Für den DAX dürfte am Dienstag entscheidend werden, ob die starke Erholung vom Vortag bereits wieder vor dem Scheitern steht. Nach dem kräftigen Rebound und dem zwischenzeitlichen Anstieg bis auf 24.430 Punkte steht nun die Frage im Mittelpunkt, ob die Käufer an dieses Momentum anknüpfen können. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage ein zentraler Belastungsfaktor. Vor allem die verschärfte Rhetorik von Donald Trump gegenüber dem Iran sorgte für neue Unsicherheit und drückte sowohl die US-Börsen als auch den DAX nach unten. Entsprechend dürfte der Markt am Dienstag besonders sensibel auf neue Schlagzeilen rund um den Nahost-Konflikt reagieren.
Richtungsweisende Phase
Den Handelstag beendete der deutsche Leitindex schließlich mit einem Plus von 1,5 % bei 24.307 Zählern. Aus technischer Sicht bleibt damit die Verteidigung der 24.000-Punkte-Marke zentral. Oberhalb davon hätte die Erholung weiterhin Chancen auf eine Fortsetzung, während ein erneuter Rückfall darunter Zweifel an der Stabilität der jüngsten Gegenbewegung auslösen könnte.
Mit Blick auf die Schlüsselmarken rückt auf der Oberseite zunächst der Bereich um 24.400 bis 24.430 Punkte in den Fokus, nachdem der DAX dort am Montag sein Tageshoch markiert hatte. Kann der Index diese Zone überwinden, dürfte anschließend die Oberkante der breiten Seitwärtsrange bei 24.500 Punkten als nächstes Ziel in den Mittelpunkt rücken. Auf der Unterseite gilt zunächst die 200-Tage-Linie bei aktuell 24.117 Punkten als wichtige kurzfristige Unterstützung und möglicher Rücklaufbereich.
Szenario A: Kann sich der DAX am Dienstag oberhalb von 24.117 Punkten stabilisieren, bleibt die Chance auf eine erneute Aufwärtsbewegung in Richtung 24.400/430 Punkte bestehen. Hier könnte der Druck der Bären jedoch wieder steigen und ein weiterer Rücksetzer beginnen. Erst ein Ausbruch über diese Zone könnte weiteres Momentum freisetzen und den Bereich um 24.500 Punkte aktivieren. Darüber würde das weiterhin offene Gap bei 24.663 Punkten ins Visier rücken.
Szenario B: Rutscht der DAX am Dienstag hingegen wieder unter die SMA200 bei 24.117 Punkte, dürfte sich der späte Rücksetzer vom Montag zunächst in Richtung der runden Marke von 24.000 Punkten fortsetzen. Bei anhaltendem Verkaufsdruck könnte zudem die Zone um 23.800 Punkte erneut getestet werden.
Widerstände: 24.400 (richtungsweisend), 24.490, 24.600, 24.663 (Gap), 24.750
Unterstützungen: 24.116 (SMA200), 24.000, 23.920, 23.896 (38,2%), 23.797, 23.715, 23.508
Dax-Chart von TradingView
Diese Faktoren bewegen den DAX jetzt
Die Nervosität an den Märkten bleibt angesichts der geopolitischen Risiken hoch. Vor allem die anhaltende Unsicherheit im Nahost-Konflikt sorgt für Zurückhaltung. Belastend wirkt dabei insbesondere die verschärfte Rhetorik von Donald Trump gegenüber dem Iran. Parallel bleiben hohe Ölpreise, Inflationssorgen und die Unsicherheit über den weiteren Zinspfad der Notenbanken zentrale Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte. Zusätzlich dürfte auch der Führungswechsel an der Spitze der US-Notenbank Fed die Märkte kurzfristig beschäftigen. Kevin Warsh übernimmt die Nachfolge von Jerome Powell in einem ohnehin angespannten Marktumfeld. Gerade Wechsel an der Spitze der Fed sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Nervosität an den Finanzmärkten, da Anleger mögliche Veränderungen beim geldpolitischen Kurs frühzeitig einpreisen.
Zudem rückt der deutliche Renditeanstieg an den Anleihemärkten verstärkt in den Fokus der Anleger. In Deutschland stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zuletzt auf den höchsten Stand seit rund 15 Jahren, während die US-Benchmark-Rendite wieder über die viel beachtete Marke von 4,5 Prozent auf zeitweise rund 4,6 Prozent kletterte. Damit wächst der Druck auf die Aktienmärkte erneut. Höhere Renditen machen Anleihen attraktiver und belasten gleichzeitig die Bewertungen vieler Wachstumswerte. Nach der zuletzt starken Rallye zeigen der Nasdaq 100 und der S&P 500 inzwischen erste Ermüdungserscheinungen. Sollten die US-Indizes ihre Konsolidierung ausweiten, könnte auch der DAX im Sog schwächerer US-Börsen erneut unter Druck geraten.
Für den Dienstag dürfte nun entscheidend werden, ob die Marke von 24.000 Punkten verteidigt werden kann. Oberhalb davon bleibt eine Fortsetzung der Erholung möglich, während unterhalb dieser Zone die Risikoaversion wieder deutlich zunehmen dürfte.
Disclaimer
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Ich frage mich, was besonders in Deutschland passieren muss, damit die 40 gelisteten Firmen wieder schwarze Zahlen schreiben.
Denn in 12 Monaten 1,6 % Kapitalertrag, einschließlich Dividenden, bei einer steigender Inflation, ist Geld verbrennen.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
@Helmut
Korrekterweise müsste es heißen: „… damit ALLE 40 gelisteten Firmen wieder schwarze Zahlen schreiben.“ Ihre Formulierung ist manipulativ und realitätsverzerrend. Denn aktuell schreiben lediglich 2 der 40 gelisteten DAX-Firmen rote Zahlen – 95 % der deutschen Spitzenkonzerne sind also nach wie vor in der Gewinnzone. Die restlichen 38 DAX-Unternehmen blieben hochprofitabel, wobei die Gesamtgewinne im Index trotz einer leichten Umsatzflaute im Schnitt sogar um 4,4 % zulegten.
Um den Kontext möglichst nicht zu manipulieren, lassen Sie uns doch besser das Gesamtjahr betrachten – so wie Sie es auch bei Edelmetallen korrekterweise machen: 2025 war mit einem Plus von 23 % eines der stärksten Aktienjahre der jüngeren Geschichte.
Bewertet und berichtet wird nach Quartalen und Jahren – nicht nach willkürlich herausgepickten Zeiträumen. Es käme ja auch niemand auf die Idee, bei Gold die letzten vier Monate heranzuziehen, nur damit er oder sie von einem Verlust in Höhe von ca. 2,5 / 2,8 % (EUR / USD) schreiben könnte 😉
Es zeigt sich heute mal wieder eindrucksvoll, wie die technische Analyse danebenliegt, wenn die Anleger nicht daran glauben……
Beim Dax herrscht das komplette Irrenhaus. Gestern 30 Prozent mehr Umsatz im Daxfuture, als am Vortag. Das hat mit der Realität nur noch begrenzt was zu tun. Es herrscht die nackte Gier.
Der DAX Performance Index stabilisiert sich jetzt bei den 24 600 Punkten…was ungefähr den 9000 im KursDax entspricht…
Wichtig zu wissen, international werden Indizes …hauptsächlich als Kursindexe veröffentlicht…die deutsche Mode resultiert aus den Achtzigern… als die deutsche Umlaufrendite teilweise bei über 10 Prozent lag…
Man brauchte damals also gute Argumente…. warum die Anleger ihre sicheren und noch dazu hoch verzinsten Anleihen …gegen „unsichere Aktien“ tauschen sollten…
Die heutigen Zinsen bilden jedenfalls keine Konkurrenz mehr..Dazu müsste wenigstens das Niveau der Jahrtausendwende…5,5 Prozent…erreicht werden…