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Märkte

Das war es schon wieder mit der Öl-Euphorie

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Wie wir gestern berichteten, hatten viele Profi-Zocker den Aufwärts-Move beim Öl richtig erwischt von Mitte letzter Woche bis Anfang dieser Woche. Aber gestern kam dann Saudi-Arabien wieder mit seinem Statement, dass man seine Öl-Investitionen nicht kürzen werde, was gleichzusetzen ist mit weiterhin hoher Produktionsmenge.

Und zack, der Ölpreis rauscht weiter runter von gestern früh 32,50 auf jetzt 29,50 Dollar. Ein klares Indiz dafür, dass die Saudis lieber ihre Geldreserven anzapfen um ihr Haushaltsloch zu stopfen als über höhere Ölpreise mehr Geld reinzubekommen. Warum gehen die amerikanischen Fracking-Buden nicht endlich pleite, wird man sich bei den Golf-Produzenten fragen.

Hinzu kommt: Es macht jetzt schon das Gerücht die Runde, dass die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA, die offiziell morgen um 16:30 Uhr deutscher Zeit verkündet werden, erneut höher ausfallen. Dies würde bedeuten, dass die amerikanischen Produzenten nach wie vor pumpen was das Zeug hält. Wir hatten es schon mehrmals angesprochen: Es ist unverständlich, warum jemand sehenden Auges sein eigenes Grab schaufelt, aber sei es drum…

Auch gab es gestern angeblich Gespräche zwischen OPEC-Vertretern und Vertretern der russischen Öl-Industrie. Das Thema soll die mögliche Reduzierung der Fördermenge gewesen sein, aber Russland hat sich bisher nicht mit der OPEC abgesprochen. Und wäre es gestern zu irgendeiner Art von Einigung gekommen, wäre der Ölpreis jetzt wohl bei 35 oder 40 Dollar, denn wenn OPEC + Russland zusammen ihre Fördermenge regulieren, beeinflusst das die weltweiten Ölpreise wirklich!

Die gestrigen Kommentare der Saudis haben die Mini-Rally im Ölpreis erstmal abgewürgt. Das war es erst einmal. Die wahrscheinlich steigenden Lagerbestände in den USA (morgen 16:30 Uhr) werden vermutlich den Weg für weiter fallende Kurse bereiten.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Benedikt

    26. Januar 2016 12:28 at 12:28

    Die Fracking-Buden pumpen so lange Öl und Gas weiter, bis deren Bohrlöcher versiegen. Wenn die versiegen, ist das ganze Geld der Anleger und Gläubiger mehr oder minder weg, da ja kein Geld mehr da ist für neue Bohrlöcher. Der niedrige Ölpreis von heute sind die Kreditausfälle von morgen. Die großen Kreditausfälle kommen noch. Auf höhere Kreditausfälle dürften höhere Realzinsen und weniger Kreditvergabe folgen.

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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