Der DAX steht am Donnerstag vor einer richtungsweisenden Handelssitzung. Nach dem Einbruch vom Mittwoch treffen die EZB-Zinsentscheidung und viel beachtete US-Inflationsdaten auf einen bereits angeschlagenen Aktienmarkt. Gleichzeitig hält die Ölpreis-Rally über 100 Dollar die Inflationssorgen am Köcheln. Vor allem zwischen 14:15 und 15:00 Uhr dürfte es im deutschen Leitindex volatil werden.
Ölpreis setzt Märkte unter Druck
Am Mittwoch geriet der DAX deutlich unter Druck und fiel zeitweise bis auf 25.512 Punkte. Ausschlaggebend war vor allem der kräftige Anstieg der Ölpreise. Brent kletterte erstmals seit Juli wieder über die Marke von 100 Dollar je Barrel. Die jüngste Eskalation zwischen den USA und Iran sowie weitere Angriffe im Nahen Osten schürten die Sorge vor anhaltenden Lieferausfällen.
Für die Aktienmärkte ist die Ölpreis-Rally gleich in mehrfacher Hinsicht problematisch. Höhere Energiepreise belasten Unternehmen und Verbraucher, schwächen die Konjunktur und erschweren zugleich den Kampf der Notenbanken gegen die Inflation. Besonders exportorientierte und energieintensive DAX-Konzerne geraten dadurch unter Druck.
Auch die Wall Street startete mit Verlusten in den Handel. Der Dow Jones gab rund 0,8 Prozent nach, während S&P 500 und Nasdaq 100 ebenfalls ins Minus rutschten. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4,80 Prozent. Damit bleibt die Kombination aus hohen Energiepreisen und steigenden Renditen ein schwerer Belastungsfaktor für Aktien.
Zusätzlicher Druck kam vom US-Anleihemarkt. Finanzminister Scott Bessent kündigte an, dass das US-Finanzministerium beim ersten erweiterten Anleihe-Rückkauf Papiere über bis zu sechs Milliarden Dollar erwerben will. Das Volumen lag lediglich am unteren Rand der Markterwartungen, nachdem einige Strategen auf acht bis zehn Milliarden Dollar gehofft hatten. Im Anschluss stieg die zehnjährige US-Rendite von rund 4,80 auf 4,85 Prozent, während S&P 500 und Nasdaq ihre Verluste ausweiteten. Die Reaktion zeigt, dass die Buybacks den Anleihemarkt vorerst nicht nachhaltig beruhigen konnten.
Doppelter Zins- und Inflationstest
Damit startet der DAX mit schwachen Vorgaben und anhaltendem Renditedruck in einen ohnehin ereignisreichen Donnerstag. Um 14:15 Uhr veröffentlicht die EZB ihre Zinsentscheidung. Eine Anhebung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent gilt als nahezu sicher. Entscheidend wird daher weniger der Zinsschritt selbst als vielmehr der weitere Kurs der Notenbank. Anleger achten auf die neuen Inflationsprojektionen und darauf, ob Christine Lagarde eine Zinspause signalisiert oder angesichts des erneuten Ölpreisschocks die Tür für weitere Erhöhungen offenhält.
Nur 15 Minuten später folgen um 14:30 Uhr die US-Erzeugerpreise. Für August wird ein Anstieg um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet, nach einer Stagnation im Juli. Die Kernrate soll um 0,3 Prozent zulegen. Höhere Werte könnten die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung am 16. September weiter steigern und zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die US-Renditen auslösen.
Um 14:45 Uhr beginnt schließlich Lagardes Pressekonferenz. Damit treffen innerhalb von nur 30 Minuten gleich mehrere potenzielle Kurstreiber aufeinander. Vor allem zwischen 14:15 und 15:00 Uhr ist im DAX daher mit einer erhöhten Volatilität und schnellen Richtungswechseln zu rechnen. Am Freitag folgen zudem die noch wichtigeren US-Verbraucherpreise.
DAX bestätigt die Korrektur
Charttechnisch hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Mit dem Ausbruch unter die Unterkante der jüngsten Seitwärtsrange bei 25.800 Punkten löste der DAX die Handelsspanne nach unten auf und bestätigte damit die laufende Korrektur. Der Rückgang bis auf 25.512 Punkte war der erste Schritt. Zugleich erreichte der Index die horizontale Zielzone um 25.550 Punkte.
Im bullischen Szenario stabilisiert sich der DAX nun im Bereich zwischen 25.500 und 25.550 Punkten und startet von dort eine Gegenbewegung. Das erste Erholungsziel liegt bei 25.728 bis 25.753 Punkten. Erst eine Rückkehr über 25.800 würde das kurzfristige Chartbild wieder etwas aufhellen.
Fällt der Index dagegen nachhaltig unter 25.500 Punkte, dürfte sich die Korrektur fortsetzen. Das nächste Ziel liegt am 61,8%-Retracement bei 25.406 Punkten. Darunter rücken die horizontalen Unterstützungen bei 25.280 und 25.200 Punkten in den Fokus. Im erweiterten Abwärtsszenario wäre anschließend auch das 78,6%-Retracement bei 25.075 Punkten erreichbar.
DAX-Widerstände: 25.728, 25.753 (SMA50), 25.800, 25.909 (TH), 26.025, 26.069
DAX-Unterstützungen: 25.512 (TT), 25.406 (61,8), 25.310, 25.275
Dax-Chart auf TradingView-BasisHinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.
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Der DAX Performance Index ist immer noch im Aufwärtstrend…der kleine Rücksetzer hat nichts zu bedeuten…
Die deutsche Umlaufrendite …die als Antagonist zum DAX agiert…. ist zu gering um die Leute zum switchen zu überreden…hier müsste deutlich mehr kommen…mindestens das Niveau der Jahrtausendwende..
Vom reinen Volumen her ist es der größte Anstieg in der DAX Geschichte…Ausgangspunkt waren die 3588 Punkte im März des Jahres 2009…kürzlich wurden die 26 000 kraftvoll nach oben durchschritten…einen solch starken Anstieg hatte es vorher noch nicht gegeben…
Ob und wieviel Luft nach oben der DAX noch hat wird einzig und allein die EZB entscheiden…vor allem die Nachfolge von Madame Lagarde wird interessant…die PIIGS wollen einen zweiten Draghi installieren…der uns dann wieder mit einer Niedrigzinspolitik 2.0 „beglückt…“…
In einem hat der kleine,an den Rand gedrängte liberal- konservative Flügel der AfD um Peter Boehringer schon recht…die EZB ist unreformierbar..die Südländer werden immer bei ihrer Geldpolitik bleiben…
Und unseren Politikern gleich welcher Partei wären niedrige Zinsen auch willkommen..wenn sie erstmal in Verantwortung sind..wer glaubt die AfD brächte die alten Zeiten zurück der irrt…
Trump hat in der Opposition die Niedrigzinspolitik der FED… zusammen mit der konservativen Tea Party immer kritisiert…selber an der Macht..fordert er nun das Gegenteil dessen ein ..was er vorher bemängelte…
Er weiß genau..höhere Zinsen erhöhen die Wahrscheinlichkeit… das die Blase in seiner Amtszeit platzt…und das will er mit allem …was dazugehört vermeiden…