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Dax: Boden unter den Füßen?

Bekommt der Dax nun endlich einen Boden unter die Füße? Häufig schon sah es danach aus - diesmal sind die Chancen besser..

Bekommt der Dax nun endlich einen Boden unter die Füße? Häufig schon sah es danach aus, als der Index Böden auszubilden schien: so mehrfach im Oktober Versuchen im Bereich der 11490/11500er-Zone und dem Bereich 11430/35, dann kürzlich ein Doppelboden bei 11220 Punkten – immer wieder gab es Hoffnung auf eine Stabilisierung, immer wieder erreichte der Dax dann aber neue Tiefs:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Nun hat der Dax den nächsten doppelten Boden ausgebildet bei 11050 Punkten – und diesmal sind die Chancen wohl etwas besser für den deutschen Leitindex, sich von diesem Boden ausgehend wieder zu stabilisieren. Schon am Freitag konnte der deutschen Leitindex dem starken Abwärtsdruck vor allem bei US-Tech-Werten einigermaßen trotzen, man dachte sich wohl: „was haben wir mit Amazon und Google zu tun?“. Und was lange ein Nachteil war, könnte jetzt zum Vorteil werden: dass der Dax eben sehr wenig Tech-lastig ist.

Im kurzen Zeitfenster kämpft der deutschen Leitindex gegen zwei Abwärtstrendkanäle: den von Anfang Oktober, ausgehend von 12350 Punkten – da wird dann schlagartig klar, dass der Dax in nicht einmal einem Monat gut 1000 Punkte verloren hat. Der kürzerfristige Abwärtstrendkanal beginnt mit dem herben Abwärts-Gap am 23.Oktober und verläuft derzeit im Bereich der 11290er-Marke. Wenn der Dax den Sprung über diese wichtige Marke (obere Kante des Abwärtsgaps vom 25.Oktober und Verlaufshoch vom 26.Oktober) schafft, würde sich eine zumindest temporäre Bodenbildung bestätigen! Unschön dagegen wäre der Bruch des Doppel-Bodens bei 11050 Punkten – dann das Ziel im Bereich der 10800er-Marke.

Das eigentliche Thema hat ja jetzt die Wall Street (und nicht der Dax): die US-Aktienmärkte schienen in anderen Dimensionen zu schweben, entrückt von der „Restwelt“. Jetzt zeigt sich, dass die Vergangenheit zwar hübsch war in Sachen Gewinne der US-Unternehmen, aber die Zukunft weniger rosig aussieht. Mit einem Wort: die Amerikaner haben schlagartig kapiert, dass das Beste schon hinter ihnen liegt.

Der Dax hat das seinerseits schon früher realisiert und den Gegenwind auch früher gewittert: faktisch war die Berichtssaison der Dax-Konzerne schwach, es hagelte besonders im Autosektor Gewinnwarnungen, und der Dax spielt die Abschwächung Chinas schon lange, während sich die Amerikaner noch an sich selbst berauschten und meinten, sie könnten Handelskriege nur gewinnen – ein grotesker Irrtum einer Dienstleistungsgesellschaft auf Pump, die nur dann funktionieren kann, wenn Dienstleistung billig ist, also von den Anderen geleistet zu Kosten, die in den USA nicht darstellbar sind. Von daher haben die Amerikaner nicht weniger zu verlieren als ihr Geschäftsmodell: wir konsumieren auf Pump und lassen die anderen dafür zahlen (indem sie die Schulden der Amerikaner kaufen). Daher ist von nun an auch die Fall-Höhe der US-Märkte deutlich höher..



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