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DAX daily: Brexit- und Corona-Sorgen bremsen Rekordjagd aus

Auch vor der verkürzten Handelswoche war die Spannung groß, ob der Dax noch vor Weihnachten ein neues Rekordhoch erzielt. Nachdem die US-Indizes, der Bitcoin, aber auch der MDax bereits auf Rekordstände angestiegen sind, sollte es nun auch beim deutschen Leitindex klappen. Das wäre für viele Anleger ein schönes Weihnachtspräsent gewesen, aber es kam anders als gedacht. Insbesondere die Unsicherheit aufgrund der Virus-Mutation hat den Dax zum Wochenstart abstürzen lassen. In der abgelaufenen Handelswoche konnte der Dax noch um 3,9 Prozent zulegen und schloss bei 13.630 Punkten. Dabei rückte der Leitindex in der Spitze bis auf 21 Punkte an sein Allzeithoch bei 13.795 Zählern heran.

Unsicherheit wegen Brexit und Corona – US-Hilfspaket steht

Zwei Themen spielen kurzfristig eine Rolle und könnten nochmal einen Impuls bringen. Einerseits die Entscheidung über einen geregelten Brexit, andererseits die Verabschiedung des US-Hilfspakets. Zwar sind beide Ereignisse größtenteils schon eingepreist, aber ein positiver Ausgang dürfte dennoch für einen Schub sorgen. Aber gleichzeitig liegt hier auch die Gefahr für eine Korrektur. Der Brexit-Vertrag hätte bis Mitternacht stehen müssen, um einen ordnungsgemäßen Post-Brexit-Deal verabschieden zu können. Damit besteht keine Chance mehr für eine rechtzeitige Ratifizierung vor Jahresende. Obwohl das nicht gelang, gehen die Brexit-Verhandlungen weiter. Die Parteien liegen aber immer noch weit auseinander, insbesondere die Fischerei ist ein Knackpunkt. Das wahrscheinlichste Szenario ist aktuell noch ein No-Deal. Bis zum Jahresende muss das Abkommen stehen, ansonsten droht Ungemach für den Dax und andere europäische Indizes.

Im Ringen um das US-Hilfspaket sieht die Lage besser aus, nach monatelangem Hickhack konnte man gestern eine Einigung erzielen. Die Zeit drängte auch, zum einen ging es um den Überbrückungshaushalt, außerdem benötigen sehr viele Amerikaner dringend die Schecks der Regierung, um überhaupt noch über die Runden zu kommen. Das Maßnahmenpaket hat ein Volumen von 900 Mrd. Dollar und beinhaltet 600-Dollar-Schecks für die US-Bürger. Somit ist es nicht überraschend, dass nach den jüngsten Meldungen der Dax zum Wochenstart im Minus liegt, während die US-Indizes weiterhin positiv dar stehen. Darüber hinaus drückt die Meldung der Mutation des Corona-Virus in Großbritannien hierzulande auf die Stimmung. Mehrere Länder haben bereits den Flugverkehr eingestellt, dazu gehört seit Mitternacht auch Deutschland.

Optimismus treibt weiter an

Die Anleger schauen bereits auf eine Zeit nach der Pandemie, aber ist diese wirklich so schnell vorbei, wie es derzeit eingepreist wird? Was ist mit der drohenden Insolvenzwelle, der großen Abneigung gegen die Impfungen (ca. 50% wollen sich nicht impfen lassen), einer möglichen Mutation des Virus, der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und die steigende weltweite Verschuldung? Das sind alles Themen, über die an der Börse noch keiner nachdenkt, das geschieht erst dann, wenn es „plötzlich“ doch nicht so rosig kommt wie es jeder erhofft. Aber bis dahin stehen die Zeichen auf Fortsetzung der Rally im Dax und an den Aktienmärkten, insbesondere weil es keine Alternative gibt (TINA). Andre Stagge und Markus Fugmann gehen ausführlich auf diese Themen in einem Gespräch ein – hier zu sehen.

News und fundamentale Daten

Datenseitig steht in der verkürzten Handelswoche nicht viel auf der Agenda. Hierzulande erscheint am Dienstag noch das GfK-Konsumklima, das Verbrauchervertrauen gibt dann nochmal einen Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung. Zudem werden die endgültigen Daten des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal veröffentlicht. Nachdem dramatischen zweiten Quartal mit einem Rückgang von 31,4%, wird für das abgelaufene Quartal ein Wachstum von 33,1% prognostiziert. Am Mittwoch sehen wir dann die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Konsumentenerwartung und das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan. Damit geht die verkürzte Handelswoche zu Ende, bevor am 28.12. die Märkte wieder öffnen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Aufgrund der Corona- und Brexit-Sorgen muss der Dax vorbörslich Verluste hinnehmen. Im Tief ging es bis 13.430 abwärts, dort konnte er zunächst Halt finden. Außerdem ist er aus seinem steigenden Trendkanal gefallen. Um erneut in Richtung des Rekordhochs zu laufen, muss der Dax zuerst das vorbörsliche Hoch bei 13.516 überwinden. Danach folgt bei 13.562 das 38,2% Retracement sowie im Bereich von 13.620/630 eine Widerstandszone. An den Marken könnte die Erholung bereits ein Ende finden. Erst oberhalb von 13.630 hellt sich das Chartbild wieder auf. Die nächsten Widerstände befinden sich bei 13.695 und 13.763.

Solange der Dax unter dem 38,2% Retracement bei 13.562 handelt, muss man mit weiteren Rücksetzern rechnen. Dabei sollte die Unterstützung bei 13.430 gehalten werden, ansonsten droht eine Ausweitung der Konsolidierung. Die nächste markante Unterstützungszone befindet sich erst im Bereich zwischen 13.339 und 13.300. Unterhalb von 13.300 könnte der Abwärtsdruck weiter zunehmen, der nächste Anlaufpunkt liegt dann im Bereich von 13.190. Darunter liegen noch Unterstützungen bei 13.050 und der Unterkante der Range bei 13.009.

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Dax daily: Tagesausblick - H1-Chart - Euphorie vs. Brexit- und Corona-Sorgen

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.750 – Pivot Punkt R1

13.674 – Pivot Punkt

13.575 – Pivot Punkt S1

13.499 – Pivot Punkt S2

13.400 – Pivot Punkt S3

Dax Unterstützungen (US):

13.460 – ex Doppeltop

13.430 – Nachttief

13.300 – mehrfacher WS / US

13.190 – Tagestief 14.12.

13.050 – mehrfache US Rane

13.009 – Tagestief 11.12.

Dax Widerstände (WS):

13.562 – 38,2 % Retracement

13.624 – Tagestief 18.12.

13.695 – 138,2 % Extension

13.725 – Tageshoch 17.12.

13.763 – 161,8 % Extension

13.795 – Allzeithoch

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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