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Das Sterben der Nordsee-Öl-Industrie

FMW-Redaktion

In der Nordsee entwickelt sich derzeit, so sagen einige Analysten, ein Grab für einst aktive Bohrinseln. Der Grund: der norwegische Staatskonzern Statoil, der für 70% der Ölförderung verantwortlich zeichnet, kündigt derzeit reihenweise Kontrakte mit Ölbohrfirmen wie Transocean oder Seadrill. So hat Statoil seit 2014 seine Förderkapazitäten in einem Maß zurück gefahren, das einen Umfang von vier Jahren durchschnittlicher Förderung in der Nordsee hat. Erst gestern hatte Statoil einen Vertrag mit dem Betrieber des Förderprojekts Songa Offshore beendet.

Norwegen-Statoil-Bohrinsel
Bohrinsel vor Norwegen. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Firmen wie eben Transocean oder Seadrill betreiben in der Nordsee mobile Ölplattformen – und werden von Konzernen wie Statoil beauftragt, Öl zu fördern. Da aber Statoil bislang zahlreiche Verträge fristgemäß oder vorzeitig gekündigt hat, stellt sich die Frage, was die Betreiberfirmen der Ölplattformen mit den nun nicht gebrauchten Plattformen anstellen wollen – ein anderer Auftraggebeer ist angesichts der tiefen Ölpreise nicht in Sicht, da die in der Nordsse sehr teure Förderung derzeit unrentabel ist. Und so ist es wahrscheinlich,, dass demnächst ca. 20 Ölplattformen demnächst aus dem Verkehr gezogen, sprich verschrottet werden müssen.

Statoil hat die Investitionen zuletzt deutlich zurück gefahren, um den Cash flow stabil zu halten und den Aktionären nach wie vor eine unveränderte Dividende zahlen zu können. Genau das aber sorgt für Turbulenzen bei Dienstleistungsfirmen wie Transocean: in den letzten zwei Jahren haben sich die Preise, die etwa Transocean für die Nutzung seiner Ölplattform verlangen kann, halbiert – und das führte notwendigerweise zu Einsparungen bei den Anbietern, Entlassungen sowie der Kürzung oder gar Streichung der Dividenden. Und das hinterläßt deutliche Spuren im Aktienkurs der betroffenen Unternehmen – so hat sich die Aktie von Transocean in nur einem Jahr gedrittelt:

Transocean031115

Von ca. 300 mobilen Ölplattformen sind bereits 40 aus dem Betrieb genommen worden – und es dürften nach Schätzungen der Bank Nordea noch weitere 100 folgen. Die Nordsee, das zeigt sich immer klarer, wird zum Grab für Ölplattformen! Und vielleicht auch zum Grab für die Betreiber von Ölplattformen wie Transocean..



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