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Dax: Allzeithoch – ist der Ausbruch wirklich nachhaltig?

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Zwei Jahre nach seinem Allzeithoch von 13.599 (Schlusskurs Basis) hat es der Dax geschafft: Er stieg in den letzten beiden Tagen nicht nur über sein Zwischenhoch vom 13.640 Punkten vom 22.Januar, sondern er überwand auch das Schlusskurshoch von vor zwei Jahren deutlich. Ist der Anstieg damit nachhaltig?

Das Umfeld für den Dax

Die letzten Tage waren schon sehr ungewöhnlich. Ständig steigende Infektionszahlen aus China infolge der Virusinfektion COVID-2019 und auch manch enttäuschende Unternehmenszahl, wie bei Daimler. Und dennoch fielen die Börsen nicht entsprechend. Wenn so etwas über längere Zeit geschieht, sollte man nicht fragen: Spinnen die Börsianer? Zumeist ist die gewinnbringendere Frage: Habe ich etwas übersehen? Oftmals kommen die Erklärungen später, zu einem Zeitpunkt, wenn man sich gar nicht mehr an den Tag zurückerinnern kann. Aber natürlich nicht immer, wie wir vielleicht gerade heute an der Reaktion nach den neuesten Zahlen aus China erkennen können.

Vor allem aber nicht bei Einzelwerten, bei denen noch ganz andere Anomalien vorkommen können. Der Dax hat derzeit ein KGV von 16, jenes von Einzelaktien (2019) schwankt zwischen 5,51 Lufthansa und unendlich (nicht messbar, weil im Verlustbereich) bei Continental und der Deutschen Bank.

Also, warum stieg der Dax? Vermutlich, weil die Anleger von einer zeitnahen Behebung der Produktionsausfälle durch die chinesische Lungenseuche ausgehen, bei flankierenden fiskalpolitischen Maßnahmen. Bereits seit einer Woche sank die Rate der Menschen, die sich neu mit dem Virus Infizierten.

Bis zum 12. Februar, an dem die Region Hubei plötzlich ihre Erfassungsmethode änderte. Dazu weitere Infos im Anhang.

Neues Allzeithoch, was nun?

Ein neues Hoch stellt zunächst einmal ein Kaufsignal dar, wenn es über eine gewisse Zeit Bestand hat und nicht gleich abverkauft wird. Diese Bedingung wäre eigentlich erfüllt. Dann führt ein Überschreiten eines Hochs oft zu erzwungenen Käufen von denjenigen, die vom Gegenteil überzeugt waren und sich mit Shortpositionen aufgestellt hatten. Dies könnte durchaus der Fall sein, denn der Dax hatte viele Anläufe gebraucht, um den Sprung zu schaffen, dementsprechend hatte die Shortpositionierung schon öfters zum Erfolg geführt.

Was auch für einen zumindest temporären Ausbruch nach oben spricht, ist die Tatsache, dass er nicht von Euphorie der Anleger getragen ist. Dies haben auch die aktuellen Sentimentumfragen ergeben. Bei kleinen Rücksetzern wäre Kapital für ein Abfedern des Rückschlags vorhanden. Aber die wohl dominanteste Größe ist die Meldungslage über die Weiterentwicklung der Lage in China: Jeden Tag richtet sich der Blick der Investoren auf die Zahl der Infizierten, der Toten, der Geheilten, die Situation im chinesischen Ausland und vor allem auf die Fortschritte beim Wiedereinstieg in die Produktion sowie auf das normale Leben in China. Kommt natürlich noch die Meldungslage zu den Maßnahmen der Notenbanken hinzu. Sie liefern die Grundsubstanz für den derzeitigen „Sugar Rush“ – und bereits ein kleines falsches Wort könnte wie fehlendes Insulin für den Zuckerkranken wirken.

Fazit

Die Umstände sind nicht so schlecht, dass sich der Dax über der alten Rekordmarke festsetzen kann. Meldungen über eine Abflachung der Neuinfektionen und einen Produktionsbeginn der großen Firmen könnten viele Besorgte wieder in den Markt spülen. Die mediale Dauerberieselung hat sicher viele Investoren vorsichtig werden lassen. Produktionsstillegung = Umsatz- und Gewinnrückgang = Börseneinbruch, wäre die kausale Wirkungskette.

Funktioniert aber nicht, da die Börse einen Schritt weiter denkt und auch flankierende Maßnahmen mit einbezieht. Aber hier liegt die Unwägbarkeit: Man hat weder verlässliche Daten zu den Erkrankungen, noch zu den wirtschaftlichen Schäden. Spätestens hier wird ein Index, der durch einen neuen Höchststand ein Kaufsignal generiert hat, in Schwierigkeiten geraten. Die bald folgenden Unternehmensdaten werden die „Spur der Verwüstung“ durch den Coronavirus zeigen und manche hochtrabende Erwartung wieder erden.

Aktuelle News zu Covid-2019:

China meldet in der neuesten Statistik einen sprunghaften Anstieg der Coronafälle mit einer Verzehnfachung der Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen sowie einen deutlichen Anstieg der Toten.

13.332 neue Fälle sind auf die neue Diagnoseklassifikation zurückzuführen, die Hubei ab dem 12. Februar verabschiedet hat.

Es sind plötzlich 60.373 Fälle an Infektionen und 1369 Todesfälle.

Eine Bestätigung des vorgestrigen Artikels: Warum wir beim Coronavirus im Dunkeln tappen!

Wird dadurch der Anstieg beim Dax gestoppt?

Das Allzeithoch beim Dax - nachhaltig oder nicht?

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Finanznews

Aktienmärkte: Stimulus ist tot – trotzdem Rally? Videoausblick

Markus Fugmann

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Gestern kamen die Aktienmärkte stark unter Druck (Corona-Zahlen, SAP-Zahlen) – heute nun ist klar, dass es definitiv keinen neuen Stimulus vor der US-Wahl geben wird. Sollte Biden neuer US-Präsident werden, aber die Republikaner den US.Senat halten können, sieht es nicht gut aus für ein neues großes Stimulus-Paket. Kommt nach dem Abverkauf der Aktienmärkte (vor allem der Dax ganz schwach) heute der „turnaround tuesday“? Die Statistik der Vergangenheit spricht dafür: in 11 von 12 Fällen ging es vom Dienstag bis zum Wahl-Dienstag nach oben. Aber vor allem am Donnerstag melden die großen US-Tech-Werte – war SAP ein Warnsignal, dass die Zeiten auch für die Tech-Firmen schwieriger werden, weil das Geld nicht mehr so locker sitzt?

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DAX daily: Startet der Dax nach dem Kursbeben eine Erholung?

Stefan Jäger

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Das gestrige Kursbeben hat den Dax kräftig durchgeschüttelt, dabei sackte er um fast 4 % ab. Die Gründe dafür sind schnell gefunden. Zum einen nehmen die Corona-Sorgen durch den starken Anstieg bei den Neuinfektionen drastisch zu, andererseits belastet der Kurseinbruch aufgrund der Prognose-Anpassung des Dax-Schwergewichts SAP. Der Softwarekonzern hat seinen Ausblick bis ins Jahr 2023 nach unten korrigiert und muss dadurch einen Kursverlust von 23 % hinnehmen. Die hohe Gewichtung im deutschen Leitindex drückt dementsprechend schwer auf den Kurs. Insgesamt stürzte der Dax um 466 Punkte (-3,71 %) ab und beendete den Handel schließlich bei 12.177 Punkten. Damit schließt er nahe dem Tagestief von 12.174. Das Tageshoch lag zuvor bei 12.404 Punkten, nachdem der Index bereits mit einem kräftigen Abwärts-Gap in den Handel gestartet war.

Bei seinem gestrigen Kursrutsch hat der Dax wichtige Unterstützungen durchbrochen. Erstens die Unterkante der 1.000 Punkte Range bei 12.340 und zweitens das Tagestief vom 30.07. bei 12.254. Demzufolge bleibt ihm nur noch die 200-Tagelinie bei 12.130, bevor es in Richtung der runden 12.000er Marke geht. Ein nachhaltiger Durchbruch könne dramatische Folgen haben. Noch gibt es etwas Hoffnung, nämlich ein Stimulus-Paket oder starke Quartalszahlen in dieser Woche. Sollten die Hoffnungen allerdings enttäuscht werden, dann sehen wir bald Kurse unter der 12.000er Marke. Um ein derartiges Szenario abzuwenden, muss der Dax schleunigst die Marke von 12.340 Punkten zurückerobern.

News und fundamentale Daten

Heute erscheinen zwei interessante Wirtschaftsdaten aus den USA. Um 13.30 Uhr sehen wir zuerst die Auftragseingänge langlebiger Güter und danach um 15:00 Uhr das Verbrauchervertrauen vom Conference Board. Darüber hinaus gibt es in dieser Woche jeden Tag spannende Quartalsberichte zu sehen. Heute legen zum Beispiel die folgenden Unternehmen ihre Zahlen vor – 3M, BP, Caterpillar, Pfizer, Eli Lilly und Merck. Zudem erscheinen auch noch die Berichte von den beiden Technologiekonzernen Microsoft und AMD. Hier schauen die Analysten und Investoren sicherlich genauer hin, da die Techwerte bereits viele Vorschusslorbeeren eingepreist haben. Aus Deutschland sehen wir außerdem noch Covestro und Rational.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachbörslich war der Dax gestern noch bis 12.090 abgesackt, konnte sich seitdem aber erholen und hat dabei einen Boden ausbildet. Knapp eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Index wieder weit über der 12.200er Marke. Nach dem kräftigen Kursrutsch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung hoch. Dafür sollte der Dax den Widerstand bei 12.254 nachhaltig überwinden. Dadurch hätte er die Chance die Unterkante der Seitwärtsrange bei 12.340 zu testen. Scheitert er dort, dann dürfte er wieder in Richtung des gestrigen Tagestiefs (12.174) laufen. Schafft er es allerdings wieder in die Range hereinzulaufen, dann wäre das ein positives Signal. Die nächsten Widerstände folgen dann bei 12.404, 12.450 und 12.514.

Solange der Dax unter der 12.254 handelt, bleibt die bevorzugte Richtung short. Eine erste Unterstützung befindet sich zwischen 12.175 und 12.160. Durchbricht der Dax diese, dann kann es zum nachbörslichen Tief bei 12.090 gehen. Zudem sollte man die 200-Tagelinie bei 12.130 beachten. Hält er das Tief, dann könnte sich dort ein Boden ausbilden. Ansonsten könnte es noch bis 12.015 abwärts gehen, dort liegt das 100 % Ziel der SKS (H4). Die runde Marke bei 12.000 dürfte dem Dax schließlich Halt geben.

DAX daily: Tagesausblick 27.10. - H1-Chart

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.835 – Pivot Punkt R2

12.522 – Pivot Punkt R1

12.306 – Pivot Punkt

11.992 – Pivot Punkt S1

11.776 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.174 – Tagestief 26.10.

12.130 – 200-Tagelinie (SMA)

12.090 – nachbörsliches Tief

12.015 – 100 % Ziel der SKS (H4)

12.000 – psychologische Marke

Dax Widerstände (WS):

12.254 – Tief 30.07. / vorbörsliches Hoch

12.330 – 38,2 % Retracement (Hoch 12.719)

12.340 – Unterkante 1000-Punkte-Range

12.404 – 50 % Retracement (Hoch 12.719)

12.450 – mehrfache US

12.514 –  Tagestief 23.10.

12.600 – Nackenlinie SKS (H4) – 100 % Ziel 12.015

12.645 – Gap vom 23.10.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Schwarzer Montag für den Dax! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte an der Wall Street heute stärker unter Druck – aber besonders für den Dax war das heute ein schwarzer Montag. Es ist die vor allem Prognose-Senkung des Schwergewichts SAP, die den Dax besonders unter Druck bringt. Werden in der „Monster-Berichtswoche“ nun auch die amerikanischen Tech-Werte enttäuschen? Neben den hohen Corona-Zahlen (und den damit verbundenen schwächeren Konjunkturdaten wie heute beim ifo Index) wirkt der fehlende Stimulus-Optimismus auf die Aktienmärkte belastend – dabei ist Montag doch eigentlich der klassische Tag für Impfstoff-Optimismus. Dazu steigt die Nervosität vor der US-Wahl, bei der sich die höchste Wahlbeteiligung seit dem Jahr 1908 (!) abzeichnet. Wird der „Reflations-Trade“ vielleicht doch nicht funktionieren?

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