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Dax: Bauchgefühl

Zählt man das alles zusammen, erscheint die in der minimalen, geradezu historisch niedrigen Volatlität zum Ausdruck kommende Sorglosigkeit doch etwas befremdlich anzumuten. Wir jedenfalls haben das (subjektive) Bauchgefühl, dass sich da etwas zusammen braut..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Vielleicht ist der Begriff Trauerspiel nicht ganz geignet, um das derzeitige Geschehen beim Dax zu beschreiben – immerhin hat der Index ja massiv zugelegt, vor allem am letzen Handelstag vor der Stichwahl. Aber es ist doch derzeit eine mäßig unterhaltsame Veranstaltung, weil schlicht die Impulse fehlen, die Märkte sich in einer Art Inhalts-Loch befinden.

Daher vielleicht auch die abnormal niedrige Volatilität, nicht nur beim VIX: die Vola auch in Europa sehr niedrig, am US-Anleihemarkt ebenso, bei den G7-Devisen ist die Volatiltiät so gering wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Und das vor dem Hintergrund doch eigentlich ziemlicher klarer Warnsignale: in den USA geht die Kreditnachfrage von Unternehmen und Privatkunden zurück, die US-Banken werden restriktiver in der Kreditvergabe (laut gerstriger Aussage der Fed). Was heute weniger an Kredit gegeben wird, fehlt morgen an Wachstum. Dazu die versuchte Enthebelung des Finanzsystems durch China – heute eine Pause, nachdem die Notenbank das erste Mal seit vier Tagen den Märkten keine Liquidität entzogen, sondern wieder zugeführt hat. Daher auch Chinas Aktienmärkte zunächst im Plus, jedoch zum Handelsende hin drehen die Kurse wieder ins Minus:

Shanghai Composite -0,25%
CSI300 +0,06%
ChiNext -0,44%
Nikkei +0,26%

Auch der Abverkauf der Rohstoffpreise ist nicht gerade ein Indikator dafür, dass die Weltwirtschaft sofort in den Himmel wächst. Zählt man das alles zusammen, erscheint die in der minimalen, geradezu historisch niedrigen Volatlität zum Ausdruck kommende Sorglosigkeit doch etwas befremdlich anzumuten. Wir jedenfalls haben das (subjektive) Bauchgefühl, dass sich da etwas zusammen braut, dass wir also jetzt die Ruhe vor dem Sturm erleben. Was genau das ist? Da kann man nur raten: China, Eskalation wegen Nordkorea, Porbleme in Italien oder andere Dinge, die derzeit noch nicht absehbar sind.

Der X-Dax startet aufgrund der tieferen Futures leicht tiefer:

Alles sicher ganz harmlos, die Bullen am Drücker. Wissen wir doch alles. Aber unter der Oberfläche sind die Dinge nicht so ruhig – Schlusskurse unter 10 beim VIX gab es bislang (vor Montag und gestern) neunmal – neunmal standen die Märkte dann innerhalb der nächsten 12 Monate tiefer. Und man kann ja nicht wirklich behaupten, dass die derzeitigen Bewertungsniveaus in irgend einer Form gerechtfertigt wären an den US-Märkten – und so mehren sich die Stimmen auch ehemaliger Bullen, die sich aus dem US-Markt verabschieden und den Blick nach Europa oder die Emerging Markets richten.

Aber wenn die US-Märkte irgendwann korrigieren sollten – das ist das Problem bei der Sache – werden auch die europäischen Märkte Federn lassen, zumal etwa der Dax oder der französische CAC40 seit Jahresanfang besser gelaufen sind als die US-Indizes (mit +11%, die US-Indizes wie der S&P nur +9%).

Für heute gilt: sofern uns nicht überraschenderweise der Himmel auf den Kopf fallen sollte, dürte die Dinge erst einmal eher unspektakulär verlaufen..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    PK

    10. Mai 2017 09:06 at 09:06

    das Bauchgefühl (auch Intuition) ist an der Börse so ziemlich das einzige, was einem als Anleger mit +20 Jahren Börsenerfahrung gegenüber den Algos noch eine Chance gibt. Es ist leider nur unglaublich schwierig, die negativen Einflüsse aus dem Kleinhirn zu eliminieren (Recht behalten wollen, Revange Trades etc.) und die Intuition gleichzeitig zuzulassen.

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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