Was ist beim DAX los? Auch Börsenneulingen ist eine der statistisch wichtigsten Regeln der auf das Kalenderjahr bezogenen zukünftigen Performance bekannt – die „magischen“ ersten fünf Börsentage. Diese bestimmen bei langfristiger statistischer Betrachtung von Indikatoren mit einer der höchsten Wahrscheinlichkeiten auch die Richtung für das restliche Jahr. Aus diesem Grund wird dieser Zeitraum mit Argusaugen von der Community beobachtet um schon mal eine erste Positionierungsentscheidung für das Jahr zu treffen.
DAX auch im internationalen Vergleich mit beeindruckendem Jahresauftakt – Erinnerungen an 2025 und dem Bruch zentraler Wahlversprechen
Betrachtet man nun im Gegensatz zu den amerikanischen Leitindizes den DAX zeigt der Index der 40 größten lokalen Börsenschwergewichte einen wiederum tadellosen Start ins neue Jahr! Mit einem Plus von in der Spitze etwa 800 Punkten zu den Letztnotierungen 2025 schlug sich der deutsche Leitindex auffallend stark im Vergleich zu den eher orientierungslos wirkenden US-Indizes.
Hier erwacht bei vielen Menschen freudige Erwartung – auch besonders im Rückblick auf 2025 – eines Jahres, in dem sich die Börsenregel mit einem ebenfalls starken Beginn bestätigen hatte. Bis zu den Zolleskapaden des Herrn Trump Anfang des zweiten Quartals schien es für den DAX erfreulicherweise – aber fundamental ohne ersichtlichen Grund – nur eine Richtung zu geben. Im Nachhinein wurde aber klar, dass da doch fundamentale Mächte am wirken waren – und zwar in Form des Verrates von Wahlversprechen zur Finanzpolitik des deutschen Staates durch den damaligen Kanzleraspiranten Friedrich Merz.
Die Rally angetrieben durch Schuldenliquidität – der 24.000 Pump ohne „Nachbooster“
Aus welchem Grund diese Rally beim DAX schon zum Großteil vor Bekanntgabe der Schuldenbazooka stattfand, darf trefflich spekuliert werden – Zufall dürfte es jedenfalls keiner gewesen sein. Wie es auch kein Zufall ist, dass nach Vorbild der amerikanischen Schuldenorgie zum Wohle der dortigen Kapitalsammelstellen wie etwa Black Rock, eine Art „deutsche Copy Paste Variante“ der US-Schuldenorgie initiiert wurde.
Nun hat sich dieser Zuwachs beim DAX über das restliche Jahr in einer Seitwärtsbewegung um diese 24.000 Punkte mit ein paar 100 Punkten Volatilität herumbewegt – der einzige nennenswerter kurzfristige Rückschlag war mit den ersten Zollankündigungen durch Trump verbunden, die aber mit einem gepflegten TACO-Move die „Buy the Dip Strategie“ ein weiters Mal belohnte. Auch eine später im Jahr immer klarer werdende mangelnde Effizienz der Schuldenbazooka – die inzwischen zu einem größeren Teil unproduktiven stopfen kommunaler Haushaltslöcher dient – änderte wenig an der Verfestigung des Sugar-Rush des Jahresstartes. Und das obwohl das zugrundeliegende Narrativ immer klarer verwässert ist und weiter wird.
Aber einmal an einem Niveau angekommen scheint den Indizes der Alles-Blase auch die Änderung der zugrundeliegenden Begründung wenig anhaben zu können. Aber so etwas wie eine Hintergrundstory muss bei Bewegungen schon her – um die Indexentwicklung nicht vollkommen erratisch bzw. ohne Kontext stehen zu lassen: eine Spur Glaubwürdigkeit und Rationalität sollte auch jetzt im Crack-up Boom aufgrund der zunehmenden FIAT-Vertrauenskrise noch aufrechterhalten bleiben.
DAX: Die Story hinter dem Jahresstart 2026 – reicht die Substanz?
Also was ist nun die Geschichte hinter dem guten Start des DAX ins neue Jahr? In Ermangelung echter kolportierter Alternativen stelle ich eine These zur Diskussion: die Stärke des DAX ist die Schwäche der amerikanischen Indizes – und da in erster Linie des Nasdaq. Insbesondere die KI-Story hatte doch Ende des Jahres arge Kratzer abbekommen, die vermutlich begonnen werden einzupreisen. Dazu kommt noch der Amoklauf des amerikanischen Präsidenten auch in Bezug auf amerikanische wirtschaftspolitische Themen (zum Beispiel gesetzliche Begrenzung von Kreditkartenzinsen).
Die geopolitischen Eskapaden mit Sprengkraft treffen alle Märkte und Friedrich Merz hat vermutlich sein Pulver schon verschossen – von diesen Fronten ist also wohl der im Vergleich positive Impuls zum Jahresbeginn nicht begründbar. Es drängt sich hinsichtlich der prediktorischen Effektivität der Jahresanfangsregel aber schon die Frage auf, welcher Basis oder Substanz der Move erfolgte. Ob allein eine Risk-Off Rotation aus US-Werten als tragfähige Initialzündung für eine Fortsetzung des seit 2023 ununterbrochen andauernden Buy the Dip Bull-runs beim DAX ausreicht, wird sich erst in den kommenden Wochen bestätigen müssen. Ein neuerlich brennender Naher Osten ist wohl kurzfristig die aktuell größte Gefahr..
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Das beabsichtigte Vorziehen der Körperschaftssteuersenkung von 15% auf 10% innerhalb von 5 Jahren hängt noch in der Luft. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Staatspräsident Emmanuel Macron beurteilen den Naher und Mittlerer Osten anders als Bundeskanzler Friedrich Merz.
Der Börsen-Boom hat viele Ursachen: In Deutschland der wachsende Zweifel an der gesetzlichen Rentenversicherung mit verstärkten privaten Investitionen in Aktien und ETF statt Betriebesrente und private Lebensversicherung und der Glaube, dass die Sondervermögen einen Konjunkturimpuls (Rüstung, Infrastruktur) auslösen. Hinzu kommt der (weitgelaufene) KI-Hype und die weltweit ausufernde Geldmengensteigerung. Der Goldpreisanstieg vor allem durch Zentralbankkäufe ist für mich eine deutliche Warnung!