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Dax: Bayern, die neue Hochburg im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Bayern ist die neue Hochburg im Dax! Es gibt eine erste Bundesliga und eine erste Börsenliga in Deutschland. In beiden Ligen ist Bayern vorne dabei. Auch während der Coronakrise hat sich daran nichts geändert, ganz im Gegenteil das südliche Bundesland wird seine Führungsrolle noch festigen. Ein Grund dafür ist natürlich das Schicksal der Deutschen Lufthansa.

Die Umstellung im Dax

Der Lockdown in Deutschland führte zu einem weitgehenden Stillstand der Industrieproduktion sowie beim Fußball, Deutschlands liebstem Kind. Nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs ergibt sich in beiden Lagern eine neue Konstellation: Der FC Bayern festigt seine Dominanz und marschiert in Richtung Meisterschaft – und beim DAX fällt am 22. Juni die Deutsche Lufthansa aus der ersten Börsenliga und hineinkommen wird ein Konzern aus Berlin, die Deutsche Wohnen. Der Arbeitskreis Börsenindizes entschied vor Kurzem das Ausscheiden der größten deutschen Fluggesellschaft nach der so genannten „Fast-Exit-Regel“. Das Grounding von 700 der 763 Maschinen der Lufthansa hatte zu einem Börsenabsturz bis auf 4,87 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung bei der Lufthansa geführt: Nicht mehr unter den 45 größten Börsentiteln, das Kriterium zum Verbleib im Dax war damit nicht mehr erfüllt.

Das Langzeitduell zwischen NRW und Bayern

Durch diese Indexumstellung hat das Bundesland Bayern erstmals mehr Firmensitze aus den Reihen des DAX als Nordrhein-Westfalen, nämlich neun gegenüber acht. Bei der Gründung des Dax war man in NRW mit nicht weniger als 13 Konzernen im Leitindex vertreten. Dann verloren die Konzerne an Rhein und Ruhr an Schlagkraft und stiegen aus dem Börsenolymp ab oder mussten gar Insolvenz anmelden. Manche Namen sind schon fast vergessen – Feldmühle Nobel, Deutsche Babcock, Nixdorf -, andere führten einen langen Kampf ums Überleben wie Thyssen, Karstadt und Kaufhof.

Hinzu kamen die privatisierten Staatskonzerne Deutsche Telekom, Deutsche Post, der Wohnungskonzern Vonovia und der Bayer-Abkömmling Covestro.

Natürlich gab es auch in Bayern Veränderungen, Auf- und Abstiege. So wie die beiden Großbanken Hypo-Bank und HypoVereinsbank oder auch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), nach der Übernahme durch Volkswagen. Aber die fünf Aufnahmen Adidas, Münchener Rück, Infineon, MTU Engines und Wirecard sind nach wie vor in der obersten Börsenliga vertreten. Der Slogan „Mit Laptop und Lederhose“ scheint zu funktionieren, ein Spruch den man eigentlich mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber in Verbindung bringt, der aber von Bundespräsident Roman Herzog 1998 kreiert wurde.

Im Fußball sind die Duelle noch weitgehend geblieben. Die Klassiker zwischen dem Bayern FC und der ehemaligen Fohlenelf aus Mönchengladbach, dem FC Schalke 04 und natürlich dem gegenwärtigen Dauerrivalen, der Borussia aus Dortmund. Die Lebensdauer von Fußball-Großvereinen scheint eine erheblich längere zu sein, als die von Börsen-Großunternehmen.

Die Dax-Hauptstadt München

Noch deutlicherer als ein Vergleich der Bundesländer fällt ein solcher bei den Städten aus. München ist der Sitz von acht Firmenzentralen im Dax, eine Übermacht, die Nichtbayern mögen mir verzeihen, die ein wenig an die Dominanz des FC Bayern erinnert. Allianz, BMW, Infineon, Linde, Münchener Rück, MTU Engines, Siemens und Wirecard, alles in der bayerischen Landeshauptstadt zu Hause. Aber als Aufsteiger steht ausgerechnet unsere Hauptstadt Berlin in den Startlöchern. Bis vor Kurzem mit keinem Konzern vertreten, könnten nach der Deutsche Wohnen weitere nachrücken.

Aussichtsreich sind Zalando und Delivery Hero, weichen müssten dann aber möglicherweise Münchener Konzerne wie MTU Engines und Wirecard. Für den Finanzdienstleister aus Aschheim geht es am 18. Juni „um die Wurst“, bei der Präsentation des Jahresergebnis 2019 und dem (gewünschten)Testat des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young.

Konzerne aus Bayern dominioeren inzwischen beim Dax

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Hakan

    11. Juni 2020 11:12 at 11:12

    Ich bin überzeugt, Bayern ginge es tausendmal besser ohne Rest“deutschland“!

  2. Avatar

    Chris

    11. Juni 2020 13:02 at 13:02

    Ich denke Bayern hat extrem von der guten Verbindung zur amerikanischen Siegermacht profitiert.

    Auch nicht vergessen der Zusammenschluss mit den französischen Angreifern gegen die anderen deutschen Stämme und nach einem halben Jahr rumjammern, dass die Franzosen sich nicht wie Gäste benehmen.

    Die Franken haben sehr unter der Hinterhältigkeit der Bayern gelitten, das ist nicht vergessen.

  3. Avatar

    md

    12. Juni 2020 03:58 at 03:58

    meiner meinung nach ist der hauptgrund dieser erfolgsgesxhichte des freistaats bayern, die csu. christlich und sozial kann nur erfolgreich sein. da stimmt der bezug von partei zur gesellschaft. der wirtschaftliche erfolg ist erarbeit. gesunde gesellsxhaft ( gesunde familie ) = gesunde wirtschaft
    es wäre fatal für die wirtschaft in bayern wenn die menschen sich blenden lassen und die csu abwählen.
    meine einschätzung.

    • Avatar

      leftutti

      26. Juni 2020 23:44 at 23:44

      @md, ein Star-Minister wie (Be)Scheuer beweist das ein ums andere Mal!
      Und ein Seehofer setzt noch einen drauf!

      Der wirtschaftliche Erfolg in Bayern ist wie jeher von Tango Corrupti bestimmt. Glaub es mir, ich bin hier geboren und aufgewachsen und weiterhin verwurzelt und bestens verlinkt. Die CSU wurde bereits seit einiger Zeit abgewählt, sie kann nur noch mit den Freien Wählern koalieren und regieren.

      Und auch oder gerade unter einem Söder belügen, bescheißen und betrügen die sozialen Christen ihre dämlichen Stammwähler weiterhin wie gehabt. CSU, Wirecard, Adidas, BMW und Audi bilden zwar nach wie vor eine gesunde Familie. Erfolgreich blenden kann das kriminelle Konglomerat aus Politik und Wirtschaft zwar weiterhin.

      Ob das allerdings gut für das Land ist, muss berechtigt hinterfragt werden.
      Meine Einschätzung.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

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Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

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