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Indizes

Das wacklige Gleichgewicht an den Börsen – sinkende Industrieproduktion aber starke Dienstleister und ausgabenfreudige Konsumenten. Wie lange noch?

Warum die Aktienmärkte noch nicht schwächeln!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Auch wenn die Aufträge in der Industrie, insbesondere im Automobilgewerbe schrumpfen, gibt es zwei Bereiche, die vorerst den Rutsch in die Rezession verhindern. Sowohl in den USA, als auch in Deutschland sind die Dienstleistungsindizes und die Konsumentenausgaben wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung.

 

Die Konsumentenstimmung

 

Erst gestern gab es die neuesten Zahlen zur Verbraucherstimmung und die fielen in den USA wie auch in Deutschland sehr stark aus.

Für Deutschland wurde für das GfK-Konsumentenbarometer 10,8 Punkte gemessen und damit exakt soviel wie im Vormonat. Von Zügelung der Ausgaben also noch keine Spur.

In den USA fiel das US-Verbrauchervertrauen (Conference Board Februar) mit 131,4 sogar höher aus als erwartet – die Prognose war 124,7 und im Vormonat lag der Wert bei 121,7 Punkten. Da die US-Wirtschaft zu 70% von den Verbraucherausgaben lebt, ist dies für mich der wichtigste Hinweis, warum die Indizes dort immer noch nicht fallen.

 

Der Dienstleistungssektor

 

Während sich in den USA der Anteil des Dienstleistungssektors am Bruttoinlandsprodukt seit 10 Jahren stets zwischen gewaltigen 70 und 80% bewegt (Quelle statista), ist der Produktionsanteil hier auf unter 20% gesunken. Der Einkaufsmanagerindex für die USA ist im laufenden Monat von 54,2 auf 56,6 Punkte gestiegen, ergo befindet er sich deutlich im Wachstumsbereich.

Für Deutschland ist dieser Index im Februar sogar von 53,0 auf 55,6 Punkte geklettert, nachdem er sich die letzten Monate sogar mit 51,5 bis 53 Punkte in Richtung Stagnation bewegt hatte. Für unsere exportlastige und produktionsabhängige Wirtschaft hat er aber nicht die gleiche Bedeutung wie für die USA, deshalb auch die schlechtere Performance unseres Leitindex.

 

Die schwächelnde Produktion am Beispiel Caterpillar

 

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar, immerhin neuntschwerster Wert im Dow Jones, hatte bereits bei der Bekanntgabe seiner Quartalszahlen am 28. Januar vor schwächeren Geschäften im Jahr 2019 gewarnt. Gestern geriet er nach einer Herabstufung durch Großbanken mit -2,38% etwas weiter unter Druck. Das Unternehmen gilt nicht nur als Indikator für die US-Industrieproduktion, sondern als Hersteller von schwerem Gerät wie Radlager oder Muldenkipper und wegen seiner weltweiten Präsenz auch als globaler Konjunkturwegweiser. Aber, wie bereits erwähnt, ist der Anteil des produzierenden Gewerbes in den USA auf unter 20% gesunken.

 

Fazit

 

Aus meinen obigen Argumenten könnte man Folgendes schlussfolgern: Die US-Wirtschaft wird dann erst richtig Probleme bekommen, wenn der Konsument seine bisher ungezügelte Kauflust verringert und der Dienstleistungsbereich zu schwächeln beginnt. Dies setzt aber weitere Zinssteigerungen der Fed voraus, die in nahezu allen Konjunkturzyklen der letzten Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg der Auslöser für eine Rezession waren. Billiges Geld könnte die notwendige Marktbereinigung (Zombiefirmen) aber noch weiter verzögern.

 

Von Nikodem Nijaki – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16923612

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Aktienmärkte: Die gefährliche Euphorie – alles steigt!

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Gleichzeitig rechnet niemand mit einem stärkeren Rückgang der Aktienmärkte – sichtbar am Rekordtief des Verhältnisses zwischen Puts und Calls. Das bedeutet: es ist derzeit extrem günstig, sich gegen eine Kursrutsch der Aktienmärkte abzusichern. Aber es ist nicht selten, dass Märkte, an denen die Investoren so derart einseitig positioniert sind, plötzlich ein überraschender Gegenwind auftaucht – eine Art Schwarzer Schwan, den niemand auf der Rechnung hatte. Dann müssen alle durch die selbe Tür – und da es so gut wie keine Shortpositionen mehr gibt, gibt es dann auch praktisch keine Käufer (die ihre Short-Positionen eindecken), wird es an der Tür dann sehr eng.

Nicht umsonst lautet eine Börsen-Weisheit (von Warren Buffett): „Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, und ängstlich, wenn sie gierig sind“. Derzeit aber sind alle gierig – sichtbar auch am Fear & Greed Index mit einem Stand von aktuell 91.

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