Europa

Das Jobwunder in Deutschland – sorgt die Automobilindustrie für ein Ende des Jobaufbaus?

In vielen europäischen Ländern reibt man sich verwundert die Augen, angesichts der Daten auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Nachdem die deutsche Arbeitslosigkeit seit den 1980-er-Jahren in Wellenbewegungen eigentlich stetig gestiegen war bis zum Höhepunkt im Jahre 2005, ist diese seither stetig gefallen. Von 4,9 Millionen im Jahr 2005, also vor der Finanzkrise (im Zuge des Finanzschocks 2008 ist diese trotzdem weiter gefallen), bis auf aktuell unter 2,4 Millionen. Oder anders ausgedrückt, von 11,7% auf 5,3%. Doch jetzt ziehen dunkle Wolken am Himmel auf und diese werden ausgerechnet vom Paradepferd der deutschen Wirtschaft, der Automobilindustrie, generiert.

 

Der große Umbruch in der Automobilindustrie

Das große Thema im Kfz-Bereich ist, neben dem Skandalthema Dieselmanipulation, die Revolution (oder Evolution?) in den Antriebssystemen, Stichwort Elektroantrieb. Gerade hier macht der Volkswagenkonzern „Nägel mit Köpfen“, mit allerdings bedeutsamen Folgen: Der Wegfall vieler Stellen bei den großen Automobilherstellern.

Allein bei Volkswagen sind es bis zu 16000 Stellen, die in den kommenden Jahren wegfallen sollen, bei Audi über 13000 und bei Ford Deutschland 5000. Einzig BMW sprach bisher von anspruchsvollen Herausforderungen, nach der heutigen Gewinnwarnung dürften derartige Pläne aber bald folgen.

Da die Automobilindustrie sehr viele Zulieferer nährt, wird dies im Bereich dieser Firmen, oft aus M-Dax und S-Dax, zu einem spürbaren Kahlschlag kommen. Hier seien nur der Kabelspezialist Leonie und Scheffler genannt, die 2000, bzw. 1000 Stellen abbauen wollen. Die Meldungen über Sparprogramme und Stellenkürzungen aus der Branche sorgen mittlerweile fast täglich für Schlagzeilen.

Die genannten Zahlen könnten nur der Anfang sein, denn schließlich wurden in der Vergangenheit bis zu einem Drittel der Gewinne dieser Schlüsselindustrie in China erwirtschaftet und von dort kommt derzeit keine Gewissheit, dass das konjunkturelle Tal der Tränen schon bald durchschritten ist. Hinzu kommt, dass die chinesische Führung voll auf Elektroantrieb setzt und da könnten die deutsche Autohersteller gar nicht so schnell liefern, selbst wenn sie es wollten.

 

Fazit

Insgesamt betrachtet, setzt sich eine Entwicklung in Gang, die man wegen des großen Themas Digitalisierung sowieso schon befürchtet hatte, allerdings eher von anderen Berufssparten ausgehend.

 

Von Mathias Bigge – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2551222



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1 Kommentar

  1. Die kränkelnde Automobilbranche ist nur eine Reaktion der Regulationswut der EU.
    1.) Zur Erinnerung:
    a) Am Arbeitsplatz sind 950 mg/m³ für NO² in der Luft erlaubt. Auf der Straße nur 40mg/m³. (Die EU-Kommissare berufen sich auf eine „Studie“ der WHO.) Begründung der phantastischen Differenz z.B. im BR (M.Stumpfe 5.8.17): es seien auf der Straße ja auch Babys, Kranke und ältere Menschen unterwegs. Wußte nicht, daß ich das 10-fache an Luftbelastung den ganzen Tag ertragen kann!
    b) Und was ist mit Feinstaub? Dasselbe: Das 200fache des Außengrenzwertes ist am Arbeitsplatz erlaubt, laut Firma Reven Rentschler.

    2.) Sogar Frau Merkel merkt es schon. Sie sagte kürzlich zum Dieseltheater, der Benziner sei bei der Feinstaubbelastung auch nicht der Retter.
    https://www.automobilwoche.de/article/20181022/AGENTURMELDUNGEN/310229994/1276/gesetzesaenderung-merkel-will-diesel-fahrverbote-erschweren

    3.) VW nennt als Umsatz-Bremse Milliarden Investitionen in die absolut neue (idiologisch erzwungene) E-Branche, die ja keine Umweltbelastung spart, nur die Wirtschaft nochmal ankurbelt. Denn auf die bereits entwickelte Dieselmotoren darf man ja nicht mehr aufbauen. Verluste, Verluste. Wenn sie wenigstens der Umwelt was brächten!
    Was heißt VW? Jeder kleine Hotelhof in den Bergen muß neu investieren in diese Tanktechnik. Laut Auto-Entwickler sind laufend neue Software update’s gefragt oder auch ein Problem. Die älteren Autos (2015 ff)können an die upgedateten „Tankstellen“ nicht andoggen…

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