkeiten: Viceroy zustimmen, dann wäre seine Beteiligung schon morgen wertlos. Das kann er seinen Anlegern nicht antun, in diesem schlimmsten Fall müsste er zumindest versuchen, die Beteiligung noch irgendwie mit Verlusten loszuschlagen. Möglichkeit zwei wäre „nichts sagen“. Das kann ein so wichtiger Aktionär nicht ewig tun, sein Schweigen würde ihm irgendwann negativ ausgelegt. Möglichkeit 3 ist, die Vorwürfe als haltlos zu erklären. Entweder er trennt sich nun von seiner Beteiligung unter Verlust, oder aber er hat recht und steht am Ende als Fels in der Brandung da. Ungeachtet dessen, ob Leber tatsächlich weiß, was los ist, ist seine Aussage damit ziemlich wertlos, schade.

Ich bleibe am Ball und werde Updates in meinem Heibel-Ticker veröffentlichen. Bei Interesse geht es zur Anmeldung über www.heibel-ticker.de

So tickt die Börse

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Banken: Nach den großen jetzt die kleinen – Aufseher biegen Vorgaben zurecht

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

In der aktuellen Coronakrise sieht man es in vielen Bereichen. Wo es nicht passt, wird es von staatlicher Seite eben passend gemacht. Das ändert nichts an der miesen Lage, aber es sieht dann eben optisch besser aus. So zum Beispiel bei zahlreichen Zombieunternehmen, die auch nach der Krise wohl nicht wieder gesunden werden, die aber dank Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Jahresende weiter machen können. Völlig überschuldet, aber noch liquide. Läuft. Und die Banken, die bekamen auch schon Hilfe.

Aufsicht hilft Banken mit verschiedenen Maßnahmen

Seit März müssen die Banken Kredite, die sie ihren Kreditnehmern gestundet haben, nicht als Kreditausfälle abschreiben. Also sind offiziell keine Verluste sichtbar, obwohl diese Kreditforderungen in vielen Fällen wohl ganz oder teilweise wertlos sind. Und heute verkündet die BaFin, dass die kleineren Banken in Deutschland, die unter direkter Aufsicht der BaFin stehen, ab dem 22. September bis Juni 2021 eine Erleichterung erhalten. Es wird ihnen nämlich erlaubt „gewisse Risikopositionen“ gegenüber der Zentralbank zeitlich befristet nicht zu berücksichtigen, wenn sie die Verschuldungsquote berechnen. Details der Regelung und den Voraussetzungen zur Nutzung kann man hier nachlesen. Weiter sagt die BaFin heute, Zitat:

Der europäische Gesetzgeber hat mit Artikel 500b der Europäischen Eigenmittelverordnung (Capital Requirements Regulation – CRR) vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie eine zeitlich befristete Möglichkeit geschaffen, um gewisse Risikopositionen aus der Berechnung der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) auszunehmen. Dies soll die Durchführung geldpolitischer Maßnahmen erleichtern. Gemäß Artikel 500b der CRR erklärt die BaFin nach Konsultation der Europäischen Zentralbank (EZB) als betroffener Zentralbank und in Koordination mit der Deutschen Bundesbank, dass außergewöhnliche Umstände vorliegen, die diesen Ausschluss rechtfertigen.

Die selbe Erleichterung zur Berechnung der Verschuldungsquote bei Banken hatte die EZB als Aufsichtsbehörde letzte Woche schon den großen Banken gewährt, die unter ihrer direkten Aufsicht stehen. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unseren heutigen Artikel über eine aktuelle Veröffentlichung der Bundesbank, wonach die Banken in Deutschland (als Gesamtbetrachtung) letztes Jahr 2 Milliarden Euro Verlust gemacht haben, nach 12,2 Milliarden Euro Gewinn in 2018.

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Bundesbank veröffentlicht erschreckende Zahl für deutsche Banken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Banken in Frankfurt

Die Coronakrise trifft die Wirtschaft und auch die Banken, das ist verständlich. Aber bei der folgenden Zahl möchten wir betonen, dass es um das Gesamtjahr 2019 geht, also die Zeit noch vor dem Ausbruch der Coronakrise. Las man die großen Medienpublikationen, dann lief ja noch in 2019 alles total rosig in der Wirtschaft. Gut, hier und da eine „kleine Delle“ bei den Autoherstellern. Aber es gab doch de facto Vollbeschäftigung, die Steuereinnahmen sprudelten. Alles war doch irgendwie in Ordnung?

Nein, einige Kritiker wie zum Beispiel Markus Krall weisen seit Jahren auf eine schwelende Krise hin, und auch speziell auf den sich immer weiter fortsetzenden Niedergang der Banken. Und dieser Niedergang sei eine sehr, sehr ernste Angelegenheit für die ganze Volkswirtschaft. Denn wenn Banken Verluste machen, schrumpft ihr Eigenkapital. Und je weniger Eigenkapital, desto weniger neue Kredite können Banken vergeben. Denn jeder Kredit muss mit einem gewissen Eigenkapital-Anteil als Sicherheit für Kreditausfälle hinterlegt werden.

Bundesbank präsentiert Jahresverlust für deutsche Banken

Und jetzt sehen wir was? Die Bundesbank schreibt ganz frisch in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht September, dass die deutschen Banken in der Gesamtbetrachtung (im Jahr 2019) 2,2 Milliarden Euro Verlust nach Steuern gemacht haben. Und das nach einem Gewinn in 2018 in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Und wie gesagt, in diesen 2,2 Milliarden Euro Verlust im deutschen Bankensystem war die gesamte Coronakrise ja noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die kommt erst im folgenden Jahr 2020 noch oben drauf.

Der Chart im folgenden Tweet der Barkow Consulting zeigt, wie die deutschen Banken also zu Ende letzten Jahres insgesamt ins Defizit gerutscht sind, nach jahrelangen Gewinnen. Zuletzt waren sie im Zuge der Finanzkrise 2008 zwei Jahre im Minus gewesen. Zur Ehrenrettung der Bankenbranche darf man erwähnen, dass die Großbanken diesen Verlust im Jahr 2019 verursacht haben. Die große Bundesbank-Tabelle zeigt Finanzdaten nach Bankensektoren. Nur die Großbanken machten Verlust. Sparkassen, Volksbanken etc lagen in der Gewinnzone. Aber abwarten, wie das Gesamtjahr 2020 aussehen wird! Können die Zahlen möglicherweise optisch deutlich besser ausfallen, als sie es tatsächlich sind? Denn bis Ende September gilt eine Sonderregel, nach der Banken wegen Corona gestundete Kredite nicht als Kreditausfall abschreiben müssen. Wird diese Sonderregel bis Jahresende verlängert, könnten die Jahreszahlen der Banken für 2020 rein optisch weniger katastrophal aussehen.

Grafik zeigt Finanzdaten deutscher Banken im Jahr 2019

Hier auszugsweise Aussagen der Bundesbank im Wortlaut:

Die Betrachtung der einzelnen Bankengruppen zeigt, dass die Gesamtentwicklung wesentlich durch die Großbanken getrieben wurde. Vor allem aufgrund eines negativen Sondereffekts infolge des strategischen Umbaus bei einem Institut verringerten sich bei den Großbanken der Zins- und Provisionsüberschuss, wodurch die Großbanken einen starken Rückgang ihrer operativen Erträge um 3,1 Mrd € auf 27,6 Mrd € verzeichneten. Die Sparkassen wiesen 2019 mit 29,7 Mrd € um 0,9 Mrd € geringere operative Erträge aus als noch im Jahr zuvor. Die Kreditgenossenschaften konnten hingegen ihre operativen Erträge im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Mrd € auf 22,1 Mrd € steigern. Den mit 1,6 Mrd € größten Anstieg bei den operativen Erträgen auf 20,8 Mrd € im Jahr 2019 verzeichneten die Regional- und sonstigen Kreditbanken.

Auch die Entwicklung der Eigenkapitalrentabilität wurde wesentlich durch den Sondereffekt bei einem Institut aus der Gruppe der Großbanken getrieben. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern in dieser Bankengruppe brach von 1,14 % im Vorjahr auf – 16,63 % im aktuellen Berichtsjahr ein.

Die Eigenkapitalrentabilität der Sparkassen sank

leicht um 0,33 Prozentpunkte auf 6,86 %. Dagegen steigerten die Kreditgenossenschaften ihre Eigenkapitalrentabilität um 1,04 Prozentpunkte auf 9,23 % und näherten sich damit anders als die Sparkassen ihrem langfristigen Mittel (10,76 %) an.

Chart zeigt Eigenkapitalrentabilität der Banken

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