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Das KGV: Ist die Kennzahl Fluch oder Segen bei der Aktienbewertung!?

Das KGV ist als Kennzahl in Zeiten der (Corona-)Krise für viele Investoren eine Hilfe, um „günstig“ Aktien zu kaufen. Auch wenn es zurzeit schwierig ist fundamental vorzugehen. Keiner weiß so richtig, wie stark die Auswirkungen der Krise auf die jeweiligen Unternehmen sein werden und wie die aktuellen Gewinneinschätzungen sind. Trotzdem können auch jetzt Kennzahlen wie das KGV dabei helfen, eine Investitionsentscheidung zu treffen.

Definition des Kurs-Gewinn-Verhältnis

Jedem Investor ist das KGV ein Begriff und auch viele Laien haben schon von ihm gehört. Das KGV zählt zu den wichtigsten Kennzahlen bei der Unternehmens- bzw. Aktienbewertung. Es stellt die Relation zwischen dem aktuellen Kurs der Aktie und dem Jahresgewinn pro Aktie dar. Berechnet wird es, indem man den aktuellen Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie dividiert. Das Ergebnis zeigt an, mit welchem Vielfachen des Jahresgewinns ein Unternehmen bewertet wird. Aus einer anderen Sichtweise zeigt es, wie viele Jahre es dauern würde, bis ein Unternehmen den Börsenwert seiner Aktien als Gewinn erzielt hat.

Das KGV kann auch trügerisch sein

Die Börsenweisheit, dass „an der Börse die Zukunft gehandelt wird“, haben die meisten von Ihnen sicher schon mal gehört. Das gleiche gilt auch bei der Berechnung des KGV. Um das zukünftige KGV zu berechnen, werden Gewinnschätzungen der kommenden Jahre als Berechnungsgrundlage herangezogen. Um dabei realistische Ergebnisse zu erhalten, kommt es auf die Aktualität der Gewinneinschätzung an. Diese könnte aber zu optimistisch, zu pessimistisch oder im schlimmsten Fall völlig danebenliegen, dass würde das Ergebnis unbrauchbar machen. Bei den sogenannten Blue Chips ist die Gewinnprognose meist genauer als bei Nebenwerten, hier ist ein wenig Vorsicht angebracht.

Zeigt das KGV an wie „billig“ ein Unternehmen ist?

Diese Frage kann man mit „Jein“ beantworten. Grundsätzlich gilt, dass ein niedriges KGV auf eine faire Bewertung schließen lässt. Gerade wenn es darum geht zwei ähnliche Unternehmen aus derselben Branche zu bewerten, dann stellt es einen guten Vergleichswert dar. Aber es gibt keine Grundregel, ab welchem KGV ein Unternehmen als fair bewertet gilt. Vergleicht man Äpfel mit Birnen, also z.B. ein Industrieunternehmen mit einem Technologieunternehmen, dann ist das KGV nicht aussagekräftig. Aktien mit einem hohen zweistelligen KGV müssen nicht als teuer gelten, wenn es sich um ein Unternehmen mit hohen jährlichen Wachstumsraten handelt. Auf der anderen Seite muss eine Aktie mit einem geringen einstelligen Wert nicht als günstig gelten, es kann sogar ein Warnzeichen sein. Der Verlockung eines sehr niedrigen KGVs sind schon zahlreiche Anleger zum Opfer gefallen. Eine optimale Aktienbewertung sollte immer mehrere Kennzahlen beinhalten. Das KGV gilt aber durchaus als ein guter Richtwert bei der Bewertung.

Ist das KGV eine gute Kennzahl zur Aktienbwertung?



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