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Dax auf Jahreshoch: Ein Anstieg auf verdammt wackligen Beinen – hier der Grund

Der Dax auf neuen Jahreshoch, und mit durchaus guten Chancen weiter zu steigen. Die Notenbanken drucken weiter fleißig Geld, Aktien sind angeblich alternativlos. Also ist der Anstieg im Dax eine klare Angelegenheit? Hier mal ein Blick in die Details…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Der Dax auf neuen Jahreshoch, und mit durchaus guten Chancen weiter zu steigen. Die Notenbanken drucken weiter fleißig Geld, Aktien sind angeblich alternativlos. Also ist der Anstieg im Dax eine klare Angelegenheit? Hier mal ein Blick in die Details, der zeigt, dass die ganze Sache doch auf ziemlich wackligen Beinen steht. Zunächst einmal: Von einer Hausse kann man auf lange Sicht (noch) nicht sprechen, zumindest wenn man diesen Chart von Ende 2014 bis heute betrachtet.

Dax
Der Dax seit Ende 2014.

Was der Dax durch den Absturz vor allem im Januar schnell verlor, konnte er bis jetzt lediglich aufholen. Anders als im S&P 500 hat man seine Höchststände aus 2015 von über 12.000 Punkten noch lange nicht erreicht. Bisher war es also ein Wiederaufholen der diesjährigen Verluste! Natürlich ist es eine positive Entwicklung der letzten Wochen, aber aus langfristiger Perspektive kann man die Hausse noch nicht erkennen. Da muss noch ein bißchen mehr Anstieg her! Aber jetzt zum Hauptpunkt, warum dieser Anstieg auf ziemlich wackligen Beinen steht.

Bei so einem schönen Anstieg wie aktuell denkt man immer der breite Markt steigt, die Anleger stürmen die Onlinebroker-Webseiten und drücken zusammen mit den Institutionellen alle Dax-Werte nach oben. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegenteil. Getrieben wird die aktuelle Aufholaktion der diesjährigen Verluste, was man jetzt als Beginn einer Hausse ansehen könnte, durch ganz wenige Werte. Da wären z.B. Adidas mit einem wunderschönen Anstieg von satten +69% seit Jahresbeginn. Danach kommen diese Werte:

RWE +28,4%.
Vonovia +21,40%
Siemens +17,2%
Merck +10,1%
ThyssenKrupp +13,8%
Fresenius +9%
Infineon +9,7%.

Das war es dann fast schon mit den deutlichen Anstiegen im Dax, der ja 30 Werte beinhaltet. Und wie sieht es aus, wenn man z.B. auf die Dax-Werte Deutsche Bank und Commerzbank setzte seit Jahresanfang? Es gab satte Verluste von 43,8% und 40%. Ebenfalls ein Desaster war die Aktien von Lufthansa, Daimler, BMW und Allianz, Münchner Rück und Bayer mit ebenfalls dicken zweistelligen prozentualen Verlusten, um nur einige Namen zu nennen.

Es handelt sich also eher um eine Art Parallel-Dax aus kräftig steigenden und kräftig fallenden Aktien, wo unterm Strich im Jahresverlauf bis dato auf der Netto-Seite ein Mini-Plus von aktuell 2% verbucht werden kann. Eine richtige Hausse wäre es, wenn ein überwiegender Teil der im Index enthaltenen Werte ansteigen würde, oder wenn es zumindest auf der Verliererseite nur ein paar Titel mit kleinen Verlusten geben würde.

Ein auf breitem stabilem Untergrund laufender Anstieg sieht anders aus. Es ist keineswegs so, dass die Anleger alle Aktien aufkaufen. Wohl eher durch Zufall bringen die Gewinnerwerte ein klein wenig mehr Plus rein als die Verliererwerte Minus. Eine richtige Hausse würde es wohl werden, wenn Anleger auch traurige Aktien wie unsere beiden „Banken-Champions“ mit hochziehen würden.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Marko

    11. August 2016 12:39 at 12:39

    Hallo,

    so so, der Anstieg des Daxls ist also labil ? Der Anstieg des Daxes ist geschuldet durch die internationalen Investoren, die doch selbst sehen, dass der Ami-Markt überbewertet ist, so oder so werden die Bewertungsgaps der Amis geschlossen. Der Dax auf Jahreshoch, die Amis auf Allzeithoch ?!
    Sollte es übrigens zu einer Zinsanhebung der FED im Dezember kommen, dann könnte man doch aus Ausländersicht in Europa einsteigen und zwar jetzt ?

    Meines Erachtens ist von Euphorie, Hausse,Hausfrauenbörse – alle rein in Aktien da alternativlos, nix zu sehen.
    Die Skepsis unter den großen Marktteilnehmern bleibt.
    Siehe Umfragewerte der Börse-Frankfurt,warum sind die Anleihenmärkte so hoch bewertet, warum ist der Riskoindikator Yen so stark ? – Weil die Angst da ist, ein schöner Nährboden für weitere Kursanstiege… :D

    Viele Grüße

    Marko

  2. Avatar

    gerd

    11. August 2016 13:08 at 13:08

    Tja, und der Optimist würde andersherum sagen, wenn erstmal die bisher geprügelten oder zurückgebliebenen Aktien auch noch ins Laufen kommen – dann stehen wir halt bei DAX 12000. Fertig.

    Nur nebenbei, weil für mich nicht so fundamental glaubwürdig, aber dennoch erwähnt:
    Verfolgt man die Analystenkommentare, wird sehr vielen Aktien noch ein Anstieg von 10,20,30 Prozent zugebilligt. Je nach dem.
    FALLS das zuträfe, müsste der DAX anlaog mindestens auf 12000 steigen.

  3. Avatar

    Marko

    11. August 2016 13:34 at 13:34

    Hallo Gerd,

    das würde nicht einmal der Optimist sagen, gerade im Fall der Commerzbank oder der Deutschen Bank, siehe die CDS-Spreads zum Bund der Banken, nebst S&P-Rating – von Eon oder RWE ganz zu schweigen ?

    Und auch mal nicht nur auf den DAX 30 schauen, in Europa kann man ganz schön investieren… ;)

    Auffällig ist und bleibt die „Peripherie“ in Europa, welche gnadenlos hinterher hinkt, kein Wunder, Stichwort „italienische Banken“, während manche „sichere Aktien-Häfen“ gekauft werden.

    Viele Grüße

    Marko

    • Avatar

      gerd

      11. August 2016 15:04 at 15:04

      @Marko
      RWE erwähnen Sie.
      Für mich der krasse Fall, wo ich entnervt die Flinte ins Korn geworfen habe. Die Aktie stand im letzten halben Jahr auch schon mal bei nur 10Euro. Ja logisch, wer wollte so was? Ich auch nicht mehr. Geschäftsidee voll in die Binsen. Erst droht Dividenausfall, dann womöglich die Abwicklung?
      Und dann schießen die Viecher um 60% nach oben!

      Andere Erwähnung Commerzbank:
      Was wären da vergleichsweise 60% Kursplus? Lächerliche 9Euro Kurswert.
      Vor einem Jahr bei etwa um die 12E, hätte ich jeden verspottet, der mir einen Kurs von nur noch 9E vorhergesagt hätte.
      Ein Analyst war damals aber schon so frech und sprach von um die 9,15 als Kursziel. Während andere gleichzeitig bis zu 17 Euro nannten.

      Wer kann sicher sein, dass die (verbleibenden) Banken nicht doch ein Come-Back erleben, wenn jetzt eine nach der anderen an der Gebührenschraube dreht? Wenn Minuszinsen an die Kundschaft weitergereicht werden? Wenn die EZB den Banken als Pendant für Strafzinsen auf Einlagen gleichfalls Kredit für Minuszinsen gibt.
      Letzteres hatten sie übrigens im März angekündigt, bloß haben sie es anscheinend wieder vergessen.

      Klar, da kann man sich überhaupt nicht sicher sein. Es kann auch noch schlimmer kommen. Aber auch deshalb, weil man sich nicht sicher sein kann, sind die Kurse ja so ausgebombt.

  4. Avatar

    KarlM

    11. August 2016 13:42 at 13:42

    Alles viel zu verkopft … einfach blind um 09:30 einlongen und Abends glattstellen. Solche Qualitäts-Trades tragen das 18.000er Gütesiegel mit 3 Sternen ;-D Nicht so verzagt wie Herr Born. Da Mangelt es offensichtlich an Vertrauen ind die Notenbanken. Die EZB-Gesinnungpolizei ermittelt schon wegen des Verdachts des Aktienindex-Defätismus ;-)

    VG Karl

  5. Avatar

    Marko

    11. August 2016 14:11 at 14:11

    Hallo Karl,

    18000 war doch ein Marketing-Gag. Aber strenggenommen, sollte es so ca. bis 11500-12000 laufen können und dies bis Ende des Jahres, und dies wäre nicht einmal übertrieben hoch..
    Wir sind jetzt im Sommerloch, also kein Volumen in den Märkten, kein „gerechtfertigter Anstieg“ . ;)

    Solche „Aktienprognosen“ sind wie in die Glaskugel schauen – schauen Sie sich mal die Banken an, mit ihren Prognosen zu Jahresbeginn… :D

    Ich finde die Angriffe gegenüber Herrn Riße nicht gut, er traut sich wenigstens etwas… Es ist doch für alle hier was dabei ?

    VG
    Marko

  6. Avatar

    Karl Müller

    11. August 2016 14:34 at 14:34

    Ahh .. 14:30 – die grenzdebilen AMIs sind wach und kaufen noch vor dem ersten Erdnussbutter-Donut alles einfach wieder hoch. Die Charts können ab in die Mottenkiste – traden nach der Uhr ist derzeit schwer angesagt.

    VG Karl

  7. Avatar

    Karl Müller

    11. August 2016 15:11 at 15:11

    Läuft … dann kommt noch:

    – um 15:30 – Open-Kaufpanik (toll – es gibt wieder Aktien)
    – um 16:30 – Nachzügler-Kaufpanik (die Blitzmerker die auch schon mitbekommen dass die Kurse ja steigen)
    – um 17:00 – die ominösen 16 Uhr (USA) Käufer (keine Ahnung wer das ist – aber die kommen an jedem verdammten Tag)
    – um 17:15 das XETRA-Close-Hochgezerre zur Schlussauktion
    – Freizeit – AMIs haben auf Autopilot geschaltet
    – ab 21:30 – abendlich Kaufpanik (wer weiss schon, ob es morgen auch noch Aktien gibt…)

    Das ganze in Endlosschleife…

    VG Karl

  8. Avatar

    Marko

    11. August 2016 16:08 at 16:08

    Hallo Gerd,

    bei der Eon und der RWE, da sind wir (Deutschen) in Europa ein Sonderfall, wegen dem Atomausstieg, Fukushima usw.

    Wir sind also automatisch mit einem „Malus“ behaftet, im Vergleich zu einer Iberdrola beispielsweise.

    Was eigentlich schade ist, dass die deutschen Banken nix gelernt haben, die Deutsche Bank sieht sich als Investmentbank. Die Privatkunden sind denen prinzipiell egal, man sieht sich als „Elite“ Deutschlands, mindestens auf dem Level wie Goldman-Sachs. Und dann natürlich die Commerzbank, die haben es auch versucht, mit dem Investmentbanking ging nach hinten los. Klar haben diese beiden Banken mit Sparkasse/ Volksbank zu tun, aber :
    Wieso ist eine ING hier in Deutschland erfolgreich ? Es geht doch…
    Und bitte auf die Eigenkapitalrendite achten…

    VG

    Marko

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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