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DAX auf Viereinhalbjahrestief – Baisse ist Baisse

Egal, welche DAX-Version man betrachtet, der Hausse Modus ist lange vorbei.

Deutsche Standardaktien und deren Leitindex DAX sind die Lieblingsanlagevehikel hiesiger Privatanleger und Spekulanten. Die Finanzindustrie begibt unzählige Produkte auf diesen Benchmark-Index: das Angebot reicht von ETFs über Index-, Bonus-, Discount und Hebel-Zertifikate bis hin zu Optionsscheinen und Future-Kontrakten. Auch in den Medien dient der Deutsche Aktien Index (DAX) als Barometer für das Wohl und Wehe an den heimischen Effektenbörsen.

 

DAX- Realitätscheck für die Bullen

Das aktuelle Kursniveau des dreißig Werte umfassenden DAX deckt sich jedoch in keinster Weise mit der seit gefühlter Ewigkeit postulierten Aktien-Hausse. Dabei spielt es auch keine Rolle, welche Version des DAX man betrachtet – Baisse bleibt Baisse.

Schauen wir uns zunächst die gängigste Variante des DAX an: die Performance Version. Hier werden fortlaufend die von den DAX-Aktien ausgeschütteten Dividenden in den Index mit hinein gerechnet. Der DAX Performance Index steht aktuell bei ca. 11.360 Punkten. Das Erste, was einem beim Betrachten des Index auffällt ist, dass wir uns bereits signifikant unter dem charttechnisch wichtigen 200-Tage-Durchschnitt bei ca. 11.650 Punkten befinden. Zum anderen notiert der Index ganze 2.230 Punkte oder 16,4 Prozent unter seinem Höchststand vom 23. Januar 2018 bei 13.589 Punkten. Das ist laut gängiger Definition nur noch 3,6 Prozent vom Eintritt in einen Bärenmarkt entfernt (minus 20 Prozent vom Höchststand). Apropos entfernt: das jetzige Preisniveau hatte der DAX Performance Index schon Anfang März 2015 erreicht, also vor über vier Jahren und fünf Monaten.

 

DAX-Kursindex schon offiziell im Bärenmarkt

Noch düsterer sieht es aus, wenn man, wie bei Aktienindizes eigentlich üblich, die Dividenden herausrechnet und sich den reinen Indexstand der DAX-Aktien im historischen Verlauf anschaut. Das dividendenlose Pendant (DAX Kurs-Index) befindet sich mit -20,6 Prozent gemessen vom Höchststand Anfang 2018 bereits offiziell im Bärenmarkt.

Als Spiegelbild der deutschen Banken- und Großindustrie zeigt der DAX den Abschwung in der deutschen Volkswirtschaft sehr deutlich an. In Anbetracht der vor- und gleichlaufenden Indikatoren für die deutsche Industrie, aber in Ansätzen auch schon für den Bausektor und den Einzelhandel, sind die weiteren Impulse für deutsche Standardaktien tendenziell weiter negativ.

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Zwei Hoffnungsschimmer sollen an dieser Stelle aber nicht verschwiegen werden: zum einen die in Kürze noch deutlich aggressiver werdende Geldpolitik der EZB (mögliche Liquiditätsparty) und eine eventuelle, wenn auch momentan nicht absehbare Entspannung im globalen Handelskrieg. Auf kurzfristige fiskalpolitische Stimuli für Deutschland sollte man in Anbetracht des aktuellen Personals im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin gleichwohl nicht hoffen.

 

Fazit

Die Gesamtgemengelage für den deutschen Leitindex bleibt negativ und widerspricht der gefühlten Hausse-Stimmung vieler deutscher Bullen die auch in der Börsenberichterstattung zahlreicher Wirtschaftsmedien wider die Realität nicht totzukriegen ist. Aktien sind weder alternativlos noch ein Allheilmittel für die Altersvorsorge. Nur ein gut strukturiertes Gesamtportfolio kann in Zeiten von Nullzinsen und heiß herbei gesehnter Inflation durch die Zentralbanken die Alters- und Vermögensvorsorge sichern. Idealerweise mit einer Mischung aus Grund und Boden, Immobilien (selektiv), Produktivkapital und monetären Edelmetallen.

 

 

Der Dax ist in schwerem Fahrwasser

Foto: Deutsche Börse AG



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1 Kommentar

  1. FMW in Höchstform!
    :-)

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