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Dax-Ausblick: Keine Weihnachtsrally, aber eine Richtungsentscheidung

Dax-Ausblick: Keine Weihnachtsrally, aber eine Richtungsentscheidung

Nach zuletzt turbulenten Handelstagen startet der Dax auch heute wieder mit einer großen Kurslücke in die Weihnachtswoche. Schwache Vorgaben aus Asien sowie erneute Omikron-Sorgen belasten den Deutschen Aktienindex vorbörslich. In den letzten Handelstagen vor Weihnachten dürfte das Handelsvolumen im Dax weiter abnehmen, vielleicht kehrt dann doch noch etwas Ruhe ein. Mit dem großen Verfall an den Terminmärkten am Freitag haben viele Marktteilnehmer ihre Bücher geschlossen und richten ihren den Blick bereits auf 2022. Die Entscheidungen der Notenbanken konnten die Märkte zuletzt nur kurzfristig stabilisieren. Anhaltende Sorgen um die Konjunkturentwicklung in Deutschland verderben den Anlegern derzeit die Stimmung. Die Unsicherheiten aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante, den anhaltenden Lieferengpässen und den anziehenden Inflationsraten wiegen zu schwer.

Inflations- und Konjunktursorgen

Während die Inflation in der Eurozone auf einem historisch hohen Wert von 4,9% notiert, fällt der ifo-Geschäftsklimaindex wie erwartet bereits das sechste Mal in Folge. Die Kombination aus eingetrübten Wirtschaftsperspektiven bei gleichzeitig hohen Inflationsraten sind keine besonders guten Argumente für eine Jahresendrally. Ganz im Gegenteil, nach der Veröffentlichung der ifo-Daten und dem großen Verfall hat der Dax am Freitag die Kursverluste zwischenzeitlich sogar ausgebaut. Erst an der Unterstützung bei 15.420 Punkten gelang ihm ein Turnaround. Am Ende einer bewegten Handelswoche stand schließlich ein Minus von 104 Punkten (0,67%) bei 15.531 Zählern zu Buche. Unter dem Strich büßt der Deutsche Aktienindex auf Wochensicht knapp 100 Punkte (0,59%) ein. Die Jahresbilanz kann sich dennoch sehen lassen, das deutsche Börsenbarometer konnte in diesem Jahr um 13 Prozent zulegen und das trotz Corona-Unsicherheiten und Inflationssorgen.

Aus technischer Sicht steht in der neuen Handelswoche jedoch noch einiges auf dem Spiel. Der Deutsche Aktienindex hat in der Nacht eine wichtige Unterstützungszone gebrochen, hier könnte also eine Richtungsentscheidung gefallen sein. Ein Bruch der Unterstützungszone zwischen 15.500 und 15.420 macht nicht nur eine Weihnachtsrally unwahrscheinliche, sondern eröffnet zusätzliches Abwärtspotenzial. Damit rückt die psychologisch wichtige Marke bei 15.000 Punkten wieder ins Visier. Erst ein Anstieg über das Verlaufshochs bei 15.560 und 15.617 Punkten würde das Chartbild wieder aufhellen.

News und Konjunkturdaten

In der neuen Woche stehen nur wenige Konjunkturdaten auf der Agenda. Den Anfang macht am Dienstag das vom Forschungsinstitut GfK erhobene Verbrauchervertrauen. Experten erwarten für Januar eine weitere Verschlechterung des Konsumklimas auf -2,5 (vorher -1,6). Ab Mittwoch stehen dann nur noch Daten aus den USA im Fokus der Anleger. Unter anderem werden die endgültigen BIP-Zahlen für das dritte Quartal sowie das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Am Donnerstag richtet sich das Augenmerk vieler Investoren vor allem auf den PCE-Peisindex, der voraussichtlich eine Teuerung von 4,5 Prozent im Jahresvergleich signalisiert (vorher 4,1%). Neben den Auftragseingängen für langlebige Güter stehen ebenfalls die Daten zur Konsumentenstimmung der Uni-Michigan auf dem Programm.

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Der Bruch der Unterstützung bei 15.420 hat im frühen Handel die Abwärtsdynamik erhöht. Dabei hat der Dax vorbörslich die erste Unterstützung bei 15.231 bereits gebrochen. Unterhalb von 15.231 droht ein erneuter Test der entscheidenden Unterstützungszone bei 15.159/143. Fällt der Index auch unter 15.143, rückt zunächst das Tief bei 15.085 in den Fokus, bevor später ein erneuter Test der 15.000er Marke ansteht. Durchbricht der Dax in den kommenden Handelstagen die runde Marke, dann dürften die Tiefs von Anfang Oktober bei 14.819 angelaufen werden.

An der Unterstützungszone bei 15.159/143 könnte es zu einer Gegenreaktion kommen. Allerdings bleibt der Dax angeschlagen, solange er nicht die vorherige Unterstützung (Verlaufstief) bei 15.425 zurückerobert. Darunter bleiben die Bären am Ruder. Um den Widerstand bei 15.425 anzusteuern, müsste er zunächst die 15.319 überwinden und anschließend über das Nachthoch bei 15.397 ansteigen. Die Lage hellt sich jedoch erst bei einem Anstieg über 15.560 auf.

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DAX Ausblick: Abwärts-Gap zum Wochenstart - Korrektur

Dax Unterstützungen (US)

15.182 – Nachttief

15.159 – 161,% Ext.

15.147 – Tief 06.12.

15.085 – Tief 03.12.

15.026/015 – horizontale US

14.913 – außerbörsliches Tief 30.11.

14.819 – US-Zone

Dax Widerstände (WS):

15.319 – Zwischenhoch (H1)

15.397 – Nachthoch

15.425 – vorher US

15.531 – Gap 17.12.

15.560 – Zwischenhoch

15.609 – Tageshoch 17.12.

15.617 – Verlaufshoch

15.700/710 – WS-Zone

15.780 – Tageshoch 16.12.

15.794 – Tageshoch 13.12.

15.834 – Tageshoch 08.12. / 127,2% Ext. 468-756

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1 Kommentar

  1. Stephan Heibel, 02.11.2021, Pandemie beendet, Inflationsgefahr gebannt.
    Es war einmal, und ist nicht mehr, die 70er rücken immer näher.
    Damals Ölkrise, heute Chipkrise und anderes.
    DIE BIDEN Staatsinvestitionen 1,und noch was ydollares in Billionen,werden wohl nix.
    Würde die Inflation wohl noch beschleunigen, zur Zeit.
    DIE WÜRFEL SIND GEFALLEN.
    Und wenn alles nix hilft, mach mehr a Weng griech.

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