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Das geregelte Insolvenzverfahren für Verbraucher – letztlich der „Knock Out“ für die Gläubiger

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Das Verbraucher-Insolvenzverfahren in Deutschland sieht vor, dass der überschuldete Konsument sich sechs Jahre in lang in die „Wohlverhaltensphase“ begibt. Er muss in dieser Zeit alles Erdenkliche tun um so viel wie möglich seiner Schulden zurückzuzahlen (Arbeitseinkommen etc). Überwacht wird dies von einem bestellten Treuhänder. Hat der Schuldner sich in diesen sechs Jahren an alle Regeln gehalten, erfolgt in der Regel die sogenannte „Restschuldbefreiung“.

Dem Schuldner werden also die noch offenen Schulden komplett erlassen, und er wird sozusagen wieder in das „normale“ Leben entlassen, frei von Schulden, und ohne Treuhänder, der ihn überwacht. Inzwischen kann diese Wohlverhaltensphase auch auf drei Jahre verkürzt werden, aber nur wenn man relativ viel seiner Schulden zurückzahlt. Von daher bleiben die sechs Jahre der Regelfall für die meisten Schuldner. Ganz aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass dieses geregelte Verbraucher-Insolvenzverfahren für die Gläubiger einen Knock Out darstellt.

Sie können, sobald der Schuldner sich in das Insolvenzverfahren begibt, ihre Forderungen schon mal komplett abschreiben, so unsere Meinung. Denn die Statistiker zeigen aktuelle Zahlen von Verfahren, die 2010 eröffnet wurden, also wo die sechsjährige Überwachungsphase begann. Bei 142.086 im Jahr 2010 eröffneten Insolvenzverfahren von Privatpersonen haben die Gerichte bis Ende 2017 in 84,7 % der Fälle die Schuldner von ihrer Restschuld befreit. Und jetzt kommt die Hammer-Zahl. Zitat Statistisches Bundesamt:

Bei den Insolvenzverfahren von natürlichen Personen in Deutschland, die im Jahr 2010 eröffnet und bis Ende 2017 beendet wurden, mussten die Gläubiger auf 98,0 % ihrer Forderungen verzichten. Sie erhielten durchschnittlich nur 2,0 % ihrer Forderungen zurück. Somit ist es de facto ein Totalausfall für die Gläubiger. Diese Deckungsquote ergibt sich als Anteil des zur Verteilung verfügbaren Betrages (206 Millionen Euro) an den quotenberechtigten Forderungen (10,6 Milliarden Euro). Die Verluste der Gläubiger betrugen damit 10,4 Milliarden Euro.

Auch interessant ist folgendes Detail. Man könnte meinen, dass bei der Nicht-Erteilung der Restschuldbefreiung der häufigste Grund war, dass sich die Schuldner nicht ordnungsgemäß verhalten haben (also fleißig sein, arbeiten, möglichst viel Geld zurückzahlen). Nein, die meisten scheitern daran, dass sie die Mindestvergütung für die Treuhänder nicht bezahlen konnten (5.140 Fälle). Die „Verletzung der Mitwirkungspflicht des Schuldners“ führte nur in 738 Fällen zur Verweigerung der Restschuldbefreiung.

Onlineshopping oft schuld an hohen Schulden - Insolvenzverfahren
Einfaches, bequemes und ungezügeltes Onlineshopping ist oft schuld an hohen Konsumschulden und dem dann oft folgenden Insolvenzverfahren bei  Verbrauchern. Foto: Waldemar Brandt @waldemarbrandt67w auf unsplash.com

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Gixxer

    16. April 2019 20:08 at 20:08

    Das wundert mich überhaupt nicht. Eine gute Bekannte von mir wurde von einem Anlageberater übers Ohr gehauen und hat von ihren Forderungen ihm gegenüber von einem 5-stelligen Betrag 48€ aus der Insolvenzmasse erhalten. Was für ein Hohn!

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Staatsschulden in Euroland sinken immer weiter? Nein, eine Täuschung!

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Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat heute für das Jahr 2018 Daten bekanntgegeben für Staatsschulden, Schuldenquoten und die Haushaltsdefizite der Staaten in Eurozone wie auch Gesamt-EU. An dieser Stelle wollen wir uns nur die Daten der Eurozone anschauen, und nicht die der Gesamt-EU. Nach dem Ausscheiden der Briten aus der Union werden sich die Zahlen der Gesamt-EU ohnehin stark denen der Eurozone angleichen. Schaut man auf die Headline-Aussage der Statistiker, dann läuft alles wie am Schnürchen. Zitat Eurostat:

„Im Jahr 2018 verringerten sich das öffentliche Defizit und der öffentliche Schuldenstand relativ gesehen sowohl im Euroraum (ER19) als auch in der EU28 im Vergleich zu 2017. Gemessen am BIP verringerte sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum von 87,1% (Ende 2017) auf 85,1% (Ende
2018).“

Und in der Tat, die Erfolge können sich sehen lassen. Zusammengefasst hatten alle Staaten der Eurozone im Jahr 2015 noch ein Haushaltsdefizit von 215 Milliarden Euro. Es Sank über 168 auf 110, und in 2018 auf nur noch 60 Milliarden Euro. Das ist gut! Auch die Schuldenquote der Staaten sank im Lauf der Jahre immer weiter, von 90,1% (in Relation zum BIP), auf 89,2%, auf 87,1% bis auf 85,1% im Jahr 2018. Da gibt es nur einen „Schönheitsfehler“.

Denn anders als es suggeriert wird, sinken die Staatsschulden nicht. Denn wer genau nachliest, der merkt: Es ist nicht die Rede von sinkenden Staatsschulden, sondern nur von sinkenden Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Und der tatsächliche Schuldenstand? Der wird in der Headline-Aussage von Eurostat nicht erwähnt, sondern nur in der Statistik als Zahl erwähnt. Und siehe da, von 2015 bei 9,49 Billionen Euro stieg er weiter an auf 9,67, 9,76 bis auf 9,86 Billionen Euro in 2018.

Von einem Schuldenabbau in Euroland kann also keine Rede sein. Die tatsächlichen Staatsschulden (in Euro) steigen weiter an! Die Schuldenquote sinkt nur deswegen kontinuierlich, weil das BIP europaweit stärker steigt als die Verschuldung der Staaten. Welch prozentuales Glück für die Statistiker! Das Staatsschuldenproblem ist damit aber nicht gelöst. Bei der nächsten Rezession oder auch nur Konjunkturdelle steigen die realen Schulden dann wieder schneller an, während das BIP wohl schrumpft. Dann schnellen die Quoten wieder in die Höhe.

Staatsschulden Schuldenquoten Defizite

Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Im Jahr 2018 verzeichneten Luxemburg (+2,4%), Bulgarien und Malta (je +2,0%), Deutschland (+1,7%), die Niederlande (+1,5%), Griechenland (+1,1%), Tschechien und Schweden (je +0,9%), Litauen und Slowenien (je +0,7%) sowie Dänemark (+0,5%), Kroatien (+0,2%) und Österreich (+0,1%) einen öffentlichen Überschuss, während Irland einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo meldete. Zwei Mitgliedstaaten wiesen ein Defizit von 3% oder mehr des BIP auf: Rumänien (-3,0%) und Zypern (-4,8%).

Am Ende des Jahres 2018 wurden die niedrigsten Verschuldungsquoten (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) in Estland (8,4%), Luxemburg (21,4%), Bulgarien (22,6%), Tschechien (32,7%), Dänemark (34,1%) und Litauen (34,2%) verzeichnet. Vierzehn Mitgliedstaaten wiesen eine Verschuldungsquote von mehr als 60% des BIP auf. Die höchsten Verschuldungsquoten wurden in Griechenland (181,1%), Italien (132,2%), Portugal (121,5%), Zypern (102,5%), Belgien (102,0%), Frankreich (98,4%) und Spanien (97,1%) registriert.

Im Jahr 2018 beliefen sich die Staatsausgaben im Euroraum auf 46,8% des BIP und die Staatseinnahmen auf 46,3%. Die entsprechenden Zahlen für die EU28 lagen bei 45,6% bzw. 45,0%. Zwischen 2017 und 2018 haben sich die Ausgaben des Staates im Verhältnis zum BIP in beiden Gebieten verringert, während die Einnahmen des Staates im Verhältnis zum BIP gestiegen sind.

Rom
Italien hat nicht nur steigende Schulden, sondern auch eine weiter steigende Schuldenquote mit zuletzt 132,2%. Das Kolosseum in Rom. Foto: Diliff CC BY-SA 2.5

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Fortnite als Blaupause für die Geldanlage der Zukunft?

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Mit mehr als 125 Millionen Teilnehmern ist Fortnite derzeit das weltweit erfolgreichste Online-Spiel. Markus Koch interviewt im folgenden Video Christoph J. Gum von der Private Alpha Switzerland AG zum Thema „Künstliche Intelligenz (KI) in der Geldanlage“. Auch wenn man den Verdacht haben könnte, dass es sich hierbei um eine Art Promo-Video für Herrn Gum handelt, möchten wir das Thema KI zur Gedankenanregung hiermit in den Ring werfen. Die Frage die wir uns stellen: Kann die Crowd wie über „Fortnite“ als Idee kopiert werden für die automatisierte Geldanlage? Und kann die KI in diesem Bereich wirklich dauerhaft und sicher den Menschen ersetzen? Herr Gum greift bei seiner vollautomatisierten Geldanlage zum Beispiel gar nicht mehr manuell ein. Frage: Kann ein Algorithmus wirklich alle, wirklich ALLE Ereignisse an der Börse verstehen und inhaltlich sinnvoll „bearbeiten“? Man kann daran seine Zweifel haben.

Fortnite
Fortnite at E3 2018. Foto: Sergey Galyonkin CC BY-SA 2.0

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Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

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Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

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