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Neue Iran-Risiken treiben Ölpreis DAX-Ausblick: Droht nach dem Rekordhoch die Bullenfalle?

DAX fällt, Ölpreise und Iran-Risiken steigen
Grafik: ChatGPT

Nach dem Ausbruch auf ein neues Rekordhoch stellt sich nun die entscheidende Frage: Bleibt der gestrige Rücksetzer lediglich eine gesunde Verschnaufpause innerhalb der Rally oder entpuppt sich der jüngste Ausbruch als Bullenfalle? Zunehmende Sorgen um den KI-Trade sowie steigende Ölpreise könnten die Stimmung an den Aktienmärkten kurzfristig belasten. Ob die Bullen die Kontrolle behalten oder die Verkäufer das Ruder übernehmen, dürfte sich bereits am Mittwoch im Bereich des ehemaligen Allzeithochs entscheiden.

Gegenwind vom Tech-Sektor

Der DAX hat am Dienstag wie erwartet den ersten größeren Rücksetzer nach seinem Rekordlauf vollzogen. Nach einem leicht schwächeren Handelsstart weiteten sich die Verluste im Tagesverlauf kontinuierlich aus. Am Ende schloss der deutsche Leitindex 1,4 Prozent tiefer bei 25.465 Punkten und fiel damit knapp unter sein ehemaliges Allzeithoch zurück.

Auslöser waren vor allem deutliche Kursverluste bei KI-Aktien. Die bereits schwache Stimmung an den asiatischen Börsen setzte sich in Europa fort und griff später auch auf die Wall Street über. Dort wurden insbesondere die bisherigen KI-Gewinner gemieden. Gleichzeitig zeichnet sich innerhalb des KI-Sektors zunehmend ein Strukturwandel ab. Während Chip- und Speicherhersteller nach ihrer außergewöhnlichen Rally unter Gewinnmitnahmen leiden, fließt Kapital verstärkt in Hyperscaler und klassische Standardwerte. Die Marktführung wird damit breiter.

Diese Rotation ist aus Marktsicht nicht ungewöhnlich. Nach den teils hohen dreistelligen Kursgewinnen vieler Chip-Aktien steigen die Erwartungen der Anleger im Vorfeld der Berichtssaison immer weiter. Bereits kleinste Anzeichen einer nachlassenden Gewinndynamik könnten künftig deutliche Enttäuschungen auslösen. Gerade in einem saisonal häufig ruhigeren Sommer könnte dies jederzeit zu stärkeren kurzfristigen Korrekturen führen.

Wie sensibel der Aktienmarkt inzwischen auf hohe Bewertungen reagiert, zeigte am Dienstag Samsung. Obwohl der Konzern mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertreffen konnte, geriet die Aktie deutlich unter Druck. Gute Zahlen allein reichen mittlerweile vielerorts nicht mehr aus, um die zuvor stark gestiegenen Kurse weiter anzutreiben.

Zusätzlichen Gegenwind lieferten steigende Ölpreise. Nachdem der Iran mehrere LNG-Tanker in der Straße von Hormus angegriffen hatte, verschärfte sich die geopolitische Lage erneut. US-Streitkräfte reagierten darauf mit einer neuen Angriffswelle gegen den Iran. Laut der staatlich unterstützten iranischen Nachrichtenagentur Fars kam es laut der IRGC zu Vergeltungsschläge des Irans auf Bahrein und Kuwait. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg daraufhin am Mittwochmorgen um mehr als zwei Prozent auf knapp 76 US-Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise belasten insbesondere die konjunktursensitiven europäischen Aktienmärkte.

Auch auf der Makroseite bleibt die Aufmerksamkeit hoch. Die Anleger warten auf die Veröffentlichung des Fed-Protokolls (20:00 Uhr), das weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern könnte. Nach zuletzt gemischten US-Konjunkturdaten dürfte vor allem der Ton der Währungshüter entscheidend dafür sein, ob die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten hoch bleibt.

DAX-Prognose

Charttechnisch entspricht der Rücksetzer bislang exakt dem erwarteten Szenario. Nach dem dynamischen Ausbruch auf ein neues Rekordhoch bei knapp 25.900 Punkten setzt der DAX derzeit zu einem Rücklauf an die alten Höchststände an. Solange der Bereich um 25.500/400 Punkte verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Aufwärtsbild intakt.

Bullisches Szenario

Für die Bullen steht nun die Zone zwischen 25.500 und 25.400 Punkten im Mittelpunkt. Idealerweise gelingt es dem DAX bereits in diesem Bereich, den Rücklauf abzufangen und neues Kaufinteresse zu erzeugen. Sollte der Verkaufsdruck zunächst etwas anhalten, wäre auch ein kurzer Dip in die Unterstützungszone zwischen 25.382 und 25.360 Punkten noch mit dem positiven Gesamtbild vereinbar. Diese Zone stellt jedoch die entscheidende Bewährungsprobe für die Bullen dar. Gelingt dort eine Stabilisierung, dürfte zunächst die Marke von 25.630 Punkten in den Fokus rücken. Darüber wären anschließend 25.705, 25.740 sowie 25.830 Punkte mögliche Ziele.

Bärisches Szenario

Fällt der DAX zunächst unter 25.500 Punkte zurück, rücken zunächst 25.450 Punkte und anschließend die wichtige Unterstützungszone zwischen 25.382 und 25.360 Punkten in den Fokus. Bleibt auch dort eine Gegenreaktion aus, würde sich das kurzfristige Chartbild zunehmend eintrüben. In diesem Fall könnten die nächsten Abwärtsziele im Bereich zwischen 25.230 und 25.175 Punkten aktiviert werden. Ein Rückfall unter 25.175 Punkte würde den jüngsten Ausbruch negieren und den DAX zurück in seine zuvor rund drei Wochen andauernde Seitwärtsrange führen.

DAX-Widerstände: 25.630, 25.735, 25.812 (TH), 25.872, 25.900

DAX-Unterstützungen: 25.465 (TT), 25.437, 25.365, 25.265, 25.175

DAX: Rückschlag nach Rekordhoch - Ölpreise, Iran und KI-Schwäche belasten

Dax-Chart auf TradingView-Basis

Fazit

Der Rücksetzer nach dem Rekordlauf kommt aus charttechnischer Sicht weder überraschend. Entscheidend wird nun sein, ob die Käufer den Bereich um das ehemalige Allzeithoch verteidigen können. Gelingt dies, könnte die Rekordjagd bereits in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Bricht diese Unterstützung dagegen nachhaltig, würde sich das kurzfristige Chartbild deutlich eintrüben und die Wahrscheinlichkeit eines größeren Rücksetzers spürbar steigen.

Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Bei den 26 000 Punkten beträgt die Dividendenrendite… auch auf Sicht der nächsten Jahre… keine 2 Prozent mehr…das sollte jeder wissen der sich mit dem DAX beschäftigt…

    Der DAX Performance Index startete seinen Aufwärtstrend im März des Jahres 2009… bei den 3566 Punkten ….

    Ich würde mal sagen mindestens 98,5 Prozent des Anstiegs liegen hinter uns bevor das System wieder kippt…

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