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Indizes

Dax: Ausbruch mit neuen Rekorden!

Nun ist es also geschehen. Nach wochenlanger Orientierung an der 13.000 schwingt sich der DAX nun doch zu neuen Höhen auf..

Markus Fugmann

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am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

Nun ist es also geschehen. Nach wochenlanger Orientierung an der 13.000 schwingt sich der DAX nun doch zu neuen Höhen auf. Ein DAX Tageschart mit Ausbruch und neuen Rekorden entzückte die Anleger in der vergangenen Woche. Damit bewegt er sich übergeordnet weiter im Trend. Was steckte hinter dieser Bewegung und kann man daraus schon die Jahresendrally ableiten? Folgende Analyse gibt Ihnen darauf Antworten und Anhaltspunkte.

Rückblick auf die Vorwoche

Bereits in der Vorwoche hatte ich die dominante Zone des DAX ausführlich dargelegt. Gerne können Sie dies hier nachlesen. Basierend auf dieser Zone hielt sich der DAX auch zur Eröffnung der Handelswoche weiterhin in der dominanten Kurszone knapp unter 13.000 Punkten auf.


(Alle Charts durch Anklicken vergrößern)

Mit 13.003 Punkten oder 0,09 Prozent Veränderung war der Montag auch nicht wirklich spannend für Investoren. Die obere Begrenzung der Ausbruchsversuche wurden bei 13.05x eingefangen und die 12.990 immer wieder tangiert. Selbst am Dienstag geschah dies nicht anders und sorgte mit einer Veränderung von 0,08 Prozent für die gleiche Lethargie unter den Anlegern. Abwarten war angesagt, doch worauf?

Im Fokus stand ganz klar die EZB-Sitzung. Zwischenzeitliche Korrekturversuche an der Wall Street wie am Mittwoch, sorgten nur für kurzzeitige Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer. Denn sie waren schnell vergessen und abgearbeitet. Wie hier zusehen:

Durch diese zackigen Bewegungen innerhalb der eingangs gezeigten Kurszone war das Warten auf einen Ausbruch mit viel Nerven und Geduld verbunden. In der Zone selbst fühlten sich nur die Range-Trader wohl.

Am Donnerstagnachmittag war es dann soweit. Mario Draghi änderte zwar nichts am Zinsniveau, dies bleibt weiterhin historisch niedrig, doch das Anleihekaufprogramm wird ab dem kommenden Jahr stark gekürzt. Genauer gesagt: halbiert. Bis Jahresende beläuft sich die Gesamtsumme des Programmes dann auf 1,9 Billionen Euro. Ab 2018 sollen dann nur noch (!) 30 Milliarden Euro pro Monat investiert werden. In Aussicht stellte er diese Mittel an Liquidität bis zum September 2018 und hielt sich die Hintertür auf, auch wieder das Programm bei wirtschaftlichem Bedarf anzuheben. Darauf reagierten die Aktienkurse umgehend und fanden nach einem kurzen Halt an den bisherigen Widerständen um 13.05x Punkte dann doch eine Art Erleichterung beim folgenden schnellen Ausbruch. Ein neues Allzeithoch wurde somit am Donnerstag mit 13.133 Punkten markiert. Auch die Schwankungsbreite war so stark wie seit Wochen nicht mehr. Rund 200 Punkte vom Tief zum Hoch legte der DAX zurück.

Die Bewegung nach oben war jedoch keine Eintagsfliege, wie man dann am Folgetag und beim Blick auf die gezeigte Schiebezone gut sehen konnte:

Anlass der Fortsetzung dieser Rally war jedoch nicht nur die EZB, sondern auch die Konzernbilanzen. Während BASF und die Deutsche Bank eher enttäuschten, konnten die Lufthansa und vor allem Volkswagen glänzen. Wochenergebnisse von 6 bzw. 7 Prozent standen letztlich zu Buche.

Ebenfalls gute Zahlen befeuerten die Kurse an der Wall Street. Weniger im Dow Jones, aber im Nasdaq100. Amazon meldete am Donnerstag nachbörslich einen Erlöszuwachs von 34 Prozent und schickte damit ein starkes Signal an den ganzen Technologiebereich. Google wächst ebenfalls weiter und auch Apple braucht sich nicht zu verstecken. Die Vorbestellungen des neuen Premiumgerätes iPhone X laufen bestens.

So gewann der Nasdaq100 allein am Freitag 2,7 Prozent und markierte damit neben dem Dow Jones, von dem wir neue Rekordhochs ja fast schon täglich gewöhnt waren, ein neues Allzeithoch. Dies soll nicht das letzte Hoch gewesen sein, wenn man sich die Analyse von Jörg Mahnert genauer ansieht.

Die Frage hierbei ist nun, ob der Trend weitergeht und wenn nein, ab wo man sich das Bärenkostüm anziehen sollte. Darauf gehe ich nun im Wochenausblick ein.


DAX Tageschart mit Ausbruch nun trendfördernd?

Letztlich vollzog sich mit der Bewegung am Donnerstag ein klassischer Ausbruch auf Tagesbasis. Bisher wurden alle Ausbrüche im Oktober (bzw. Ausbruchsversuche) schnell revidiert. Nicht aber diesmal, denn am Freitag konnte ein noch höheres Hoch markiert werden. Der Tageschart zeigt dies deutlich:

Mit rund 13.250 Punkten ist der aktuelle Widerstand nah am Kurs und würde beim Überschreitung weiteres Potenzial erschließen:

Bären bzw. Trader, die auf eine Korrektur setzen, sollte nach dieser Dynamik nicht blind in den Markt gehen. Dies macht aus dieser Einstellung heraus erst ab Eintritt in das GAP vom Freitag Sinn. Dann wäre mein direktes Ziel das Allzeithoch aus Mitte Oktober, welches knapp unter 13.100 Punkten lag:

Von dort bis zur blauen Zone rechne ich jedoch mit Käufern, die hier höchstens das Ausbruchsniveaus noch einmal testen wollen. An den Randbedingungen ändert sich saisonal wenig.

Unterstützung erlangte der DAX übrigens vom EUR/USD. Er fiel nach der EZB-Sitzung von rund 1.182 auf ein Drei-Monatstief bei 1.158 im Tief. Damit unterstütz er die Exportwirtschaft weiter und könnte auch Anlass für weitere Umschichtungen nach Euroland sein. Denn immerhin performte der DAX in dieser Woche den Dow Jones deutlich aus.

An Terminen stehen am Montag der PCE Kerndeflator, am Mittwoch der ISM-Index und am Freitag die Arbeislosenquote in den USA an. Die Zinsentscheidung der Bank of England sollte man ebenso auf dem Radar haben. Und letztlich nicht vergessen, dass die Zeitumstellung auf Winter in den USA erst versetzt geschieht!

Mehr von Andreas Mueller unter http://www.trading-treff.de/

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Aktien

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Indizes

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Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

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Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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