Aktien

Das nächste Opfer des geplatzten Ponzi-Schemas in China!

In China zieht der Skandal um das Ponzi-Schema der Firma China Huishan Dairy Holdings immer weitere Kreise. Und das wirft ein Schlaglicht auf das, was an Chinas Finanzmärkten der Fall ist..

FMW-Redaktion

Ende letzter Woche hatten wir über den Fall von China Huishan Dairy Holdings berichtet, des größten Molkerei-Betriebs in China. Die Aktien von China Huishan Dairy Holdings waren monatelang von einem Hoch zum nächsten geklettert, weil das Unternehmen in gigantischem Maßstab eigene Aktien zurück gekauft hatte. Dann der plötzliche Absturz, um sage und schreibe 91% ging es letzten Freitag nach unten für die Aktien von China Huishan Dairy Holdings, und das in weniger als 90 Minuten. Damit wurde in diesen wenigen Minuten mehr als vier Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. Seit dem Absturz sind die Aktien der Firma in Hongkong vom Handel ausgesetzt.

China Huishan Dairy Holdings hatte, wie bekannt geworden war, eine bemerkenswerte Methode zur Generierung von Cash angewendet: man hatte ca. 50.000 Kühe verkauft, um sie dann sofort vom Käufer wieder zurück zu leasen. Das brachte zwar kurzfristig Cash in das Unternehmen, mit dem man dann wiederum eigene Aktien kaufte – aber verringerte eben auch den Cash Flow des Unternehmens, das für die zurück geleasten Schweine nun Leasing-Gebühren zahlen muß.

Nun ist weiterhin bekannt geworden, dass China Huishan Dairy Holdings letzten Donnerstag eine Dringlicheitssitzung einberufen hatte, um die Gläubiger über das massive Liquiditätsproblem der Firma zu informieren. Dabei hat sich auch die Verwaltung der chinesischen Provinz Liaoning eingeschaltet (in der die Firma beheimatet ist) und sich zur Wahrung des sozialen Friedens einverstanden erklärt, Landbesitz der Firma im Volumen von 90 Millionen Yuan zu kaufen, um der Firma zu helfen. Gleichzeitig hat sich China Huishan Dairy Holdings dazu verpflichtet, weitere Assets zu verkaufen, um wieder liquide zu sein.

Eines der Opfer, und das ist bezeichnend, ist ein sogenannter peer-to-peer-lender, also eine Plattform, die Kredite von Privatpersonen an Firmen vermittelt. Alleine im Februar waren so 50 Millionen Yuan (gut sieben Millionen Dollar) an frischem Kredit an China Huishan Dairy Holdings durch die P2P-Plattform Hongling geflossen – von vermutlich hart arbeitenden chinesischen Privatpersonen, die ihr Erspartes in die Firma investiert hatten in der Hoffnung auf üppige Verzinsung. Und diese Verzinsung – auch das ist typisch – war mit 13,5% durchaus sehr üppig.

Nun hat China Huishan Dairy Holdings im Jahr 2016 also mehr als das Doppelte seines gesamten Cash-Flows in den Rückkauf eigener Aktien investiert und dabei gleichzeitig Kredite bekommen, die zweistellig verzinst sind – das muß man erst einmal stemmen! Nach der Dringlichkeitssitzung von China Huishan Dairy Holdings also haben dann im Wissen um die Probleme der Firma oofenbar einige gut Informierte die Reißleine gezogen, was den herben Absturz von 91% vom letzten Freitag erklärt.

Und heute Nacht gab es dann das nächste Opfer dieses beeindruckenden Ponzi-Schemas: die Aktien der Bank Jilin Jiutai Rural Commercial Bank fielen um 11%, nachdem bekannt geworden war, dass die Bank der zweitgrößter Kreditgeber von China Huishan Dairy Holdings ist – das war der größte Abverkauf, seit die Aktien der Bank in Hongkong gelistet sind (was erst seit zweieinhalb Monaten der Fall ist). Es sieht also so aus, als ziehe der Absturz von China Huishan Dairy Holdings immer weitere Kreise. Und die Frage ist doch: ist das lediglich die sichtbare Spitze eines gigantisch großen Eisbergs des viel größeren Ponzi-Schemas namens China, das eine Verschuldung von 260% zum BIP aufweist!



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

3 Kommentare

  1. Haben die wirklich Kühe verkauft und Schweine zurück geleast? ;-)

  2. Und die Frage ist doch:
    ist das lediglich die sichtbare Spitze eines gigantisch großen Eisbergs des viel größeren Ponzi-Schemas namens China,USA, EU, Banken,Sozialsysteme,Geldsysteme,Rentensysteme,Krankensysteme?

    ohjaaa,… und das Derivate,CDS,Kredit und wie sie alle heißen Ponzis kommen ja auch noch.
    Das wird ein Knall bis ins Universum… ich glaub ich brauch noch ein paar Raviolidosen

  3. China ist doch generell eine Wundertüte. Du tust Geld rein und hoffst das was rauskommt und es klappt ja auch. Nur du solltest lieber nicht wissen wie. Die Schattenbanken (wenn man die überhaupt so nennen kann) haben aus Zauberhand immer wieder Geld. Niemand weiß nichts genaues ob China verschuldet ist wer wo wie was? Eigentlich die perfekte Methode einfach weitermachen. Schulden mit noch mehr Schulden begleichen oder einfach die Geldmenge ausweiten. Das wichtigste ist eh das es den Menschen am Ende besser geht. Nur Deutschland ist da viel zu sehr penibel (naja als Gläubiger im Tollhaus zu sitzen hat seine Schattenseiten).

    China ist da quasi Pionier. Die USA haben seit 2008 es verstanden und Europa/EZB springen langsam auch auf den Zug auf. Es gibt keinen Crash solange ich mehr reinpumpe.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage