Der Abverkauf an den Aktienmärkten könnte noch längst nicht beendet sein. Während der DAX wichtige charttechnische Marken unterschreitet und Anleger zunehmend Risiko reduzieren, verdichten sich die Hinweise auf eine tiefere Korrektur an den Börsen. André Stagge sieht dafür mehrere Ursachen – von steigenden Zinsen über nachlassende Liquidität bis hin zu geopolitischen Risiken. Warum diese Entwicklung für Anleger jetzt besonders wichtig ist, zeigt der ehemalige Fondsmanager in seiner aktuellen Analyse.
Gefährliche Signale im DAX
Im Mittelpunkt steht dabei die These, dass den Märkten zunehmend Liquidität entzogen wird. Während in den vergangenen Jahren nahezu jede Schwächephase schnell wieder gekauft wurde, könnte sich dieses Muster nun verändern. Auslöser sind vor allem weltweit steigende Zinsen. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank Fed und die Bank of Japan könnten die Finanzierungsbedingungen weiter verschärfen. Den Anfang könnte bereits am Donnerstag die EZB machen, denn die Märkte rechnen fest mit mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Höhere Zinsen machen sichere Anlageformen attraktiver und setzen risikoreiche Assets zusätzlich unter Druck.
Charttechnisch sieht André Stagge besonders beim DAX ein warnendes Signal. Der deutsche Leitindex habe ein klassisches Doppel-Top ausgebildet und sei inzwischen unter die wichtige 200-Tage-Linie gefallen. Zuvor waren mehrere Anläufe auf neue Höchststände gescheitert. Für viele professionelle Marktteilnehmer sei dies ein Hinweis darauf, dass die Aufwärtsdynamik deutlich nachlässt. Gleichzeitig rücken wichtige Unterstützungszonen in den Fokus, deren Bruch weitere Verkaufswellen auslösen könnte.
Aktienmärkte: Warum die Stimmung kippt
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Neben den steigenden Zinsen verweist Stagge auf einen weiteren Belastungsfaktor: den wachsenden Finanzierungsbedarf großer Technologieunternehmen. Geplante Börsengänge wie von SpaceX am Freitag und milliardenschwere Investitionen in künstliche Intelligenz benötigen enorme Mengen Kapital. Gleichzeitig werde es schwieriger, über private Kreditmärkte neue Finanzierungsmittel zu beschaffen. Dadurch entstehe zusätzlicher Druck auf die verfügbaren Geldströme im Finanzsystem.
Hinzu kommen geopolitische Risiken. Der Iran-Konflikt sorgt nach seiner Einschätzung für zusätzliche Unsicherheit. Anleger reagieren in solchen Phasen besonders sensibel auf negative Nachrichten, wodurch die Schwankungen an den Aktienmärkten weiter zunehmen können.
Auch die US-Technologiebörse Nasdaq befindet sich laut Stagge an einem kritischen Wendepunkt. Zwar sei noch kein vollständiger Trendwechsel bestätigt, doch die bislang dominierenden KI-Aktien würden zunehmend zum Auslöser des aktuellen Abverkaufs. Besonders aufmerksam verfolgt er deshalb die Entwicklung großer Technologiekonzerne und deren Geschäftsausblicke.
Kapital fließt in Sicherheit
Ein zentrales Warnsignal erkennt der Börsenprofi derzeit am Anleihemarkt. Trotz fallender Aktienmärkte bleiben die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen hoch. Das deutet darauf hin, dass Investoren weiterhin mit höheren Zinsen rechnen. Gleichzeitig wandert Kapital aus Risikoanlagen in Geldmarktfonds und kurzlaufende Anleihen. Genau dieser Liquiditätsabfluss könne den aktuellen Abverkauf an der Wall Street und im DAX zusätzlich verstärken.
Besonders bemerkenswert ist für ihn, dass selbst klassische Krisenwerte wie Gold und Silber deutliche Verluste verzeichnet haben. Auch Bitcoin steht massiv unter Druck und droht weiter abzurutschen. Für Stagge ist dies ein Hinweis darauf, dass Investoren momentan vor allem Liquidität und Sicherheit suchen, anstatt neue Risiken einzugehen.
Sein Fazit fällt entsprechend vorsichtig aus: Die Aktienmärkte befinden sich möglicherweise am Beginn eines Regimewechsels. Steigende Zinsen, sinkende Liquidität, geopolitische Risiken und eine nachlassende Risikobereitschaft könnten den DAX und die US-Börsen in den kommenden Monaten weiter belasten. Anleger sollten daher verstärkt auf Risikomanagement, Absicherung und Kapitalerhalt achten.
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Nach einem Anstieg von über 600 Prozent …in der Spitze….hat der DAX Performance Index seine beste Zeit hinter sich…wir erinnern uns…im März des Jahres wurden noch die 3588 aufgerufen…!
Das es in diesem Tempo nicht mehr weitergeht…liegt auf der Hand…!
An der Börse sagen wir dazu…der Index läuft sich fest…! Übergeordnet bleibt festzustellen… das nur die jahrelange Niedrigzinspolitik der EZB… den DAX auf diese Höhen gehievt hat..es gab kaum fundamentale Gründe… sondern es fehlte schlicht an Alternativen…TINA….!
Auch die langfristigen Aussichten sind nicht positiv…die Dividendenrendite liegt jetzt deutlich unter 2 Prozent..aber schon 3 Prozent gibt’s für mündelsichere Staatsanleihen..mindestens…je nach Ranking deutlich mehr…
Vor allem das die EZB jetzt ernst macht und die Zinsen erhöhen will..passt den DAX Anlegern gar nicht…
Ich sage voraus…selbst eine einfache Verdoppelung… auf dann knapp 50 000 Punkte…wird sehr schwer innerhalb der nächsten 17 Jahre und drei Monate…solange läuft nämlich schon der aktuelle Aufwärtstrend..der Zweitlängste in der Geschichte der Deutschen Börse AG…nur der vom August 1982 bis zum März 2000 ging mit 17 Jahren und 7 Monaten etwas länger….
Das ist der Fluch der hohen Kurse…je höher die Kurse.. umso schwieriger wird’s für die zu spät gekommenen Anleger….eine vergleichbare Performance zu erzielen …das ist simple Mathematik…
Das betrifft im Übrigen alle Formen der Geldanlage..ich sage nur Bitcoin..
Danke Herr Dr. Schaarschmidt für ihre Kommentare