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Das glauben Sie nicht: Wie Toblerone den UK-Verbrauchern die Brexit-Kosten unterjubeln will…

Der US-Hersteller Mondelez, der die Marke Toblerone produziert, hat wohl auch überlegt, wie er bei einem deutlich schwächeren Pfund-Kurs die Toblerone noch gewinnbringend ins britische Supermarktregal…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es wird immer unglaublicher. Nachdem Unilever sich mit britischen Einzelhändlern nicht über steigende Preise für des Briten liebsten Brotaufstrich einigen konnte, und in dessen Folge „Marmite“ aus den Regalen verschwand, folgt jetzt der Knaller. Der US-Hersteller Mondelez, der die Marke Toblerone produziert, hat wohl auch überlegt, wie er bei einem deutlich schwächeren Pfund-Kurs die Toblerone noch gewinnbringend ins britische Supermarktregal stellen kann. Preise rauf? Nein Nein Nein, man sah ja, wie das bei Marmite endete. Die Länge der Toblerone kürzen? Nein.

toblerone
So kennt man die Toblerone bislang auch in Großbritannien. Damit ist jetzt Schluss. Foto: Evan-Amos/Gemeinfrei

Man hatte einen viel genialeren Einfall. Sie alle kennen ja wohl das wellige Design mit den hohen dich aneinander folgenden Ecken, die man abbricht. Man hat einfach die Abstände zwischen diesen Ecken deutlich ausgeweitet. Sehen Sie hier den Vergleich.

Auf der BBC-Webseite war das Thema vorhin öfters angeklickt als das Thema „US-Wahlen“! Mondelez sagt es sei nicht in erster Linie um das Pfund gegangen, sondern gestiegene Rohstoff-Kosten seien schuld. Man habe abwegen müssen zwischen Preiserhöhung oder Design-Änderung. Aber das mit der Ausweitung der Abstände ist doch echt der Brüller, oder? Aber es ist, wie es ist: Alternativ hätte man die Preise drastisch erhöhen können, was vielleicht geendet wäre wie bei Marmite – gar keine Toblerone mehr für die britsichen Konsumenten, oder Ablehnung des höheren Preises. Durch den größeren Abstand sind es weniger Ecken, und damit statt 400 Gramm nur noch 360 Gramm, bei gleich bleibendem Preis. Gut, effektiv gesehen ist es eine Preiserhöhung, aber eben nicht optisch. Auf der deutschen eigens für Toblerone betriebenen Webseite des Herstellers Mondelez ist für den deutschen Kunden das alte Format sichtbar.

Also scheint es so zu sein, dass das neue Format wohl hauptsächlich dem schwächeren Pfund geschuldet ist. Was bei solch kleinen Beispielen wie Brotaufstrich oder Schokolade jetzt im Kleinen eher lustig wirkt, wird sich aber nach und nach auf sämtliche Preise auswirken, damit auf die Lebenshaltungskosten gerade der kleinen Leute, auf die Inflation, und somit auf den Leitzins der Bank of England. Der muss eigentlich kräftig steigen um eine kräftige Inflation einzudämmen. Mit deutlich höheren Zinsen könnte man auch dem Pfund aufhelfen. Aber steigende Zinsen, genau das will die Londoner Politik jetzt nicht haben, kurz vor dem Brexit-Austritt. Mal sehen, wofür man sich letztlich entscheidet. Höhere Zinsen + Inflationseindämmung – oder niedrige Zinsen, hohe Inflation, und tendenziell bessere Bedingungen für die Exportwirtschaft Großbritanniens?

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Forex Reporter

    8. November 2016 14:31 at 14:31

    Die Briten haben abgestimmt. Das sich dadurch auch in vielen anderen Bereichen etwas ändern wird war auch für Normalbegabte absehbar. So wie es jedem Unternehmen frei steht seine Produkte und Preise zu ändern – ist auch kein „Verbraucher“ gezwungen diese Produkte zu kaufen.

  2. Avatar

    Günter Mertens

    8. November 2016 14:51 at 14:51

    @Redaktion
    Ihr findet doch immer wieder etwas unterhaltsames zum lesen!
    :-) :-) :-)

  3. Avatar

    kandoo1176

    8. November 2016 15:21 at 15:21

    Machen die Nahrungsmittelproduzenten in Österreich auch!
    Packungen kleiner/Preise höher, haben aber nicht Brexitiert.
    Vergleichen Sie mal D/Ö bei Grundnahrungsmittel da wird einem schlecht!!!
    Öxit jetzt!!!
    Kandoo

  4. Avatar

    Jörg

    8. November 2016 15:47 at 15:47

    Wenn Toblerenone nicht seine britischen Kundne verlieren will, muß es also ein – zunächst: kleines – Werk im UK aufmachen.
    Das wäre doch ein sehr schöner Erfolg für die Briten!

  5. Avatar

    gerd

    8. November 2016 17:48 at 17:48

    Sehr praktisch. Lässt sich jetzt viel leichter brechen.

    Aber die armen Japaner. Da hat man jetzt umgekehrt die Abstände extrem verengt, bei dem wahnsinnig gestiegenen Yen.
    Ein maßgeschneidertes Brechen Stück für Stück ist da kaum noch machbar.

    Oder streicht Mondelez dort mir nichts dir nichts Währungsgewinne ein?

    • Avatar

      Tamta

      8. November 2016 19:26 at 19:26

      Und die EU Toblerone besteht wegen des guten Kurses mittlerweile aus einem Block ohne Gipfel.

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2012 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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Coronakrise aktuell: Madrid bald unter komplettem Lockdown?

Markus Fugmann

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Die Coronakrise nimmt weiter Fahrt auf – nun könnte die Region Madrid bald wieder unter vollständigem Lockdwn stehen! Soeben hat Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa empfohlen, die ganze Region Madird mit ca. 6,6 Millionen Einwohnern unter vollständigen Lockdwon zu stellen.

Heute hat die Regionalveraltung von Madrid die Bezirke unter Lockdown von 37 auf 45 angehoben – dadurch stehen dann ca. eine Millionen Menschen mehr unter diesem Lockdown als am Tag zuvor. Alleine in der Hauptstadt Madrid sind in der letzten Woche durchschnittlich knapp 500 Menschen pro Tag wegen Corona in Krankenhäuser eingeliefert worden. Spanien meldete heute 10.600 neue Corona-Fälle, in Frankreich waren es über 16.000, in Deutschland mit knapp über 2300 so viele wie seit April nicht mehr (genaue Daten siehe hier)..

An den Aktienmärkten verstärkt die mit Macht wieder auftretende Coronakrise die Risiko-Aversion weiter, die US-Futures wie auch der Dax stehen unter Druck..

 

Madrid als neues Zentrum der Coronakrise in Europa

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