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Indizes

Dax: Da geht was – zumindest kurzfristig. Über Kommunisten und Casino-Kapitalisten

Es ist fast schon ein Treppenwitz der Zeitgeschichte: da müssen Kommunisten die Aktienmärkte retten, während die Casino-Kapitalisten ein steter Belastungsfaktor sind!

Markus Fugmann

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Es ist fast schon ein Treppenwitz der Zeitgeschichte: da müssen Kommunisten die Aktienmärkte retten, während die Casino-Kapitalisten ein steter Belastungsfaktor sind! Die Rede ist natürlich von Chinas Kommunisten, die jedoch eine ausgeprochene Sympathie für die Privatwirtschaft entwickelt haben und nun – das ist der Grund für die massive Rally an Chinas Aktienmärkten – die Steuern senken wollen für nicht-staatliche Unternehmen im Reich der Mitte. Dagegen sorgt der Casino-Kapitalist Donald Trump wieder für belastende Schlagzeilen: laut Axios will Trump den ökonomischen Schmerz Chinas vergrößern – das hat heute Nacht zunächst die Märkte belastet.

 


Foto:Someformofhuman
https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License

 

Aber die Kommunisten in Peking gehen jetzt all-in und verhelfen damit dem Dax zu einem sehr guten Start: am Freitag bereits Aussagen der chinesischen Notenbank, wonach die Aktienmärkte Chinas günstig seien. Heute dann Xi Xinping höchstpersönlich mit der Ankündigung der Steuersenkung für nicht-staatliche Firmen. Ergo: China will seine Aktienmärkte beflügeln und damit ein psychologisches Signal senden, dass man eben nicht schwach sei, wie die Amerikaner stets behaupten.

Das alles ist für den Dax eine Steilvorlage:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Charttechnisch ist das eine Erleichterung, aber mehr nicht:


(Chart: Karsten Kagels; durch anklicken vergrößern)

Der Dax ist aus einer Diamanten-Formation – also einer Trendwende-Formation – nach unten heraus gefallen und auf den Boden dieser Formation aufgesetzt (bei 11400 Punkten). Nun also folgt von diesem Boden ausgehend eine Erholung, die durchaus noch weiter gehen kann, doch scheint das übergeordnete Chartbild doch reichlich „kaputt“ zu sein! Mithin ist das also eher eine technische Erholung als eine Trendwende, die nach wie vor nicht in Sicht ist. Und solange das Umdeld so bleibt, wie es derzeit ist bzw. sich abzeichnet – Fed hebt weiter Zinsen an und verknappt Liquidität, Handelskrieg nimmt an Schärfe zu etc. – solange wird der Trend weiter abwärtsgerichtet bleiben und Erholungen somit Verkaufsgelegenheiten darstellen!

Widerstände beim Dax nun bei 11665 Punkten, dann die 11700/10er-Zone, dann der Bereich 11785/90. Auf der Unterseite ist der X-Dax-Schlußkurs bei 11575 Punkten der erste Auffang-Punkt, mithin also die untere Gap-Kante.

Entscheidend wird wieder sein, was an der Wall Street passiert. Hier sind die Indizes weiter im kurzen Zeitfenster überverkauft, aber im langfristigen Zeitfenster massiv überkauft – aber kurzfristig könnte nun aufgrund der aktuellen Überverkauftheit eine Gegenbewegung nach oben einsetzen. Die Frage ist nur, wo diese Gegenbewegung endet – denn der lukrativere Trade dürfte dann später darin bestehen, die Abwärts-Seite zu spielen..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Martin Ebner

    22. Oktober 2018 22:13 at 22:13

    Steht das Foto vom Abendhimmel in Singapur für die „Kommunisten (sic!) in Peking“ oder mehr für den „Casino-Kapitalisten Donald Trump“? Geheimnisvolles Asien…

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Bitcoin

Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

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„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

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Indizes

Rüdiger Born: Nasdaq-Charttechnik im Detail

Rüdiger Born

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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