Vor den nachbörslichen Zahlen des US-Chipriesen und KI-Profiteurs Nvidia hielten sich Anleger am Mittwoch spürbar zurück. Der DAX fiel intraday kurz unter die Marke von 24.000 Punkten, verteidigte sie zum Handelsschluss jedoch und beendete den Tag 0,4 Prozent tiefer bei 24.046 Zählern. Zusätzlich drückt die Politik auf die Stimmung: US-Präsident Donald Trump verschärft den Konflikt mit der Fed und drängt auf niedrigere Zinsen sowie mehr Spielraum für Konjunkturprogramme – zulasten der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Die daraus resultierende Unsicherheit schlägt unmittelbar auf die Aktienmärkte durch.
Trump-Fed-Konflikt und Nvidia-Zahlen
Am Mittwochabend nach US-Börsenschluss stand das Highlight der gesamten Börsenwoche auf der Agenda: Nvidia legte seine Zahlen vor. Marktexperten hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass sich die Aktie nach den Zahlen um rund sechs Prozent in die eine oder andere Richtung bewegen könnte – mit entsprechender Strahlkraft auf die globalen Aktienmärkte. Mit einem Minus von 3,3 Prozent fiel die Bewegung jedoch etwas geringer aus. Zwar legte Nvidia einmal mehr starke Ergebnisse vor. Doch weil die Erwartungen im Vorfeld bereits enorm hoch waren, reichte dies nicht aus, um den Aktienkurs nochmals deutlich anzutreiben. Damit nahm die Berichtssaison für das zweite Quartal mit Nvidia ein spektakuläres Ende.
In den kommenden Wochen dürften geldpolitische Themen stärker in den Vordergrund rücken, allen voran die Frage, wie die Fed auf die jüngsten Konjunktur- und Preisdaten reagiert und welche Folgen die US-Zölle für Wachstum und Inflation haben werden. Zuletzt hatte Trump den Druck auf die Federal Reserve merklich erhöht und dabei den Konflikt mit der Fed auf eine neue Stufe gehoben. Er setzt inzwischen alles daran, mehr Einfluss auf die Notenbank zu gewinnen, damit diese seinen Wünschen nach Zinssenkungen folgt. Das ist ein riskantes Spiel: Aussagen und Taten, die die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergraben, bleiben nicht ohne potenzielle Nebenwirkungen – auch wenn die Märkte das im Moment noch weitgehend ignorieren.
Neue Richtungsimpulse für die Aktienmärkte
An der Wall Street halten sich die großen Indizes weiterhin auf hohem Niveau. Der DAX verteidigte hingegen erneut die wichtige Marke von 24.000 Punkten. Technisch gesehen nimmt der Druck auf die Unterkante des seit Wochen anhaltenden Seitwärtskorridors jedoch zu. Ein Durchbruch nach unten könnte den jüngsten Abwärtsdruck spürbar verstärken und die Nervosität am deutschen Aktienmarkt zügig erhöhen.
Der nächste Katalysator für den DAX und die US-Börsen steht bereits vor der Tür: Die Veröffentlichung der PCE-Inflationsdaten in den USA am Freitag könnte für neue Richtungsimpulse sorgen – sowohl in der Diskussion über den künftigen Kurs der Fed als auch bei der Bewertung von Zins- und Wachstumsrisiken an den Aktienmärkten. Nach der Nvidia-Show verlagert sich der Taktgeber damit von der Mikroebene der Unternehmenszahlen zurück auf die Makroebene.
DAX: Druck auf 24.000 Punkte wächst
Auch am Donnerstag dürfte das Ringen um die Marke von 24.000 Punkten weitergehen. Zuletzt hat sich der wichtige Bereich zwischen 24.015 und 23.970 Punkten erneut als stabil erwiesen. Doch der Druck auf die Unterstützung wächst. Ein Durchbruch nach unten könnte daher für zunehmenden Verkaufsdruck sorgen. Solange sich der DAX jedoch darüber hält, könnte er seinen Seitwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen und wieder Kurs auf 24.350 und 24.500 Punkte nehmen. Eine erste Hürde wartet im Bereich von 24.150 Punkten.
Sollte es hingegen zu einem Ausbruch nach unten kommen, rücken zunächst die Marken bei 23.875 und 23.812 ins Visier. Hier müssen die Bullen reagieren und den Index am besten vor Tagesschluss wieder über 24.000 Punkte hieven. Andernfalls trübt sich die Lage kurzfristig ein.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
24.036 – Tagestief 26.08.
24.000 – Psycho-Marke
23.977 – Tagestief 27.08.
23.970 – Bulle-Bär-Marke
23.812 – Zwischentiefs
DAX Widerstände:
24.148 – Zwischenhoch
24.198 – Tageshoch 27.08.
24.263 – Tageshoch 26.08.
24.273 – Gap 25.08.
24.360 – Horizontale
24.377 – Tageshoch 25.08.
24.444 – Tageshoch 22.08.
24.479 – ex Allzeithoch
24.500 – Horizontale
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