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Dax: Belastungsprobe – Italiens Politiker gießen weiter Öl ins Feuer!

Dax heute in schwerem Fahrwasser

Der Dax steht heute vor einer Belastungsprobe! Gestern konnte der deutsche Leitindex die Turbulenzen um Italien noch verdrängen – aber das wird heute wohl kaum mehr möglich sein! So steigt heute die Rendite der 10-jährigen italienischen Anleihe weiter, auf nun 3,40% – ein Auslöser dafür ist, dass ein führender Wirtschaftsexperte der Regierungspartei Lega heute morgen meinte, dass Italien alle seine Probleme lösen könnte, wenn es eine eigene Währung hätte. Indirekt heißt das: wir müssen aus dem Euro raus, wenn es Italien wieder besser gehen soll!

Das verschärft die Lage weiter, nachdem es gestern auf dem Eurogruppen-Treffen zum eklat gekommen war und der italienische Vize-Regierungschef Di Matteo EU-Währungskommissar Moscovic vorgeworfen hatte, mit seinen Kommentaren zum italienischen Budget für 2019 „Markt-Terrorismus“ zu betreiben. Vor wenigen Minuten bestätigte dann Di Maio, dass die italienische Regierung an der 2,4%-Defizitmarke kompromißlos festhalten werde – mithin es also keinerlei Spielraum in den Verhandlungen mit der EU gebe. Heute wiederum wil Italiens Regierung den Haushalt für die Jahre 2019 bis 2021 festlegen – auch das birgt wieder politischen Sprengstoff.

 

Italien im Fokus

All das heißt: NAFTA/USMCA war gestern, heute ist Italien. Der Dax stieg gestern mit der Wall Street, heute wird er über die Alpen blicken und die Entwicklungen in bella Italia engmaschig verfolgen. Aussagen wie soeben von Di Maio, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass Merkel und Macron den Sturz der italienischen Regierung wünschten, wird nicht gerade zur Beruhigung beitragen!

Die Vorgaben aus Asien sind negativ: während Festlands-China die gesamte Woche geschlossen ist, fällt der Hang Seng in Hongkong um -2,5%, nur der Nikkei hält sich besser und ist nur minimal im Minus. Der X-Dax eröffnet mit einem Abwärts-Gap:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Charttechnisch wird es nun wieder kritisch: die Aufwärtstrendlinie seit dem Verlaufstief bei 11860 gerät nun in Gefahr – sie verläuft derzeit etwa bei 12200/30 Punkten. Fällt der Dax darunter, ist ein Wiedersehen mit eben diesem Verlaufstief bei 11860 Punkten nicht gerade unwahrscheinlich. Auf der Oberseite müßte der Dax das gestrige Tageshoch bei 12370/75 Punkten überwinden, bei 12460/65 wartet dann das Doppel-Top.

 

Wir sehen derzeit mehr Potential auf der Untereseite als auf der Oberseite..

 


Das italienische Kabinett
Di Presidenza della Repubblica, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69627442



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3 Kommentare

  1. Öl ins Feuer gießt Juncker, der droht, man müsse streng mit Italien sein, sonst breche der Euro auseinander. Die italienischen Renditen steigen. Heute beruhigt Moscovici, die Renditen fallen. Ich nehme an, daß Moscovici bei seiner Aussage nüchtern war. Beide Seiten werden vermutlich zurückrudern, man muß ihnen aber die Möglichkeit dazu geben, sonst wirds finster, nicht nur in Italien, wie Juncker meint.

    1. @Columbo, sehr schöne Formulierung von Dir: „Ich nehme an, daß Moscovici bei seiner Aussage nüchtern war“. UNd dieser Satz steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Namen Juncker im Text – herrlich!

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