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Dax auf Talfahrt – Ernüchterung nach den US-Inflationsdaten

 

Dax auf Talfahrt - Ernüchterung nach den US-Inflationsdaten

Nach der jüngsten Erholungsrally erfolgt die Ernüchterung auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten. Der Dax hat am Donnerstag zunächst seine Erholung vom Vortag fortgesetzt und stieg dabei bis auf ein Tageshoch von 15.614 Punkten. Am Nachmittag folgte dann die Ernüchterung. Entgegen der Prognosen einiger Analysten, wie zum Beispiel der von JP Morgan, hat sich der Anstieg der Inflation nicht verlangsamt, sondern erneut beschleunigt. Im Vorfeld der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise lagen also nicht nur die Aktienmärkte mit ihrer Einschätzung daneben.

Der Dax war zuletzt unter der Annahme einer nachlassenden Teuerungsrate auf Erholungskurs. Die Erholung kam gestern jedoch zum Erliegen, nachdem klar war, dass die US-Inflation auf sagenhafte 7,5 Prozent angestiegen war. Das ist der stärkste Preisauftrieb seit 40 Jahren (1982). Die überraschend hohe Inflation schürt damit die Sorgen, dass die US-Notenbank die Zinsen deutlich erhöht. Laut dem FedWatch Tool geht der Markt nun von sechs Zinsanhebungen in diesem Jahr aus.

Die US-Renditen reagierten ebenfalls auf die Zahlen, die 10-jährige US-Anleiherendite notiert erstmals seit 2019 wieder über der Zwei-Prozent-Marke. Der Dax blieb davon auch nicht unbeeinflusst und drehte in der Folge ins Minus, konnte aber letztlich ein Mini-Plus von 8 Punkten bei 15.490 Zählern über die Ziellinie retten. Aus technischer Sicht ist damit noch keine Richtungsentscheidung gefallen. Es gilt weiterhin, oberhalb von 15.500 Punkten wäre noch Potenzial bis 15.730. Dementgegen könnte ein Rutsch unter das gestrige Tagestief bei 15.413 Punkten den Abwärtsdruck erhöhen.

News und Konjunkturdaten

Nachdem bereits gestern die US-Verbraucherpreise veröffentlicht wurden, standen eben gerade die deutschen Inflationsdaten auf der Agenda. Der hiesige Verbraucherpreisindex liegt wie erwartet bei 4,9 Prozent (vorher 4,9%). Damit bleibt der Preisdruck hierzulande weiterhin hoch. Am Nachmittag folgen dann um 16:00 Uhr noch eine Reihe an US-Wirtschaftsdaten. Zum einen veröffentlicht die Fed ihren geldpolitischen Bericht. Außerdem sehen wir das von der Uni-Michigan erhobene Verbrauchervertrauen und die Konsumenterwartungen für Februar.

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Dax: Wo heute die wichtigen Marken für den Handelstag liegen

Der Dax dürfte zum Wochenschluss deutlich tiefer eröffnen. Schwache US-Börsen haben den deutschen Leitindex nachbörslich weiter abwärts getrieben. Die hohen US-Inflationsdaten und die Aussagen eines Fed-Mitglieds haben schließlich kräftig auf die Stimmung gedrückt. Im frühen Handel hat der Dax eine erste Unterstützung im Bereich von 15.289 erreicht. Hier könnte es zu einer Gegenreaktion bis an die Marken bei 15.365/372 und 15.413 kommen, bevor es anschließend wieder runter geht.

Rutscht der Dax jedoch unter das Nachttief bei 15.275, dann geht es noch eine Etage tiefer bis 15.250/242. An dieser Stelle hatte der Index zu Wochenbeginn noch einen Boden ausgebildet. Dort sollte es zu einer Gegenreaktion kommen. Ansonsten trübt sich die Lage unterhalb von 15.242 weiter ein. Die nächsten Ziele liegen bei 15.194, 15.158 und 15.076. Unter der massiven Unterstützungszone zwischen 15.060 und 15.000 springt die Börsenampel auf Rot. In der Folge müssen sich Dax-Händler auf eine Ausweitung der Korrektur einstellen. Die Ziele liegen zunächst bei 14.800 und 14.530.

Dax Ausblick: Talfahrt nach Inflationsdaten

Dax Unterstützungen (US)

15.289 – Zwischentief / Pivot S1

15.248 – Bodenbildung

15.194 – Pivot S2

15.158 – Tagestief 08.02.

15.076/060 – Tagestief 07.02./04.02.

15.031 – Pivot S3

15.000 – psychologische Marke

14.979/952 – Tagestief 25.01. / 24.01.

14.837 – nachbörsliches Tief 24.01.

14.818 – Tief vom 06.10.

14.536 – 127,2% Ext. (16.290-14.913)

Dax Widerstände (WS):

15.513 –Tageshoch 09.02.

15.585 – Ausbruchsmarke

15.614 – Tageshoch 10.02.

15.665/678 – WS-Zone

15.729/747 – 61,8% Retr. / WS-Zone

15.800 – Bulle-Bär-Marke

15.854 – mehracher WS/US

15.921 – Verlaufshoch 20.01.

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