Der deutsche Aktienmarkt trat am Mittwoch nahezu auf der Stelle. Nach einem Kursrutsch von 1,8 % bzw. rund 400 Punkten am Vortag konnte sich der DAX kaum erholen und beendet den Handel schließlich bei etwa 23.359 Punkten. Anleger hielten sich vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed spürbar zurück. Damit bleibt der Leitindex charttechnisch angeschlagen: Er ist nicht nur aus seiner wochenlangen Seitwärtsbewegung gefallen, sondern hat auch eine wichtige Unterstützungszone im Bereich von 24.500 Punkten aufgegeben. Die Charttechnik sendet ein weiteres Warnsignal, sollte auch die Marke von 23.400 Punkten nachhaltig unterschritten werden. Dann ergibt sich weiteres Abwärtspotenzial bis 23.000 Punkte und darunter.
Die Gründe für die DAX-Schwäche sind vielfältig. Belastend wirken die politische Krise in Frankreich, ein angespannter Zollkonflikt, der sich verschärfende Ukraine-Konflikt sowie ein starker Euro, der die deutschen exportorientierten DAX-Konzerne belastet. Auch Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rally setzen den Kursen zu. Im Gegensatz dazu hatten die US-Börsen und der Goldpreis bis Dienstag neue Rekorde markiert – gestützt von der Hoffnung auf Zinssenkungen durch die Fed. Doch auch an der Wall Street riss die jüngste Gewinnserie.
Wie erwartet senkte die Fed am Mittwochabend den Leitzins um 25 Basispunkte – die erste Reduzierung seit Dezember. Dennoch blieb der erhoffte Rückenwind aus: Fed-Chef Jerome Powell betonte auf der anschließenden Pressekonferenz die Datenabhängigkeit künftiger Schritte und vermied klare Signale für eine Zinssenkungsserie. Dennoch preisen die Märkte weierhin zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr ein.
Für den DAX bedeutet dies: Trotz eigentlich günstiger geldpolitischer Rahmenbedingungen bleibt die Unsicherheit hoch. Der September, ohnehin als saisonal schwacher Monat bekannt, könnte so seinem Ruf noch alle Ehre machen – zumal die zurückhaltenden Aussagen Powells die Erwartung an schnelle weitere Zinsschritte dämpfen.
DAX: Unterstützung hält
Long: Angetrieben von steigenden US-Futures notiert der DAX am Donnerstag fester. Damit rückt erneut die Zone um 23.475/500 Punkte in den Fokus, an der er am Vortag gescheitert war. Ein Anstieg darüber könnte den Index zu den vorherigen Unterstützungen bei 23.555 und 23.600 Punkten führen. Hier könnten die Bären jedoch wieder Druck machen und die nächste Abwärtsbewegung einleiten. Sollte der DAX hingegen nachhaltig über 23.600 Punkte steigen, rücken die Marken von 23.795 und 23.855 ins Visier.
Short: Solange der DAX jedoch unterhalb von 23.550 Punkten notiert, ist die Tendenz abwärts gerichtet. Gelingt es den Bullen nicht, die wichtige Marke zurückzuerobern, könnte es zu weiteren Rücksetzern kommen. Allerdings hat der Index am Mittwoch bereits die erste wichtige Marke bei 23.280 Punkten erreicht. Hier kann es zunächst zu einer Stabilisierung und Erholung kommen. Die Zone um 23.280/250 steht nun kurzfristig im Fokus. Darüber stehen die Chancen für eine Gegenbewegung gut. Fällt er darunter, drohen hingegen Abgaben bis 23.000 Punkte.
Dax-Chart von TradingView
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DAX Unterstützungen:
23.381 – Verlaufstief 01.08.
23.317 – Tagestief 16.09.
23.284 – Tagestief 17.09.
23.2880 – Horizontale
23.080 – Verlaufstiefs Juni
23.000 – Psycho-Marke
DAX Widerstände:
23.476 – Tageshoch 17.09.
23.475/500 – Horizontale
23.550 – vorher US
23.795 – Horizontale
23.855 – Tageshoch 15.09.
22.866 – SMA100 (daily)
23.883 – Tageshoch 10.09.
23.910 – Horizontale
23.970 – Bulle-Bär-Marke
23.990 – Tageshoch 02.09.
24.037 – Gap 01.09.
24.046 – Tageshoch 01.09.
24.063 – Tageshoch 29.08.
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
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Sieht eher aus als wollten die Märkte den S&P 500 in Richtung der 7 500 treiben…was dann einem Buffet Indikator von 250 entsprechen würde…
Bei dem Tempo das der Index vorgibt wäre das Maß schon Weihnachten erreicht…
Sieht also so aus als hätten die Märkte noch lange nicht genug…
Wenn die FED mitten in den All Time Highs die Zinsen senkt darf sie sich nicht beschweren…da kommt genau das dabei raus: 7500 Punkte bis zum Jahresende!
Wieder mal ein Beispiel für den Nonsens der technischen Analyse. Die angegebenen Marken sind so beliebig, dass jedes tatsächliche Szenario passt…. . Horoskope funktionieren genauso…