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Dax: Charismatische Herrschaft – und die neue Notenbank!

Fed und EZB waren gestern – jetzt haben wir eine neue allmächtige Notenbank, die heißt Donald Trump! Man erhofft sich in den USA ein Konsumwunder, und die Aktionen Trumps sind das, was Max Weber als „charismatische Herrschaft“ bezeichnet hat..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Fed und EZB waren gestern – jetzt haben wir eine neue allmächtige Notenbank, die heißt Donald Trump! Man erhofft sich in den USA ein Konsumwunder, und die Aktionen Trumps sind das, was Max Weber als „charismatische Herrschaft“ bezeichnet hat: diese besteht aus Symbolhandlungen des „Führers“, die der Festigung des Glaubens der Anhänger dienen: so etwa gestern die Aktion Trumps mit seiner Ankündigung, dass der Chef der japanischen Softbank 50.000 neue Stellen schaffen und massiv in den USA investieren will. Dazu die Ausblendung einer Gegenöffentlichkeit durch die Schaffung eines eigenen Mediums, in dem es keinen Widerspruch mehr gibt – bei Trump sind das die Proklamationen über Twitter. Mithin tritt also Trump an die Stelle der Fed als letzte Instanz zur Stimulierung der Konjunktur, vor allem aber der Wall Street!

In den USA jedenfalls sorgt all das für Euphorie, man nimmt das als einen „game changer“ wahr, durch den alles besser wird. Alles was auf die Binnenkonjunktur der USA fokussiert ist, läuft daher extrem gut – solange Trump nicht Präsident ist. Denn sobald das der Fall ist, beginnen die Mühen des Alltags, wird es sich widersprechende Interessen geben, wird der Stern Trumps schnell verblassen. So ähnlich war es schon 1980 bei Ronald Reagan, bei Trump wird dieser Prozess viel extremer ablaufen.

Wie auch immer: die Bullen sind derzeit in der Offensive, nichts scheint sie von ihrer Stampede abhalten zu können. Vielleicht die EZB heute ab 14.30Uhr, wenn die Notenbank nicht das liefert, was der Konsens erwartet: nämlich die Verlängerung des QE um weitere sechs Monate bei gleichbleibendem Volumen von 80 Milliarden Euro pro Monat. Sollte die EZB jedoch heute ein Tapering ankündigen (also das Volumen bei der Verlängerung reduzieren), wäre das für die Bullen massiver Gegenwind.

Der X-Dax startet über der 11.000er-Marke:

dax08-12-162

Mit dem Ausbruch aus der Seitwärtszone seit August ist das Feld nun theoretisch offen – die nächsten Widerstände bei 11180 und 11360. Derzeit ist ka scheinbar alles möglich:

dax08-12-16

Auf der Unterseite sind nun die alten Marken bei 10835 und 10800 Unterstützungen.

In der Summe kann man sagen: die Märkte verkonsumieren bereits in der Gegenwart ihre Zukunft – das gilt auch in vielerlei anderer Hinsicht in der Gesellschaft (unerfüllbare Pensionsverpflichtungen von Unternehmen und Staat etc.)…

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    kandoo

    8. Dezember 2016 10:17 at 10:17

    Sehr geehrter Herr Fugmann!

    Wie immer eine brilliante Analyse, denke jedoch das der Rinderwahnsinn sich noch steigern wird, denn „Ökonomische Grundlagen“ sind derzeit nicht von Interesse!
    Der Messias wie Sie Ihn nennen könnte jedoch auch einige Dinge richtig machen, das wird man natürlich erst später beurteilen können.

    Die Amis haben wenigstens einen Messias wir haben jetzt einen „Linken Wirtschaftsprofessor“ und Freimaurer (Loge Innsbruck).
    Wer erkennt den Fehler?
    Beste Grüße kandoo

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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