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Dax: 12.000, hurra!

FMW-Redaktion

Was beim Dow Jones die 20.000er-Marke war, ist beim Dax die 12.000 (okay, etwas weniger spektakulär, weil der Index Anfang 2015 schon einmal über dieser Marke gehandelt hatte): in den Medien wird es heißen: seht her, jetzt ist es Zeit, Aktien zu kaufen. Und wie eigentlich immer ist das vielleicht ein bisschen zu spät..

Klar: der Dax hat gestern eine steile Rally absolviert mit einem Gewinn über 1% – und damit etwas geschafft, was den von Allzeithoch zu Allzeithoch eilenden US-Indizes schon seit 50 Handelstagen nicht mehr gelungen ist. Damit hat der deutsch Leitindex den S&P500 sogar wieder im direkten Vergleich überholt, nachdem er seit Anfang Februar den US-Indizes hinterher gehinkt war. Nun aber glaubt man nach den gestrigen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone an das Konjunkturwunder eben nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Möglich ist daher, dass der eine oder andere Profi-Investor in die deutlich niedriger bewerteten europäischen Aktienindizes umschichtet, raus aus den extrem heiß gelaufenen US-Indizes.

Anders das Bild in Asien – dort ist wenig Euphorie erkennbar (mit Ausnahme von Hongkong, das seine Verluste vom Vortag nach den HSBC-Zahlen wieder wettmacht:

Shanghai Composite +0,23%
CSI300 +0,20%
ChiNext -0,07%
Nikkei -0,01%

Der X-Dax hält sich über der 12.000er-Marke:

Die Unterstützungen sind klar: zunächst das gestern überbotene Jahreshoch knapp unter der 11900er-Marke – bis dahin ist also reichlich Luft, dann die Zone um 11860 Punkte. Wo aber sind nach dem Ausbruch nach oben die nächsten Widerstände? Dazu müssen wir uns den größeren Zeitrahmen besorgen, wofür wir hier einen 8-Stunden-Chart wählen:

Da liegt der nächste Widerstand bei 12060 Punkten, sowie noch markanter bei 12080, jeweils aus dem Frühjahr 2015. Gut möglich, dass der Dax diese Niveaus heute noch erreicht.

Blickt man voraus, dürfte das wichtigste Ereignis der nächsten Zeit die Ansprache Trumps vor dem US-Kongress am kommenden Dienstag sein – hier muß er liefern in Sachen Steuersenkungen, wobei er hier erneut nicht mehr als Absichtserklärungen wird liefern können, weil solche Steuersenkungen sehr komplex sind und durch die Ebenen der Bürokratie laufen müssen. Goldman Sachs sagt daher: erstens werden die Steuersenkungen wahrscheinlich geringer als von den Märkten erwartet, zweitens werden sie nicht vor 2018 kommen.

Heute Abend dagegen (20Uhr) das FOMC-Protokoll eher unwichtig, weil die Notenbank schon im damals veröffentlichten Statement ratlos wirkte angesichts der Unsicherheit über die Politik der Trump-Regierung. Spannender dagegen die nachbörslichen Zahlen von Tesla, die eine Art Lackmustest für die Euphorie an der Wall Street sind, nachdem die Tesla-Aktie jenseits fundamentaler Gründe seit Anfang Dezember um mehr als 50% gestiegen ist..



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2 Kommentare

  1. Dow Jones,demnächst 21000-the Sky is the Limit,bzw.DAX grösser 12000,dito.Das Dilemma der „grossen Jungs“war & wird bleiben.Wann & wie kann ich den Stecker ziehen,will heissen grossflächig Gewinne mitnehmen ohne ein Platzen des Aktienbubble zu riskieren.Schliesslich will ich ja nicht den“Minuszinskleinsparer“,welchem ich erst durch agressive,permanente Lobbyarbeit,beigebracht habe,dass Sie Rendite nur noch mit mehr Risiko,erzielen,verprellen!Ich warte,so denn der Artikel Interesse erregt,auf Lösungen.

  2. Ich versteh nich wie sie die ganze Zeit von überholen reden können. Der Dax hinkt unendlich hinterher. Dow Jones 2300Punkte über dem damaligen Allzeithoch2015 und der Dax is 400Punkte drunter. Insofern hat er allen falls minimalst aufgeholt, nachdem er überrundet wurde.

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