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Das große Geld nach dem Brexit: Raus aus Europa!

Europa wurde von globalen Fondsmanagern lange klar favorisiert, der Brexit hat das ins genaue Gegenteil verkehrt. Das erklärt, warum die europäischen Aktienmärkte den US-Indizes so klar hinterher hinken..

FMW-Redaktion

Es hat sich beim „großen Geld“ einiges verschoben durch den Brexit – das zeigt die neueste Umfrage der Bank of Amerika Merril Lynch unter globalen Fondsmanagern. Insgesamt wurden 195 Fondsmanager befragt, die knapp 600 Milliarden Dollar verwalten.

Zunächst einmal ist die Cash-Quote der Fondsmanager mit 5,8% so hoch wie seit November 2001 nicht mehr. Und: die Absicherungen dieser Profis, etwa über Long-Positionen im VIX-Future (der die Volatilität im S&P500 widerspiegelt und normalerweise bei fallenden Märkten ansteigt). Man beobachtet die aktuelle Rally vor allem an den US-Märkten allerdings mit einer gewissen Nervosität und will sich für einen heftigeren Rückschlag wappnen. Es ist diese Skepsis der Fondsmanager, die die Bank of Amerika Merril Lynch als aus kontraindikatorischer Sicht „bullisch“ für die Aktienmärkte einstuft.

Was vor allem die US-Indizes zuletzt auf´s Parkett gzaubert haben, ist ja durchaus erstaunlich: trotz Brexit, trotz Terror vergeht kaum ein Tag ohne ein neues Allzeithoch, währnd gleichzeitig die Renditen für US-Staatsanleihen in der Nähe der Allzeittiefs handeln.

Aus diesem Mißtrauen heraus sind die Fondsmanager erstmals seit vier Jahren mit 1% netto unterinvestiert in globalen Aktien – im Vormonat Juni waren netto +1% noch dort übergewichtet, im Mai sogar netto +6%. Aber die Gewichtung, die Kapitalsströme haben sich dabei ganz deutlich verschoben hin zu den US-Märkten: nun sind netto +9% übergwichtet am US-Aktienmarkt, während im Juni noch netto -15% untergwichtet waren, im Mai sogar netto -18%. Man floh also in US-Aktien, auch und vor allem als Reaktion auf den Brexit.

Ganz anders dagegen das Bild für Europa: hier sind nun netto -4% untergewichtet in Aktien der Eurozone – im Juni und Mai waren dagegen noch jeweils netto +26% dort übergewichtet! Das spricht eine klare Sprache – Europa wurde lange klar favorisiert, der Brexit hat das ins genaue Gegenteil verkehrt. Das erklärt, warum die europäischen Aktienmärkte den US-Indizes so klar hinterher hinken.

Noch weiter verschlechtert hat sich die Stimmung gegenüber britischen Aktien: hier sind nun netto -27% untergewichtet, im Vormonat waren es noch netto -23%. Japans Aktienmarkt wird hingegen nach wie vor gemieden, hier sind netto -7% untergewichtet.

Neben den USA proftieren von der Flucht der Investoren aus Europa vor allem auch die Schwellenländer: hier sind nun netto +10% übergewichtet, der höchste Stand seit knapp zwei Jahren. Stück für Stück, das zeigen die Daten der Vormonate, sind die Emerging Markets in der Gunst wieder gestiegen. Dazu paßt, dass Rohstoffe nur noch mit netto -4% untergewichtet sind, so wenig wie seit Februar 2013 nicht mehr.

Untergewichtet sind die Fondsmanager nach wie vor stark in globalen Staatsanleihen. Sie sehen das größte Risiko für die globalen Märkte in Europa – und 42% der Befragten rechnet damit, dass eine große Notenbank bald Helikoptergeld einführen wird (im Juni nur 27%).

Was sind die beliebtesten Trades der Fondsmanager gewesen? Dividenstarke Qualitäts-Aktien, danach folgen Unternehmensanleihen aus den USA und Europa. Am meisten „gehaßt“ werden europäische Banken – hier sind netto +17% short positioniert.



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