Folgen Sie uns

Aktien

Dax: Charts und dünner werdende Luft

Über Widerstände, hohe Erwartungen und enttäuschende Ausblicke..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der Dax hat sich lange besser gehalten als die Wall Street – muß jetzt aber offenkundig seiner vorherigen Geschwindigkeit Tribut zollen! Während die Wall Street gestern haussierte, gab der Dax seine anfänglichen Gewinne wieder ab – aber im größeren Zeitfenster (4-Stunden-Chart) sieht man, dass sich der Dax immer noch über dem S&P 500 bewegt:


(Dax schwarz, S&P 500 orange, Chart durch anklicken vergrößern)

Gestern an der Wall Street das typische Muster: eine Rally unter ziemlich dünnem Volumen, ausgelöst durch die Erleichterung darüber, dass zu keiner Konfrontaton zwischen den USA und Russland im Syrien-Konflikt gekommen ist. Seit Anfang April zeigen die US-Indizes eine technische Erholung, die bislang nicht mehr als eben eine Erholung, aber keine Trendwende ist. Der Leitindex S&P 500 steht nun kurz vor der wichtigen 100-Tage-Linie, die derzeit mit einer ohnehin wichtigen Widerstandszone zusammenfällt im Bereich 2695/2700:


(S&P 500, Chart durch anklicken vergrößern)

Warum bleibt wiederum der Dax nun hinter den US-Indizes zurück? Ein Grund dafür dürfte der wiedererstarkte Euro sein – im Chartvergleich Dax zum Euro-Dollar sieht man, dass die starke Gemeinschaftswährung (bzw. der schwache Dollar) den Dax jetzt ausbremst:


(Euro-Dollar orange, Dax schwarz; Chart durch anklicken vergrößern)

Während die US-Indizes auf Future-Basis neue Verlaufshoch generieren, ist der Dax davon noch weit entfernt und handelt deutlich unter dem gestrigen Hoch von 12530 Punkten:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Damit hat der Dax nach wie vor die drei großen Widerstände vor der Brust: die 12530, dann die 12590/12600 und schließlich das Doppel-Top bei 12650 Punkten. Und saisonal liegen wir in den letzten Tagen der günstigen Zeit, bevor es dann Ende April und dann vor allem im Mai ungemütlicher wird (auch der Dax zeigt in diesem Zeitraum eine deutlich schwächere Performance in Jahren mit midterm elections in den USA!).

Wir gehen davon aus, dass in Sachen US-Berichtssaison schon fast das Beste mit den US-Großbanken und Netflix hinter uns liegt (heute noch Goldman Sachs, die zuletzt Probleme hatten) und dann vor allem die großen Tech-Werte (Facebook, Amazon etc.) mit ihren Ausblicken enttäuschen werden.

Heute der Fokus auf die Zahlen der drei großen Dow Jones-Konzerne UnitedHealth, Johnson & Johnson sowie Goldman Sachs – und auch diese Zahlen werden sicher gut sein, aber wahrscheinlich werden eben auch diese guten Zahlen schon eingepreist sein. Genau das dürfte das Motto der US-Berichtssaison werden: sehr gute Zahlen, aber eben nicht besser als die ohnehin schon hohen Erwartungen, und dabei noch Ausblicke, die zeigen, dass das Beste nun schon abgefrühstückt ist für die US-Unternehmen.

Wir gehen daher davon aus, dass für die Aktienmärkte die Luft nun immer dünner wird!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    17. April 2018 10:39 at 10:39

    Ein Grund, warum der Dax in diesen Tagen der Performance des S&P 500 hinterherhinkt, ist nicht zum x-ten Mal der Wechselkurs zum US-$, nein, ich denke es sind die angekündigten Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland. Begründung: Der deutsche Leitindex erwirtschaftet nur 20% seiner Umsätze im Heimatland und 80% im Ausland. Ganz anders die Situation in den USA und China. Wenn also in einem größeren Land der Handel durch Sanktionen behindert wird, ist Deutschland als Global Player im Investitionsgütergeschäft immer mit von der Partie. Das sehen die Investoren. Deshalb geht die größte Bedrohung für die deutsche Wirtschaft und den Dax 2018 aus meiner Sicht von einer möglichen Zuspitzung des Handelskrieges aus. Zur Erinnerung: Im letzten Krisenjahr 2009 gingen die deutschen Warenexporte um 17% zurück und die Wirtschaftsleistung brach um 5,6% ein. Saisonale Muster spielen im großen Kontext dann keine Rolle (mehr).

  2. Avatar

    Altbär

    17. April 2018 13:14 at 13:14

    Ich begreife das ewige Gestürm von Performancevergleichen zwischen DAX u. US –Börsen gar nicht.Sämtliche US Indices sind wie der DAX ca. 7–8% vom Allzeithochs entfernt!!!

    • Avatar

      Wolfgang M.

      17. April 2018 14:57 at 14:57

      @Altbär. Da haben Sie recht.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage