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Das Wunder von Italien – deutlich weniger Schrottkredite

Claudio Kummerfeld

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am

Florenz in Italien

In Italien, da geschehen noch Wunder. Zunächst zu den „harmlosen“ Zahlen. Europaweit werden die Volkswirtschaften dank Rettungsaktionen, Gelddrucken und neuen Staatsschulden in noch nie da gewesenem Ausmaß geflutet mit Liquidität. Kredite werden vergeben ohne Ende. Hauptsache es wird gerettet? Wie die italienische Notenbank heute bekannt gab, haben die Banken in Italien im Juni ihre Kreditvergabe an Unternehmen deutlich ausgeweitet mit einem Plus von 3,7 Prozent im Jahresvergleich. Der Anstieg der Kreditvergabe ist fast doppelt so stark wie noch im Mai, als das Plus bei 1,9 Prozent lag. An die privaten Haushalte stieg die Kreditvergabe um 1,6 Prozent.

„Nur“ ein Zuwachs von 3,7 Prozent bei der Kreditvergabe an Unternehmen, möchte man da fast fragen. Denn laut EZB wurde im Schnitt der Eurozone ein Zuwachs von 7,1 Prozent verzeichnet. Im Fall von Italien kann man wohl froh sein, dass es überhaupt mal in irgendeinem Segment Wachstum gibt? Sei es auch nur bei der Kreditvergabe? Wie schon erwähnt. Bei so viel neuem Geld, so vielen Rettungsprogrammen etc, da ist es nur logisch, dass die Kreditvergabe wächst.

Italien mit Wunder bei Schrottkrediten

Tja, und das „Wunder von Italien“, das findet man heute ebenfalls in der Veröffentlichung der italienischen Notenbank. Denn wie sie vermeldet, ist im Juni das Volumen der Schrottkredite (Non Performing Loans / nicht mehr bediente Kredite) in nur einem Monat von 71,2 auf 68,1 Milliarden Euro gesunken. Das erste Wunder: Ein Rückgang von satten 3,1 Milliarden Euro, und das wie gesagt in nur einem Monat! Sensationell! Und das zweite Wunder besteht darin, dass der Berg der Schrottkredite in dieser brutal schlimmen Wirtschaftskrise überhaupt schrumpft. Das Volumen müsste doch im Gegenteil deutlich ansteigen?

Wir vermuten: In Italien läuft die Nummer ähnlich wie vermutlich in Deutschland, wo die Banken ja „wundersamerweise“ recht anständig durch die Coronakrise kommen. Dies dürfe daran liegen, dass die Europäische Bankenaufsicht (EBA) im März beschloss, dass wegen der Coronakrise gestundete Kredite von den Banken nicht zwingend als Kreditausfall deklariert und abgeschrieben werden müssen. Also dürften sich in den letzten Monaten viele ausgefallene Kredite in den Büchern der Banken angehäuft haben, die zwar ausgefallen sind, aber weiterhin von den Banken als werthaltige Forderungen ausgewiesen werden.

Es ist kaum anzunehmen, dass mitten in dieser Krise die Kreditkunden in Italien massenhaft gesunden, und fleißig bisherige Schrottkredite wieder bedienen. Oder haben Banken die Rettungsflut benutzt, um gegen Preisabschlag auf den Nominalwert Schrottkredite abzustoßen an Investoren? Selbst wenn das geschah, dürfte ein großes Volumen neuer Schrottkredite hinzugekommen sein. Dass die Nettozahl in nur einem Monat um 3 Milliarden Euro sinkt, einfach so, in dieser Zeit, das scheint doch höchst unwahrscheinlich zu sein. Die Vermutung darf geäußert werden, dass dieses Moratorium der EBA dafür verantwortlich ist, und dass die Lage bei den Schrottkrediten in Wirklichkeit viel schlimmer ist.

Ende Juni sollte dieses Moratorium der EBA eigentlich enden. Aber keine Angst, rechtzeitig vorher wurde es am 18. Juni verlängert bis Ende September. Also können die Banken noch für gut 7 Wochen so tun, als seien zahlreiche nicht mehr bediente Kredite weiterhin hochwertige Forderungen in ihren Büchern. Wir vermuten: Im September rechtzeitig vor dem Ende dieses Moratoriums wird die EBA es erneut verlängern. Bis Ende Dezember?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    F. Beyer

    10. August 2020 18:58 at 18:58

    Jede Wette, sie werden es verlängern! Sie werden alles verlängern.

  2. Avatar

    thinkSelf

    10. August 2020 21:27 at 21:27

    Natürlich werden die „Ausnahmeregeln“ verlängert. Und das nicht nur bis Dezember, sondern für immer, sprich bis zum Systemzusammenbruch.

    Mein Lieblingsbeispiel aus der Geschichte:
    Octavian hat seine Sondervollmachten alle fünf Jahre vom römischen Senat verlängern lassen. Natürlich nur um die „Republik zu retten“. Den Senatoren blieb ja auch gar nichts anderes übrig. Denn die Meisten hatte er selbst eingesetzt und war außerdem für seine „robusten“ Methoden der Konfliktlösung bekannt. Bei seinem Nachfolger hat man dann einfach auf diesen „formalen“ Akt verzichtet.

    P.S.: Im Bundestag wurde gerade ein Entwurf eingebracht der die „Rückzahlungszeit“ für Privatinsolvenzen von 6 auf 3 Jahre verkürzen soll.
    Wie Stelter immer so schön sagt: In einer überschuldeten Welt ist es ziemlich dämlich der Gläubiger zu sein.

  3. Avatar

    klempner

    11. August 2020 01:00 at 01:00

    Das ist vorsätzlicher Betrug,Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung.Und das von Institutionen den es gestattet ist Geld zu drucken ohne Eigentümer dessen zu sein.
    Das heisst das heißeste Eisen auf unserem Planeten,Alchemist zu sein,die können
    tatsächlich so etwas durchziehen.Und das Beste ist ,das der Bürger das auch noch bezahlt!
    Es gab Jahrhunderte ,da hat man sie aus den Häusern getrieben und alle verantwortlichen
    Köpfe aufgepfahlt und das zurecht. Wann werden die Scholzens,Merkels,Macrons,Trumps,Draghis,Lagardes,alle duldenden Oppositionellen und wie sie alle heißen zur VERANTWORTUNG gezogen ,WANN ???? Die Banker nehmen was sie kriegen ,aber das ist ja bekannt !!!!! Also wann wird endlich reiner Tisch gemacht ?Wen führen
    sie an der Nase herum,uns die wahrhaftigen Eigentümer des Marktes und Kredits!!

    • Avatar

      Scheer

      11. August 2020 23:07 at 23:07

      So lange die Bundesregierung die Nachrichten bestimmt und der Großteil der Bevölkerung an die Mainstream-Medien glaubt, wird sich nichts ändern. Mann muss sich damit abfinden und seine Strategie daran anpassen.
      Dann lebt es sich deutlich leichter

  4. Avatar

    Übelkeit

    11. August 2020 14:50 at 14:50

    https://www.youtube.com/watch?v=LSGAKfxL_t4

    Jeder der sich damit beschäftigt weiß, dass dieses System am Ende ist und sich die Entscheider nur Zeit erkaufen. Insolventverschleppung ist nur Mittel zum Zweck. Die Zombies waren bereits vor Corona da. „The show musst go on“ für die oberen 0,000001%

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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