Folgen Sie uns

Allgemein

Das Brexit-Pfund und der mögliche Kontraindikator beim Gold-Short

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wie wir vor Kurzem schon schrieben: Das Pfund ist derzeit wieder voll im Brexit-Modus, zumindest jenseits der Charttechnik. Unglaublich, dass eine Währung wie das Pfund wochenlang und jetzt wohl monatelang je nach Nachrichtenlage nur wg. dem möglichen Brexit so deftig schwanken kann. Heute hauen einige Trader in London (mal wieder) auf die Pauke und werfen mit GBPUSD-Kurszielen von 1,20 um sich, oder auch 1,35.

Wie auch immer. David Cameron, der ja UK in der EU halten will (unter veränderten Bedingungen), dürfte nicht gerade beliebter geworden sein, als gestern der Name seines toten Vaters im Zusammenhang mit den Panama Papers auftauchte. Auch wenn er damit wohl nichts zu tun hat, bringt das gefühlt den „Wähler auf der Straße“ wieder ein Stück mehr gegen das Polit-Establishment auf. Für die Zocker hieß das: Pfund shorten, eine Story für Abwärtsphantasie ist da – wie gesagt, jenseits von Charttechnik. Wir meinen das Pfund ist im Brexit-Modus, da sind die ständigen Meldungen im Augenblick kursbeeinflussender als Widerstände, Kanäle etc. Aber das ist ja zum Glück Ansichtssache.

Dieser Chart zeigt, dass der Euro gegen den Dollar seit Anfang des Jahres deutlich besser performt als das Pfund, das abwertet. Das für das Pfund wichtigste Währungspaar Pfund/Dollar (GBPUSD oder auch Cable genannt) ging heute schon runter auf die runde Marke von 1,40, wo man erstmal abprallte. Darunter zu sehen ein Langfristchart fürs Cable. Rutscht der Preis unter das 2008er-Tief von 1,35, liegt der Kurs so tief wie seit den 1980er-Jahren nicht mehr. Der Handel ist momentan rein gefühlsmäßig so labil, dass auch schon vor einem tatsächlichen Brexit durch eine bestimmte Nachricht ein Rutsch auf historische Tiefs geschehen könnte. Man denke nur an die News vom Londoner Bürgermeister Boris Johnson er befürworte den Brexit. Was, wenn erstmal etwas richtig ernstes geschieht? Ein Terroranschlag in UK, der den Wunsch nach mehr Abschottung verstärkt?

Pfund Dollar Euro Dollar
Die Entwicklung von EURUSD (schwarz) und GBPUSD (orange) seit September 2015.

GBPUSD
GBPUSD seit den 1970er-Jahren.

Gold

Der „große“ Goldman Sachs-Stratege Jeffrey Currie sagt öffentlichkeitswirkam bei CNBC „Verkaufen Sie Gold“. Damit tritt er in Konkurrenz zu JP Morgan, dessen Guru Marko Kolanovic erst vor zwei Wochen sagte „Kaufen Sie Gold.“ Kolanovic sieht vor allem Abwärtsdruck im Dollar als Argument pro Gold. Goldman hingegen erwähnt genau die gegenteilige Meinung. Durch weitere Zinsanhebungen gäbe es einen steigenden Dollar in 2016 und damit Abwärtsdruck für den Goldpreis. Statt zwei avisierten geht Currie von drei Zinsanhebungen in 2016 aus. Sein Statement: „…und was bedeuten höhere Zinsen für den Goldpreis? Runter damit.“

Also, wer hat jetzt recht?

Goldpreis
Der Goldpreis seit November 2015.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Hanz

    6. April 2016 18:47 at 18:47

    Na ich hoffe doch Jeffrey Currie hat recht !
    Bin Short!!!
    Kurzfristig Natürlich ;-)

  2. Avatar

    Mo Gerret

    11. April 2016 03:06 at 03:06

    Nun ja, Hoffnung ist falsch am Platze!
    Vor allem sollte man nicht auf dieses Gequake von Goldman Sachs und Co.hören.
    Denn auch hier gilt: Singen die Dicken, kommen die kleinen mit ihrem Geld angetanzt!
    Denn wer ständig auf solche Parolen hört, wird eines Tages feststellen, dass all dieses nur Geplänkel ist.
    Der Kleinanleger lässt sich so nur all zu leicht in die gewünschte Richtung lenken.
    Das Rezept ist die Gier und der Egoismus des Menschen!
    Jeder möchte gern, wird zum Schluss aber nix mehr haben!
    Also, Finger weg von der Börse, oder selber logisch denken lernen!
    mfg
    und passt auf euer Geld auf!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

weiterlesen

Allgemein

Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

weiterlesen

Allgemein

Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen