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Davos, Weltwirtschaftsforum, Klimaschuld: Die Gewissensmelker

Die Klima-Sünder benötigen Gnade so dringend wie die Menschen vor Luther. Sie erhalten sie von höherer Stelle in Gestalt von grünem Ablass

Klima Schuld Davos Weltwirtschaftsforum

Wer an einer Veranstaltung in Davos teilnimmt, wird grau vor Augen, ein schimmernder Silbersee, von der ersten bis zur letzten Reihe: In Davos, auf dem Weltwirtschaftsforum, gönnt die Weltelite sich eine Auszeit und spricht über Klima und Schuld. Von hier oben, in 1.500 Meter Höhe, nehmen die Dinge sich anders aus: Das Wort Oberschicht erhält von hier eine ganz neue Bedeutung. Hier oben in Davos, den Völkern weit unten entrückt, durchdenken die Edelsten der Besten die Fährnisse der Welt. Wie Zeiten sich gleichen: Der mittelalterliche Herrscher stand an der Spitze seines Volkes. Er stand allerdings nicht seinem Volk gegenüber, es anblickend, sondern mit dem Rücken zu ihm. Denn er schaute auf Gott. Sein Hauptaugenmerk galt dem Schöpfer. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist es ganz ähnlich. Auch hier zählt nur das große Ganze: der Kontext der Schöpfung, dem sich das Individuum unterwerfen muss. Schließlich geht es um das Klima und die Rettung des Planeten.

Angst vor dem planetaren Tod

Der Tod ängstigt die Menschen. Wie damit fertig werden? Für Ernst Jünger war der Tod eine Art Umsteigen, wie wenn man auf dem Bahnsteig den Zug wechselt. Wohin die Reise geht, bleibt ungewiss. Allerdings nimmt das Bild dem Tod seine erschütternde Endgültigkeit. Die Reise geht ja weiter. Es muss nicht zwangsläufig die kleine Angst vor dem eigenen Tod sein. Denkbar ist auch die kollektive Angst vor dem planetaren Tod durch Wandlung des Klimas, sprich: dem großen Weltuntergang, der finalen Katastrophe, der endzeitlichen Apokalypse. Wir leben in einem neuen Zeitalter, heißt es. Das Anthropozän sei das erste Erdzeitalter, in dem eine biologische Spezies – der Mensch – das Klima verändere. Radikale Anhänger der „Letzten Generation“ sehen darin den Auftrag, sofort und global zu handeln. Nachstehenden Witz nehmen sie als Verpflichtung: Planet Mars trifft beim orbitalen Sonntagsspaziergang die Erde: „Mensch“, sagt der Mars zur Erde, „Du siehst aber schlecht aus!“ – „Ja, mir geht’s es auch nicht gut.“, antwortet die Erde. Darauf der Mars: „Was hast Du denn?“ – Erde: „Homo sapiens!“ – Mars: “Das kenne ich. Das geht vorüber…“

Klimaschuld und gnädige Wissenschaft

Mit der Rettung des Planeten ist der neue Heilsimperativ gefunden. Wer sich ihm in den Weg stellt, lädt Schuld auf sich. Nicht nur vor sich, sondern auch vor seinen Mitmenschen und Kindeskindern. Das wirkt biologisch in archaische Schichten. Zum Glück gibt es fortschrittsgläubige, technisch-wissenschaftliche Machbarkeitseuphorie. Im Idealfall genährt von einer Priesterkaste in weiten wallenden Gewändern, die wirksame Mittel gegen das dräuende Unheil weiß. Der Stand der Wissenschaftler ist heute vermutlich genauso zahlreich und mächtig wie der Klerus in früheren Zeiten. Denn dies ist gewiss: Die Wissenschaft ist die Religion unserer Zeit: ein Neues Testament.

Schuld, Schulden und Geld

„Schuld“ ist ein Gegenstand, der die Erörterung lohnt. Hier nur soviel: Das Abendland besitzt eine Kultur der Schuld wie Ostasien eine der Scham. Das muss man wissen, um die Qualität von Schuld (und Schulden) innerhalb des westlichen Kulturkreises angemessen beurteilen zu können. Schuld ist eine moralische Kategorie, Scham hingegen auch eine soziale. Verkürzt gesagt: Der Ferne Osten arbeitet bei Verfehlung mit dem Pranger, der öffentlichen Zurschaustellung. Der Westen arbeitet bei Verfehlung mit dem Gewissen als internen Gerichtshof. Dem Schuldeingeständnis folgt das Schuldmaß auf dem Fuße. Wenn von Schuld die Rede ist, geht es zumeist um Geld. Seine Schuld mit einer Geldzahlung zu begleichen, ist ein großer zivilisatorischer Fortschritt, man denke nur an archaische Blutrache und das alttestamentarische „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.

Klimaschuld und Biological Footprint

Beim „biological footprint“ wird Schuld durch die Technik des Messens und Wiegens in eine Zahl transformiert. Wo Mathematisches den Taktstock schwingt, macht der Alltag aus jedem einen Rechenmeister. Die Verzifferung der Welt in Zahlen und Daten hat ihre Grenzen dort, wo Quantitäten Qualitäten nicht angemessen bewerten. Das alles ist nicht neu, vielmehr über ein halbes Jahrtausend alt. Damals hieß der Klimatod Fegefeuer und Schuld hieß man Sünde. Sünde aber ist nicht anderes als Schuld vor Gott. Die Klima-Sünder benötigen Gnade so dringend wie die Menschen vor Luther. Sie erhalten sie von höherer Stelle in Gestalt von grünem Ablass.

ESG Investieren

Die Finanzbranche hat längst das kommerzielle Potential der Klima-Schuld für sich entdeckt. Das Zauberwort heißt „Environment Social Governance“, kurz: ESG. Investieren soll fortan nicht nur lukrativ und gewinnbringend sein. Nein, es sollte ab sofort auch nachhaltig, ethisch verantwortbar und moralisch gut sein. Mit Hilfe einer Taxonomie will der zivilgesellschaftliche Staat die hehren Grundsätze des modernen Investieren belohnen. Schließlich soll das Geld nicht nur dem Anleger, sondern auch dem neu definierten Gemeinwohl dienen: inklusiv, divers, woke, Klima-neutral LGBTQ-unterstützend.

Die schöne neue Ökodiktatur zuerst in China?

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach am Dienstag, den 24. Mai, J. Michael Evans, der Präsident der Alibaba Group. Evans kündigte an, dass Chinas multinationale e-commerce-Plattform schon bald einen „carbon footprint trackers“ starten werde, um das Verhalten der Kunden nachhaltig zu verändern. Evans wörtlich: „At a billion consumers, we’re developing, through technology, an ability for consumers to measure their own carbon footprint. What does that mean? That’s where they’re traveling, how they are traveling, what are they eating, what are they consuming on the platform. So, individual carbon footprint tracker, stay tuned! We don’t have it operational yet, but this is something we’re working on.”

Der carbon footprint tracker scheint in etwa wie das Sozialpunktesystem der Chinesischen Kommunistischen Partei zu funktionieren, dass die Menschen bestärkt, das „Richtige“ zu wollen und daran hindert, das „Falsche“ zu tun. Evans sagte das Unfassbare mit unschuldigem Augenaufschlag. Er sagte es so aufrichtig, erfüllt und überglücklich, wie nur jemand sein kann, der Orwells „1984“ nicht gelesen hat: „Feeling good in doing bad!“

Nur so können wir offenkundig den Klima-Wandel stoppen – und uns von unserer Schuld befreien..



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25 Kommentare

  1. Mutiger Artikel der mein Gefühl zu dem Thema spiegelt.

    Klimawandel war immer und wird immer sein. Klimawandel ist gefährlich und wird durch den Menschen beeinflußt. Aber was hier passiert ist eine Instrumentalisierung. Und als Umweltschützer müßte man sich eigentlich auch fragen, ob die Maßnahmen gegen den Klimawandel letztlich wirklich der Umwelt helfen, oder ob sie der Umwelt sogar schaden?
    Sie schadet der Umwelt bereits in erheblichem Umfang, denn wir verbrauchen z.B. mehr Kohle, und wir zwingen Menschen mit wenig Geld weniger nachhaltige Nahrungsmittel zu kaufen. Wir schreddern Vögel und damit wir das immer mehr tun können, holzen wir die ältesten Wälder ab. Wir lassen kleine Kinder im Kongo unter Einsatz ihres Lebens nach Kobolden „buddeln“. Jede Produktion die andernorts zu schlechteren Umweltbedingungen stattfindet, schadet uns wirtschaftlich und der Umwelt obendrein. Unser Beispiel schreckt die Mehrheit der Menschheit ab. Sie gehen den Weg nicht mit und ich befürchte, sie werden sich in diesem Zuge auch gleich andere Umweltschutzmaßnahmen sparen, weil sie durch unser Verhalten diskreditiert werden.

    Klimaanpassung müßte das erste Ziel sein. Dazu gab es in Deutschland eine breite Forschungsinitiative an den Universitäten die nahezu unbeachtet bleibt. Aber das Thema verbietet sich anscheinend schon deswegen, weil die Afd es sich auf die Fahne geschrieben hat, nicht wahr?

    Zum Mitschreiben: das hat die AfD nicht erfunden, das war schon vorher da. Und wer glaubt, dass der Meeresspiegel steigen könnte, ist verpflichtet, Schutzmaßnahmen die oberste Priorität einzuräumen.
    Wer glaubt, dass bestimmte Nahrungspflanzen sich nicht mehr erfolgreich anbauen lassen, muss den Bauern andere Pflanzen an die Hand geben. Usw. usf..

    Ist ja auch alles schon erforscht.

    Was den Klimawandel betrifft: mehr Forschung, aber ohne Ideologie und staatlich finanziert und somit unabhängig. Zumindest theoretisch. Aber an der Sache müssen wir auch noch mal nacharbeiten.

    1. @Felix, wer ist überhaupt Wir?

      Nicht Klimaschutz schadet der Umwelt bereits in erheblichem Umfang, indem Wir z.B. mehr Kohle verbrauchen.
      Ursache für mehr Kohleverbrauch ist einzig die Abhängigkeit von russischem Gas, das aus bekannten putin’schen Gründen nun leider nicht mehr wie geplant als die „harmloseste und sauberste“ Übergangstechnologie zur Verfügung steht. Sollten Sie auf unzuverlässige und teure Atomkraft anspielen, verniedlichen Sie lediglich die potenziell tödlichste aller Umwelt-Gefahren durch Substitution mit ideologisch aufgebauschten „Gefahren“ von Wind und Sonne.

      Wir zwingen Menschen mit wenig Geld überhaupt nicht, weniger nachhaltige Nahrungsmittel zu kaufen.
      Ganz im Gegenteil, sind nachhaltige regionale oder Bio-Lebensmittel derzeit sogar äußerst konkurrenzfähig oder sogar günstiger, als der importierte Industrie-Mist, der durch optische Vielfalt die kaum wahrnehmbaren olfaktorischen und gustatorischen Unterschiede so lange zu übertünchen wusste.

      Wir schreddern keine Vögel, indem wir die ältesten Wälder abholzen.
      Rigorose und skrupellose Spekulanten holzen mit Hilfe korrupter Politiker die ältesten Wälder in unvorstellbarem Tempo und flächenmäßigem Umfang ab, um neue Öl- und Gasquellen zu erschließen oder Billig-Soja als Viehfutter für wenig nachhaltiges Export-Vieh anzubauen.

      Wir schreddern tatsächlich 100.000 Vögel, indem wir Windräder betreiben.
      Doch niemand erwähnt jemals, dass mehrere tausend Mal so viele Vögel durch Glasfassaden, Verkehr, oberirdische Hochspannungsleitungen und ungesicherte Strommasten im Mittelspannungsbereich sterben.

      Wir lassen keine kleinen Kinder nach Kobalt buddeln.
      Es sind dieselben geldgeilen Wohlstands-Leistungstierchen mit Hilfe korrupter Analphabeten-Warlords, die auch schon oben bei den Urwäldern ertappt wurden.

      Sie sind ein Meister, wenn es darum geht, glitschiger Aal oder schleimige Schlange zu spielen. Sie vermischen ‒ relativ geschickt und für den Durchschnittsleser schnell zu überlesen ‒ Pseudo-Populär-Wissenschaft mit Fakten, Ursachen und Wirkungen in einem Maße, das üble Erinnerungen an die perfidesten Volksverhetzer und Propagandisten der Geschichte weckt.

      Das beginnt schon dergestalt, dass Sie Umwelt- und Klimathemen zugleich trocken, wüst und ölig vermischen und, wann immer möglich, das Eine gegen das Andere ausspielen. AfD-Grundsatzprogramm Seite 79, „Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert.“ Brillante Erkenntnis, nur etwas kurz gedacht, indem relevante Kleinigkeiten wie die Zeit verniedlicht werden. Alles ganz auf Linie der AfD: Anstelle eines fiktiven Klimaschutzes brauchen wir echten Umweltschutz. Windkraft zerstört Wälder, wie spielen Wald und Wasser gegen Windkraft [1].

      In der unteren Hälfte Ihres Schleimgefühls zum Thema beginnen Sie empört-nachdenklich über Unis zu fantasieren, aber zumindest outen Sie sich ehrlich und fast wörtlich im Sinne eines Ingo Hahn MdL in Bayern. Sie bleiben hart aber unkonkret, verkaufen und verherrlichen Klimaanpassung, wie Feuer und Wasser, Wolken und optische Teleskope.

      Was konkret schlagen Sie und die Partei dazu vor? Sie bestreiten, bezweifeln, verleugnen trotz aller Messungen den Anstieg von Meeresspiegeln oder die fehlende Resilienz von bestehenden Nahrungspflanzen.
      Gleichzeitig verschieben Sie die Verantwortlichkeiten weg von den Verursachern, hin zu denen, die nicht Symptome temporär lindern, sondern Ursachen und deren weitere fatale Multiplikatoren grundsätzlich ausmerzen wollen. Wer glaubt […] ist verpflichtet, muss…
      Eigene bzw. AfD-Lösungen sind Renaturierung von Industriebrachen, Bewässerung von Dürregebieten (mit welchem Wasser), Hochwasserschutzmaßnahmen wie Deichbau, Polder und Flutrinnen, genmanipulierte Pflanzen, SMR-Atomkraftwerke. Technischer Firlefanz auf dem Papier, Umwelt gegen Klima, sinnlose Aufforstung und „besseres Saatgut“ (Gentechnik?).

      Hochwasserschutz gegen Meeresspiegelanstieg ist inzwischen natürlich notwendig, utopisch teuer, auf Dauer leider minimal wirksam bei maximalen Kosten. Schon 10 cm Erhöhung des Meeresspiegels sorgen dafür, dass Wellen nicht mehr vor den Küsten brechen, sondern auf den Dämmen. Die Wassermasse dieser 10 cm ist enorm, multipliziert mit der gesteigerten Beschleunigung durch „moderne“ Stürme ergibt eine utopische Kraft, der Ihre Anpassungs-Mäuerchen erst einmal etwas entgegensetzen müssen.
      Analoges gilt für Monsanto-Gen-Saatgut, ob man es nun haben will oder nicht. Man muss es den Bauern an die Hand geben.

      Trotz jahrzehntelanger Warungen von Wissenschaftlern und Grünen haben Wir (eigentlich Sie und Ihre Wohlstandsparteien) viel zu lange versäumt, Klimaschutzmaßnahmen und präventive Anpassung schrittweise zu realisieren und im Staatshaushalt zu verankern. Jetzt stehen Wir vor einem Billionen schweren Desaster, das Sie durch weitere jahrzehntelange Forschung erst einmal validieren wollen.

      [1] https://www.presseportal.de/pm/161099/5137153

      1. @ Leftutti

        WIR sind wir die Menschen in Gänze.

        Sie machen es sich leicht, wenn Sie für jede Einzelfrage ein theoretisches Ideal aufstellen, und wenn es dann nicht so läuft, sind die schuld, die vorher darauf hingewiesen haben oder sich danach gerichtet haben, dass es nicht funktioniert.

        Das ist nun einmal typisch ideologisch und totalitär. Vielleicht ist Ihnen das ja nicht bewußt? Mit Ihren Ansichten und an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen (ich bin z.B. immer noch ein Gegner von Gentechnik im allgemeinen und Monsanto im besonderen, solange wir nicht viel mehr wissen) landen wir in der EUDSSR.

        Wenn Sie wirklich etwas verbessern wollen, machen Sie es erstens selbst, in ihrem Leben, soweit sie es können, und entwickeln zweitens neue und bessere Lösungen, die die jetzigen am Markt übertreffen.

        Das ist der Weg.

        Es gibt keinen anderen.

        1. @Felix, wenn Wir die Menschen in Gänze, also mit anderen Worten die Menschheit sind, verstehe ich folgenden Satz von Ihnen aber mal so gar nicht: Unser Beispiel schreckt die Mehrheit der Menschheit ab. Sie gehen den Weg nicht mit und ich befürchte, sie werden sich in diesem Zuge auch gleich andere Umweltschutzmaßnahmen sparen, weil sie durch unser Verhalten diskreditiert werden. Das klingt doch eher so, als seinen Wir eher die Grünen, die Deutschen oder maximal noch die Europäer, oder nicht?

          Wenn argumentativ gar nichts mehr geht, kommen Sie stets mit der totalitären Ideologie-Keule.
          Was z.B. Monsanto bzw. die Gentechnik angeht, habe ich mich vor allem auf die Beschlüsse und Aussagen der AfD zu diesem Thema bezogen. Und da Ihr erster Kommentar ja inhaltlich ein Plagiat des Antrags von Ingo Hahn MdL (AfD) zur „Klimaanpassung statt CO2-Vermeidung“ im Bayerischen Landtag ist, musste ich davon ausgehen, dass Sie auch bei dem Thema die Positionen Ihrer Partei vertreten.
          Ich erlaube mir an dieser Stelle, aus dem Beschluss vom Parteitag der AfD am 10.04.2021, veröffentlicht am 20.05.2021, zu zitieren: Wir wollen eine Aufklärungsinitiative über den heute schon sichtbaren Nutzen der Gentechnik ins Leben rufen und einen pragmatischen Ordnungsrahmen für diese Technik schaffen.
          Etwas konkreter wurde die Partei im Wahlprogramm zur Landtagswahl in Thüringen, Seite 25: Die mit dieser Technologie verbundenen Chancen nutzbar zu machen, ist aber ein signifikanter Beitrag technisch hochentwickelter Länder für die Bewältigung bestehender Probleme bei der Welternährung […] Gentechnische Züchtungsmethoden werden von uns abgelehnt, sofern sie nur der Gewinnmaximierung dienen. Einer Anwendung der Gentechnik verweigern wir uns aber dann nicht, wenn sie zum Verzicht oder Einsparen von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen […] führt.

          Sollten Sie allerdings mit andere Pflanzen natürliche Züchtungen oder alte, widerstandsfähige Sorten meinen, kann ich das nur unterstützen. Es wäre schon hilfreich, würden Sie sich manchmal etwas konkreter und detaillierter ausdrücken, dann müssten die Leser Ihrer Kommentare weniger Telepathie einsetzen. Allerdings würde Ihnen das auch die beliebten Auswege und Hintertürchen verschließen, durch die Sie sich ständig in letzter Not hinauswinden.

          1. @ Leftutti

            Sie müssen von gar nichts ausgehen. Sie müssten mal anfangen, dass hier als freien Meinungsaustausch nach Art. 5 GG ansehen. Manche Kommentare benötigen sicherlich noch den Blick auf den Absatz 3 dieses Grundrechts.

            Ihren AfD-Ingo kenne ich z.B. gar nicht. Ich versuche mich möglichst wenig mit Parteipolitik zu beschäftigen. Wenn der Herr zum selben Schluss kommt, wie viele Fachwissenschaftler aufgrund ihrer Arbeit und ich auf rein logischer Basis, ebenfalls zu diesem Schluss kommen, heißt das gar nichts. Weder muss es richtig sein, schon gar nicht bedeutet es, dass wir „unter einer Decke stecken“.

            Es heißt nur, dass es auch andere Meinungen gibt als Ihre.

            Desweiteren sollten Sie beim Lesen von Meinungstexten Ihr Gehirn nicht als Taschenrechner benutzen. WIR hat vielfältige Ebenen. Ich betreibe keinen Windpark und finde das auch nicht sinnvoll, aber als Bundesbürger, der den Spaß bezahlt, gehöre ich wieder zum WIR, ob ich will oder nicht. Und auch insgesamt sind alle Vertreter der verschiedensten Meinungen zusammen ein WIR, wenn es um die Wahrnehmung von einem anderen WIR aus geht.
            Das kann doch für einen ordentlichen Wissenschaftler nicht so schwer sein.

            Und zur Ideologie nur soviel: wenn jemand, der vom Fach ist, und das sind Sie ja anscheinend, behauptet, in der Sache Klimawandel ist alles klar und die alle sind sich einig wie es weitergehen muss, dann ist das nur mit Ideologie zu begründen.

            Die moderne Wissenschaft ermöglicht aufgrund ihrer schieren Masse letztlich jede Argumentation. Binnen weniger Monate Corona lagen über 4000 wissenschaftliche Arbeiten vor, die im Tenor etwa sagten, „Raucher sind immun“. War bei uns kein Thema in den Massenmedien, in Fernost aber schon. Mir hat es von dort kommende Mutter meiner Nachbarin bei einer Zigarette erzählt.

            Wer meint, in dem Stil dieses Typen mit den blauen Haaren ernsthaft argumentieren zu können, arbeitet nicht wissenschaftlich.

          2. @Felix, freier Meinungsaustausch, mach ich doch. Sie äußern hier Ihre Meinung, ich die meinige. Daraus entsteht ein Diskurs.
            Das ist doch alles völlig harmlos, warum verweisen Sie so völlig empört gleich auf das Grundgesetz: Hey Leftutti, ich schick dir Polizei und Anwalt, wenn du noch länger die Fresse aufreißt und mir dauernd so frech die Stirn bietest!

            Wenn Ihnen die Argumente ausgehen, ist das keine Schande. Man kann auch zu vielem einfach schweigen, wie ich es ebenfalls beim Großteil von Themen und Kommentaren mache, weil ich mich da nicht wirklich auskenne. Nicht jeder kann auf jedem Gebiet Großmeister sein.
            (Für die Kaminrunden-Meister im elitären Golfclub: Ich schweige tatsächlich bei den meisten Kommentaren und Themen, weil ich kein zweiter @Helmut sein will, der zu allem Weisheit und Erkenntnis beizutragen hat. Sie dürfen gerne täglich Kommentare zählen und statistisch auswerten).

            Womit wir bei Wissenschaft und Fachgebieten wären.
            Sie argumentieren: Und zur Ideologie nur soviel: wenn jemand, der vom Fach ist, und das sind Sie ja anscheinend, behauptet, in der Sache Klimawandel ist alles klar und die alle sind sich einig wie es weitergehen muss, dann ist das nur mit Ideologie zu begründen.
            Was soll man mit diesem pauschalisierenden Blödsinn (entschuldigen Sie den Ausdruck) anfangen?

            Untersuchen wir Ihr nervöses, unlogisches und wirres Satzgebilde im Einzelnen:

            wenn jemand, der vom Fach ist, und das sind Sie ja anscheinend, behauptet:
            Das sät von Beginn an Zweifel, unterstellt unterschwellig Inkompetenz, erschwert dem neutralen Leser von vornherein jegliche Objektivität.

            In der Sache Klimawandel ist alles klar
            Was ist überhaupt die Sache Klimawandel? Aus Ihrer Feder klingt das eher herablassend in Richtung politisches Feindbild, statt wissenschaftlich erwiesener Tatsache. Wenn Sie da Ihre Zweifel haben, liefern Sie doch bitte ein einziges Mal validierbare Forschungsergebnisse, die das Gegenteil beweisen.

            und die alle sind sich einig wie es weitergehen muss.
            Und hier endet Ihr ideologischer Schmu wie immer komplett in der Sackgasse. Wer sind die alle? Bisher hat sich Ihr Satzgebilde nur auf mich bezogen.

            dann ist das nur mit Ideologie zu begründen.
            Da muss ich Ihnen letztendlich doch recht geben. Wer in einem Satz so viel Unsinn und Unlogik verbreitet, steht unter maximalem Ideologieverdacht.

  2. In Afrika sieht man, was jetzt durch die europäische Energiepolitik auf Europa zukommt, und es sollen etwa 400 neue Kohlekraftwerke gebaut werden.
    Wenn die Afrikaner dann sehen werden, was die Energiepolitik in Europa angerichtet hat, dann werden sie wohl weitere Kohlekraftwerke bauen.
    https://amp2.handelsblatt.com/podcast-handelsblatt-today-afrika-plant-400-kohlekraftwerke-das-ende-des-zwei-grad-ziels/26880140.html

    Oder sie sehen, wie supi alles in Europa klappt mit der Energiewende, und wollen das auch haben.
    Ich bin ja mal gespannt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. https://youtu.be/82T6S0rZTUM
    grüne energie, das ich nicht lache.
    bericht von arte, sehenswert. ab minute 7:30 wirds richtig interessant

  4. Young Global Leader

    We think globally, you act locally. Was gibt es daran nicht zu wollen und zu mögen?

    Die psychischen Reflexe der langen christlichen Ära sind m.M. nach im Schwinden begriffen. Das heißt nicht, dass es nicht weiterhin Schuld gibt, aber das ist eine Schuld ohne Vergebung und sie ist auch nicht individuell. Es ist eine Kollektivschuld, deren wichtigster Delinquent, der heterosexuelle weiße Mann ist, der innerhalb weniger Generationen zu einem metaphysischen Übel abgestiegen ist, zu einer homogenen, abstrakten und unterdrückerischen Kraft, die „andere Gruppen“ daran hindert, öffentliche Anerkennung zu finden. Das ist schon außerhalb des Orbits christlicher Mythologie. Es zielt auch ganz auf den Körper, der den Platz der Seele eingenommen hat. Das gab es so auch im vorchristlichen Heidentum nicht, dass durchaus eine Vorstellung vom Jenseits besaß. Wenn es etwas gibt, was man als Einzelner tun kann, dann ist es sich in irgendetwas anderes um-operieren zu lassen, in etwas nicht-binäres, aber das passiert auch innerhalb von bereits „geschützen Gruppen“.

    Demgegenüber ist Klimapolitik eigentlich schon old school Modernismus. Dieser zielt auf das Universelle, akzeptiert keine Grenzen, arbeitet mit mächtigen Bürokratien, gibt Planziele vor und die Wirtschaft wird als Totalität betrachtet, die unter die Kontrolle staatlicher Institutionen gehört, die sich von NGOs die Agenda setzen lassen. Viele verwechseln das mit Sozialismus, aber die „soziale Frage“ war nur eines von mehreren mögliche Vehikeln um Leviathan auf die Wirtschaft loszulassen. Die Frage wurde im Laufe des 20ten Jahrhunderts vom kapitalistischen Sozialstaat bzw. von der Sozialdemokratie vorübergehend entschärft. Die Sozialdemokraten hatten damit dem Bürgertum Zeit verschafft, etwas, dass man ihr stets übel genommen hat. Mit der Klimapolitik wird der nächste Anlauf gemacht.

    ESG bündelt diese unterschiedlichen Entwicklungen und es ist nicht so wichtig, ob sie untereinander konsistent sind. Konsistenz herzustellen ist nicht die Aufgabe von Kapitalmärkten. Es genügt die Optik und dass man Einfluss nehmen kann. Wenn Tesla aus dem ESG fliegt, dann sind das Sanktionen gegen Elon Musk, weil der sich Twitter geschnappt hat. Keiner ist sicher.

  5. Sehr geehrter Herr Habenicht,

    nachdem Sie derart herablassend und ahnungslos, religiös und allwissend von Ökodiktaturen referieren, wäre es interessant zu wissen, was Sie zu solchen Beurteilungen und Einschätzungen befähigt. Sind Sie Klimatologe, Meteorologe, Geologe, Geomant, zynischer Theologe oder einfach nur kritisch-frustrierter Journalist auf der Suche nach Beute, Klicks und Anerkennung?

    Wenn Sie schreiben, die Wissenschaft ist die Religion unserer Zeit: ein Neues Testament, sollten Sie zumindest ebenfalls die kritische Frage stellen: Ist nicht vielleicht die Wirtschaft schon viel zu lange unhinterfragt die Religion unserer Zeit: ein Opportunistisches Testament.

    Niemand fürchtet und erahnt den Untergang mehr, als die ständigen Warner und Propheten aus der un-woken Fossilwirtschaft. Niemand ist ist dessen mehr bewusst, weil niemand besser die Ursachen und Grenzen kennt. Unser Planet hat ökologische Grenzen, die man nicht verhandeln kann. Das weiß keiner besser als die Propheten, weshalb sie Aber-Milliarden für Narrative von Fremdverschulden und Ablenkung in guter Lobby- und PR-Arbeit perfekt etabliert haben. Die zusehends öfter gestellte Schuldfrage dreht sich nicht mehr um Blitz oder eingespartem Blitzableiter, Schuld ist der, der zur falschen Zeit am falschen Ort steht.

    Als Beispiel mögen extrem einflussreiche und mächtige Organisationen dienen, wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) oder die Global Climate Coalition.

    Nehmen wir als Beispiel den populistischen Begriff „Ökodiktatur“, von dem so viele Fach-Koryphäen so gerne schwafeln.
    Natürlich leben wir in einer Ökodiktatur. Das Ökosystem diktiert, was uns an Ressourcen zur Verfügung steht. Die Öko- und Klimasystem der Erde ist zwar groß, aber dennoch endlich und ziemlich verletzlich. Was zur Verfügung steht, müssen sich Milliarden Menschen teilen.
    Die natürlichen Ökosysteme sind träge und hoch komplex. Wenn träge riesige und komplexe Systeme einmal eine Eigendynamik entwickeln, ist Ende Gelände, Schluss mit lustig, Feierabend mit kindischen Pfadfinderideen von CO2-Reduktion und anderen lächerlichen Geo-Engineering-Fantasien.

    Bevor Sie sich von Schuld befreien, sollten Sie sich bewusst werden, dass es nicht um Schuld geht – um Klimawandel aber schon.

    1. @Ann Luisa, googeln Sie doch einfach mal Georg Habenicht – er gilt als einer der weltweit führenden Kenner der Luther-Zeit und des Ablaßhandels..

  6. Nochmals: Sehr guter und wichtiger Artikel.

    Und nochmals an die Klimabewegten: Das Klima ändert sich. Ja. Es hat sich aber während der Erdgeschichte schon mehrmals geändert, man müßte eher sagen, dass der Wandel der Normalzustand ist. Es gab Zeiten mit sehr schnellen Veränderungen und Zeiten mit langsamer Veränderung.

    Es ist zu beobachten, dass eine bestimmte Erzählung die Politik gekapert hat und alle anderen Sichtweisen verdrängt. Das ist auf jeden Fall unwissenschaftlich.
    In der Wissenschaft stellt man Thesen gegeneinander und versucht sie sachlich zu widerlegen und neue, zielführendere Thesen zu finden. An Wissenschaft muss man nicht glauben. Im Gegenteil, Wissenschaft ist ständiger Zweifel.

    Junge Menschen lassen sich regelmäßig sehr emotional von solchen Themen erfassen. Das ist auch gut so, wenn diese Menschen deshalb versuchen, ihre Ansicht durch Prüfung zu stärken und praktikable Lösungen zu finden. Es ist immer schlecht gelaufen, wenn es nur zu Protest und Antihaltung führt.

    Etwas weniger junge Menschen, die sich diesem Thema fest verschreiben haben, und hier im Forum mit ausschweifenden Formulierungen auffallen, mit denen sie aus jeder Bürgerversammlung herausfliegen würden, halte ich inzwischen für gefährlich.

    Ich unterstelle hier den Wunsch die Gesellschaft in Richtung Planwirtschaft umzubauen.

    Wir sind aber heute so viele Menschen auf dem Planeten, dass wir nur mit einer äußerst effizienten, arbeitsteiligen und vor allem FREIEN WIRTSCHAFT existieren können. Planwirtschaftliche Eingriffe bringen immer Verluste.
    Und Verluste bedeuten schlicht und ergreifend: Hunger und Tod vieler Millionen, ja diesmal womöglich Milliarden von Menschen.

    1. @Felix
      In der Wissenschaft stellt man Thesen gegeneinander und versucht sie sachlich zu widerlegen. Willkommen in Fantasialand!
      Ich beginne einmal mit einem Zitat von George Orwell aus seinem Buch 1984: “Und wenn alle anderen die … Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.” *

      Anti-Klima-Lobbys, wie die Global Climate Coalition, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) oder die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wurden inzwischen so oft geleakt, dass die Namen und Honorare irgendwelcher Professoren, die den Klimawandel anzweifeln, ein offenes Geheimnis sind. Diese „neutralen“ Wissenschaftler werden mit viel Budget in irgendwelchen Medien platziert, fast immer nach demselben Schema: Tausende Wissenschaftler bestätigen zwar fundiert den anthropogenen Klimawandel mit all seinen katastrophalen Auswirkungen. Denen stellt man in den Medien zwei gegenüber, die Ursachen und Auswirkungen anzweifeln. Weil diese ebenfalls irgendeinen Doktor- oder Professorentitel tragen (nicht selten in irgendwelchen Wirtschaftswissenschaften oder fachfremden Naturwissenschaften), ihre Argumente für Laien zumeist überzeugend klingen und in den Medien stets etwa die gleiche Anzahl von Vertretern beider Seiten zu Wort kommt, gewinnen Zuschauer und Leser natürlich den Eindruck, dass sich die Wissenschaft uneins ist.

      Genau nach diesem Schema F verlief auch die „wissenschaftliche Debatte“ der Corona-Pandemie. Zu jeder noch so hanebüchenen Zweifler-Meinung fand sich auch ein passender skeptischer Virologe. Oder einfacher mit den Worten von „Erwin Pelzig“ aus der „Anstalt“ ausgedrückt *: Ein gut bezahlter Auftragslügner…
      Gezielt platzierte milliardenschwere Massenkampagnen, die gleichzeitig Internet, Presse, Radio und TV überfluten, tun ihr Übriges dazu.

      * https://www.pv-magazine.de/2013/10/14/bremser-der-brgerenergiewende-teil-1/

      Was Ihre Ausführungen zu Klimawandel, Erdgeschichte und Normalzustand betrifft, sind diese auf jeden Fall unwissenschaftlich, weil viel zu pauschal, undifferenziert und bagatellisierend. Denn ohne menschliche Eingriffe wäre noch mindestens 50.000 Jahre mit stabilem Klima zu rechnen. Noch nie waren Milliarden von Menschen und eine vergleichbare Infrastruktur in ihrer Existenz bedroht, nie musste sich eine Spezies so schnell anpassen, zudem trafen frühere geologisch „schnelle“ Erwärmungen stets auf eine an Wärme angepasste Biosphäre, während die heutige Biosphäre in einer Kältephase geformt wurde.
      Noch nie lief ein Klimawandel und der Anstieg von Treibhausgasen auch nur ansatzweise so rasant ab. Siehe dazu etwa:
      https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/heutiger-co2-anstieg-ist-historisch-einzigartig-3031
      https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Carbon_Dioxide_400kyr.png

      Dass Sie evtl. mich (?) inzwischen für gefährlich halten, ehrt mich zugegebenermaßen ein wenig. Das hat so einen coolen Hauch von Bad Guy 😠
      Trotz dieses Nimbus des Bösen habe ich schon zahlreiche Bürgerversammlungen ohne Rausschmiss überstanden. Deshalb dürfen Sie mir glauben, ich will keine Gesellschaft in eine Planwirtschaft umbauen. Nur eine morbide, destruktive, letale und abgehobene Energiewirtschaft wieder als konstruktiven Teil in die Gesellschaft integrieren.

      1. @ Leftutti

        Na das klang für mich überzeugend genug. Vielen Dank für diese Zeilen.

        Wie Sie damit nebenbei aufzeigen, kann man „der Wissenschaft“ nicht ohne weiteres vertrauen, weil man alles irgendwie beweisen oder widerlegen kann.
        Sie haben natürlich Recht, sehr viel haben ihre Lobby (ich erinnere an die Raucherstudien, die ich erwähnt habe).

        Was man nicht widerlegen kann, sind die uralten Erkenntnisse, wie Menschen ticken. Und Menschen ticken nun einmal nicht so, wie es eine kleine, junge, klimabewegte Gruppe in westlichen Wohlstandsländern tut.
        Die Menschen wollen fressen, saufen, bumsen, Autofahren. Solche Sachen. Das wird sich auch nie ändern. Das muss man nicht gut finden, aber man muss sich danach richten.

        Und das bedeutet…:

        Nur Marktlösungen funktionieren nachhaltig.

        Finden Sie Technologien, mit denen die Menschen ihre oben genannten Gelüste umweltfreundlich ausleben können, oder gehen Sie den Weg der Tyrannen und führen uns wesentlich schneller in eine Katastrophe, als das Klima das tun könnte.

        Für mich gilt, dass ich das Klima ernst nehme. Schon weil ich mich mit Geschichte beschäftigt habe. Denken Sie z.B. an die sog. Kleine Eiszeit. Das bedeutet für mich aber zuvorderst, dass man sich auf solche Ereignisse einstellen sollte, wenn man davon Kenntnis hat und die Möglichkeiten dazu hat.

        1. @Felix

          „…Die Menschen wollen fressen, saufen, bumsen, Autofahren. Solche Sachen…“

          Die Menschen wollen zwar „solche Sachen“, aber das ist nicht die Hauptsache.
          Das Wichtigste ist ihnen, dabei gesund zu bleiben und möglichst lange gut zu leben.
          Und das kann ihnen einzig und allein die Wissenschaft bieten, woher sollten sie es sonst wissen.
          Warum schnallen sich im Auto alle an? Warum rauchen immer weniger? Warum laufen sie in die Fitnessstudios und ernähren sich, wie es die Wissenschaft ihnen sagt?
          Warum haben die Corona-Impfländer kaum mehr Probleme und China schon?
          Warum sind die Menschen heute tatsächlich gesünder und leben auch im hohen Alter besser?
          Das sind keine göttlichen Eingebungen und Gaben, sondern das verdanken wir der Wissenschaft, nichts anderem.

          1. Hallo Columbo,

            nun, gerade in dem Bereich wird viel Unfug von den zuständigen Fachleuten verzapft. Omas Kochtopf ist der bessere Wegweiser. Z.B. werden die Kalorienangaben immer noch nach Atwater aus dem 18. Jahrhundert berechnet, und die Leute lassen dann die an sich gesunden Fette weg weil eine Packung Haribo viel weniger Kalorien hätte.

            Unsere Leute werden zwar älter, aber nicht gesünder. Im Schnitt hat man in der westlichen Welt ab 50 eine chronische Erkrankung, die die Lebensqualität senkt. In Japan leben die Menschen vielleicht nur 3 Jahre länger, sind aber 30 Jahre gesünder.

            China hat kein Problem mit Corona. Sie machen sich nur eins draus. Im übrigen stuft die WHO Corona als Grippe ein. Das größte Problem daran sind und waren die Maßnahmen dagegen. Ich bin da der Ansicht, dass uns aufgrund der anfänglichen Bilder, einer grundsätzlich vernünftigen Vorsicht und einer völlig unverantwortlichen Regierung eine Massenpsychose erfaßt hat.
            Das kann man im übrigen auch bei sehr anerkannten Fachleuten so nachlesen, die das genau so einstufen (z.B. Mattias Desmet).

            Im Auto schnallen sich die Leute an (was natürlich gut ist), weil es eine Gewohnheit geworden ist, Tut auch nicht weh.

            Die Raucher nehmen absolut zu, nur in einigen westlichen Ländern wird relativ weniger geraucht.

        2. @Felix
          Ich kenne natürlich nicht deine persönlichen Techniken, Vorlieben und Gelüste. Aber bei vielen Menschen funktioniert Bumsen, Fressen, Saufen auch ohne viel umweltfreundliche HighTech.

          1. Viagra ist ein Produkt der Wissenschaft😉

          2. Hallo Felix,
            das ist wie mit dem Glas Wasser, das halb voll ist.
            Es kann darüber gestritten werden, ob das Glas nun halb voll ist, oder halb leer ist.
            Dabei wurde das Wichtigste übersehen, denn das Glas ist doppelt so groß, als es eigentlich sein müsste.
            Die heute zur Verfügung stehenden Medikamente, schenken uns oft ein längeres lebenswertes Leben.
            Ich habe seit 15 Jahren Leukämie (CML). Dank des Medikamentes (Sprysel) kann ich ein vollkommen normales Leben führen, musste keine Knochenmarktransplantation über mich ergehen lassen, und muss dafür nur eine Pille am Tag einnehmen, und 2 x im Jahr zum Bluttest.
            Bei den letzten beiden Tests, konnte die Leukämie nicht mehr nachgewiesen werden.
            Die 5 Jahre Überlebensrate liegt bei 98 Prozent.
            Ich bin natürlich ein Fan der Pharmaundustrie, habe mich aber nicht impfen lassen.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        3. @Felix
          Nur Marktlösungen funktionieren nachhaltig … Wir können nur mit einer FREIEN WIRTSCHAFT existieren. Denkt man die Sache konsequent weiter, trifft man früher oder später unweigerlich auf das Phänomen, dass eine freie Wirtschaft immer nur für einen gewissen kurzen Zeitraum wirklich frei ist, weil sie nur allzu schnell zu Verflechtung und Verklumpung in Monopole oder Kartelle neigt, mit dem obersten und heiligen Bestreben einer Eliminierung von Mitbewerb, Erreichen einer marktbeherrschenden Stellung und Gewinnmaximierung zu fast jedem Preis.

          Letztere wird dabei weniger durch Produktivitätssteigerungen aufgrund von Effizienz oder technologischem Fortschritt erreicht, als durch Kapitalakkumulation, Verlagern des Produktions- und Kostenfaktors Natur und Umwelt zulasten der Allgemeinheit, Lohndumping, moderne Sklavenhaltung, Vernachlässigung von Infrastruktur und Service. Den Rest erledigt eine Armee von Top-Juristen, PR-Truppen und Lobbyisten, beide Korps finanziert durch eine stets gut gefüllte Kriegskasse.

          Ich denke da etwa an die Qualität und Durchschlagskraft der Rechtsabteilungen im Vergleich zu den Serviceabteilungen, rekrutiert aus externen Billig-Callcentern mit wenig beeindruckenden Checklisten und noch viel weniger Fachwissen und Interesse am Bestandskunden.
          Oder an milliardenschwere Kampagnen zur Meinungsmanipulation von Medien, Politikern und Verbrauchern bis hin zur Zerstörung neuer, aufstrebender Industriezweige. Als prominentes Beispiel sei an die fast vollständige Auslöschung einer bis dahin weltweit führenden Solarbranche inkl. 100.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vor 12 Jahren erinnert. Gut fürs atomar*-fossile Energiekartell und Russland, umso schlechter für Allgemeinheit, Umwelt und Klima. Und mit einer der fatalsten Fehler der deutschen Nachkriegsgeschichte.

          Nun könnte man argumentieren, das gehört eben auch zur freien Wirtschaft, und ist eben eine ganz spezielle Art nachhaltiger Marktlösung. Alles ist erlaubt, solange es nicht gegen Gesetze verstößt. Und die lassen sich schließlich fast beliebig ändern oder durch „beratende“ Einflussnahme bereits im Entwurf anpassen und „optimieren“.

          Ich würde mir nichts mehr wünschen, als eine freie, funktionierende Wirtschaft auf Basis von Innovationen, Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit, mit fairem Konkurrenzkampf und kreativer Zerstörung. Aber die Geschichte zeigt in erschreckendem Maße, dass dies für immer reine Theorie in den schlauen Köpfen und Lehrbüchern neoliberaler Ökonomen bleiben wird, weil es in der Realität nicht funktioniert. Die stellt sich eher dar als unfaire Zerstörung und kreative Wettbewerbsvermeidung.

          * Das war der Ausstieg vom Ausstieg. Kurz danach kam Fukushima und der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg. Heute diskutieren gewisse Kreise vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg, wenn ich richtig zähle 😅😂

          1. @leftutti
            Ja, wenn eine Erklärung so durchschlagend ist, dann bleiben wenigstens die Frustkommentare aus, denn da noch ein Haar in der Suppe zu finden, um sich dann auch noch überzogen aufzubauen, wird sogar der der Forenpolizei, Abteilung Identitätsaufklärung, und der schnellen Eingreif-Wischmop-Truppe schwer fallen.
            Von mir ein klares 👍

  7. @Felix

    -Die Menschen werden nicht nur älter, sondern über sind über längere Zeit gesünder als früher.
    (Dazu gibt es umfangreiche geriatrische Studien).
    -China hat deshalb ein Coronaproblem, weil sie keinen vernünftigen Impfstoff zustandegebracht haben und keinen aus dem „westlichen“ Ausland akzeptiert haben.
    -Die Leute schnallen sich an, weil inzwischen jedes Kind die Unfall-und Crashtestergebnisse kennt.
    (Die Feststellung „weil sie sich daran gewöhnt haben“ grenzt an Lächerlichkeit).
    -Die Anzahl der Raucher geht dort zurück, wo Mediziner valide wissenschaftliche Arbeit und Aufklärung leisten. Die anderen gehen schweren Krankheiten und einem frühen Tod entgegen.
    Das sind belegbare Fakten.
    Sie hingegen bringen permanent Ansichten, Vermutungen, Geschichten, aber keine belastbare Fakten.
    Ansichten seien jedem gegönnt, die sind Privatsache und für die Existenz Ihrer Mitmenschen irrelevant.

    1. @ Columbo

      Ihrer Faktenlage stehen teilweise andere Faktenlagen entgegen. Bei der insgesamt positiven Entwicklung für Lebenserwartung und Gesundheit, müssen wir einräumen, dass wir offensichtlich noch viele vermeidbare Probleme haben und enorme Wachstumsraten z.B. bei Diabetes und Demenz – auch und gerade bei Jüngeren. Und wenn man sich das in Alterskohorten ansieht, wozu leider wenig gemacht wird, so hat es zumindest für mich den Anschein, dass wir den Höhepunkt überschritten haben und es bei den jüngeren wieder rückwärts geht.

      Dass Menschen sich Crashtests ansehen und dann danach handeln, kommt sicher im Einzelfall vor, aber dass Sie glauben, dass auf diese Art Dinge wie das Anlegen des Sicherheitsgurtes in die Welt kommen, zeigt, dass Sie ein ganz anderes Menschenbild haben, als ich. Ich würde das Ihrige aus meiner Sicht „mechanistisch“ nennen.

      Was die tollen neuen „Impfstoffe“ angeht, hatten wir das ja hier schon reichlich. Die Faktenlage, die meine kritische Position dazu unterstützt, bahnt sich langsam aber sicher ihren Weg. Lassen Sie mit dem Booster im Herbst wieder tausende ins Krankenhaus gehen – die Menschen werden sich eher aufmachen und fragen stellen, wenn ihre Wohnung kalt ist. Aber dann stoßen sie womöglich nicht nur darauf, dass unsere Regierung uns selbst sanktioniert, statt der Russen.

      1. @Felix

        Ich darf Sie mal zitieren: „…so hat es zumindest für mich den Anschein…“ oder „…aus meiner Sicht… „, oder „…meine kritische Position…“ oder „…anderes Menschenbild…“

        Ihre Ansichten, Meinungen, Positionen und Menschenbilder in Ehren, aber es sind halt eben nur solche. Nichts Konkretes, nichts Belastbares.
        Die Diskussion wird langweilig, für mich wenigstens, ich lass es.

      2. @Felix. Ist es nicht geradezu „deppert“, wenn man einen 70-jährigen Arzt, der jahrzehntelang praktiziert hat und die Krankengeschichte von Abertausenden Menschen kennt, mehr als man selbst im Leben kennengelernt hat, über medizinische Grundsatzdinge zu belehren? Nur weil man sich im Internet schlau gemacht hat?

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