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Dax: Allzeithoch auf X-Basis geschafft! Und nun?

FMW-Redaktion

Man riecht Blut! An der 13.000er-Marke liegen viele Zertifikate (Bonus etc.), und es wäre für viele Emittenten ein sehr lukratives Unterfangen, wenn die 13.000er-Marke erreicht werden würde. Und man versucht alles: die US-Futures in der letzten Stunde  tiefer, aber der X-Dax schießt nach oben.

Und das, obwohl die meisten asiatischen Märkte, vor allem jene, die Rohstoff-lastig sind, im Minus sind. Aber der starke Nikkei zieht die US-Futures nach oben und hat somit auch dem Dax geholfen:

Shanghai Composite -0,02%
CSI300 -0,10%
ChiNext +0,78%
Nikkei +0,98%

Der X-Dax mit dem zweiten Aufwärtsgap hintereinander und nun auf Allzeithoch handelnd:

Hurra, es ist also schon einmal der erste Sieg gelungen! Was jetzt noch fehlt, ist die runde 13.000er-Marke! Erstens, weil, wie gesagt, hier einiges abzusahnen ist für Zertifikate-Emittenten. Und zweitens weil es dann in den Medien Schlagzeilen regnen wird: Dax erreicht 13.000er-Marke, also kaufen kaufen kaufen. Das ist das Signal an die breite Bevölkerung: ihr seht doch, dass die Aktienmärkte steigen, jetzt unbedingt einsteigen. Und wenn die Masse der Kleinanleger dann vertrauensselig kauft, dann könnten die Dickfische ihre Positionen an eben diese Kleinanleger verkaufen – und warten, bis es wieder günstiger wird!

Das Interessante ist doch, dass sich dieser Anstieg vor dem Hintergrund einer sich abkühlenden US-Konjunktur vollzieht. Einer der Gründe für diese Abkühlung ist, wie gestern die Bank of America klar gemacht hat, die Unsicherheit der US-Firmenchefs über die weitere Finanzpolitik der Trump-Regierung, also investiert man nicht und stellt auch nicht ein. Die Wall Street aber lebt immer weiter von der Hoffnung, und es kann eigentlich nichts Schlimmeres passieren, als dass die Hoffnung wahr wird und die Steuersenkungen kommen (buy the rumor, sell the fact) – oder noch schlimmer: wenn klar ist, dass sie nicht kommen!

Das zweite Interessante ist, dass die Notenbanken auf die Bremse treten: eine Fed, die wild entschlossen scheint, die Zinsen weiter anzuheben, egal was die US-Konjunktur macht. Die EZB überlegt eine Straffung der Geldpolitik, die Bank of England hat sich in der letzten Woche nur ganz knapp (5:3) gegen eine Zinsanhebung ausgesprochen, nur die Bank of Japan macht weiter wie bisher, kauft aber auch schon weniger japanische Staatsanleihen (eine Art Tapering durch die Hintertür). Also fast an allen Fronten eine schon wirksame oder absehbare Straffung der Geldpolitik.

Genau das macht doch das Argument der Bullen mehr als fragwürdig: es seien doch historisch niedrige Zinsen. Nur waren noch vor einiger Zeit die Zinsen noch niedriger, und die Aktienmärkte deutlich tiefer als derzeit. Wo ist da die Logik?

Aber die Aktienmärkte haben mit der Logik so ihre Probleme. Die US-Anleihemärkte sind da deutlich skeptischer, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihemärkte hier den besseren Durchblick haben mit ihrer Sicht, ist – das hat die Vergangenheit hinreichend bewiesen – deutlich höher. Aber wir gönnen dem Dax sein Allzeithoch – und den Emittenten ihren Reibach..



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5 Kommentare

  1. Entwickelt doch mal ein Medium, mit dessen Hilfe die Kleinanleger vor diesem Schwachsinn gewarnt werden. Den Dickfischen muss der Teppich unter den Füßen weg gezogen werden. Aber spätestens die Implosion des Systems wird das bewerkstelligen. Dann bleibt nur noch ein Fußabtreter.

    1. Schwachsinning ist es vielleicht auch, daß die deutschen Kleinanleger seit Jahren Ihr Geld bei Inflation und Nullverzinsung auf dem Sparbuch verrotten lassen.

  2. „Hurra, es ist also schon einmal der erste Sieg gelungen!“

    Nein, es ist der weit mehr als 100.Sieg, aber ich lasse Sie, Herr Fugmann, weiter in der bärischsten aller Welten.
    Mein Beileid an den einen oder anderen Leser von Ihnen, der Ihnen gefolgt ist.
    Er ist gut informiert, aber hat Geld verloren.

    Man hört immer weniger von Ihnen. Sind überhaupt noch welche da?

  3. Ziel 13232?
    Es gibt kein Ziel!
    Zumindest keines, was man mit einem konkreten Index-Stand definieren könnte.
    Solange das Umfeld für Aktien so hervorragend bleibt, können sie nur steigen. Keiner weiß wie hoch.
    Das ist nicht vorhersagbar und letztlich auch uninteressant. Solange man sich als Anleger/Trader nicht sträubt, die Richtung anzuerkennen.

    Das Umfeld für Aktien ist von Monat zu Monat immer besser geworden – was die Kurse noch nicht einmal richtig wiederspiegeln. Vielleicht sind sie noch so niedrig, weil im Sommerurlaub weniger Aktien gekauft werden. Womöglich wird das Umfeld in Form der Unternehmensergebnisse aber im Verlauf sogar noch besser werden.
    Unsereiner, der immer wieder short geht, darf höchstens mal auf einen kleinen Rücksetzer hoffen. Auf die „Dummheit“ derjenigen hoffen, die verkaufen, weil sie schon so viel und mehr als genug verdient haben. Und die das Erreichte vorsichtshalber mal mitnehmen wollen, weil sie von früher noch kannten, dass es mal Rückschläge gegeben hatte, bei denen man wieder billiger einsteigen konnte. Das gibt es aber nicht mehr. Es sei, denn es passiert mal ganz unvorhergesehen was Außergewöhnliches.

    Vorschläge für solche Ereignisse hatte ich ja vor vielen Monaten bereits unterbreitet. Aber die kamen nicht und die will ja letztlich auch keiner, als da wären:
    Ein Komet trifft die Erde.
    Der Vulkan unterm Yellowstone Nationalpark bricht aus.
    La Palma explodiert und der Tsunami erreicht New York. Der Golfstrom ändert die Richtung und Europa friert.
    Zunehmend schwere staatsgefährdende Straftaten wie die von Franco Allemagne aus dem Franco-Allemagne-Corp, bei der mittels einer kleinen Pistole Deutschland in den Abgrund gestürzt wird.

    Aber wie gesagt, das will ja auch keiner – nicht mal ein Bär. Aber ansonsten sehe ich keine Chance, dass wir jemals die 10.000 wieder sehen. Dann viel eher die 15.000.

    1. Mein Kommentar sollte eigentlich unter den Bericht von 9:40Uhr „Dax mit Ziel 13232? “
      Aber da ‚OZO‘ da wie hier seinen Kommentar eingestellt hatte, bin ich nach dem Verfassen durcheinander geraten.

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