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Indizes

DAX daily: Brexit- und Corona-Sorgen bremsen Rekordjagd aus

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Auch vor der verkürzten Handelswoche war die Spannung groß, ob der Dax noch vor Weihnachten ein neues Rekordhoch erzielt. Nachdem die US-Indizes, der Bitcoin, aber auch der MDax bereits auf Rekordstände angestiegen sind, sollte es nun auch beim deutschen Leitindex klappen. Das wäre für viele Anleger ein schönes Weihnachtspräsent gewesen, aber es kam anders als gedacht. Insbesondere die Unsicherheit aufgrund der Virus-Mutation hat den Dax zum Wochenstart abstürzen lassen. In der abgelaufenen Handelswoche konnte der Dax noch um 3,9 Prozent zulegen und schloss bei 13.630 Punkten. Dabei rückte der Leitindex in der Spitze bis auf 21 Punkte an sein Allzeithoch bei 13.795 Zählern heran.

Unsicherheit wegen Brexit und Corona – US-Hilfspaket steht

Zwei Themen spielen kurzfristig eine Rolle und könnten nochmal einen Impuls bringen. Einerseits die Entscheidung über einen geregelten Brexit, andererseits die Verabschiedung des US-Hilfspakets. Zwar sind beide Ereignisse größtenteils schon eingepreist, aber ein positiver Ausgang dürfte dennoch für einen Schub sorgen. Aber gleichzeitig liegt hier auch die Gefahr für eine Korrektur. Der Brexit-Vertrag hätte bis Mitternacht stehen müssen, um einen ordnungsgemäßen Post-Brexit-Deal verabschieden zu können. Damit besteht keine Chance mehr für eine rechtzeitige Ratifizierung vor Jahresende. Obwohl das nicht gelang, gehen die Brexit-Verhandlungen weiter. Die Parteien liegen aber immer noch weit auseinander, insbesondere die Fischerei ist ein Knackpunkt. Das wahrscheinlichste Szenario ist aktuell noch ein No-Deal. Bis zum Jahresende muss das Abkommen stehen, ansonsten droht Ungemach für den Dax und andere europäische Indizes.

Im Ringen um das US-Hilfspaket sieht die Lage besser aus, nach monatelangem Hickhack konnte man gestern eine Einigung erzielen. Die Zeit drängte auch, zum einen ging es um den Überbrückungshaushalt, außerdem benötigen sehr viele Amerikaner dringend die Schecks der Regierung, um überhaupt noch über die Runden zu kommen. Das Maßnahmenpaket hat ein Volumen von 900 Mrd. Dollar und beinhaltet 600-Dollar-Schecks für die US-Bürger. Somit ist es nicht überraschend, dass nach den jüngsten Meldungen der Dax zum Wochenstart im Minus liegt, während die US-Indizes weiterhin positiv dar stehen. Darüber hinaus drückt die Meldung der Mutation des Corona-Virus in Großbritannien hierzulande auf die Stimmung. Mehrere Länder haben bereits den Flugverkehr eingestellt, dazu gehört seit Mitternacht auch Deutschland.

Optimismus treibt weiter an

Die Anleger schauen bereits auf eine Zeit nach der Pandemie, aber ist diese wirklich so schnell vorbei, wie es derzeit eingepreist wird? Was ist mit der drohenden Insolvenzwelle, der großen Abneigung gegen die Impfungen (ca. 50% wollen sich nicht impfen lassen), einer möglichen Mutation des Virus, der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und die steigende weltweite Verschuldung? Das sind alles Themen, über die an der Börse noch keiner nachdenkt, das geschieht erst dann, wenn es „plötzlich“ doch nicht so rosig kommt wie es jeder erhofft. Aber bis dahin stehen die Zeichen auf Fortsetzung der Rally im Dax und an den Aktienmärkten, insbesondere weil es keine Alternative gibt (TINA). Andre Stagge und Markus Fugmann gehen ausführlich auf diese Themen in einem Gespräch ein – hier zu sehen.

News und fundamentale Daten

Datenseitig steht in der verkürzten Handelswoche nicht viel auf der Agenda. Hierzulande erscheint am Dienstag noch das GfK-Konsumklima, das Verbrauchervertrauen gibt dann nochmal einen Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung. Zudem werden die endgültigen Daten des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal veröffentlicht. Nachdem dramatischen zweiten Quartal mit einem Rückgang von 31,4%, wird für das abgelaufene Quartal ein Wachstum von 33,1% prognostiziert. Am Mittwoch sehen wir dann die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Konsumentenerwartung und das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan. Damit geht die verkürzte Handelswoche zu Ende, bevor am 28.12. die Märkte wieder öffnen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Aufgrund der Corona- und Brexit-Sorgen muss der Dax vorbörslich Verluste hinnehmen. Im Tief ging es bis 13.430 abwärts, dort konnte er zunächst Halt finden. Außerdem ist er aus seinem steigenden Trendkanal gefallen. Um erneut in Richtung des Rekordhochs zu laufen, muss der Dax zuerst das vorbörsliche Hoch bei 13.516 überwinden. Danach folgt bei 13.562 das 38,2% Retracement sowie im Bereich von 13.620/630 eine Widerstandszone. An den Marken könnte die Erholung bereits ein Ende finden. Erst oberhalb von 13.630 hellt sich das Chartbild wieder auf. Die nächsten Widerstände befinden sich bei 13.695 und 13.763.

Solange der Dax unter dem 38,2% Retracement bei 13.562 handelt, muss man mit weiteren Rücksetzern rechnen. Dabei sollte die Unterstützung bei 13.430 gehalten werden, ansonsten droht eine Ausweitung der Konsolidierung. Die nächste markante Unterstützungszone befindet sich erst im Bereich zwischen 13.339 und 13.300. Unterhalb von 13.300 könnte der Abwärtsdruck weiter zunehmen, der nächste Anlaufpunkt liegt dann im Bereich von 13.190. Darunter liegen noch Unterstützungen bei 13.050 und der Unterkante der Range bei 13.009.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Tagesausblick - H1-Chart - Euphorie vs. Brexit- und Corona-Sorgen

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.750 – Pivot Punkt R1

13.674 – Pivot Punkt

13.575 – Pivot Punkt S1

13.499 – Pivot Punkt S2

13.400 – Pivot Punkt S3

Dax Unterstützungen (US):

13.460 – ex Doppeltop

13.430 – Nachttief

13.300 – mehrfacher WS / US

13.190 – Tagestief 14.12.

13.050 – mehrfache US Rane

13.009 – Tagestief 11.12.

Dax Widerstände (WS):

13.562 – 38,2 % Retracement

13.624 – Tagestief 18.12.

13.695 – 138,2 % Extension

13.725 – Tageshoch 17.12.

13.763 – 161,8 % Extension

13.795 – Allzeithoch

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Aktien: Blase? Manches spricht wohl eher dagegen!

Erleben wir derzeit eine große Blase bei Aktien? Warum fallen die Börsen nicht bei den immer wieder aufs Neue präsentierten „Bad News“?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erleben wir derzeit eine große Blase bei Aktien? Derzeit wundern sich viele über die Langlebigkeit der Euphorie an den Märkten bei bestimmten Aktien: bei den ständig zitierten Mode-Aktien, ob im Elektromobil- oder im Wasserstoffbereich, oder bei Pennystocks, die teilweise jenseits von Gut und Böse notieren. Aber auch über unglaubliche Stories bei den wiederentdeckten aus dem Bereich Aktien . Dort ist nicht alles „Dreck“, der nach oben gespült wird. Es gibt hierfür sogar fundamentale Zusammenhänge. Unabhängig von einer bevorstehenden Korrektur, die aufgrund der Hemmungslosigkeit von bestimmten Anlegerkreisen, immer wahrscheinlicher wird.

Aktien und die Mutter aller Kursanstiege

„We are in a bubble, but it’s a rational bubble“, so der sehr geschätzte Pimco-Berater Mohamed-El-Erian kürzlich in einem Interview. Was meint er damit?

Natürlich den großen Einsatz der Notenbanken, der alte Relationen bei Gewinn- und Umsatzdaten von Aktien und Indizes relativiert, deshalb ist es stets etwas verwunderlich, warum man alte Daten als Vergleichsmaßstab für Übertreibungen heranzieht.

Was bereits seit vielen Jahren die Aktienmärkte unterstützt, ist die Marginalisierung der Anlageklasse Anleihen, wie an diesem Chart ersichtlich, der eine Korrelation zwischen Bilanzausweitung der Notenbanken und dem Welt-Aktienindex aufzeigt.

Aktien - eine Blase? Die Bilanzen der Notenbanken

Die Branchenrotation

Als man im Spätsommer 2020 erkannt hat, dass es in absehbarer Zeit eine medizinische Lösung für die Covid-19 Pandemie geben könnte, ist eine Gattung von Aktien angesprungen, die besonders unter den Wirtschaftseinbrüchen gelitten hat und bereits schon ein Jahrzehnt die Wachstumsaktien underperformt – der Sektor der Small Caps. Klar ist der Nebenwerte-Index Russell 2000 sehr schnell gestiegen und manche Branchen wie der Energiesektor haben kleine Fahnenstangen ausgebildet – aber ist das eine Bubble? Wenn man sich die langfristige Performance betrachtet? Ich habe bereits im Herbst in einigen Artikeln darüber berichtet, dass es langfristig immer zu einem Ausgleich zwischen den Großen und den Kleinen und zwischen Value und Growth gekommen ist. Mit Small Caps meine ich natürlich nicht die vielen Pennystocks, die von Neo-Zockern derzeit „gehypt“ werden. Auch diese scheinbare Erfolgsgeschichte wird ein Ende haben. Hier sieht man die großen Zyklen der Auf- und Abschwünge.

Aktien in einer Blase? Small Caps

Zu Zeiten von Corona ein 42-Jahrestief, getrieben durch den Hype um die GAFAM-Titel. Die Small Caps befanden sich vor ein paar Monaten noch auf einem 20-Jahrestief und es ist nicht alles „Dirt“, der nach oben gespült wird.

Value gegen Growth

Wie bereits erwähnt, gibt es seit Jahrzehnten einen Zweikampf zwischen den Wachstums- und den langweiligen Aktien aus dem Bereich Value, bei denen es immer wieder zu einem Ausgleich in der Performance gekommen ist. Was liegt also näher, als dass der technogielastige Nasdaq-Index nach seinen 1100 Prozent Performance seit 2009 sich eine Zeitlang schlechter entwickeln wird, als die Aktien aus dem Bereich Value? Dafür dürften schon allein die Regulationen unter der neuen Regierung Biden sorgen. Deshalb wird die Breite der Kursanstiege zunehmen, weil die Big Seven mit ihren 27 Prozent Marktanteil an Dominanz verlieren könnten. Hier ein langfristiger Chart, der das Auf- und Ab zwischen den Anlageklassen dokumentiert.

Die Vergleiche zwischen Energie- und Finanztiteln und dem S&P 500 und zwischen Gesundheit, Konsumgüterherstellern, Versorgern und dem Leitindex.

Die Entwicklung der Aktien Zykliker und defensive Aktien

Fazit

Warum fallen die Börsen nicht „Stante Pede“ bei den immer wieder aufs Neue präsentierten „Bad News“? Zum einen, weil die oben beschriebene Branchenrotation läuft und weil die Märkte Corona abgehakt haben und aufgrund des zeitlichen Vorlaufs schon auf den Herbst blicken. Unabhängig von den jederzeit möglichen Korrekturen, aufgrund der vielen Anleger, die glauben an den Börsen einen „Free Lunch“ zu bekommen. Bei dem Irrsinn am Optionsmarkt mit kleinen Titeln, die immer wieder „Gamma-Squeezes“ auslösen. Deshalb kann jederzeit ein Washout einsetzen, die Volatilität steigen.

Vergessen wir aber bei all der Zockerei mit den kleinen Aktien nicht. Alle 2000 Werte im Russell zusammen besitzen nicht einmal ein Zehntel der Marktkapitalisierung des Aktienmarktes in den USA. Allein eine Enttäuschung bei einem FAANG-Wert in dieser Berichtssaison wird größere Marktreaktionen zeitigen, wie ein Wert GameStop, auch wenn er auf absurde 10 Milliarden Dollar gepusht wird, es ist nicht einmal ein halbes Prozent von Apple. Die große Gefahr lauert im Nasdaq.

Der Verlauf der Corona-Krise, Beispiel USA: Die Coronainfektionen haben bereits offiziell die schreckliche Zahl von 26 Millionen Bürger (7,7 Prozent der Bevölkerung erreicht). Nimmt man die Dunkelziffer in moderater Form hinzu, dürfte man schon bei 100 Millionen Menschen angelangt sein. Aber wie viele Menschen wurden schon in wenigen Wochen geimpft? Über 22 Millionen und es werden in Kürze mehr als eine Million pro Tag sein, wenn AstraZeneca, Johnson&Johnson, CureVac, Novavax, Inovio, Sanofi und viele andere auch noch auf den Markt drängen (nach BioNTech und Moderna). Die Zahl der Impfstoffprojekte beträgt aktuell 186, 60 davon sind in klinischen Studien. Da scheint das Vorhaben der USA die eigene Bevölkerung bis in den Spätsommer immunisiert zu haben, gar nicht so abwegig zu sein. Nicht so sehr in der EU, die sich beim Ordern der Impfdosen über den Tisch hat ziehen lassen (America und Money First). Darauf blicken die Märkte – aber was das mit Kapitalmarktzinsen, Inflation und Firmenpleiten zu diesem Zeitpunkt macht, das ist das Thema des Herbstes und kann auch heute nicht von den Börsen beurteilt werden.

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Aktien

Andre Stagge über sein Depot, Inflation, Bitcoin und steigende US-Renditen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Andre Stagge

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden ausführlichen Video fünf Positionen in seinem eigenen Investmentdepot. Aber er spricht auch über wichtige Themen in einem größeren Zusammenhang. Zum Beispiel geht er der Frage nach, ob in 2021 die große Inflation ansteht. Auch schaut er auf die mögliche weitere Entwicklung des Bitcoin, und bespricht die interessante Thematik, welche Auswirkung nachhaltig steigende Anleiherenditen in den USA auf die Märkte haben.

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Finanznews

Aktien: Attacke auf die Wall Street! Videoausblick

Was gestern mit Aktien wie Gamestop passiert ist, kann man durchaus als geplante Attacke auf die Wall Street bezeichnen! Eine junge Generation vor schmerzhaften Erfahrungen..

Markus Fugmann

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am

Was gestern mit Aktien wie Gamestop passiert ist, kann man durchaus als geplante Attacke auf die Wall Street bezeichnen! Da hat sich über die Plattform Reddit ein Flash Mob verabredet mit dem Ziel, jene Aktien nach oben zu pushen, die von einigen Hedgefunds an der Wall Street stark geshortet worden sind. Die Folge: einer dieser Hedgefunds, Melvin Capital, musste offenkundig durch eine Geldspritze von 2,7 Milliarden Dollar vor dem Kollaps bewahrt werden. Wir erleben derzeit eine Euphorie vor allem bei jener Generation, die weder das Platzen der Dotcom-Blase noch die Finanzkrise an der Börse mitgemacht hat. Diese Generation wird bald schmerzhaftes Lehrgeld bezahlen!

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