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Dax: Ausbruch auf der Unterseite – wie tief kann es gehen?

Der Dax hat zur Wochenmitte seine Vortagsverluste deutlich ausgeweitet. Mit dem Bruch der Unterstützung bei 14.340 Punkten wurde der Trigger für die nächste Abwärtswelle ausgelöst. Einen ersten Zielbereich hat der Dax mit dem Erreichen des Tagestiefs bei 14.027 Punkten bereits abgearbeitet. In den nächsten Handelstagen könnte er zusätzlich noch die Zone zwischen 13.970 und 13.900 Punkten anpeilen. Aus Sicht der Bären sollte der Leitindex jedoch das Ausbruchslevel bei 14.320/340 nicht nachhaltig zurückerobern. Der gestrige Handelstag ging schließlich mit einem satten Minus von 272 Punkten (1,89%) bei 14.151 Zählern zu Ende.

Es sind weiterhin die bekannten Themen, die für schlechte Stimmung an den Aktienmärkten sorgen. Neben der Sorge vor einem Konjunkturabschwung im Zuge des Ukraine-Kriegs belastet ebenfalls der bevorstehende Straffungskurs der US-Notenbank. Während sich in Europa die Konjunkturdaten zuletzt immer deutlicher eingetrübt haben, lässt nun auch das Wirtschaftswachstum in den USA nach. Hier gab es vom Anleihenmarkt sogar schon ein Rezessions-Signal, als sich die 10- und 2-jährige Zinskurven invertiert haben.

Zudem tritt die Fed verbal deutlich auf die Bremse. Die jüngsten Äußerungen zeigen, dass man bereit ist, mit Zinserhöhungen und einer schnellen Bilanzreduzierung gegen die hohe Inflation vorzugehen. Dies wurde auch nochmal durch das am Abend veröffentlichte FOMC-Protokoll untermauert. Geplant ist eine Bilanzreduzierung von 60 Milliarden USD pro Monat für Staatsanleihen sowie 35 Milliarden USD für Mortgage Backed Securities (Hyothekenanleihen).

News und Konjunkturdaten

Vor wenigen Minuten wurden die Daten der deutschen Industrieproduktion veröffentlicht. Im Gegensatz zu den schwachen Auftragseingängen in der Industrie sind die heutigen Daten der industriellen Produktion besser ausgefallen. Die Zahlen für den Februar liegen mit einem Wert von 0,2% über der Erwartung von -0,2% (vorher 2,7%). Um 11:00 Uhr folgen noch die Einzelhandelsumsätze der Eurozone, bevor um 13:30 Uhr das Protokoll der letzten EZB-Sitzung erscheint. Am Nachmittag stehen dann noch die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda.

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Der Dax notiert im frühen Handel tiefer, hält aber zunächst die Unterstützung bei 14.073. Um das Gap bei 14.151 zu schließen, muss er die Hürde bei 14.135 nehmen. Oberhalb von 14.151 könnte er die Widerstandszone bei 14.199/212 anvisieren. Ein Ausbruch über das nachbörsliche Hoch eröffnet weiteres Potenzial bis 14.260, auch ein Backtest des Ausbruchslevels bei 14.320/340 wäre möglich. Darüber befindet sich bei 14.371 der Pivot R1. Aufhellen würde sich das Chartbild allerdings erst bei einem Anstieg über das Verlaufshoch bei 14.434.

Aus der laufenden ABC-Korrektur ergibt sich auf der Unterseite eine weitere Zielzone im Bereich zwischen 13.970 (38,2% Retr.) und 13.950 (161,8% Ext.). Zudem wartet immer noch ein Gap bei 13.917 darauf geschlossen zu werden. Ein erstes Indiz, dass der Dax die Ziele auf der Unterseite bereits heute abarbeiten möchte, wäre, wenn der Index das TT bei 14.027 sowie die runde 14.000 unterschreitet. Findet der Leitindex auch im Bereich der 13.900 keinen Halt, dann könnte er noch die Unterstützungen bei 13.845 und 13.787 anlaufen. Nach dem Abschluss der ABC-Korrektur ist allerdings mit einem Pullback zu rechnen. Später könnte noch der Bereich bei 13.600 Punkten in den Fokus rücken.

Dax Ausblick: Pullback oder Abchluss ABC-Korrektur (Unterstützung)

Dax Unterstützungen (US)

14.073 – Zwischentief

14.027 – Tagestief 06.04.

14.000 – psychologische Marke

13.970 – 38,2% Retr. (12.438-14.925)

13.953 – 161,8% Ext. (ABC-Korrektur)

13.917 – Gap 15.03.

13.845 – horizontale US

13.787 – Pivot S2

13.677 – 50% Retracement

13.574 – Tief 15.03.

Dax Widerstände (WS):

14.135 – Zwischenhoch

14.151 – Gap 06.04.

14.199 – Pivot Punkt

14.212 – nachbörsliches Hoch

14.330 – Ausbruchslevel

14.371 – Pivot R1

14.434 – Tageshoch 06.04.

14.495 – mehrfacher WS

14.565 – horizontaler WS

14.603 – Tageshoch 05.04.

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