Marktkommentare

Das Scheitern der Fed

Währungen crashen, Prämien für Ausfallversicherungen für Schwellenländer-Staatsanleihen explodieren

Black Friday ist normalerweise die Bezeichnung für den Freitag nach Thanksgiving in den USA. Das ist der Tag, an dem der Konsumrausch seinen absoluten, geradezu kultischen Höhepunkt erreicht.

Schwarz ist der heutige Freitag aber heute wieder insbesondere für die Schwellenländer. Der Abverkauf der türkischen Lira geht weiter (neues Allzeittief), der südafrikanische Rand fällt auf den tiefsten Stand seit 2008, Argentinien reduziert seine Eingriffe für den Peso und lässt so den größten Tagesverlust der Währung seit zwölf Jahren zu. Geht diese Entwicklung so weiter, steht Argentinien die nächste Pleite bevor. Spiegelbild der einsetzenden Panik sind die steigenden Prämien für Credit Default Swaps (CDS), also Ausfallversicherungen für Staatsanleihen der Schwellenländer.

Aktuell kämpft der Dax bereits mit der 9400er-Marke, der Dow nähert sich der 16.000er-Marke an. Angesichts diese doch dramatischen Umfelds kommt nun der Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch entscheidende Bedeutung zu: würde sie auf weitere Reduzierungen der Anleihekäufe verzichten, dürften sich die Märkte erst einmal beruhigen.

Dennoch: dass schon die Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed sowie ein schwacher Einkaufsmanagerindex aus China ausreichen, um die Märkte in Panik zu versetzen, spricht Bände – man mag sich kaum vorstellen, was passieren würde, wenn die Fed die Zinsen anheben würde.

Eines aber wird nun immer klarer: der Weg, den die Fed mit ihrer Geldpolitik eingeschlagen hat, ist eine Einbahnstraße – ein way of no retourn. Wenn man einmal den Geist aus der Flasche gelassen hat, ist er einfach nicht mehr einzufangen. Manchen war das klar – Bernanke und seinen Unterstützern in der Fed wohl eher nicht. Wir dürfen auf ihre Ratlosigkeit (angesichts des einsetzenden Gegenverkehrs in der Einbahnstraße) am kommenden Mittwoch gespannt sein!



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