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DAX-Anleger glauben nicht an die volle Zoll-Eskalation – oder was ist der Grund für die relative Stabilität des Index?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Seit Wochen ist es festzustellen. Der deutschen Leitindex hält sich stabiler als die US-Indizes, Obwohl er als exportlastigster Index am meisten zu leiden hätte unter dem Zollstreit zwischen den USA und China, beziehungsweise der EU und Deutschland. Man betrachte nur die Ein- oder Dreimonats-Charts der Vergleichsindizes. Die US-Konjunktur läuft doch viel besser als die deutsche und die Frühindikatoren sind ebenso besser jenseits des Atlantiks. Auch gerade wegen der Zulassungsszahlen für die deutsche Autoindustrie in Europa, die den achten Monat in Folge rückläufig waren. Woher also die Zuversicht?

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Hierzu ein paar Gedanken..

 

Der Glaube an die Eskalation des Handelskriegs fehlt

DAX-Anleger glauben nicht an die volle Eskalation des Handelsstreits. Weil mittlerweile jeder verinnerlicht hat, dass Trump wiedergewählt werden will. Dafür darf er keinen Aktieneinbruch riskieren. Das bedeutet aber auch, dass die USA nicht gleichzeitig einen Handelskrieg mit der zweit- und drittgrößten Wirtschaftsregion der Welt führen können, ohne dass dies auf die USA zurück schlagen würde. Diesen Zusammenhang konnte man stets beobachten, wenn nach jeder verbalen Verschärfung des Konflikts durch Trump stets eine heftige Korrektur an der Wall Street folgte.

Klar hat Trump in der letzten Woche die Zölle auf China Exporte von zehn auf 25 % angehoben in einem Volumen von 200 Milliarden Dollar. Aber was bedeuten diese Zahlen? Es ist eine zusätzliche Belastung für die US-Wirtschaft in Höhe von 30 Milliarden Dollar, das jährliche Gesamteinkommen der US Bevölkerung (330 Millionen Menschen) beträgt nach Angabe eines Ökonomen aber 14 Billionen Dollar, soviel zur Einordnung der Dimensionen.

Eine andere Sache, die die deutschen Exporte unterstützt, ist die Entwicklung des Dollarkurses. Im ersten Quartal lag der Kurs zum Euro bei 1,13, im Vorjahreszeitraum 1,22. Ein so genannter „Windfall Profit“, der sich aber rasch wieder umkehren kann.

 

Die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch deutsche Fahrzeuge

Die US-Regierungskommission, die mit der Untersuchung möglicher Einfuhrzölle auf deutsche Automobile befasst war, kam letzte Wiche tatsächlich zu der Ansicht, dass diese die „nationale Sicherheit des Landes“ bedrohen, weil hierdurch der Bereich der Forschung und Entwicklung tangiert werde. Trumps Schlussfolgerung: Die Wettbewerbsbedingungen können nur durch eine Verringerung der Importquoten gewährleistet werden. Der US-Präsident hat hiermit für die Strafzölle eine Gesetzesgrundlage, aber er will für die Umsetzung 180 Tage Zeit einräumen.

Mit der Vermeidung einer gleichzeitigen Zolleskalation (China und EU) hatte der Markt wahrscheinlich gerechnet. Hinzu kommt Trumps Freitagsentscheidung gegenüber Kanada und Mexiko keine Zölle erheben zu wollen, auch Südkorea bleibt ausgenommen.

 

Die betroffenen deutschen Exporte

Im Jahr 2018 haben deutsche Autofirmen fast 16 Millionen Kfz exportiert, davon gingen über 840 000 Neufahrzeuge in die USA. In dieser Zahl sind die in den USA produzierten Autos der Deutschen nicht enthalten, denn die großen Drei, VW wie BMW und Mercedes sowie viele Zulieferer, haben Werke in den USA. Damit erreichen die US-Exporte 5,3 Prozent aller deutschen Verkäufe von Pkws und Transportern. Am stärksten beträfen diese Zölle den bayerischen Hersteller BMW, dessen Exporte in die USA 11,2 Prozent des Absatzes ausmachen. Daher auch die Ankündigung von BMW des Baus eines großvolumigen Motorenwerks in den USA.

Bei der betroffenen Größenordnung müssen allerdings diejenigen Fahrzeuge herausgerechnet werden, die von Mexiko in die USA geliefert werden. Damit blieben 667.000 Autos übrig, auf die US-Strafzölle angewendet werden könnten. Nicht mehr ganz die ökonomische Katastrophe, dafür werden die variablen Fertigungsmethoden deutscher Firmen schon sorgen.

Interessant wird allerdings sein, welche Obergrenze für die Einfuhr deutscher und japanischer Autos dem Präsidenten vorschwebt, das könnte aus jetziger Sicht Umsatz kosten.

 

Fazit

Bis November hat die EU nun Zeit sich etwas in puncto Zölle einfallen zu lassen, um den „Dealmaker“ zu besänftigen und die deutsche Autoindustrie, um mit allerlei Produktionsverlagerung das Zollproblem zu entschärfen. Das haben Dax-Anleger ein wenig eingepreist. Donald Trump scheint sich auf China konzentrieren zu wollen, im bevorstehenden jahrelangen Kampf um die technologische und wirtschaftliche Vorherrschaft.

Da liegt aber das noch nicht „eingepreiste“ Problem. China ist für für die Weltwirtschaft von sehr großer Bedeutung, schließlich war dessen Anstieg in den letzten Jahren zu fast einem Drittel für das weltweite Wachstum verantwortlich. Sollte der US-Präsident tatsächlich die restliche 335 Milliarden Chinaeinfuhren bezollen wollen, sieht die Situation schlagartig anders aus. Davon gehen die Dax-Anleger aber derzeit nicht aus – wegen der Reaktion der Wall Street eben.

Trump-Tweets werden daher weiter für Volatlität sorgen..

 

 

Von M(e)ister Eiskalt – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31713263

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Indizes

DAX daily: Dax mit schwachem Wochenstart – hängt die Hürde zu hoch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Anders als in den Wochen zuvor notiert der Dax an einem Montagmorgen tiefer. Die Hürde bei 13.300 Punkten scheint derzeit zu hoch zu hängen. Nach einer langen Durststrecke gelang es dem Dax am vergangenen Freitag erstmals wieder über der 13.300er Marke zu schließen. Damit ist die letzte Handelswoche mit einem Plus von 1,5 % bei 13.335 Punkten zu Ende gegangen. Auf Monatssicht konnte der deutsche Leitindex sogar 15 % zulegen, bleibt es dabei, dann wäre das der erfolgreichste November seiner Geschichte. Obwohl der November bisher so fantastisch lief, was hauptsächlich der Impfstoff-Hoffnung zu verdanken ist, hoffen viele Anleger weiterhin auf eine Jahresendrally. Vielleicht wurde diese aber einfach nur vorgezogen und der Großteil ist bereits gelaufen?

Zahlreiche Indikatoren deuten nämlich auf eine baldige Verschnaufpause hin. Die Kontraindikatoren wie Fear & Greed Inex, Sentiment und Put-Call-Ratio sind alle kurz vor Anschlag, außerdem zeigt der RSI Divergenzen auf. Auch wenn das Allzeithoch im Dax bei 13.795 nur noch knapp über 3 % entfernt ist, scheint es kurzfristig dennoch in weiter Ferne zu liegen. Infolge des Ausbruchs aus der Setitwärtsrange wäre auf der Oberseite noch Potenzial bis 13.450/13.600, während auf der Unterseite Abwärtspotenzial bis 13.000 und 12.700 besteht. Gleichwohl könnten positive Impfstoff-Nachrichten für Impulse sorgen und die Börsen weiter antreiben. Man muss jedoch bedenken, dass die Märkte zuletzt sehr heiß gelaufen sind, es fehlt nur eine negative Meldung und der Dax dürfte schnell unter Druck geraten.

News und fundamentale Daten

Datenseitig steht diese Woche wieder einiges auf dem Programm. Zum einen werden die Einkaufsmanagerindizes (EMI) sowohl aus Deutschland und Europa, als auch aus China und den USA veröffentlicht. Den Auftakt für das verarbeitende Gewerbe haben letzte Nacht die Chinesen gemacht. Der Einkaufsmanagerindex ist mit 52,1 besser als erwartet ausgefallen (Prognose 51,5, vorher 51,4). Am Dienstag folgen dann die Daten aus Deutschland, der Eurozone und den USA, bevor am Donnerstag die EMI-Daten für den Dienstleistungssektor erscheinen.

Das Highlight der Woche folgt erst am Freitag, wenn die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) veröffentlicht werden. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen und der daraus resultierenden Beschränkungen dürfte es zu einem abschwächenden Stellenwachstum kommen. Die am Mittwoch erscheinenden ADP-Arbeitsmarktdaten könnten bereits einen Hinweis darauf geben. Den morgigen Dienstag sollte man sich auch im Terminkalender markieren, denn dann nimmt Fed-Chef Jerome Powell vor den US-Kongress Stellung. Je nachdem, ob er Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik gibt, könnte es zu Volatilität an den US-Börsen und im Dax kommen.

Aus Deutschland sehen wir heute zudem die Verbraucherpreise um 14:00 Uhr. Am Dienstag folgen dann die Daten zur Veränderung der Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosenquote. Gespannt schaut man hierzulande auch auf die Einzelhandelsumsätze am Mittwoch und die Auftragseingänge in der Industrie (Okt) am Freitag. Nachdem die Märkte in den vergangenen Wochen von den Impfstoff-Meldungen getrieben waren, könnte der Fokus der Dax-Anleger diese Woche wieder auf den Konjunkturdaten liegen.

Auch die Brexit-Gespräche werden diese Woche fortgesetzt, dabei zeigen sich die Parteien weiterhin uneinig. Während sich London optimistisch äußert, hat man seitens der EU immer noch Bedenken was eine Einigung angeht. Zu den wichtigsten Streitpunkten zählen die fairen Wettbewerbsbedingungen, die Fischereirchte sowie die Instrumente gegen mögliche Verletzungen des künftigen Abkommens. Diese Punkte gilt es zeitnah zu lösen, ansonsten droht das Worst-Case-Szenario.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Am Freitag deutete noch alles auf einen Ausbruch hin, als der Dax bis 13.364 anstieg. In der Nacht war der Kurs sogar auf ein Hoch bei 13.397 angestiegen, bevor er geradewegs bis unter die 13.300er Marke rutschte. Damit beißt sich der Dax weiterhin die Zähne an dem Widerstand aus und handelt erneut in der Range. Wie zuvor muss er also die Hürde bei 13.300 bis 13.340 überwinden, um weitere Ziele auf der Oberseite anzulaufen. Gelingt der Ausbruch, dann folgen die nächsten Widerstände im Bereich von 13.370 und 13.460.

Fällt der Dax allerdings unter die 13.235, dann könnte sich der Abwärtsdruck erhöhen. Darunter befinden sich Unterstützungen an der 13.210 und an der 13.140. Findet der Dax dort auch keinen Halt, dann dürfte ein Test der Unterkante der Range bei 13.050/13.004 bevorstehen. Ein Ausbruch auf der Unterseite würde den Dax zunächst zur 12.870 führen, später könnte es dann noch zur 12.700 gehen.

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Dax daily: Tages- und Wochenausblick 30.11. - H1-Chart - ist die Hürde zu hoch?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.410 – Pivot Punkt R1

13.325 – Pivot Punkt

13.282 – Pivot Punk.t S1

13.197 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.340 – mehrfacher WS

13.397 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Dax, Wall Street: Das Erwachen

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Der Thanks-Giving-Feiertag in den USA hat zwar einen Bruch im Ablauf, nicht aber einen Bruch in der Richtung bewirkt: der Aktienmarkt ist weiter gestiegen. Doch kann die Bewegung wirklich überzeugen? Eigentlich spricht noch immer einiges gegen eine direkte Fortsetzung, oder etwa doch nicht? Wie das gegenwärtige Bild sich verändert hat und wie Händler mit der aktuellen Situation umgehen können ist Thema dieses Beitrags.

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Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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