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Dax: Anschwellende Risikoaversion und die Notenbanken-Pseudoreligiosität

Über die derzeitige Risiko-Situation an den Märkten und den pseudoreligiösen Glauben eben dieser Märkte an die Allmacht der Notenbanken..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Es gibt durchaus sehr gute Gründe, warum der Dax heute schwächer in den Handel startet. Der erste sind die Sanktionsdrohungen der USA nicht gegen Nordkorea, sondern gegen alle, die mit Nordkorea Geschäfte treiben. Das zielt vor allem auf die großen chinesichen Banken, die ja faktisch das Regime von Kim Yong UN finanziell am Leben halten. Die USA drohen, jeden aus dem Dollar-System auszuschließen (und damit von den internationalen Finanzmärkten zu entkoppeln), die dem zuwider handeln. Faktisch also drohen die USA, die großen China-Banken aus dem System zu werfen – mit dann gar nicht absehbaren Konsequenzen.

Der zweite Grund ist der vom nordkoreanischen Aussenminister angedrohte Wasserstoffbomben-Test im Pazifik, also praktisch vor der Haustür Japans. Das wäre für Tokio in jeder Hinsicht nicht hinnehmbar, man könnte das als direkten Angriff werten, womit dann die USA in die Situation kommen könnten, ihren Verbündeten verteidigen zu müssen – und Trump hat vor der UN ja klar gemacht, was dann kommen würde: die Vernichtung Nordkoreas.

Es geht also jetzt um viel, dazu auch noch die Bundestagswahlen vor der Brust, von der alle meinen, dass das überhaupt keine Auswirkungen auf die Märkte haben werde. Wir sehen das anders und vermuten gerade in der totalen Sorglosigkeit – oder besser: Gedankenlosigkeit – ein immenses Risiko für die Märkte (aus den schon häufiger beschriebenen Gründen).

Dazu noch die hawkishe Stoßrichtung der Fed mit absehbarem Liquiditätsentzug durch Bilanzreduzierung und Zinsanhebungen, dem absehbaren Tapering der EZB – auch das spricht nicht gerade für den nächsten Bullen-Lauf. Also einen fortgesetzten Lauf jener Bullen, die durch die Notenbanken schon so gedopt sind, dass sie meinen, Märkte könnten nie wieder fallen, und überhaupt, weil dem so sei, sei eh alles egal, zum Beispiel solche Nebensächlichkeiten wie Fundamentaldaten oder Bewertungsniveaus.

Man hat manchmal das Gefühl, dass für viele die Notenbanken eine Art Religionsersatz ist: man ersetzt Gott durch Notenbanken und traut diesen, ebenso wie einst die unreflektierte Religiosität dem Schöpfergott, so ziemlich alles an Wirkmacht zu. Die These, oder besser, die Glaubens-These lautet: die Notenbanken wollen nicht, dass die Märkte fallen, also werden die Märkte nicht fallen! Aber wie bei jedem Glauben ist es so, dass dann irgendwann die Aufklärung einsetzt und sagt: dein Gott ist tot! Und das wird der Moment sein, an dem sich zeigen wird, dass die Notenbanken ohnmächtig sind!

Wer soll denn den Notenbanken eigentlich, nur mal eine kurze Frage, die immensen Bestände an Anleihen etc. abkaufen, die die Notenbanken im Depot haben? Wer kauft der Bank of Japan die ETFs ab, mittels derer die Notenbank immer größere Teile des Aktienmarkts besitzt (nicht wirklich besitzt, die ETFs werden sich nämlich noch als Problem herausstellen!). Wer soll das bitte tun? Also ist die Lage doch so: die Notenbanken haben ein gigantisches Experiment veranstaltet, und jetzt müssen oder wollen sie (Fed und EZB) wieder zur Normalität zurück kehren. Aber es ist einfacher, den Geist aus der Flasche zu lassen, als ihn wieder in die Flasche zu bringen. Auch das werden die Märkte dann mit Erstaunen feststellen!

Lassen wir uns einmal überraschen vom Dax heute, die Marken sind die Alten, die Charts laufen seit Tagen seitwärts – also verzichten wir ausnahmsweise auf deren Darstellung..


Statue des griechischen Gottes Zeus – nackt. Wer glaubt heute noch an ihn?
Foto: Ricardo André Frantz (User:Tetraktys) – taken by Ricardo André Frantz, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2959518

32 Kommentare

32 Comments

  1. Avatar

    burberg

    22. September 2017 09:08 at 09:08

    Da gewinnt der alte Spruch “ Religion ist Opium für das Volk “ eine ganz erweiterte Bedeutung.

    • Avatar

      Steve

      23. September 2017 14:53 at 14:53

      Opium galt damals in erster Linie als Medizin nicht als Rauschmittel das es an jeder Ecke gab. Nur mal so

  2. Avatar

    PK

    22. September 2017 09:42 at 09:42

    „Wer soll denn den Notenbanken eigentlich, nur mal eine kurze Frage, die immensen Bestände an Anleihen etc. abkaufen, die die Notenbanken im Depot haben? Wer kauft der Bank of Japan die ETFs ab, mittels derer die Notenbank immer größere Teile des Aktienmarkts besitzt“

    warum gehen Sie davon aus, daß das überhaupt passieren wird ?
    Es ist völlig klar, daß es unmöglich ist.
    Die FED wird sehr schnell auf den Boden der Tatsachen geholt werden, wenn sie tatsächlich anfangen werden die Bilanzsumme substanziell zu reduzieren.
    Das Resultat würde früher oder später ein fallender Aktienmarkt sein.
    Wie lange setzen die Akteure das dann fort ?
    Warum sollte eine FED, die die Märkte mit soviel Vehemenz aufgeblasen hat so eine Situation bewusst forcieren wollen ?
    Da in den USA viele Privatanleger ihre ganze Altersvorsorge in Aktien angelegt haben ist der Druck immens.

    Daher wird einfach folgendes passieren. Beim ersten Zucken der Aktien nach unten oder den ersten schwächeren Indikatoren wird die Rückführung der Bilanzsumme auf Eis gelegt. Sollte es schwach werden, wird mit Sicherheit sogar nachgefeuert.
    Die Regierung wird schon dafür sorgen, daß an der FED geeignete Leute sitzen, die das mittragen werden.

    Mittelfristig steuern wir in eine dauerhafte monetäre Staatsfinanzierung rein, die Akteure werden sich daran gewöhnen, wie an so vieles.

    • Avatar

      Tony

      22. September 2017 11:27 at 11:27

      dass Sie sich da mal nicht irren

      • Avatar

        Columbo

        22. September 2017 11:37 at 11:37

        @Tony, wahnsinnig interessanter, tiefgründiger, ganz neue Sichtweisen eröffnender, bereichernder Kommentar.

    • Avatar

      Walter Schmid

      22. September 2017 13:14 at 13:14

      @PK
      Inzwischen halte ich es für möglich, dass es so kommen könnte.

    • Avatar

      Segler

      23. September 2017 15:47 at 15:47

      Hallo PK,
      Wenn US Bürger ihre Altersvorsorge über Aktieninvestments machen, dann ist das per se nicht riskant. Die Unternehmen verdienen Geld auch unabhängig vom jeweiligen Kurs. Die Dividenenzahlungen kommen ja weiterhin.
      Das Problem liegt in den Krediten und im Konsum.
      Das Limit der Kreditkarten wird oft ausgereizt. die Bonität bemisst sich auch am Wert des Aktiendepots. Sollte er fallen, kommt eine Kettenrekton in Gang. Konsumrückgang, Dispo-Kredite werden fällig gestellt .. Zinsen steigen, Hauskredite .. etc.
      Längerfristig wirklich beängstigend sehe ich den Faktor, dass staatliche Institutionen via FED oder EZB die Firmen besitzen. Genau wie Du schreibst.
      Eine neue und bisher nicht bekannte Form eines Staatsmonopolistisches Prinzips etabliert sich. Der Sozialismus war vielleicht kein Vorbild für dieses Modell, aber in der Realität sind wir dabei, ihn sogar zu überholen.
      Das Dumme dabei: Die Notenbanken können nicht in alle Ewigkeit weiterkaufen.
      Irgendwann gehört Ihnen alles. Und irgendwann ist sogar der Japan-Dinosaurier Abe von der Bühne abgetreten. Dann brauchen sie Geld, und plötzlich fällt ihnen ein, dass sie ja immense Werte im Schrank haben, die sie nur mal schnell verhökern müssen.
      Wenn nicht die Japaner, dann halt andere.
      Die daraus entstehende Kettenreaktion wird keine noch so willfährige FED mehr aufhalten können. Wie auch ?
      Noch mehr QE ?? – Zinsen runter ??
      Einzelne Dips können sie mit programmierten Algos schon wieder hochpumpen.
      Wenn aber das Volumen wirklich rausgezogen wird, was dann ?
      Die Party geht noch eine Weile weiter.
      Die Indices des ADC, des Russel ADC und die VIX Strkturkurve, sowie die Zinsstrukturve sieht ganz und gar nicht nach Crash aus.
      Eher nach demStart einer neuen Rallye.

      • Avatar

        PK

        23. September 2017 20:09 at 20:09

        ich stimme mit allem überein.
        Allerdings denke ich nicht, daß Zentralbanken dann irgendwann auf die Idee kommen würden, die akquirierten Aktien zu verkaufen. Denn das wäre gar nicht möglich ohne den Markt in Totalpanik zu versetzen und ausserdem können Sie ja genausogut Anleihen verkaufen und diese dann wieder vom Markt nehmen und Ihr Bilanzsheet weiter aufblasen (zu Deutsch: Geld drucken).
        Das geht gut, solange der Markt da mitspielt. Tut er das nicht mehr, ist eh Ende – = Währungsreform + Schuldenschnitt.
        Was dann genau passiert und wie, kann aktuell keiner sagen, hängt von der politischen Mehrheit ab.

        Die aktuelle Situation ist im übrigen nicht reparabel. Dazu ist bereits viel zu viel Schaden angerichtet. Die Vorschläge der Logiker hier, die Zinsen auf normale Niveaus zu erhöhen und das Bilanzsheet zu reduzieren kommen alle zu spät.
        Die Folge wären eine jahrzehntelange Deflation und irgendwann kommt es dann trotzdem zum Schnitt.

      • Avatar

        PK

        23. September 2017 20:10 at 20:10

        P.S. hab gestern dein Buch über MP bestellt. Ich hatte mich da eh mal eingearbeitet, aber vielleicht zu oberflächlich.

        • Avatar

          Segler

          24. September 2017 00:17 at 00:17

          @PK
          Freut mich :-)
          Ich hatte sogar die verrückte Idee, den Dalton ins Deutsche zu übersetzen.
          Der Aufwand dafür ist jedoch immens und der Ertrag ohnehin bestenfalls ideell.
          Beim Googeln habe ich einen alten Thread auf FMW wiedergefunden:
          https://finanzmarktwelt.de/tradingtechnik-price-action-und-volumenbasiertes-trading-64150/
          Derzeit tanze ich schon auf drei Hochzeiten.
          A) Volume -/- price auction based Trading
          B) Short Selling Options
          c) Vola-Trading mit VIX Derivaten

          Zu A)
          Wer mehr wissen will, googelt mal ‚Tradeholic‘ und ‚market profile‘
          Das bin nicht ich, sondern mein Kollege und damaliger Mentor
          Auch der Katamaransegler ist ja kein Unbekannter ..
          Würde mich nicht wundern, wenn auch wir uns dort schon begegnet sind
          Zu B) Short selling Options
          Ich stelle seit dem 26. August meinen Optionshandel online – quasi realtime und live mit einem realen Echtgeldkonto – inclusive Erläuertungen, Beründungen, Equity Curve etc.
          Wer ein Schweizer Trader Forum googelt kann mich kaum übersehen :-)
          Mein Angebot an Herrn Fugmann, ein solches Echtgeldkonto mit realen Trades etc. längerfristig in einer festen Kolumne vorzustellen war ja gegeben.
          Derzeit bastelt er allerdings an einer Forex-Story, soweit ich das weiss.
          Da wird er andere Prioritäten haben.
          Zu C)
          Die Vola Trading Strategie mit VIX Derivaten basiert im Prinzip auf dem Daily Roll Yield der VIX Futures.
          Es gibt diese Vorgehensweisen im US Markt schon längst. Steve Lentz von OptionVue vermarktet es als AddOn-lizenz zu seinem Optionvue Programm für zweitausend Dollar pro Jahr.
          Wir hben es sehr ausgefeilt verfeinert und erheblich verbessert.
          Wir haben zwar eine etwas flachere Equity Curve, jedoch kaum Drawdown.
          Zu diesem Thema werde ich Anfang kommenden Jahres ein live Konto Online stellen. In Planung ist eine eigene Website zu diesem speziellen Thema.

          Gruss vom Segler

          • Avatar

            PK

            24. September 2017 11:37 at 11:37

            hab deine Optionsseite gefunden – Respekt.
            Aber ich hoffe, du kannst bei dieser Masse an Positionen dein Risiko für extreme Events limitieren.
            Was den Vix betrifft – die hohen Rollverluste hatte ich hier sowieso mal angesprochen. Die Rollverluste sind ja zwingend, sonst könnte man ja ohne Kosten sein Depot absichern gegen extreme Events, das darf im Sinne eines effizienten Marktes ja nicht möglich sein.
            Umgekehrt ist klar, daß diese Rollverluste durch Short Vix in konstanten oder ruhigen Märkten zu einer sehr schönen Equity Curve führen.
            Man kann im Prinzip solche Strategien als Verkaufen einer Versicherung sehen, die Versicherungen verdienen ja ohne Frage im Schnitt.
            Aber eben nur, solange es kein extremes Naturereignis gibt.
            Ich persönlich kann anhand einer Equity-Curve, auch über 2 Jahre hinweg nicht beurteilen, ob ich in so ein Depot investieren würde, solange ich das Risiko nicht selber genau abgeschätzt habe.
            Aber ich versuche mal deine Trades zu durchschauen, obwohl ich selber Physiker und Mathematiker bin kann ich das ad hoc alles kaum beurteilen.

            Ich selber trade in erster Linie rein diskretionär Indexfutures wie Dax und ES. Die Gewinne werden in einem langweiligen ETF Depot angelegt.
            An sich muss man dazu nur Börsenforen lesen und immer dann, wenn die Meute meint, wie unlogisch und unverständlich die letzte Bewegung ist, während sie ihre Verlustposition verdoppeln, genau in diese Richtung gehen. Das schliest übrigens auch mein eigenes Unverständnis über eine Richtung ein. Wenn ich selber eine Richtung für sehr unlogisch halte, ist es meist die richtige.

  3. Avatar

    berti

    22. September 2017 09:52 at 09:52

    Merk ich nix…von der anschwellenden Risikoaversion :-)

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    22. September 2017 10:30 at 10:30

    Die dt. Märkte sind seit Tagen in Stagnation, trotz Fed-Entscheid, trotz Nordkorea und trotz der Warnung der großen amerikanischen Adressen vor einem unvorhergesehenen Wahlausgang in Deutschland. Die Angelsachsen halten bekanntermaßen einen großen Anteil an unseren Dividenentiteln – halten die ihr Pulver trocken? Wenn also die Wallstreet heute bis 22:00 Uhr nicht stark korrigiert, das NK-Spektakel nicht ausartet und in der Folge die Wahlprognosen eintreten, könnte es am Montag durchaus zu Shortsqueeze Teil 3 (des letzten Monats) kommen.
    Wird sich denn am Zinsniveau als Renditebringer in den nächsten Monaten etwas ändern?

  5. Avatar

    KARL MÜLLER

    22. September 2017 11:33 at 11:33

    HaHa – heute ist Freitag. Und da ist Kauftag bei den AmeriDumbs. Hier und dort … fällt nix!

    VG Karl

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    Murat Dundar

    22. September 2017 11:40 at 11:40

    fand es nicht gut und sehe auch keinen logischen sinn drin einen glauben oder religion mit finanzmärkten zu vergleichen.
    das eine hat mit dem anderen aber auch garnichts zu tun.
    der falscheste satz auf der welt ist „religion ist opium fürs volk“. religion und glauben ist die beste arznei fürs volk.
    ok, „zentralbanken sind opium für die märkte “ das verstehe ich und glaube ich auf anhieb.

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    Murat Dundar

    22. September 2017 11:49 at 11:49

    oder besser „geld ist opium für die märkte“

  8. Avatar

    Murat Dundar

    22. September 2017 11:54 at 11:54

    und da sehe ich einen zusammenhang.
    entzieht man den märkten das geld dann folgt ein crash.
    und wenn man einem volk seine religion oder glauben nimmt dann wird das volk crashen/erkranken.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. September 2017 12:07 at 12:07

      @Murat, demnach müssten die türkische Gesellschaft ja durch und mit (dem religiös agierenden) Erdogan gesundet sein…räusper

    • Avatar

      PK

      22. September 2017 12:26 at 12:26

      ich finde man kann die Analogie zwischen Glauben und Fed schon weiterspinnen.
      Zwar gibt es heute keinen mehr, der an Zeuss glaubt, aber nachdem die ersten Christen bei den Römern den Löwen geopfert wurden, welcher vernunftbegabte Mensch hätte damals angenommen, daß sich eine Religion durchsetzen kann, die an die Jungfrauengeburt glaubt und daran, daß Gott einerseits allmächtig ist und andererseits seinen Sohn opfern musste ?
      Dennoch hat das 2000 Jahre gehalten ?
      Demzufolge kann heute keiner eine Aussage treffen, wie lange sich der Glauben an die Notenbanken noch hält. Aber wie auch in der Religion tritt dann irgendwann ein Gewöhnungseffekt ein und man findet die weihrauchschwenkenden Männer in den katholischen Kirchen nicht mehr ganz so absurd.

      • Avatar

        Walter Schmid

        22. September 2017 14:09 at 14:09

        Da musste ich doch gerade schmunzeln. In der Tat, so kann man es betrachten. Es ist nicht von der Hand zu weisen.

  9. Avatar

    Beobachter

    22. September 2017 14:45 at 14:45

    @Walter Schmid, anscheinend bald der letzte Bär der jetzt auch noch an die wunderbare Geldvermehrung zu glauben beginnt.Haben Sie Finanz-Zunami (Art.21) gelesen.Wenn die Notenbanken alle faulen Kredite u.überhöhten Aktien zusammenkaufen landen die am Schluss doch beim Staat u.der Staat =Bürger= Steuerzahler.

    • Avatar

      Walter Schmid

      22. September 2017 15:49 at 15:49

      @ Beobachter
      Ja, ich befürchte schon länger, dass auch auch die EZB und die FED mit Aktienkäufen beginnen könnten. Dann ist jeder Bär sofort tot. Ich überdenke auch schon seit Jahren immer wieder meinen „Bären-Status“. Von einem Crash an den Aktienmärkten bin ich nach wie vor überzeugt, allerdings ist es eben die entscheidende Frage, wann das passieren wird. Die übermächtige Finanzlobby kann ihn nicht auf alle Zeit, aber vielleicht doch noch sehr lange verhindern. Vielleicht kann sie einen einsetzenden Crash mit Massenpanik aber eben auch nicht verhindern, weil sie keine Zeit mehr dazu hat.

  10. Avatar

    Beobachter

    22. September 2017 14:52 at 14:52

    Korrektur,Tsunami statt Zunami

  11. Avatar

    Beobachter

    22. September 2017 16:58 at 16:58

    @Walter Schmid,wenn man denkt ,dass sogar einer der reichsten Leute wie Buffett mit mehr als 75% Fremdkapital arbeitet u.theoretisch bei einem Aktieneinbruch von 20% u.bei Heraufsetzung der Margen einen Margin -Call hätte u.liquidieren müsste ,was da los wäre. ( bei der letzten Krise hat er einigen Banken Hilfe geleistet) Würden die Notenbanken den Buffett retten? Sind nur Visionen, ich glaube der Mainstream hätte etwas dagegen.

    • Avatar

      Walter Schmid

      22. September 2017 17:50 at 17:50

      Ich stelle mir immer mehr die Frage, ob ich nicht einfach ein überschaubares Aktiendepot behalten sollte und mit den liquiden Mitteln einfach warte, bis der Crash kommt. Das würde mir eine Menge Zeit und Nerven sparen. Zumal es für einen Shortseller unglaublich schwer ist, mit einem Crash viel Geld zu verdienen, weil er ja immer erst hinterher weiß, ob es einer gewesen war. Egal wie tief ein Index oder eine Aktie fällt, man weiß nie, wann der Fall aufhört und ein dann oft steiler Wiederanstieg einsetzt. Wehe dem, der aus Geldgier zu lange wartet.

      • Avatar

        PK

        22. September 2017 18:04 at 18:04

        das hört sich für mich sehr vernünftig an.
        Wenn ich merke, daß ich einen Long oder Short Bias hab, dann versuche ich trotzdem im Tagegeschäft ausgewogen zu traden. Interessanterweise sind die Trades, die ich dabei gegen meine Vorzugsrichtung mache meist profitabler.
        Weil man die nicht aus stumpfer Überzeugung macht, sondern einen echten Grund abwartet (welches Signal das auch immer ist).
        Und weil man die konsequenter schliest wenn sie schief laufen.
        Aktuell bin ich z.B. gegen meine langfristige Überzeugung short im Nasdaq.
        Wenn man in den Foren so reinschaut, werden immer wieder Argumente rausgeholt, die seit 3 Jahren exakt so existieren und damit irgendein kurzfristig orientierte Trades angefangen. Beliebester Short sind dabei schlicht neue Hochs.

    • Avatar

      PK

      22. September 2017 17:54 at 17:54

      ach Beobachter, jetzt muss ich schon wieder als Besserwisser auftreten.
      Aber sehen Sie halt selbst, das Balance Sheet kann man ja überall einlesen und bewerten wie die Summe der Verbindlichkeiten sich gegenüber den Aktiva verhält.
      http://financials.morningstar.com/balance-sheet/bs.html?t=BRK.A
      Bei 20% freut sich der Buffet und wird allerhöchstens seinen Cash-Bestand, den Sie ja schon selber angesprochen haben reduzieren.
      Bei einem 20% Einbruch wird es sicher Margin Calls geben, aber ganz sicher nicht bei Bershire Hathaway.

  12. Avatar

    Beobachter

    22. September 2017 18:44 at 18:44

    @P.K. Darum habe ich ausdrücklich geschrieben “ theoretisch“, trotzdem wenn er jetzt 400Mia Anlagen hat u.ein Vermögen von c.90Mia u.100Mia Cash dann ist die Belehnung ca.75%
    Bei einer Korrektur verliert er auf ( 400-100Mia = 300Mia)
    -20% =60Mia
    Dann schrumpft sein Vermögen auf 30 Mia u.die Belehnung wäre dann bei ca.90 % Ein normaler Bankkunde könnte bei dieser Situation nicht mehr zu kaufen, d.h die riesigen Cash -Reserven reichten nicht einmal um die Verschuldungsquote stabil zu halten.
    Anderseits nehmen wir an er könnte bei minus 20 % zukaufen u.der Markt fällt dann noch weiter, dann würde sogar einBUFFETT auf die Schnauze fallen.Ich glaube zwar auch nicht,dass das bei Buffett passiert,ich möchte damit nur auf ein Riesenproblem der Aktienkäufe auf Kredit hinweisen.Es gibt eben tausende von Fischen die weniger dick sind als Buffet u.wenn es die alle erwischt
    dann reden wir dann eher von DJ 12- 15000 als von einer Million.

  13. Avatar

    Steve

    23. September 2017 15:05 at 15:05

    Weis ja nicht wie weit ihr über die Börse hinaus schaut …

    Aber die finanzelite hat längst nicht mehr alles im griff .
    China oder Russland haben genug us Anleihen und gold um mit kleinen Andeutungen viel zu erreichen .

    Niemand mag die USA oder den Dollar .
    Jetzt vergraulen die auch noch die Saudis …das Finanzsystem steht auf wackligen Beinen .

  14. Avatar

    Beobachter

    23. September 2017 19:34 at 19:34

    Guter Kommentar von Segler,er weiss aus Erfahrung,je höher man steigt desto dünner die Luft u.bei Turbulenzen kann man schön tief fallen.Auch den Vergleich mit dem Sozialismus finde ich treffend.Zur Altersvorsorge, auch bei DJ unter 10000 in den letzten Jahren war das doch nie ein Thema.Meines Wissens ist der Anleihenmarkt einiges grösser als der Aktienmarkt u.für die Vorsorgeeinrichtungen wichtig.Wenn die Aktienmärkte wegen guter Wirtschaft gestiegen wären hätten wir jetzt höhere Zinsen u.tiefere Bondkurse.Bei einer Aktienbaisse würden die Bonds steigen u.in einem gemischten Depot wäre das ein Wertausgleich.Da aber Aktien u.Anleihen gleichzeitig durch die Geldschwemme hochgetrieben wurden besteht jetzt das Problem dass irgendwann beide Anlageklassen fallen können ( müssen) u.dass grosse Wertverluste entstehen.Anleger die den von den Notenbanken gesponserten Höhenflug miterlebten durften sollten sich darauf vorbereiten, dass die Flughöhe abnehmen könnte.

  15. Avatar

    PK

    24. September 2017 14:18 at 14:18

    hier noch ein super Artikel über die Bilanzverkürzung der FED.
    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9919965-fed-grosse-schrumpf
    Meines Erachtens im Moment der Schlüssel.
    Wer das so sieht wie der Autor (und ich) versteht auch, warum der Markt bislang kaum auf die Drohungen der FED reagiert hat – er glaubt es einfach nicht.
    Ich zitiert mal wieder den Hauptsatz aus dem Artikel, was ich hier schon gebetsmühöenartig wiederhole:
    „Aus all diesen Gründen wird die Fed nichts tun, was die langfristigen Renditen dauerhaft in die Höhe treibt. „

  16. Avatar

    ex Bänker

    25. September 2017 13:00 at 13:00

    Komische Ansicht eines Börsianers,dass Notenbanken Aktien kaufen sollen,sie aber nie mehr verkaufen sollen um die Märkte nicht in Panlk zu versetzen.Das wäre dann staatliche Aktiensubventionierung.Auf solche Ideen kann man nur kommen wenn man nicht mehr zugeben will,dass der Aktienmarkt keine Einbahnstrasse ist.Übrigens glaube ich dass der Auslöser von Unternehmensanleihen ausgehen wird, glaubt doch keiner im Traum, dass EU Junk-Bonds mit einer Rendite von ca.2% ( gleich wie US Staatsanleihen) nachhaltig sein kann.( Kommentar v.F.Homm am 13.9. ) Gemäss Albert Edwards könnten dann in diesem Fall US-Staatsanleihen sogar stark steigen wie immer bei den letzten Korrekturen.

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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