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Verwirrung um den Oil Freeze geht immer weiter – Russland auf Post Sowjet-Rekordniveau

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Russland hat im März 10,91 Millionen Barrels Öl pro Tag gefördert. Das ist zwar mit +0,27% nur unwesentlich mehr als 10,88 Millionen im Februar, aber Anstieg ist Anstieg! Dabei hatten doch Anfang Februar Russland und Saudi-Arabien als Schwergewichte den so hoch angepriesenen „Oil Freeze“ ins Rollen gebracht. Wir frieren unsere Fördermenge ein. Die Nachfrage steigt nach und nach an auf das Niveau unserer eingefrorenen Angebotsmenge, und so kommen beide Seiten zu einer Ausbalancierung. So sieht (irgendwie) der Plan aus.

Aber wenn Russland als Hauptinitiator des Oil Freeze sich schon nicht daran hält… auch der zweite große Player Saudi-Arabien sagte ja vor Kurzem man wolle eigentlich ja nur mitmachen, wenn auch der Iran mitmache… Am 17. April ist ja das Mega-Treffen in Doha Katar angesetzt, wo quasi die Weltgemeinschaft der Ölförderer aus OPEC und Nicht OPEC-Staaten zusammenkommt. Irgendwie sind sich alle einig, dass etwas geschehen soll, aber der Iran und Libyen wollen nicht mitmachen. Und wie wir alle ja vor Kurzem gelernt haben, machen die Saudis auch nicht mit, weil der Iran fernbleibt. Ach ja, Kuwait äußerte Ähnliches.

Heute nun hört von man von verschiedenen Öl-Funktionären „doch doch, ein großes Agreement am 17. April sei möglich, auch ohne den Iran, kein Problem.“ (sinngemäß zusammengefasst) Das mag auch sein, ein Blatt Papier mit unverbindlichen Absichtserklärungen und Unterschriften wird sicherlich zustande kommen, dazu noch ein schönes Gruppenfoto. Aber was nützt es, wenn der Iran weiter erhöht, und Russland auch weiter erhöht, obwohl man ja offiziell eine Einfrierung will? Da kommt man irgendwie nicht mit als Außenstehender.

Russland ist eh so ein Thema. Der Anstieg auf aktuell 10,91 Millionen Barrels pro Tag ist ein Post-Sowjet-Rekord, wie man es in der Ölbranche bezeichnet. Seit dem Ende der Sowjetunion hat Russland nicht mehr so viel gefördert wie heute. 1987 waren es noch knapp 11,5 Millionen Barrels pro Tag. Sagen wir mal auf dem März-Level bleibt man stehen bei 10,91 Mio pro Tag – was schmerzt es da Wladimir Putin und seine Ölkonzerne, wenn man jetzt für sagen wir mal beispielsweise ein Jahr die Produktion einfriert, aber auf einem absoluten Rekordniveau seit 1987? Auch andere Produzenten fördern auf Rekordlevels – der Irak pumpt wie wahnsinnig, der Iran erhöht wohl bis Jahresende auf gut 4 Mio pro Tag.

Wir bleiben bei unserer Meinung – der Oil Freeze ist eher eine Marketing-Kampagne der Ölproduzenten außerhalb der USA. Lasst den Ölpreis bitte bitte bitte ein wenig ansteigen, aber bitte nicht zu viel – sonst rutschen die (nervigen?) Fracking-Unternehmen in den USA wieder in die Gewinnzone. Wahrscheinlich wird es die nächsten 10 Tage bis zum 17. April so weitergehen. Ölminister, OPEC-Abgesandte aus diversen Ländern und auch Funktionäre von außerhalb der OPEC werden alle mal dies, mal das behaupten. Und am 17.April gibt es dann ein schönes Agreement. Man darf gespannt sein, ob sich alle (vor allem Russland) daran halten, wenn der Iran (auch der Irak?) munter weiter erhöht.

Der gestrige Rückgang der Öl-Lagerbestände in den USA um 4,9 Mio Barrels hatte kurzzeitig für einen Anstieg im Ölpreis gesorgt. Aber wie man gut im Chart sehen kann, ist der Rückgang bei den Lagern bis jetzt nur ein kleiner Downtick in einer langen Aufwärtsentwicklung. Die Lager sind nach wie vor viel zu voll. Der Ölpreis ist auch gerade wieder dabei die Gewinne von gestern abzugeben. Das kann sich alles schnell ändern, aber dies ist jedenfalls aktuelle Stand.

Öl-Lagerbestände

Ölpreis
Der WTI-Preis seit gestern früh.

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