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Das EZB-Karussell dreht sich immer weiter – Verlängerung in Aussicht

EZB-Präsident Mario Draghi sprach vorhin erneut zur Geldpolitik. Fasst man seine Kommentare sinngemäß in Kurzform zusammen, könnte die gigantische Geldschwemme, die bis März…

Redaktion

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FMW-Redaktion

EZB-Präsident Mario Draghi sprach vorhin erneut zur Geldpolitik. Fasst man seine Kommentare sinngemäß in Kurzform zusammen, könnte die gigantische Geldschwemme, die bis März laufen soll, verlängert werden. Denn sie läuft ja angeblich so gut! Falls irgendjemand vergessen haben sollte, um was es sich handelt, möchten wir die Dimensionen hier nochmal hervorrufen. Ganz frisch liegen die aktuellsten Daten der EZB-Gelddruck-Orgie vor.

Beim Haupt-Aufkaufprogramm PSPP liegt das Volumen, das seit März 2015 virtuell in Euros gedruckt und dann für Euro-Staatsanleihen ausgegeben wurde, bei inzwischen bei fast 1,2 Billionen Euro (15 Milliarden Euro mehr als in der Vorwoche). Das Volumen der aufgekauften Unternehmensanleihen in der Eurozone liegt inzwischen bei 46 Milliarden Euro, zwei Milliarden mehr als in der Vorwoche. Hier die aktuelle Übersicht aller noch offenen Programme (die alten Restprogramme hat man eh längst vergessen, aber sie sind noch da).

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Grafik: EZB

Diese Charts, die zwei Mal die Bilanzsumme der EZB in Relation zur Eurozonen-Inflation setzen, zeigen sehr deutlich, dass die EZB-Politik eben kein super laufendes Programm ist. Und verlängert wird sie vermeintlich nicht, weil sie so toll funktioniert. Sondern weil man einfach nur hofft, dass sie nach einer Verlängerung, oder der danach erneut folgenden Verlängerung, irgendwann mal funktioniert. Traurig aber wahr ist, dass wohl ein möglicherweise steigender Ölpreis die Inflation hochziehen wird, was die EZB dann als eigenen Erfolg verkauft.

Auf jeden Fall hat sich Mario Draghi mit seiner heutigen Rede schon mal die Türen weit aufgehalten das QE-Programm über März hinaus zu verlängern. Das kann auch für die Negativzinsen von -0,40% keine Wende bedeuten. Weiterhin billiges Geld, weiterhin Gelschwemme, während man anderswo die Zinswende einläutet. Also, auf geht´s für den Euro Richtung Parität zum US-Dollar?

Hier geht es zur kompletten Rede von Mario Draghi.

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EZB-Chef Mario Draghi. Foto: EZB

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Zinsangst

    28. November 2016 22:55 at 22:55

    Wo läutet man denn die Zinswende ein? in den USA? Bislang 0 Zinerhöhungen in 2016 (nach angekündigten Fünf). Bei der aktuellen Dollarestärke und dem Renditeschock bei den US-Treasuries ist nix mehr mit Zinswende. Hat sich ausgewendet ;o)

  2. Avatar

    Lars

    29. November 2016 00:50 at 00:50

    Weder die Rechten, noch die Linken, noch die „liberal“ Börsenorientierten geben hier einen Kommentar ab.
    Was soll man auch noch sagen?
    Der Mann wäre ein perfekter Umweltminister für Trump, wenn Trump irgendwann erkennen sollte, dass außerhalb von ihm auch noch eine Welt existiert.
    Vielleicht ein Co²-Minister? Je mehr, desto besser…

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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