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Das erste Quartal ist abgehakt – kann jetzt die Korrektur kommen?

Wall Street: Von „zu Tode betrübt“ auf „himmelhoch jauchzend“, kann das gutgehen?

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Wenn das kein Swing war an den US-Börsen! Nach dem schlechtesten Jahresschlussquartal seit 1931, jetzt der beste Jahresbeginn seit 1991 mit 14% plus im S&P 500 – von „zu Tode betrübt“ auf „himmelhoch jauchzend“, kann das gutgehen?

 

Das etwas größere Bild

Ich will jetzt gar nicht die Gründe für den famosen Anstieg seit Jahresanfang wiederholen, die hier schon öfters aufgezählt wurden; nur ganz kurz die Wesentlichen: Die 180-Grad-Wende der Fed, die Schieflagen der verprügelten Hedgefonds, die in eine Shortsqueeze mündete, oder den tiefsten Fear&Greed-Indexstand seit Menschengedenken (2 Punkte) und nicht zuletzt ein Window Dressing letzte Woche. Schnee von gestern.

Bevor ich auf die kurze Sicht zu sprechen komme, noch ein paar Faktoren, die das Börsenumfeld wieder stützen könnten. Die großen Notenbanken der Welt haben quasi konzertiert eine weitere Phase des billigen Geldes eingeleitet, die EZB und die BoJ mit einer Verlängerung des Nullzinsprogrammes, die Chinesen mit massiver Senkung der Mindestreserveanforderungen für die Banken, Steuersenkungen u.w. und die USA mit dem dovishen Salto. Was dabei noch etwas unterging, ist die Tatsache, dass die EZB italienischen Banken zielgerichtete langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) zukommen lässt, diese saugen dieses billige Kapital auf und kaufen im Gegenzug Staatsanleihen. Daher befinden sich auch die italienischen Renditen auf der Höhe der amerikanischen Bonds.

2018 hatten die Zinsanhebungen der Fed und die Maßnahmen der Bilanzreduzierung den Märkten Kapital entzogen – die Folge war ein Einbruch in den Aktienmärkten. Ich habe mich am vergangenen Börsentag (30.3.) in München mit Dr. Jens Erhardt nach seinem Vortrag über dieses Thema unterhalten.

Seine Ansicht: Der monetäre Faktor (das Thema seiner Doktorarbeit in den 70-er-Jahren) ist wieder im Spiel und es liegt in der Hand der Notenbanken, ob die lange Börsenhausse noch eine Runde dreht. Zudem läuft immer noch das etwas perfide Spiel mit den Aktienrückkäufen – 2019 nochmals im Volumen von 600 bis 700 Mrd.$. Eine schwache Wirtschaft sei laut Dr. Erhardt gut für die Börsen, bei einer stark laufenden würde das Geld in die Wirtschaft fließen.

Dagegen sprechen natürlich die deutlich erkennbaren Schwächetendenzen an den Weltmärkten, beginnend in Asien, über Europa bis in die USA. Bei einer Rezession verändern sich die oben genannten Bedingungen. Dazu habe ich am Freitag in einer kleinen Analyse schon gemutmaßt – die Forderung von Trump, verlautbart durch sein Sprachrohr Larry Kudlow, nach einer 50 Basispunkte-Zinssenkung und den unmittelbaren Stopp der Bilanzreduzierung, alles natürlich keine Notmaßnahmen.

 

Die nächsten Wochen

Nach diesem Quartal ist allein schon aus statistisch-mathematischen Gründen eine Korrektur fällig. Die Überhitzung ist an vielen Indikatoren erkennbar. Allein die Advance/Decline-Line zeigt Verwunderliches. Sie befindet sich auf einem Hoch, was bedeutet, dass dieser Winter-Aufschwung von vielen Titeln getragen wird und nicht nur von fünf (FAANG), wie im Vorjahr.

Aber, wie bereits öfters erwähnt, in diesen Tagen fällt der milliardenschwere Impuls der Aktienrückkäufe weg (Blackout Period) und die Berichtssaison für Q1 kommt ins Laufen. Dabei geht es nicht so sehr um die rezessive Tendenz bei den aktuellen Unternehmenszahlen, nein, es ist der Ausblick, der die entscheidende Stellgröße sein wird. Die Wall Street hat eine Erholung in den nächsten Quartalen eingepreist, mit steigender Tendenz. Diverse Gewinnwarnungen liegen bereits vor. Bei Enttäuschungen sollten die Investoren, die auf großen Quartalsgewinnen sitzen, umgehend die Reißleine ziehen.

Nach meiner Einschätzung stehen wir 2019 vor einem wechselnden Kampf zwischen den weltwirtschaftlichen Abschwächungstenzen und dem Bemühen der US-Regierung, die US-Konjunktur am Laufen zu halten. Wie hatte Donald Trump bei seiner Wahl 2016 im November vor seinen Anhängern getönt: „ An den Aktienkursen sollt ihr mich messen!“ Ganz schön verwegen, der Traum vom immerwährenden Aufschwung.

Wie dem auch sei, das Korrekturpotenzial ist auf kurze Sicht unübersehbar, der Auslöser steht wieder einmal in den Sternen.

 

 

CC-BY-SA-3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

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Gold/Silber

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, Gold, Ölpreis

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Noch in der letzten Woche hatte die Börse die Hoffnung auf fallende Kurse gesät. Doch direkt zum Wochenstart zogen Dax & Co. weiter an. Die nächste Woche startet ohne Rückenwind aus den USA. Die Börsen NYSE und Nasdaq haben wegen des Memorial Day geschlossen. Am Donnerstag wird in den USA die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben. Außerdem dürften die wöchentlich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten Schwung in die Börse bringen.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer wittern ihre Chance!

Der Dax hat in der vergangenen Handelswoche das Range-Hoch im Bereich 11.250 – 11.300 Punkte getestet. Von diesem Niveau habe ich mit einsetzendem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser ist allerdings ausgeblieben. Lediglich am Freitag startete der Dax schwächer. Diese niedrigen Kurse haben direkt aggressive Käufer genutzt. So konnte die Börse am Freitag ihre Tore mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent schließen.

Börse - Dax im Chartverlauf

Damit bleibt das bullische Bild seit dem Corona-Tief bestehen. Für den Wochenstart sehe ich den Dax weiter auf hohem Niveau zwischen 10.800 und 11.300 Punkten seitwärts laufen. Ab Mitte der Woche kann es dann im deutschen Leitindex zu einem Ausbruch über 11.300 Punkte kommen. Dieser wird im Idealfall mit hohem Handelsvolumen im Dax Futures begleitet. Anschließend wäre ein weiterer Anstieg über 11.600 Punkte, bis zur runden 12.000er Marke und maximal bis 12.300 Punkte möglich. Fällt der Dax unter 10.800 Punkte, muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis 10.200 Punkte gerechnet werden.

Börse aktuell Teil 2: S&P 500 – die Bullen wollen weiter grasen

Im S&P 500 ist deutlich zu erkennen, wie die Käufer am charttechnischen Widerstand zwischen 2.960 – 2.984 Punkten knabbern. Ich vergleiche derartige Situationen gerne mit einem Vulkan. Das Magma steigt auf und bildet Druck unter der Erdkruste. Diese ist zuerst noch sehr fest und hält das flüssige Gestein zurück. Irgendwann wird die Erdkruste brüchig und kann dem Druck nicht mehr standhalten. Es erfolgt ein Vulkanausbruch.

Je mehr hungrige Käufer an dem Widerstand knabbern, desto dynamischer erfolgt wahrscheinlich der Ausbruch. Im S&P 500 wartet die nächste Hürde zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Danach wird die Luft für die Käufer immer dünner.

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Handelswoche wenig glänzen. Der Angriff auf den „Bollwerk-Widerstand“ beim Gold Futures im Bereich 1.780 – 1.800 USD wurde von den Verkäufern weiterhin verteidigt. Damit hat die Seitwärtsbewegung im Futures Bestand. Solange sich der Goldpreis über der „Make or Break“ Unterstützung bei 1.670 – 1.690 USD hält, bleibt das Chartbild aber bullisch.

Gold Chart - Entwicklung der Börse im Chart

Im Gold Spotpreis haben wir zuletzt einen Ausbruch über den Range-Widerstand zwischen 1.735 – 1.748 USD gesehen. Die Stärke konnte allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Der Spotpreis ist zurück in die vorherige Range gefallen. Seit Ende Februar sehen wir lediglich leicht höhere Hochs. Damit wird eine Korrektur immer wahrscheinlicher. Im Goldpreis erwarte ich, dass sich die Korrektur eher über den Faktor Zeit abspielt. Die Börse bewegt sich zu 80 Prozent innerhalb einer Seitwärtsbewegung. Genau diese erwarte ich auch für den Goldpreis.

Teil 4: Der Ölpreis stößt an seine Grenzen

In der letzten „Börse AKTUELL“ hatte ich über den Ausbruch über die markante Hürde zwischen 27,30 – 28,40 USD berichtet. Erwartungsgemäß haben wir einen Anstieg bis zum nächsten Widerstand gesehen. Knapp über der 34-Dollar-Marke ist es zu einem ersten dynamischen Einbruch gekommen. Daran ist die Wirkung des Widerstandes zu erkennen. Für die nächste Woche erwarte ich maximal einen Anstieg bis 36,40 USD. Der obere Gap-Widerstand stellt für mich ein interessantes Short-Niveau dar.

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Indizes

Rüdiger Born: Dax & Wall Street – Oh, oh, Vorsicht!

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Dax und Wall Street zeigten eine starke Woche, die Stimmung steht auf “bullisch”. Doch ist der Himmel für die Bullen tatsächlich so rosig? Die Chancen stehen nicht schlecht, aber Vorsicht: die Zeichen stehen auf nochmals Sturm. Was dabei zu erwarten ist und wie man als Händler damit umgehen kann, zeige ich in im folgenden ausführlichen Video.

Mehr zu meiner Person finden Sie hier. Ein interessantes und kostenloses Angebot für meine Services finden Sie an dieser Stelle.

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Devisen

Dax robust – Nasdaq V-förmig erholt, “MM” helfen dem Euro

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Gestern Abend sah man beim Dax Niveaus um die 11.100 Punkte. Heute früh rauschte der Leitindex dann runter auf 10.861 Punkte, denn die Aussagen aus China, dass die Zentralregierung die Zügel in Hongkong enger anziehen will, sorgen für Ängste vor allem im Handelskrieg mit den USA. Die Tatsache, dass der Dax sich aktuell wieder auf 11.082 Punkte erholt hat zeigt, dass er trotz dieser Unsicherheiten robust ins Wochenende geht. Im folgenden Video bespricht Chris Zwermann die Lage im Dax aus charttechnischer Sicht.

Auch spricht Zwermann die gut sichtbare V-förmige Erholung im Nasdaq an, die nach dem März-Crash in den Indizes vollzogen wurde. Andere Indizes könnten laut Zwermann diesem Beispiel folgen. Auch erwähnt er den jüngsten MM-Support für den Euro, nämlich die Idee von Merkel & Macron zu europäischen Anleihen. Auch wenn es (so meinen wir) noch mehr als fraglich ist, ob diese Idee überhaupt Realität wird, so schafft sie doch erst einmal Vertrauen in Euroland. Laut Chris Zwermann sorgt diese Nachricht für mehr Kapitalfluss in die Eurozone, was dem Euro hilft und den Schweizer Franken als Fluchtwährung schwächt. Deswegen habe der Euro gegen den Franken diese Woche aufwerten können.

Und der Dow 30? Während er gestern Abend noch um Niveaus bei 24.500 Punkten notierte, ging es heute früh wie beim Dax im Zuge der Hongkong-Ängste runter auf bis zu 24.160 Punkte im Tief. Aber aktuell kann sich der Markt bei 24.327 Punkten halten. Das Desaster ist also vorerst ausgeblieben. Auch der Ölpreis-Absturz, der aus ähnlichen Gründen stattfand wie die Aktienkurs-Schwäche heute früh, hält sich in Grenzen. Mit aktuell 32,63 Dollar konnte WTI-Öl die Hälfte des heutigen Verlustes wieder aufholen. Zumindest nach aktuellem Stand wirkt es so, als würden die Märkte halbwegs unbeeindruckt von möglichen China-Problemen ins Wochenende gehen.

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