Der DAX startet etwas erholt in die neue Börsenwoche. Nach dem jüngsten Rückfall unter die Marke von 24.000 Punkten steht eine nachhaltige Erholung jedoch noch auf wackligen Beinen. Anleger hoffen zwar auf neue Impulse, doch die charttechnische Lage bleibt angespannt. Fehlende positive Nachrichten aus der auslaufenden Berichtssaison und die nachlassende Euphorie um den KI-Boom – vor allem in den USA – könnten den deutschen Leitindex weiter unter Druck setzen. Die wachsende Unsicherheit darüber, ob die Tech-Rally bereits überhitzt ist, sorgte in der vergangenen Woche an der Wall Street für spürbare Nervosität. Diese Skepsis führte zu deutlichen Kursrückgängen, die auch den DAX in Mitleidenschaft zogen. Der deutsche Leitindex schloss den Handelstag schließlich mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 23.569 Punkten. Nach Börsenschluss konnte er sich jedoch dank eines späten Turnarounds an den US-Börsen spürbar erholen.
Zusätzlichen Gegenwind erhält der Markt durch den anhaltenden Government Shutdown in den USA, der seit dem 1. Oktober andauert und inzwischen einen historischen Rekord markiert. Immerhin zeichnet sich ein mögliches Ende der Haushaltsblockade ab: Bei einer Sondersitzung am Wochenende meldete der Senat erste Fortschritte. Dennoch bleiben wichtige Konjunkturdaten weiterhin aus – die US-Notenbank Fed tappt damit weitgehend im Dunkeln. Die anhaltende Unsicherheit über den künftigen Zinskurs verstärkt die ohnehin fragile Stimmung an den internationalen Finanzmärkten.
Berichtssaison im Fokus
In den kommenden Tagen richtet sich der Blick erneut auf die Berichtssaison. Gleich 13 DAX-Konzerne – darunter Allianz, Infineon, Siemens und Siemens Energy – legen ihre Zahlen vor. Entscheidend wird sein, ob die Unternehmen nicht nur solide Ergebnisse präsentieren, sondern auch die hohen Markterwartungen übertreffen können. Andernfalls drohen Gewinnmitnahmen, vor allem bei Aktien mit starkem Jahresverlauf. Während US-Unternehmen zuletzt mit robusten Bilanzen überzeugten, fielen die deutschen Gewinne vergleichsweise schwächer aus.
Mit Spannung erwarten Investoren zudem die Veröffentlichung der Verbraucherpreise am Donnerstag sowie am Freitag die Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreise. Doch solange die Daten wegen des Shutdowns ausbleiben, bleibt der Markt auf Spekulationen angewiesen. Eine Jahresendrally ist daher kaum in Sicht – und sollte der DAX die 24.000-Punkte-Marke nicht zurückerobern, droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung 23.300 bis 23.000 Punkte.
DAX mit großem Aufwärtsgap
Der DAX präsentiert sich zum Wochenauftakt deutlich erholt und nähert sich damit wieder der entscheidenden 24.000-Punkte-Marke. Vorbörslich zeichnet sich ein großes Aufwärtsgap ab, da der Index klar über der Marke von 23.800 Punkten notiert. Erste Widerstände warten im Bereich von 23.888 und 23.916 Punkten. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Hürden könnte den Weg in die wichtige Zone zwischen 23.970 und 24.000 Punkten ebnen. Gelingt anschließend auch der Sprung über 24.055 Punkte, würde sich das kurzfristige technische Bild deutlich aufhellen.
Das wahrscheinlichste Szenario für den heutigen Handel ist jedoch, dass der DAX zunächst im Bereich von 23.916 bis 23.970 Punkten auf Widerstand trifft und anschließend in eine Konsolidierungsphase übergeht. Mögliche Rücklaufzonen liegen bei 23.800 und 23.690 Punkten. Dort könnte sich ein neuer Erholungsversuch in Richtung der 24.000er-Marke anbieten. Ein Bruch dieser Unterstützungen würde dagegen den Druck auf die Bullen erneut erhöhen und das Risiko weiterer Abgaben steigern.
Insgesamt bleibt das technische Gesamtbild fragil: Der DAX pendelt weiter zwischen Erholungsbewegungen und Korrekturphasen, ohne bislang einen klaren Trend zu etablieren. Trader sollten daher auf kurzfristige Volatilität und mögliche Fehlausbrüche gefasst sein.
Dax-Chart von TradingView
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DAX Unterstützungen:
23.800 – Horizontale
23.690 – Horizontale
23.569 – Gap 07.11.
23.452 – Tagestief 07.11.
23.400 – 127,2% Extension
23.386 – Tief 25.07.
23.286 – Tief 17.09.
DAX Widerstände:
23.888 – SMA50
23.916 – außerbörsliches Hoch 10.11.
23.970 – Horizontale
24.055 – Horizontale
24.132 – Gap 03.11.
24.248 – Tageshoch 03.11.
24.340 – Horizontale
24.384 – Tageshoch 21.10
24.500 – Horizontale
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
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Wenn der DAX auf 24 000 steigt…dann steht er nur dort… wo er schon seit Monaten steht..bei um die 24 000 Punkte…
Ein paar Prozente rauf…ein paar Prozente runter…das spielt im Wesentlichen keine Rolle…
Die Anleger sind noch nicht bereit ihre Stücke abzugeben, sie sind aber auch nicht bereit, groß zu investieren….
Seitwärtsphase nennt man das an der Börse…