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Dax: Bereichert euch!

Heute wird es sehr spannend werden: Kann der Dax den Vorgaben aus den USA einigermaßen folgen? Heute muß sich zeigen, wie stark der Dax wirklich auf der Brust ist, denn wenn es heute nicht deutlich nach oben geht, dann kommt sehr wahrscheinlich bald eine sehr heftige Bewegung nach unten!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Viel mehr geht eigentlich als Startvorlage für den Dax: die US-Indizes feiern die Party schon vor der Geburt der US-Steuerreform, der Dow und S&P500 mit +1%, der US-Nebenerwerteindex Russell2000 mit sogar +1,6%, weil die in dem Index enthaltenen Unternehmen überproportional von der Steuerreform profitieren würden. All das vor dem Hintergrund, dass Nordkorea einen Raketen-Test abhielt mit der bisher größten potentiellen Reichweite (13.000km), womit nun auch die USA direkt attackiert werden könnte. Kurzes Schulterzucken an der Wall Street, dann die Rally, nachdem der Haushaltsausschuss im Senat den Steuerplan zur Abstimmung im Senat frei gegeben hatte.

Das war jedoch eine eher kleine Hürde, die da genommen wurde, die größere ist dann die Abstimmung selbst: wenn nur drei Republikaner (im Verdacht: John McCain, Bob Corker, Jeff Flake – alle drei haben nichts mehr zu verlieren!) mit „nein“ stimmen, fährt die Wall Street gewissermaßen mit ihrem eingepreisten Optimismus voll gegen die Wand! Sollte der Senat doch die erforderlichen Stimmen für die Steuerreform bekommen (mindestens 50), ist wiederum die Frage, ob das nächste Kursfeuerwerk startet, oder schlicht die gute Nachricht abverkauft wird (nach dem Motto kaufe das Gerücht, verkaufe die Tatsache).

Was heißt das alles für den Dax? Der Index hat zwar nichts mit der US-Steuerreform zu tun, aber eben sehr viel mit den US-Indizes, die – wie vor allem der S&P500-  eine Leitfunktion für ihn haben. Nun ist die Ausgangssituation für Dax-Werte scheinbar schlechter als für die US-Indizes: der Markt spielt schon das beginnende Ende des QE der EZB, während die Wall Street mit einer Zinsanhebung im Dezember keine Probleme hat (vielmehr profitieren Finanzwerte), dazu hat Powell gestern klar gemacht, dass der Zug in Richtung Deregulierung des Finanzsektors fährt. Das versteht die Wall Street als indirekte Botschaft: bereichert euch, die Behörden haben nichts dagegen (anders als noch unter Obama/Yellen). Darin liegt vermutlich eine große Triebfeder der gestrigen Rally, während der Dax auch hiervon (noch?) nicht wirklich profitiert.

Deswegen wird es sehr spannend werden, ob und wie der deutsche Leitindex heute den Vorgaben aus den USA einigermaßen wird folgen können! Heute muß sich zeigen, wie stark der Dax wirklich auf der Brust ist, und wenn es heute nicht deutlich nach oben geht, dann kommt sehr wahrscheinlich bald eine sehr heftige Bewegung nach unten!


(Chart durch Anlicken vergrößern!)

Der Dax sollte die Hürde bei 12165 Punkten überwinden und dann weiter in den Bereich 13210-13235 steigen  das wäre eigentlich das Mindestziel für heute. Maximal steigt der Dax heute wohl bis in die Zone 13320-13340. Sollte der Dax dagegen heute unter der 13210er-Marke bleiben, wäre das für uns ein Beleg fortgesetzter innerer Schwäche, die sich dann entladen würde, wenn es auch an der Wall Street zu einer Korrektur käme!

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    29. November 2017 09:21 at 09:21

    Frage an den Verfasser:
    Warum soll man irgendetwas abverkaufen wenn so viele schöne Jahre kommen?
    Deregulierung (Powell) + Gelddrucken
    Steuergeschenke
    Natürlich ein neues QE der EZB, wer glaubt ernsthaft an den Ausstieg außer Rotkäppchen?
    Merke: Wenn in Fugmanns Texten die Worte „aber“, „obgleich“, „oder“, „noch nicht“, „und wenn, …dann“ fehlen ist der Kaffeesatz aufgezehrt.
    Er wird dann der Erkenntnis frönen müssen, dass hier um jeden Preis eine Jahrhundertrally gezündet werden MUSS.
    Denken Sie an Mafio Droghi, whatever it takes, aber nicht für den Euro, sondern das Aktienportfolio seiner Goldman-Spezln. Und sein eigenes dazu, klaro, für den Ruhestand am Comer See.
    Denn mittels Jahrhundertrally können sich die Eliten ganz ungeniert auf Kosten der folgenden Generationen die Taschen bis Unterkante Oberlippe vollstopfen. Ganz friedlich, ohne den Anschein der „Enteignung“, denn der „kleine Mann“ ist ja längst ein „kleiner Anleger“ und partizipiert, wenn auch nur ein bisschen. Also, keine Kriege, keine Revolutionen, einfach nur Geld drucken und Rally machen!
    Bis Sie, Herr Fugmann, das mal einsehen…Naja, vielleicht bei DOW 27.000?…

    Immerhin. Die Überschrift lässt erste Erkenntnis erahnen!

  2. Avatar

    baeuerin

    29. November 2017 09:41 at 09:41

    Alleine schon wg.der Euphorie an den Maerkten,ist es Ratsam,dass sich Kims Raketen so richtig entfalten sollten,bis zum Festland…..damit der Ami weiss,wo Gott wohnt!
    Diese fetten US- Parasiten incl.ihrer Vasallen gehen mir sowas auf den Seier……
    Wenn man kurz vor dem verhungern ist,dann setzt man alles auf eine Karte,um in die Geschichte einzugehen!
    Die Aseaten lassen sich lieber den Finger abchneiden,als klein BEI zugeben…und der NK erst recht!

  3. Avatar

    Altbär

    29. November 2017 09:54 at 09:54

    @Macwoiferl, so kann nur einer schreiben der noch nie eine richtige Korrektur erlebt hat,also “ geboren nach 2009 “
    Uwe Lang hat auf Börse online geschrieben, dass es historisch alle 5 Jahre eine grössere Korrektur gibt. Warnung an alle Babyanleger:
    ES KÖNNTE VIELLEICHT BALD EINE GRÖSSERE KORREKTUR GEBEN !

    • Avatar

      baeuerin

      29. November 2017 10:22 at 10:22

      Ich wuerde mal behaupten,dass viele gierige Zocker/Lemminge,“DIE KORREKTUR“ nicht ueberleben werden!
      Wenn ich bedenke,dass sich die Suizide in DE jetzt schon vermehren,ohne dass die an der Boerse jemals taetig waren!
      Was schnell steigt,das faellt mit gleicher Geschwindigkeit…
      Das waren noch Zeiten,als DAX/DOW mal schnell 1000points in den Keller gingen bzw.bei Boerseneroeffnung 1000 points unter dem Vortag eroeffneten!
      Ab 2000 war ich der Loser(fuck Medien&Boersenzeitschrifften)…
      AB Sept 2008 war ich der Gewinner…..
      ….und die Zukunft rettet mich,mit Gold im fernen Osten!

      Ich wiederhole es gerne nochmal:
      In der Brexit-Nacht 2016 konnte ich um ca.2:00Uhr dt.Zeit noch Orders aufgeben,die dann an der Australischischen Boerse bei einem Goldanstieg um ca.100US$ verk.wurden!
      Als die dt.Boerse eroeffnete,konnte ich keine Orders mehr aufgeben,mit dem Hinweis:
      WEGEW WARTUNGSARBEITEN KOENNEN KEINE ORDERS AUFGEGEBEN WERDEN!!!
      Um ca.10:00 Uhr konnte man wieder drauflos zocken,aber die Gewinne waren in dieser Stunde schon wieder weg!
      Was glaubt ihr,wenn das Nadeloehr immer enger wird?
      ….dann finden wieder Wartungsarbeiten statt und die Einlagensicherung ist bis dahin dann auch abgeschafft!!!
      Das beste Gut im zukuenftigen Leben ist…Freiheit und Gold-Nuggets

    • Avatar

      Macwoiferl

      29. November 2017 10:29 at 10:29

      Jahrgang 1964.
      Warum keine Korrektur – und alle bisherigen Börsenweisheiten obsolet:
      Früher war alles Maximale der Chinakracher.
      Heute sitzen wir auf einem gigantischen Pulversilo.
      Jeder kleine Funke=gigantische Explosion.
      Computerhandel = Turbo!
      Comprende????
      In den USA ein unfähiger Potentat als Präsident = wo es an Erfolgen (Kompetenz) fehlt müssen Scheinerfolge her (DOW= Potjemkinsches Dorf, DOW 30.000 = spektakuläres Potjemkinsches Dorf, gut für Schlagzeilen)
      Europa: EZB in der Hand eines…nennen wir ihn: Den Paten…man sieht ihm die Verschlagenheit schon an…bedient mit sanftem Augenschlag, dafür tolldreist sein ausgedehntes Spezl-Netzwerk aus dem Investmentbanking-Bereich und die levantinische Lebenslust-Klientel (Stichworte hier: Rentensicherung-Villa am Comer See)
      Japan: Kulminationspunkt der Schuldenorgie…Jeder kleine Funke = sofortige Explosion
      Dito China. Australien. Kanada.

      Lesen wir doch dauernd hier bei Fugmann:
      Alles nur noch auf Treibsand gebaut…

      • Avatar

        Feldmaen

        29. November 2017 10:41 at 10:41

        @Macwoiferl, warum sagt mein Gefühl mir, dass sie recht haben. Entweder das gesamte auf Schulden fundamentierte Finanzsystem samt Wall Street, FED, EZB, BoJ, PBoC, BoE etc. implodiert oder es geht halt für immer nach oben. Dazwischen geht nichts. Also Hyperinflation durch Gelddrucken. Die Entscheidung wird die Finanzelite schon getroffen haben. Fragt sich nur ob es ohne Krieg und Chaos auf der Welt zu Ende gehen wird. Aber da kommen die Kryptos ins Spiel. Ich werde den Gedanken nicht los, dass hier ein lang geplantes Szenario eintritt um vom jetzigen kaputten FIAT Geldsystem weg zu kommen und ein neues Währungszeitalter ein zu leuten….

        Nur meine Gedanken….

  4. Avatar

    sascha

    29. November 2017 11:14 at 11:14

    Ich sehe das nicht so negativ , Herr Fugmann schrieb schon vor ca. 5 Monaten …hurraaaaaaaa wir sehen bald die 18000 beim DAX , also ich finde Herrn Fugmann cool bei seinen Berichten , so wie heute Morgen “ Raketen und Rally“ , da grinst man doch am Morgen und ist GUT DRAUF :-)

    • Avatar

      baeuerin

      29. November 2017 11:30 at 11:30

      Haette die Rakete US-Festland erreicht,dann waere ich bis jetzt noch am grinsen,aber so….dauerts noch ein weilchen.
      Lumpen incl.Poliermasse sind schon griffbereit!

  5. Avatar

    Columbo

    29. November 2017 11:29 at 11:29

  6. Avatar

    Beobachter

    29. November 2017 11:35 at 11:35

    @ Macwoiferl,
    Erstaunlich ,Sie sehen alle Probleme u.meinen dass die Börsen trotzdem wegen den Notenbankärzten immer nur steigen werden.
    Ein Vergleich: Sie kennen eine Person die alle erdenklichen Krankheiten hat aber weil die Ärzte mit immer grösseren Dosen Cortison ,Morphium u.Bestrahlungen behandeln glauben Sie dass es gut endet.

  7. Avatar

    Beobachter

    29. November 2017 12:02 at 12:02

    @Columbo,
    für mich ist das nicht bullisch sondern drückt die Befürchtung aus ,dass ihr die Nebenwirkungen ihrer Geldpolitik unheimlich werden ,was schon die BOJ gesagt hat.
    Durch die künstliche Geldschwemme ist die abnormale Situation entstanden, dass Aktien u.Anleihen sehr hoch sind.Bei einem wirtschaftsgetriebenen Aktienboom wären die Anleihen tief d.h. = Zinsen höher
    Weil jetzt beide Anlageklassen zusammen fallen könnten wäre das eine immense Vermögensvernichtung ,was auf der Einbahnstrasse der Börse ein wenig Gegenverkehr
    ( Geisterfahrer ) geben könnte.

  8. Avatar

    Columbo

    29. November 2017 12:31 at 12:31

    @Beobachter, die EZB hatte dieselben Warnungen schon ausgesprochen, als der Dax noch knapp unter 10.000 stand. Aber klar, irgendwann kracht’s.

  9. Avatar

    Macwoiferl

    29. November 2017 12:49 at 12:49

    @Feldmaen, so isses.
    @Beobachter: Natürlich! Die Person leidet unter Pest, Cholera, Gelbfieber, TB, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz zugleich. Doch der Doktor, nennen wir ihn Dr. Mafio Droghi, schminkt den Patienten hübsch zurecht. Denn ein Kumpel von Dr. Mafio Droghi hat eine Lebensversicherung auf den Patienten abgeschlossen. Ein wiederum anderer Kumpel von Dr. Droghi (ein besser als der erste) hat eine Ausfallversicherung auf diese Lebensversicherung laufen. Und ein dritter Beteiligter, ein naher Verwandter von Dr. Mafio Droghi, hat wiederum eine Dritt-Police auf diese Ausfallversicherung auf die Lebensversicherung laufen. Wichtig also ist, sagt Dr. Mafio Droghi, dass der Strom nicht ausfällt. Denn nur so kann ich den hübsch geschminkten Patienten mit E-Schocks wieder beleben, wenn er mir „ausfällt“.
    Nun aber.
    Diese Interstate Financial Clinic ist riesengroß.
    Sie muss am Laufen gehalten werden.
    Whatever it takes.
    Was glauben Sie was Kumpels und der Verwandte veranstalten, wenn Dr. Droghi versagt.
    Nun hat aber die Presse Wind bekommen. Und fragt nach.
    Es braucht also noch eine gute Rechtfertigung der E-Schocks für Redaktionen, die nicht käuflich sind.
    (z.B. Finanzmarktwelt :-) )
    z.B. E-Schocks sichern gute Atemluft
    E-Schocks sichern den Weltfrieden
    E-Schocks sichern den Sendeplatz der „Sportschau“
    E-Schocks sind gut für die Bundesliga

    (to be continued)…

    Da haben wir zur Auswahl:

  10. Avatar

    Beobachter

    29. November 2017 15:07 at 15:07

    @Macwoiferl,
    gute Erklärung, aber wenn es nicht mehr geht werden alle diese INTERESSIERTEN noch eine Wette auf den Tod des Patienten abschliessen u.dann stirbt er ganz schnell.
    Beispiel: Hat man doch schon lesen können dass die Goldmänner den Griechen mit Tricks bei der Verschuldung geholfen haben u.als es nicht mehr ging mit Shorts profitiert haben !!

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Indizes

Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

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Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Indizes

DAX daily: Die Wall Street hat ihren Auftritt während der Dax nur zuschaut

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im Theater der großen Wall Street bleibt dem Dax derzeit nur ein Zuschauerplatz. Während die US-Börsen von Allzeithoch zu Allzeithoch jagen, steht der deutsche Leitindex auf der Stelle und schaut zu. Am gestrigen Handelstag hat sowohl der S&P500, als auch der Nasdaq ein erneutes Rekordhoch erklommen. Währenddessen leidet der Dax unter dem weiter anziehenden Eurokurs, dieser nähert sich allmählich wieder der 1,22 US-Dollar Marke an. Zudem drücken Konjunktursorgen auf die Stimmung der Anleger. Die Wirtschaft muss aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in vielen Länder ihren Tribut zahlen. Anders kann man die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes nicht deuten. Diese liegen europaweit deutlich unter einem Wert von 50, was eine schwache Geschäftsentwicklung signalisiert.

Was passiert erst im Dax, wenn die US-Börsen in eine Konsolidierung übergehen? Der Leitindex schafft es ja nicht einmal mehr über die 13.300 anzusteigen, obwohl die Wall Street im Rally-Modus ist. Im gestrigen Handel verlor der Dax 60 Punkte (-0,45%) und schloss schließlich bei 13.252 Zählern. Damit ist das Hoch vom Montag bei 13.445 wieder etwas in die Ferne gerückt. Der Leitindex zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen, zudem ist die nächste Handelswoche aus Sicht der Saisonalität auch keine gute Woche. Es riecht zwar schon nach Korrektur, aber noch ist nichts verloren. Zumindest so lange, wie die Wall Street ihr überschwängliches Schauspiel noch fortsetzt.

News und fundamentale Daten

Am gestrigen Abend hat die Nachricht über die Halbierung des Auslieferungsziels für den Impfstoff von Biontech/Pfizer die Märkte belastet. Probleme in der Lieferkette ermöglichen es nur die Hälfte der angedachten 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Die Aktienkurse von Pfizer (-1,8%) und Biontech (-2,5%) geben daraufhin nach.

Das heutige Highlight sind auf jeden Fall die US-Arbeitsmarktdaten. Um 14:30 Uhr werden die Anleger gespannt auf die Daten der Non Farm Payrolls schauen. Man geht zwar bereits von weniger neu geschaffenen Jobs aus, aber auch die Prognose von 469 Tsd. Stellen könnte unterboten werden. Zeitgleich erscheinen zudem noch die US-Handelsbilanz, die Daten der Exporte und Importe sowie die Auftragseingänge. Den Termin kann man sich somit als Trading-Event in seinem Kalender notieren. Die Volatilität dürfte ansteigen und folglich die US-Börsen und den Dax in Bewegung bringen.

Zuvor sehen wir heute aber auch noch Daten aus Deutschland. Vor wenigen Minuten wurden bereits die Auftragseingänge der Industrie veröffentlicht. Diese sind mit 2,9% deutlich besser wie erwartet ausgefallen (Prognose 1,5%; Vormonat 1,1%). Um 9:30 Uhr erscheint dann noch der IHS Markit Einkaufsmanagerindex für das Bauwesen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im Vergleich zu den starken US-Indizes ist es ein Trauerspiel, was der Dax diese Woche an Performance abgeliefert hat. Seit Montag geht es in kleinen Schritten abwärts. Von dem Hoch bei 13.445 sind wir heute Nacht im Tief bei 13.180 angekommen. Im frühen Handel notiert der Kurs wieder über der 13.200er Marke. Vielleicht gelingt es den US-Futures den Dax wieder mit hochzuziehen. Um nochmal die Oberseite anzugreifen, muss der Dax zunächst den Widerstand bei 13.270 überwinden. Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.325 und 13.370 ergeben.

Kann der Dax allerdings das gestrige Tagestief bei 13.232 nicht nachhaltig überwinden, dann sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Zunächst dürfte er das Nachttief bei 13.180 anlaufen, bevor an der 13.140 ein Unterstützungsbereich wartet. Dort könnte der Dax vorerst wieder drehen. Ansonsten kann es noch eine Etage tiefer gehen, bei 13.050 und 13.020 befinden sich dann die nächsten Unterstützungen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 04.12. - H1-Chart - Wall Street stark, Dax schwach

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.292 – Pivot Punkt R1

13.236 – Pivot Punkt

13.146 – Pivot Punk.t S1

13.090 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.232 – Tagestief 03.12.

13.180 – Nachttief

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.270 – ehemals US

13.325 – mehrfacher WS

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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