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Das nächste große Social Media-Abenteuer beginnt: Snapchat mit IPO, Wert bis 25 Milliarden Dollar, womöglich niemals Gewinne

Jetzt ist es offiziell. Snapchat oder besser gesagt die dahinter stehende Firma „Snap Inc“ geht an die Börse. Hierzu gibt es hochinteressante Details! Die bisher unbekannten Größen wie…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jetzt ist es offiziell. Snapchat oder besser gesagt die dahinter stehende Firma „Snap Inc“ geht an die Börse. Hierzu gibt es hochinteressante Details! Die bisher unbekannten Größen wie Umsatz und Gewinn wurden durch die Angaben in der offiziellen Mitteilung an die SEC nun bekannt.


Evan Spiegel, einer der beiden Snapchat-Gründer, die die Zügel in der Hand behalten werden. Foto: TechCrunch/Wikipedia (CC BY 2.0)

Aktien für 3 Milliarden Dollar werden ausgegeben. Der Börsenwert der gesamten Firma wird wohl bei bis zu 25 Milliarden Dollar liegen. Dabei werden die beiden Mitgründer Evan Spiegel und Robert Murphy auf einen Schlag Milliardäre, weil sie insgesamt 40% der Anteile halten. Diese sind natürlich auch stimmberechtigt. Warum erwähnen wir das ? Snap Inc gibt beim Börsengang Vorzugsaktien aus, also Aktien, bei denen der Inhaber kein Stimmrecht in der Hauptversammlung hat. Somit haben die beiden operativ weiterhin ein entspanntes Leben jenseits von Börsenhaien und bösen Zockern, die sie vielleicht rauseckeln könnten. Die Ausgabe von ausschließlich Vorzugsaktien hat es bei einem US-IPO noch nie gegeben, was daher auch bei so manchem Beobachter für Verwunderung sorgt.

Auch geht aus der SEC-Veröffentlichung hervor, dass ein ehemaliger Kommilitone der beiden namens Reggie Brown im Jahr 2014 mit 157 Millionen Dollar abgefunden wurde, weil er behauptete die Idee für Snapchat stamme eigentlich von ihm. Wer Parallelen ziehen will, denkt hier natürlich sofort an den Fall „Facebook“. Es geht weiter mit interessanten Details: So schreibt Snap Inc im SEC-Prospekt, dass man bisher Verluste schreibt, auch in Zukunft Verluste erwartet, und vielleicht niemals in die Gewinnzone kommen wird. Zitat:

„We have incurred operating losses in the past, expect to incur operating losses in the future, and may never achieve or maintain profitability.“

Das ist natürlich als Sicherheitshinweis der Chefs zu verstehen, falls später Investoren rumjammern sollten. „Wir haben es euch doch schon vor dem Börsengang offiziell mitgeteilt, dass das hier in die Hose gehen könnte, lest es im IPO-Prospekt nach“, können sie dann ganz offiziell antworten, wenn am Ende nur Verluste entstehen, Jahr für Jahr.

Snapchat hat letztes Jahr 404,4 Millionen Dollar Umsatz gemacht nach nur 58,7 Millionen Dollar in 2015 – ein gigantischer Sprung nach vorne!

Unerfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass der Verlust von 373 Millionen Dollar in 2015 auf 515 Millionen Dollar in 2016 gestiegen ist.

Man hatte im letzten Quartal 161 Millionen täglich aktive User.

Der durchschnittliche Umsatz pro User lag im letzten Quartal bei 1,05 Dollar.

Die User benutzen das Tool 25-30 Minuten pro Tag.

Snapchat beschäftigt 1.859 Mitarbeiter.

Auch im Prospekt hat man bekanntgegeben, dass man mit Google einen Technikservice-Vertrag über 5 Jahre abgeschlossen hat, für den man insgesamt 2 Milliarden Dollar an Google zahlt.

Risiko ist also angesagt bei diesem IPO, wenn selbst der Emittent auf darauf hinweist, dass zukünftig vielleicht nie Gewinne erwirtschaftet werden. Aber wie andere Internet-Highflyer kann Snapchat genau so eine Erfolgsstory werden. Man weiß es vorher eben nicht.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    3. Februar 2017 17:44 at 17:44

    Die Snapchat App und das, was sie bietet, ist nicht wirklich neu. Wie wollen sie sich gegenüber Facebook / Whatsapp behaupten?

    https://www.google.com/trends/explore?date=all&q=snapchat,whatsapp

    Das Interesse an Snapchat schwächelt bereits. Will man nur mal schnell abkassieren, bevor es in der Bedeutungslosigkeit versinkt?

  2. Avatar

    Marcus

    5. Februar 2017 13:50 at 13:50

    Ich habe das IPO-Filing ebenfalls gelesen, und zusammenfassend lässt sich sagen, das die Zahlen von Snapchat eine Zumutung sind. Wer mehr Verlust als Umsatz macht, der ist eigentlich faktisch schon pleite! Die Zahlen sind ja noch miserabler als beim Facebook oder Twitter Börsengang.

    Zur Kapitalstruktur: Dual Class Stock Strukturen gibt es ja durchaus, siehe Google oder Facebook. Aber keiner von denen hat Vorzugsaktien ausstehen. Ein vernünftiger Investor kauft keine Vorzugspapiere, das ist aus meiner Sicht wertloser Schrott.

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Neu: Warum Disruptoren für Sie so lukrativ sind – Werbung

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Lieber Börsianer,

US-Investoren lieben diese neue Aktiengattung. Die Rede ist von den sogenannten Disruptoren. Was ist das? Den Begriff des Disruptors prägte vor einigen Jahren der US-Ökonom Clayton M. Christensen.

Er meint damit Unternehmen, die das bestehende Marktgleichgewicht in aller Regel mit großer Dynamik kreativ zerstören. Anders formuliert: Hier werden Erfolgsserien bereits bestehender Technologien oder etwa Produktionsverfahren unterbrochen (englisch: to disrupt). Im deutschsprachigen Raum sprechen wir dann von disruptiven Technologien.

Landläufig verstehen viele Anleger darunter vor allem Neuerungen im Bereich Software oder Internet. Tatsächlich ist das faszinierende Feld dieser Disruptoren vieler größer. Auch nicht-technische Innovationen können einen Markt erheblich verändern.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg startete ein Einzelhändler, den wir heute unter dem Namen Aldi kennen, ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Man setzte nicht mehr auf Frischprodukte wie Obst und Gemüse, sondern lang haltbare Konserven und ähnliches. Das Modell des Lebensmittel-Discounters war geboren.

In der jüngeren Vergangenheit etwa sorgte die US-Kaffeehauskette Starbucks für Furore und konstruktive Unruhe im Markt. Die Performance dieser Disruptor-Aktie in den vergangenen 10 Jahren: über 2.200 % Kursplus. Tatsächlich machte diese US-Aktie viele Anleger wohlhabend, einige unter uns machte die Starbucks-Aktie sogar zu kleinen Millionären.

Es muss nicht immer Internet sein

Wie gesagt: Es muss nicht immer Internet sein. Trotzdem gilt natürlich, dass aus dieser Branche in den vergangenen Jahren sehr viele Disruptoren erwachsen sind. Dafür stehen Namen wie Alphabet, Amazon oder etwa in China Tencent oder Alibaba.
Nun kennen wir natürlich alle die Disruptoren der Vergangenheit. Aber was sind die Disruptoren der nächsten Jahren? In meinem Börsendienst RENDITE TELEGRAMM befasse ich mich schwerpunktmäßig genau mit dieser Aktiengattung. Anhand eines aufwendigen Prüfschemas…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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