Devisen

Das große Umdenken: starke Dollar-Käufe, Gold stark reduziert

FMW-Redaktion

Kurse schaffen Fakten: der Anstieg des Dollar und die hawkishen Aussagen von zahlreichen Fed-Mitgliedern, zu denen sich dann am Freitag auch Janet Yellen haben offnekundig vor allem Hedgefonds zum Umdenken gezwungen: sie waren lange Dollar-skeptisch – und haben nun aufgrund des Anstiegs des Greenbacks die Reißleine gezogen. Das gilt vor allem für den Euro und den Yen – aber auch für Gold und Silber.

Die am Freitag Abend veröffentlichten CFTC-Daten zeigen eine Renaissance der Dollar-Positionierung: so wurden vor allem massiv Positionen abgebaut, die von einem Anstieg des Yen zum Dollar ausgegangen waren und durch den Anstieg des Dollar nun kalt erwischt worden sind: so sind über die Hälfte (68%) der Yen-Long-Positionen abgebaut worden, alleine in der letzten Woche über 31.000 Kontrakte bei nun nur noch verbleibenden knapp 55.000 Long-Kontrakten – eine selten in der Intensität veränderte Positionierung innerhalb nur einer einzigen Woche.

Auch der Euro wurde verkauft, sodass nun knapp 94.000 Euro-Long-Kontrakten knapp 132.000 Short-Kontrakte gegenüber stehen. Der Dollar wurde gegenüber allen wichtigen anderen Währungen akkumuliert – mit einer einzigen Ausnahme: das britische Pfund. Hier wurden unter dem Eindruck der jüngsten Umfragen, die auf eine Mehrheit für die Brexit-Gegner hindeuten, Short-Positionen beim Pfund stark abgebaut – allerdings ist der Markt hier immer noch Netto-Short (38.000 Long-Kontrakte gegenüber 72.000 Short-Kontrakten). Der große Verlierer bei den Positionierungen ist neben dem Yen auch der australische Dollar, der in in den letzten vier Wochen noch durchgängig gekauft worden war, nun aber stark abgebaut wurde – nun ist die Positionierung ausgewogen.

Der größte Verlierer der vergangenen Woche aber waren Gold und Silber, die beide durch die Aussagen der Fed-Mitglieder unter Druck geraten waren. Zuvor war der Optimismus der Metall-Bullen geradezu ausufernd – und das hat sich gerächt, Gold nur noch knapp über der 1200er-Marke. Dem trägt ein starker Abbau von Gold-Longpositionen Rechnung, über 45.000 Long-Kontrakte wurde abgebaut. Allerdings ist bei Gold der Überhang an Optimismus über noch frappant: 211.000 Long-Kontrakten stehen lediglich knapp 42.000 Short-Kontrakte gegenüber. Und das bedeutet: fällt Gold weiter, wird der Schmerz der Gold-Bullen größer, es besteht noch viel Potential für Glattstellungen dieser Positionen.

Das gilt auch für Silber: zwar wurden mehr als 7000 Long-Kontrakte in der Vorwoche abgebaut, aber nach wie vor stehen 76.000 Long-Kontrakten nur 17.000 Short-Kontrakte gegenüber – das Verhältnis Long-Short beträgt also mehr als 4:1. Öl dagegen ist nach wie vor der Liebling der Hedgefonds: zwar wurden gut 8000 Long-Kontrakte abgebaut, aber auch hier liegt das Verhältnis Long-Short sogar bei 5:1 (302.000 Long-Kontrakte zu 61.000 Short-Kontrakten).

Der Markt hat also die „Hedgies“ einmal mehr auf dem falschen Fuß erwischt – und man hat reagiert. Gleichwohl, das zeigen die Daten deutlich, besteht aufgrund der aktuellen Positionierungen vor allem bei Gold und Silber, aber auch beim Öl, noch viel Potential für einen weiteren Long-Squeeze. Der Dollar jedenfalls, schon häufig abgeschrieben, hat ein starkes Comeback erlebt..



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6 Kommentare

  1. Können Sie rein fachlich auch mal Standpunkte und Fakten aufführen, welche für einen positiven Trend in den von ihnen kommentierten Segmenten sprechen würden ?
    Mich macht es zunehmend skeptisch ob Ihre Marktmeinung die notwendige fachliche Ausgewogenheit, nämlich Chancen ebenso wie Risiken aufzuzeigen, reflektiert.

    1. @Pathfinder, eine etwas merkwürdige Anmerkung, wie ich finde. Ich beschreibe die Veränderung von Positionierungen am Markt und zeige, dass viele durch den Anstieg des Dollar auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Da geht es also nicht um Chancen oder Risiken, schon gar nicht um fachliche Ausgewogenheit, sondern in allererster Linie einmal um Fakten. Aus der Analyse der Fakten dann leite ich ab, dass vor allem bei Rohstoffen/Metallen noch Abwärtspotential besteht, weil die Long-Positionierung immer noch sehr stark ist und eben diese Long-Positionen unter Druck kommen würden, sollte der Dollar noch stärker werden..

  2. Und trotzdem ist es seltsam, da drehen die Indizes weltweit ohne irgendwelche nachvollziehbare Gründe vergangene Woche (Dax z. B. + 500 Punkte). Was war anders in der Großwetterlage wie in der Woche zuvor? Und schon werden die Meinungen wieder den Kursentwicklungen hinterherlaufend angepasst (plötzlich soll sogar eine Zinserhöhung der Fed Labsal für die Märkte sein, ist ja Ausdruck für die Stärke der Wirtschaft). Frage mich bloß, wo diese Entwicklung am 24.05. morgens herkam. Zuvor scheute man sich davor wie der Teufel das Weihwasser. Orientierungswert dieser Analysen für den nach fundierten Informationen suchenden Anleger = 0. Frage mich nur, wofür mancher dieser Bezahldienste sein Geld verlangt. Dass diese Damen und Herren sich selbst nicht komisch vorkommen, wenn sie ständig ihr Meinungsbild ändern.

    1. Manchmal steigen oder fallen die Kurse scheinbar völlig grundlos und ohne nennenswerte Meldungen deutlich. Die Preise können länger irrational hoch oder tief sein, als es die tiefsten Geldtaschen verkraften. Dem ist mit Logik nicht beizukommen und vernünftige Erklärungen sucht man vergebens.

  3. Trollalarm :p

    At daulini :in welchen Schlitz hast du denn deine Marke geworfen um die Berichte hier lesen zu können ?

    Pathfinder möchte offensichtlich eine kaufempehlung . die könnte man sich aber selbst herleiten ! Kauf Dollar wenn alles andere fällt und die fed nun relativ offensichtlich sagt das sie ernst machen

    1. Sagt die Fed das nicht schon seit 10 Jahren? Jeden Monat? Aufs Neue? Komisch, daß es jeden Monat in der Zeitung steht. Wirklich komisch.
      Wie kann es sein, daß die FED seit (gefühlten) 10 Jahren sagt, sie hebt jetzt die Zinsen, aber jetzt wirklich, das alle es glauben, bzw. in ihre Käufe einbeziehen?
      Einfach nur bodenlos schrecklich. Sollen Sie doch Karl May lesen, oder Pater Brown.

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