Folgen Sie uns

FMW

Das ist mal ein Momentum im Ölpreis – und das trotz der Aufwärtsspirale zwischen Saudis und Russen!

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wir ziehen den Hut vor diesem Aufwärtsmomentum im Ölpreis. Wir hätten nicht gedacht, dass der Ölpreis so eine innere Stärke zeigen könnte – erst recht nicht nach dem gescheiterten Meeting letzten Sonntag in Doha. Leser die unsere Artikel zum Ölmarkt verfolgen, werden bemerkt haben, dass wir fortlaufend auf die fundamentalen Probleme hinweisen, die mit diesem relativ hohen Ölpreis zusammenhängen. Aber schaut man nur auf den Ölpreis an sich, muss man erstaunt und bewundernd feststellen: Er steht im Juni über 44 Dollar, das ist monentan ein Zeichen innerer Stärke.

Ölpreis
Der Ölpreis (Juni WTI) seit Ende letzter Woche.

Der Markt will anscheinend wirklich nach oben. Wir möchten aber erneut darauf hinweisen, dass wir der Meinung sind, dass dieser Aufstieg fundamental nicht unterstützt wird. Umso erstaunlicher ist dieser Anstieg, wenn man sich die aktuellsten Äußerungen von wichtigen Playern am Ölmarkt anhört. Nachdem die Öl-Lagerbestände in den USA gestern nur minimal angestiegen waren, stieg der Ölpreis um 16:30 Uhr unserer Zeit gut an. Danach kam das laue Gerücht auf noch vor dem nächsten turnusmäßigen OPEC-Treffen im Juni in Wien gäbe es im Mai in Russland schon ein Doha Reloaded-Treffen mit OPEC und Nicht OPEC-Produzenten. Russlands Energieminister Novak dementierte das zwar umgehend, aber der Ölpreis fiel nicht wieder zurück. Das ist ein Zeichen von Momentum, von einem Aufwärtsdrang des Marktes.

Öllager
Die US-Öllager seit Oktober in Millionen Barrels.

Aber jetzt zu den jüngsten Äußerungen, die uns noch mehr zum Wundern bringen, warum der Ölpreis nicht fällt. Nachdem die Saudis diese Woche verkündeten sie könnten locker ihren Ausstoß um 2 Millionen Barrels pro Tag erhöhen auf über 12 Millionen, verkündete Russlands Energieminister Novak gestern als direkte Antwort man sei auch bereit seine Produktion noch weiter auf historische Highs anzuheben. Erst kürzlich hatte man die alten Sowjet-Rekorde aus 1987 übertroffen.

Novak sagte die Saudis hätten die Möglichkeit ihren Ausstoß in bedeutendem Umfang zu erhöhen. „Aber wir auch!“ Theoretisch könne man auf 12 oder sogar auf über 13 Millionen Barrels pro Tag ausbauen, von einem aktuellen Niveau von knapp 11. Unter normalen Marktumständen, so meinen wir, hätten solche Äußerungen den Ölpreis drastisch einbrechen lassen. Zumal der globale Ölmarkt derzeit eh schon mit einem Überangebot von 1,5-2 Millionen Barrels pro Tag leben muss. Venezuelas Ölminister Del Pino wies daher gestern darauf hin, dass der Ölpreis bald crashen könnte, wenn man sich nicht erneut zusammensetze für eine Einigung in Sachen Fördermenge. Weltweit seien die Öllager zu 90% voll, so Del Pino. In den nächsten Wochen könne es drastisch runtergehen im Ölpreis.

Ist Del Pino der einsame Rufer in der Wüste? Wir haben unsere Meinung dazu auch kund getan. Aber wir nehmen ebenfalls zur Kenntnis, dass der Markt derzeit alle diese Fakten ignorierend steigen will – wie gesagt, momentan. Glückwunsch an alle, die vorher richtig positioniert waren!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gabriel Scheer

    21. April 2016 11:02 at 11:02

    Wieder einmal ein Beweis das letztlich die Kurse die Nachrichten machen.
    Meiner Meinung nach kann man sich nicht auf die globalen Ereignisse stützen, vielmehr gilt es den Manipulationen der Kurse zu folgen. Wenn ich meine Handelsentscheidungen nur auf die Aussagen von der Finanzmarktwelt oder anderen systemkritischen Medien stützen würde, hätte ich viele Verluste gemacht (Das ist keine Kritik, sondern lediglich ein neutraler Hinweis). Gleichwohl sind die laufenden und vergangenen Firmenzahlen, die zuvor herabgesetzt und anschließend knapp erreicht werden ebenfalls kein guter Indikator. Also woran kann man sich orientieren?
    Meiner Meinung nach sind gute charttechnische Analysen ein guter Hinweis für anstehende Kurstendenzen. Ich hätte ja mal gerne ein paar Charts gepostet, aber bisher ist das noch nicht möglich. Also liebe Finanzmarktwelt, wann kommt die Funktion bei den Kommentaren? (Das ist ein höflich netter Reminder)
    Bis dahin, schaut auf die Charts hier spielt die Musik.

  2. Avatar

    Steven

    21. April 2016 23:09 at 23:09

    Wenn ein Kurs entgegen von fundamental Daten steigt nennt man das nicht innere Stärke , sondern Blase .(Blasenbildung)

    Isnt it?!

    Leserkommentare sind auch nur Meinungen, keine Fakten

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Zwischen Abverkauf und short-squeeze! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte gestern mit einem herben Abverkauf (vor allem der Dax!) – dann aber an der Wall Street im späten Handel zumindest noch eine Erholung, die den Schaden begrenzte. Auffallend ist, dass die US-Tech-Aktien sich noch am besten hielten, während klassische Branchen wie Reise und Banken stark unter Druck waren. Wie geht es für die Aktienmärkte nun weiter? Charttechnisch wie auch saisonal gibt es nun sehr viel Gegenwind, aber die Stimmung hat sich so schnell negativ gedreht, dass auch ein short-squeeze möglich ist. Zumindest kurzfristig dürfte gelten: in Rally eher verkaufen statt einen baldigen Wieder-Analuf auf neue Allzeithochs zu erwarten. Denn die Unsicherheit vor der US-Wahl ist immens..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte, Gold – alles fällt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute fallen die Aktienmärkte – vor allem der lange so widerstandsfähige Dax mit einem rabenschwarzen Tag – aber auch der vermeintlich sichere Hafen Gold kommt stark unter Druck (Silber fällt sogar fast -10%). Für den Abverkauf gibt es vorwiegend zwei Gründe: erstens die Sorge um neue lockdowns in Europa, und zweitens wird ein Stimulus-Deal in den uSA zwischen US-Republikanern und US-Demokraten nach dem Tod der Verfassungsrichterin Ginsburg deutlich unwahrscheinlicher, weil die Trump-Administration noch vor der US-Wahl einen eigenen Kandidaten installieren will. Damit bestätugt sich bislang ein Schema für die Aktienmärkte: die Woche nach dem September-Verfall ist historisch unter den schwächsten Handelswochen des gesamten Jahres..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Die schlechteste Woche des Jahres! Videoausblick

Saisonal gesehen beginnt für die Aktienmärkte nun die wohl schlechteste Woche des Jahres: zu 80% negativ nach dem September-Verfall in den letzten Jahren

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Saisonal gesehen beginnt für die Aktienmärkte nun die wohl schlechteste Woche des Jahres: die Handelswoche nach dem September-Verfall war in den letzten Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% negativ. Die Aktienmärkte in den USA haben nun drei Verlustwochen in Folge absolviert, und mit Blick auf die innere Struktur der Märkte gibt es noch nicht wirklich Anzeichen für eine schnelle Drehung nach oben. Gleichwohl gibt es auch für die Bullen die ersten Hoffnungs-Schimmer – allerdings könnte es noch etwas dauern, bis diese zum Tragen kommen. Die US-Futures etwas schwächer heute, Sorgen um neue Lockdowns und schwache Banken-Werte wirken zum Start der Woche belastend..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen