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Das Wunder von Italien – deutlich weniger Schrottkredite

Florenz in Italien

In Italien, da geschehen noch Wunder. Zunächst zu den „harmlosen“ Zahlen. Europaweit werden die Volkswirtschaften dank Rettungsaktionen, Gelddrucken und neuen Staatsschulden in noch nie da gewesenem Ausmaß geflutet mit Liquidität. Kredite werden vergeben ohne Ende. Hauptsache es wird gerettet? Wie die italienische Notenbank heute bekannt gab, haben die Banken in Italien im Juni ihre Kreditvergabe an Unternehmen deutlich ausgeweitet mit einem Plus von 3,7 Prozent im Jahresvergleich. Der Anstieg der Kreditvergabe ist fast doppelt so stark wie noch im Mai, als das Plus bei 1,9 Prozent lag. An die privaten Haushalte stieg die Kreditvergabe um 1,6 Prozent.

„Nur“ ein Zuwachs von 3,7 Prozent bei der Kreditvergabe an Unternehmen, möchte man da fast fragen. Denn laut EZB wurde im Schnitt der Eurozone ein Zuwachs von 7,1 Prozent verzeichnet. Im Fall von Italien kann man wohl froh sein, dass es überhaupt mal in irgendeinem Segment Wachstum gibt? Sei es auch nur bei der Kreditvergabe? Wie schon erwähnt. Bei so viel neuem Geld, so vielen Rettungsprogrammen etc, da ist es nur logisch, dass die Kreditvergabe wächst.

Italien mit Wunder bei Schrottkrediten

Tja, und das „Wunder von Italien“, das findet man heute ebenfalls in der Veröffentlichung der italienischen Notenbank. Denn wie sie vermeldet, ist im Juni das Volumen der Schrottkredite (Non Performing Loans / nicht mehr bediente Kredite) in nur einem Monat von 71,2 auf 68,1 Milliarden Euro gesunken. Das erste Wunder: Ein Rückgang von satten 3,1 Milliarden Euro, und das wie gesagt in nur einem Monat! Sensationell! Und das zweite Wunder besteht darin, dass der Berg der Schrottkredite in dieser brutal schlimmen Wirtschaftskrise überhaupt schrumpft. Das Volumen müsste doch im Gegenteil deutlich ansteigen?

Wir vermuten: In Italien läuft die Nummer ähnlich wie vermutlich in Deutschland, wo die Banken ja „wundersamerweise“ recht anständig durch die Coronakrise kommen. Dies dürfe daran liegen, dass die Europäische Bankenaufsicht (EBA) im März beschloss, dass wegen der Coronakrise gestundete Kredite von den Banken nicht zwingend als Kreditausfall deklariert und abgeschrieben werden müssen. Also dürften sich in den letzten Monaten viele ausgefallene Kredite in den Büchern der Banken angehäuft haben, die zwar ausgefallen sind, aber weiterhin von den Banken als werthaltige Forderungen ausgewiesen werden.

Es ist kaum anzunehmen, dass mitten in dieser Krise die Kreditkunden in Italien massenhaft gesunden, und fleißig bisherige Schrottkredite wieder bedienen. Oder haben Banken die Rettungsflut benutzt, um gegen Preisabschlag auf den Nominalwert Schrottkredite abzustoßen an Investoren? Selbst wenn das geschah, dürfte ein großes Volumen neuer Schrottkredite hinzugekommen sein. Dass die Nettozahl in nur einem Monat um 3 Milliarden Euro sinkt, einfach so, in dieser Zeit, das scheint doch höchst unwahrscheinlich zu sein. Die Vermutung darf geäußert werden, dass dieses Moratorium der EBA dafür verantwortlich ist, und dass die Lage bei den Schrottkrediten in Wirklichkeit viel schlimmer ist.

Ende Juni sollte dieses Moratorium der EBA eigentlich enden. Aber keine Angst, rechtzeitig vorher wurde es am 18. Juni verlängert bis Ende September. Also können die Banken noch für gut 7 Wochen so tun, als seien zahlreiche nicht mehr bediente Kredite weiterhin hochwertige Forderungen in ihren Büchern. Wir vermuten: Im September rechtzeitig vor dem Ende dieses Moratoriums wird die EBA es erneut verlängern. Bis Ende Dezember?



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5 Kommentare

  1. Jede Wette, sie werden es verlängern! Sie werden alles verlängern.

  2. Natürlich werden die „Ausnahmeregeln“ verlängert. Und das nicht nur bis Dezember, sondern für immer, sprich bis zum Systemzusammenbruch.

    Mein Lieblingsbeispiel aus der Geschichte:
    Octavian hat seine Sondervollmachten alle fünf Jahre vom römischen Senat verlängern lassen. Natürlich nur um die „Republik zu retten“. Den Senatoren blieb ja auch gar nichts anderes übrig. Denn die Meisten hatte er selbst eingesetzt und war außerdem für seine „robusten“ Methoden der Konfliktlösung bekannt. Bei seinem Nachfolger hat man dann einfach auf diesen „formalen“ Akt verzichtet.

    P.S.: Im Bundestag wurde gerade ein Entwurf eingebracht der die „Rückzahlungszeit“ für Privatinsolvenzen von 6 auf 3 Jahre verkürzen soll.
    Wie Stelter immer so schön sagt: In einer überschuldeten Welt ist es ziemlich dämlich der Gläubiger zu sein.

  3. Das ist vorsätzlicher Betrug,Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung.Und das von Institutionen den es gestattet ist Geld zu drucken ohne Eigentümer dessen zu sein.
    Das heisst das heißeste Eisen auf unserem Planeten,Alchemist zu sein,die können
    tatsächlich so etwas durchziehen.Und das Beste ist ,das der Bürger das auch noch bezahlt!
    Es gab Jahrhunderte ,da hat man sie aus den Häusern getrieben und alle verantwortlichen
    Köpfe aufgepfahlt und das zurecht. Wann werden die Scholzens,Merkels,Macrons,Trumps,Draghis,Lagardes,alle duldenden Oppositionellen und wie sie alle heißen zur VERANTWORTUNG gezogen ,WANN ???? Die Banker nehmen was sie kriegen ,aber das ist ja bekannt !!!!! Also wann wird endlich reiner Tisch gemacht ?Wen führen
    sie an der Nase herum,uns die wahrhaftigen Eigentümer des Marktes und Kredits!!

    1. So lange die Bundesregierung die Nachrichten bestimmt und der Großteil der Bevölkerung an die Mainstream-Medien glaubt, wird sich nichts ändern. Mann muss sich damit abfinden und seine Strategie daran anpassen.
      Dann lebt es sich deutlich leichter

  4. https://www.youtube.com/watch?v=LSGAKfxL_t4

    Jeder der sich damit beschäftigt weiß, dass dieses System am Ende ist und sich die Entscheider nur Zeit erkaufen. Insolventverschleppung ist nur Mittel zum Zweck. Die Zombies waren bereits vor Corona da. „The show musst go on“ für die oberen 0,000001%

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